Vor allem bewusste Entscheidungen im politischen Raum führten zu einem veränderten Blick auf die Soziale Arbeit. Während noch vor einigen Jahren mit dem Verweis auf christliche Verantwortung oder Verpflichtung zur Solidarität neuen sozialen Problemen in der Regel mit einem Ausbau an Einrichtungen und Angeboten öffentlicher und freier Träger begegnet wurden, werden diese nunmehr als Kostenfaktoren und Belastung des Wirtschaftsstandortes im globalen Wettbewerb gesehen. Träger der Sozialen Arbeit reagieren hierauf unter anderem mit Maßnahmen zum Qualitätsmanagement um ihre Wirksamkeit und Leistungsfähigkeit zu belegen. Hierbei zugleich besonders bedeutend und umstritten ist die Katagorie der Ergebnisorientierung. Mit dieser Kategorie beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit. Zum Ende stellt sie mit der Balanced Scorecard ein mögliches Controlling- Instrument und dessen Anwendung vor.
Inhaltsverzeichnis
1 Qualität(smanagement) und Ergebnisorientierung in der Sozialen Arbeit
2 Ergebnisorientierung im EFQM- Modells für Excellence
3 Auf dem Weg zur Excellence mit der Balanced Scorecard
4 Die Balanced Scorecard einführen
5 Abschlussbetrachtung
6 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen einer ergebnisorientierten Steuerung im Bereich der Sozialen Arbeit. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie moderne Managementinstrumente wie das EFQM-Modell und die Balanced Scorecard zur Qualitätsentwicklung in sozialen Einrichtungen beitragen können, ohne den fachlichen Kern und die individuellen Handlungsspielräume der Professionellen zu gefährden.
- Grundlagen der Qualitätsdebatte in der Sozialen Arbeit
- Analyse der Eignung des EFQM-Modells für soziale Organisationen
- Methodische Anwendung der Balanced Scorecard zur Strategieumsetzung
- Verknüpfung von fachlicher Qualität und ökonomischer Steuerung
- Praktische Implementierungsschritte in der Jugendarbeit
Auszug aus dem Buch
Die Balanced Scorecard einführen
Da auf Grund der theoretischen Überlegungen sowohl das EFQM- Modell für Excellence, als auch die Balanced Scorecard als Steuerungsinstrument für die Soziale Arbeit als geeignet erscheinen Qualität zu entwickeln und miteinander kompatibel bzw. kombinierbar sind, könnte sie in der Praxis eines Trägers der Jugendarbeit für schwule und lesbische Jugendliche eingesetzt werden. Allerdings sind vor der Implementierung Voraussetzungen zu erfüllen und auch bei der Implementierung sind gibt es einiges zu beachten bzw. zu berücksichtigen.
Voraussetzung für die Einführung einer BSC bei einem Träger der schwul lesbischen Jugendarbeit ist eine Organisationskultur, die auf gegenseitigem Vertrauen – vor allem in die Leistungs-, Lernbereitschaft und -fähigkeit der Akteure – basiert und in der die Bereitschaft herrscht zielorientiert zu arbeiten. Bereits hier hat die Organisationsführung – die sich als Vorbild, wie auch als Lern- und Entwicklungshelfer verstehen sollte – eine besondere Verantwortung (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend 2001, 81). Liegt eine solche Kultur nicht vor, drohen starke Abwehrreaktionen von Seiten der MitarbeiterInnen, da diese das System eher als Kontrollinstrument verstehen und eine erfolgreiche Implementierung verhindern können (vgl. Merchel 2004, 149). Sofern eine derartige Organisationskultur vorliegt und auch die notwendigen – vor allem zeitlichen – Ressourcen zur Verfügung stehen kann mit der Erarbeitung und Implementierung der Balanced Scorecard begonnen werden.
Im ersten Schritt sollten Workshops zur Diskussion über Ergebnisorientierung in der Sozialen Arbeit und Eignung von Kennzahlensystemen geführt werden. Hierbei sind Risiken, Ängste und Schwächen ausführlich zu besprechen, um bestehende Vorurteile abzubauen und ein realistisches Bild über Chancen und Risiken der Kennzahlensysteme zu vermitteln. Teil dieser Diskussionsworkshops sollte in jedem Fall auch die detaillierte Darstellung und Diskussion der Balanced Scorecard als Instrument sein, sowie eine Erläuterung, was in der Sozialen Arbeit als Kennzahl zu verstehen sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Qualität(smanagement) und Ergebnisorientierung in der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel thematisiert den veränderten politischen Blick auf die Soziale Arbeit, der durch Budgetdruck und Marktmechanismen eine professionellere Steuerung und Qualitätsentwicklung notwendig macht.
2 Ergebnisorientierung im EFQM- Modells für Excellence: Hier wird das EFQM-Modell als Referenzmodell für Qualitätsmanagement vorgestellt und kritisch auf seine Anwendbarkeit in sozialen Organisationen sowie dessen Fokus auf Selbstbewertung hin untersucht.
3 Auf dem Weg zur Excellence mit der Balanced Scorecard: Der Autor erläutert, wie das Controlling als Steuerungsinstanz dient und die Balanced Scorecard als mehrdimensionales System die strategischen Ziele der Organisation operationalisierbar macht.
4 Die Balanced Scorecard einführen: Dieses Kapitel widmet sich der praktischen Implementierung der Balanced Scorecard, insbesondere den notwendigen Voraussetzungen in der Organisationskultur und dem prozessualen Vorgehen in Workshops.
5 Abschlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass die Balanced Scorecard auch für kleinere soziale Organisationen ein realisierbares und sinnvolles Instrument zur Qualitätsentwicklung darstellt.
6 Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der verwendeten Quellen und Fachliteratur zum Thema Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Ergebnisorientierung, EFQM-Modell, Balanced Scorecard, Controlling, Strategieentwicklung, Sozialmanagement, Organisationskultur, Wirkungsanalyse, Kennzahlensystem, Jugendhilfe, Dienstleistungsqualität, Prozesssteuerung, Qualitätsdebatte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung moderner betriebswirtschaftlicher Steuerungsinstrumente wie der Balanced Scorecard im Kontext der Sozialen Arbeit, um Qualität transparenter und messbarer zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Qualitätsdebatte in sozialen Diensten, das EFQM-Modell für Excellence sowie die Implementierung und Nutzung der Balanced Scorecard als Controlling-Instrument.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie soziale Organisationen durch eine ergebnisorientierte Steuerung ihre Wirksamkeit erhöhen können, ohne dabei den pädagogischen Kern ihrer Arbeit zu verlieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine theoretische Analyse der genannten Managementmodelle durch und verknüpft diese mit den spezifischen Anforderungen und Rahmenbedingungen der Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des EFQM-Modells, diskutiert die Balanced Scorecard als Steuerungssystem und erläutert konkrete Schritte zur Einführung dieser Instrumente in sozialen Einrichtungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Sozialmanagement, Qualitätsentwicklung, Balanced Scorecard, EFQM-Modell und Ergebnisorientierung sind die prägenden Begriffe der Untersuchung.
Wie unterscheidet sich die Balanced Scorecard von rein monetären Controllingsystemen?
Im Gegensatz zu reinen Finanzkennzahlen betrachtet die Balanced Scorecard die Organisation mehrdimensional, indem sie neben finanziellen Aspekten auch die Kunden-, Prozess- und Potentialperspektive einbezieht.
Welche Rolle spielt die Organisationskultur bei der Einführung der Balanced Scorecard?
Eine Kultur des gegenseitigen Vertrauens ist essenziell, da Mitarbeiter die Balanced Scorecard sonst als reines Kontrollinstrument wahrnehmen und die Umsetzung blockieren könnten.
- Arbeit zitieren
- Dipl. Soz. Päd. / Dipl. Soz. Arb. Torsten Schrodt (Autor:in), 2008, Ergebnisorientierung im Qualitätsmanagement der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117310