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Die Finanzverfassung der Schweiz

Titel: Die Finanzverfassung der Schweiz

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 25 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Florian Seidel (Autor:in)

Politik - Politische Systeme allgemein und im Vergleich
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Schweiz ist ein kleines Land mit 7.461.000 Einwohnern auf einer Gesamtfläche von
41.285 km2, wovon jedoch nur 30.753 km2 produktiv als Siedlungs- und
Landwirtschaftsfläche genutzt werden können. Nichtsdestotrotz ist dieses kleine Land
auffällig dezentral gegliedert und organisiert. „Die Schweiz umfasst 26 ganz
unterschiedliche Kantone, die gegenüber dem Zentralstaat – dem Bund – eine grosse
Autonomie geniessen. Einzigartig im internationalen Vergleich ist das Verhältnis
zwischen der Gesamtbevölkerung (etwas mehr als sieben Millionen Einwohnerinnen und
Einwohner) und der Zahl der Gliedstaaten, etwa im Vergleich zu anderen föderalistischen
Ländern wie Deutschland, Kanada oder den USA.“ „Dennoch gliedert sie sich mit 26
Kantonen und Halbkantonen sowie 2903 Gemeinden stark in verschiedene
Gebietskörperschaften. Im Vergleich zu Deutschland hat die Schweiz somit auf einem
Neuntel der Fläche bei nur etwa neun Prozent der Einwohner zehn Gliedstaaten mehr und
mehr als 20 Prozent der Zahl der Deutschen Gemeinden. Sie ist damit sowohl auf der
regionalen Ebene als auch auf der lokalen Ebene dezentraler organisiert als die
Bundesrepublik. Der kleinste Kanton Appenzell Innerrhoden hat lediglich 14.900
Einwohner. Der Schweizer Föderalismus ist zudem durch eine weitreichende Autonomie
der Gliedstaaten gekennzeichnet […]“
Die vorangegangenen zwei Zitate entstammen Einleitungen von Sachbüchern über die
Schweiz. Zunächst sollte diese Arbeit einen ähnlichen Einstieg erfahren, wie die ersten
Sätze zeigen, doch gibt es über die Größe und die Vergleichbarkeit dieses föderalistischen
Landes nichts eigenes mehr für eine Einleitung auf den Weg bringen. Nichtsdestotrotz
belegen die angeführten Auszüge, die ungeheure Wirkung der Schweiz, sobald man sich
mit der föderalistischen Struktur auseinander zu setzen gedenkt. Geht man ahnungslos an
die Aufgabe, eine Hausarbeit über die Schweizer Finanzverfassung zu schreiben heran,
könnte man sich eventuell noch fragen, inwieweit und ob diese ungeheure
Dezentralisierung in die Finanzverfassung hineinreicht. Beginnt man jedoch mit der
Recherche, kommt man nicht umhin, derartige Sätze wie sie zitiert wurden wahrzunehmen. Die vorliegende Arbeit versucht die Stellung der Finanzverfassung
innerhalb der Schweiz herauszuarbeiten und herauszustellen, inwiefern sich die
föderalistische Struktur auf die Finanzverfassung auswirkt oder umgekehrt. Doch zunächst
gilt es zu klären, was hinter dem Begriff der Finanzverfassung steht und welchen Platz sie
innerhalb des Schweizer Verfassungsgefüges einnimmt. Die Arbeit wird versuchen einen
Überblick über die Auf- und Ausgaben der Gebietskörperschaften herauszustellen, um
dann herauszufinden, wodurch und wie dies finanziert wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. BEGRIFF DER FINANZVERFASSUNG

2.1 ALLGEMEINE BEGRIFFSKLÄRUNG

2.2 SCHWEIZER BESONDERHEITEN INNERHALB DER FINANZVERFASSUNG

3. DIE ZUTEILUNG DER AUFGABEN UND DER AUSGABEN

3.1 VERFASSUNGSRECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN

3.2 DIE AUFGABENZUWEISUNG ZWISCHEN DEN GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN

3.3 AUSGABENVERTEILUNG ZWISCHEN DEN GEBIETSKÖRPERSCHAFTEN

4. DIE STEUERN IN DER SCHWEIZ

5. DER FINANZAUSGLEICH IN DER SCHWEIZ

6. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die strukturelle Stellung der Finanzverfassung innerhalb des Schweizer Systems und analysiert die Wechselwirkungen zwischen der föderalistischen Staatsorganisation und der Finanzordnung. Ziel ist es, ein Verständnis für die Kompetenz- und Aufgabenverteilung zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden zu entwickeln sowie die Finanzierungsmechanismen und den Steuerwettbewerb zu beleuchten.

  • Struktur und Charakteristika der Schweizer Finanzverfassung
  • Aufgaben- und Ausgabenverteilung zwischen den Gebietskörperschaften
  • Steuerhoheit und Wettbewerbsföderalismus
  • Mechanismen des Finanzausgleichs und dessen Reform

Auszug aus dem Buch

2.2 SCHWEIZER BESONDERHEITEN INNERHALB DER FINANZVERFASSUNG

Während Alexander Jörg in seinem 1998 erschienenen Werk noch von einer Schweizer Finanzverfassung schreibt, die durch ihre Zerrissenheit gekennzeichnet sei, ist dies heute nicht mehr gänzlich zu bestätigen. Denn während sich die Finanzverfassung 1998 „erst aus einer Zusammenschau vieler vereinzelter Vorschriften“ ergab, findet man in der Bundesverfassung des Standes vom 8. August 2006 im 3. Titel ein eigenes, das dritte, Kapitel zur Finanzordnung der Schweiz, welches die Artikel 126 bis 135 umfasst. Zwar lassen sich noch immer vereinzelte „Ausreißer“ festmachen, wie beispielsweise der Artikel 86 über die Verbrauchssteuer auf Treibstoffe und übrige Verkehrsabgaben oder die Übergangsbestimmungen 12 bis 16 des Artikels 196, doch scheint mit dieser Bundesverfassung ein verbesserter Überblick über die Finanzordnung gegeben.

Sie zeichnet sich durch eine weitestgehend hohe Regelungsdichte aus, welche nicht zuletzt im Artikel 128 ersichtlich wird, worin die Höchstsätze für die dem Bund zum größten Teil zustehende direkte Steuer festgelegt sind. Beispielsweise wartet auch der Artikel 130 zur Mehrwertsteuer mit einem hohen Maß an Detailregelungen auf. Darin heißt es: „Der Bund kann auf Lieferungen von Gegenständen und auf Dienstleistungen einschliesslich Eigenverbrauch sowie auf Einfuhren eine Mehrwertsteuer mit einem Normalsatz von höchstens 6,5 Prozent und einem reduzierten Satz von mindestens 2,0 Prozent erheben.“ Weiterhin regelt die Verfassung, in welchem Falle, nämlich wenn die Entwicklung des Altersaufbaus die Finanzierung der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung nicht mehr gewährleistet, der Normalsatz um höchstens 1 Prozentpunkt durch ein Bundesgesetz angehoben werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die föderalistische Struktur der Schweiz und führt in die Fragestellung ein, wie diese Dezentralisierung die Finanzverfassung prägt.

2. BEGRIFF DER FINANZVERFASSUNG: Dieses Kapitel klärt den Begriff der Finanzverfassung und analysiert die spezifischen Merkmale sowie die Regelungsdichte innerhalb der Schweizer Bundesverfassung.

3. DIE ZUTEILUNG DER AUFGABEN UND DER AUSGABEN: Hier werden die verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen der Aufgabenzuweisung untersucht und die Ausgabenstruktur zwischen den verschiedenen staatlichen Ebenen analysiert.

4. DIE STEUERN IN DER SCHWEIZ: Dieses Kapitel widmet sich der Steuerautonomie der Kantone, dem daraus resultierenden Wettbewerbsföderalismus und der Kompetenzverteilung bei der Steuererhebung.

5. DER FINANZAUSGLEICH IN DER SCHWEIZ: Die Ausführungen befassen sich mit der bisherigen Ineffektivität des Finanzausgleichs und der Notwendigkeit einer Neugestaltung (NFA) zur Modernisierung des Föderalismus.

6. FAZIT: Das Fazit fasst die Auswirkungen der kantonalen Autonomie zusammen und bewertet die Steuerbelastungsunterschiede sowie die Reformbestrebungen im Finanzausgleich.

Schlüsselwörter

Schweiz, Finanzverfassung, Föderalismus, Steuerautonomie, Wettbewerbsföderalismus, Finanzausgleich, Bundesverfassung, Gebietskörperschaften, Aufgabenverteilung, Ausgabenverteilung, Steuerharmonisierung, direkte Steuern, indirekte Steuern, NFA, Kantone.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Finanzsystem der Schweiz unter besonderer Berücksichtigung der föderalistischen Struktur und der damit verbundenen hohen Autonomie der Kantone.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Aufgabenverteilung, der Steuerhoheit der Kantone sowie der Funktionsweise und Reform des Schweizer Finanzausgleichs.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, die Stellung der Finanzverfassung innerhalb des Schweizer Verfassungsgefüges zu bestimmen und zu analysieren, wie sich die föderale Struktur auf Finanzierungs- und Steuerfragen auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine verfassungs- und systemtheoretische Analyse auf Basis von Gesetzestexten, Fachliteratur und offiziellen Statistiken der Schweizer Finanzbehörden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die Analyse der Aufgabenzuweisung, die Betrachtung der Steuerkompetenzen und die Erläuterung des Finanzausgleichs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Föderalismus, Finanzverfassung, Steuerautonomie, Wettbewerbsföderalismus und die Aufgabenverteilung zwischen den Gebietskörperschaften.

Warum wird die Schweizer Finanzverfassung als eine "mit Verfallsdatum" bezeichnet?

Dies bezieht sich auf die Befristung der Kompetenz des Bundes zur Erhebung der direkten Bundessteuer, die seit 1958 bei jeder Finanzordnung neu verlängert werden muss.

Wie unterscheidet sich die Schweizer Steuerautonomie vom deutschen System?

Während in Deutschland ein hohes Maß an zentraler Harmonisierung herrscht, genießen Schweizer Kantone eine weitreichende Steuerautonomie, was zu erheblichen Steuerbelastungsunterschieden zwischen den Regionen führt.

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Details

Titel
Die Finanzverfassung der Schweiz
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Das politische System der Schweiz
Note
2,0
Autor
Florian Seidel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
25
Katalognummer
V117408
ISBN (eBook)
9783640199716
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzverfassung Schweiz System Schweiz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Florian Seidel (Autor:in), 2007, Die Finanzverfassung der Schweiz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117408
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Leseprobe aus  25  Seiten
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