Zunächst wird erläutert, was unter dem Begriff der Essstörung allgemein zu verstehen ist. Zum besseren Verständnis für die Krankheit werden anschließend die beiden bekanntesten und verbreitetsten Krankheitsbilder, die Anorexia nervosa und die Bulimia nervosa, genauer betrachtet und ihre Unterschiede beziehungsweise Gemeinsamkeiten dargestellt. Im Anschluss widmet sich die Arbeit den Behandlungsmöglichkeiten und ihren Zielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen von Essstörungen
2.1 Definition
2.2 Entstehung
2.3 Aufrechterhaltene Faktoren
3. Spezifische Formen von Essstörungen
3.1 Anorexia nervosa
3.1.1 Kriterien der Anorexia nervosa im ICD-10
3.2 Bulimia nervosa
3.2.1 Kriterien der Bulimia nervosa im ICD-10
4. Behandlungsmöglichkeiten
4.1 Behandlungsansätze bei Anorexia nervosa
4.2 Behandlungsansätze bei Bulimia nervosa
5. Behandlungsergebnisse
5.1 Behandlungsergebnisse bei Anorexia nervosa
5.2 Behandlungsergebnisse bei Bulimia nervosa
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Frage zu erörtern, ob Essstörungen dauerhaft überwunden werden können oder ob Betroffene sich lebenslang mit den Symptomen auseinandersetzen müssen, wobei untersucht wird, inwiefern die Krankheit als pathologische "beste Freundin" und Lösungsmechanismus fungiert.
- Grundlagen, Entstehung und Aufrechterhaltung von Essstörungen
- Differenzierung der Krankheitsbilder Anorexia nervosa und Bulimia nervosa
- Diagnostische Kriterien gemäß ICD-10
- Therapeutische Ansätze und deren Ziele
- Prognose und statistische Behandlungsergebnisse
Auszug aus dem Buch
2.3 Aufrechterhaltene Faktoren
Wie schon im Kapitel 2.1 „Allgemeine Definition“ beschrieben, erfüllt die Essstörung eine Funktion für die betroffenen erkrankten Personen. Das führt dazu, dass die Betroffenen ihre Problematik nicht ausschließlich negativ sehen. Wie sehr sie die Störung als positiv für sich bewerten, kennzeichnet das Festhalten an ihr (vgl. Mikschl et al. 2016, 160). Durch die Kontrolle über ihre Nahrungsaufnahme und ihr Gewicht bekommen die Erkrankten ein Gefühl von Kontrolle und Kompetenz ( positive Verstärkung). In der Adoleszenz kann auch die Ablehnung des Erwachsenwerdens und der Sexualität zur Aufrechterhaltung führen: Der Körper entwickelt sich langsamer oder die Entwicklung stagniert, die Menarche bleibt aus oder setzt erst gar nicht ein ( negative Verstärkung) (vgl. Gille/Oppelt/Stephan 2017, 153). Aufrechterhaltene Faktoren können aber auch in der eigenen Persönlichkeit oder dem nahen sozialen Umfeld liegen. Ein Hang zum Perfektionismus wird durch die Kontrolle über den eigenen Körper befriedigt. Durch die Essstörung können unangenehme Emotionen oder innere Erlebnisse vermieden werden und bewundernde Reaktionen von nahestehenden Personen über die Disziplin, das Gewicht zu reduzieren, stärken das Selbstwertgefühl (vgl. Mikschl 2016, 160).
Die Essstörung wird von den Betroffenen häufig „meine beste Freundin“ genannt. Das verdeutlicht, dass die Krankheit die Funktionen erfüllt, sich als etwas Besonderes zu fühlen, Sicherheit und Struktur zu geben, unangenehme Gedanken und Erlebnisse zu verdrängen. Sie ist „Ansprechpartnerin“ in einem Leben, das durch die Essstörung zunehmend isoliert aussieht (vgl. Wunderer 2017, 357).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation und führt in die Thematik der Essstörungen als psychologische Bewältigungsstrategien ein.
2. Grundlagen von Essstörungen: Dieses Kapitel definiert Essstörungen als Störung der Wahrnehmung und analysiert Entstehungsursachen sowie aufrechterhaltende psychologische Faktoren.
3. Spezifische Formen von Essstörungen: Es werden die klinischen Merkmale und ICD-10-Kriterien für Anorexia nervosa und Bulimia nervosa detailliert gegenübergestellt.
4. Behandlungsmöglichkeiten: Der Fokus liegt hier auf den therapeutischen Zielen und den spezifischen Ansätzen für Anorexie und Bulimie.
5. Behandlungsergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert statistische Daten zu Genesungsraten, Chronifizierung und Mortalität bei den untersuchten Störungsbildern.
6. Fazit: Die Autorin zieht das Resümee, dass eine Essstörung oft einen lebenslangen Kampf bedeutet, auch wenn die anfängliche Rolle der „besten Freundin“ durch Therapie transformiert werden kann.
Schlüsselwörter
Essstörungen, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, ICD-10, Körperbild, Gewichtsreduktion, Psychotherapie, Kognitive Verhaltenstherapie, Selbstwertgefühl, Chronifizierung, Mortalität, Bewältigungsstrategien, Adolszenz, Essverhalten, Kontrolle.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild der Essstörungen, insbesondere der Anorexia und Bulimia nervosa, und untersucht deren Entstehung, Funktionalität für die Betroffenen sowie die Erfolgsaussichten therapeutischer Maßnahmen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Definition und Entstehung von Essstörungen, die diagnostischen ICD-10-Kriterien, die verschiedenen therapeutischen Behandlungsansätze sowie die langfristigen Behandlungsergebnisse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Essstörung dauerhaft heilbar ist oder ob Betroffene sich lebenslang mit der Symptomatik auseinandersetzen müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender medizinischer und psychologischer Fachliteratur sowie offizieller Klassifikationssysteme (ICD-10).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen, die detaillierte Beschreibung der beiden Hauptstörungsbilder, deren Behandlungsmöglichkeiten sowie eine kritische Auswertung der statistischen Heilungschancen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Essstörung, Anorexia nervosa, Bulimia nervosa, therapeutische Ansätze, Körperschemastörung und Chronifizierung charakterisiert.
Warum wird die Essstörung von Betroffenen oft als "beste Freundin" bezeichnet?
Die Metapher verdeutlicht, dass die Essstörung für die Betroffenen eine funktionale Rolle einnimmt: Sie bietet Struktur, Sicherheit, ermöglicht die Verdrängung negativer Gefühle und dient der Identitätsstiftung.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Anorexie und Bulimie in der Behandlung?
Obwohl die Therapieziele (normales Essverhalten) ähnlich sind, unterscheiden sich die Ansätze. Bei der Anorexie steht primär die Gewichtszunahme im Fokus, während bei der Bulimie der Teufelskreis aus Essanfällen und Kompensation (z.B. durch KVT) durchbrochen werden muss.
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- Svenja Albrecht (Autor), 2021, Meine beste Freundin, die Essstörung. Lebenslange Freundschaft oder nur Freundschaft auf Zeit?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1174085