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Unterschiedliche Perspektiven zur geschlechtlichen Arbeitsteilung bei den Tukanoan des Nordwestlichen Amazonas

Title: Unterschiedliche Perspektiven zur geschlechtlichen Arbeitsteilung bei den Tukanoan des Nordwestlichen Amazonas

Essay , 2008 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nathalie Solis Pérez (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit möchte ich mich eingehend mit Aspekten der sozialen, politischen, symbolischen und mythischen Dimension geschlechtlicher Arbeitsteilung bei den Tukanoan beschäftigen. Als Ausgangspunkte dienen verschiedene Aufsätze zum Thema, in denen sehr unterschiedlich argumentiert wird und die so teils stark divergierende Theorien zum Thema Geschlechterbeziehungen und Arbeitsteilung liefern. Zunächst wird es einen kleinen Aufriss geben, um einen kurzen Überblick über das Thema zu geben. Anschließend werden einige Kapitel der Monographie von Irving Goldman dargestellt, die die ungleiche geschlechtliche Arbeitsteilung als Teil eines komplementären Gesamtbildes versteht. Anhand von Goldmans Überlegungen werde ich die Überleitung bilden zur für die Ethnologie zentralen Theorie Rivières, der von einer gezielten Kontrolle und Unterdrückung der Frau durch eine hochgradig routinisierte und strukturierte Arbeit spricht. Die dritte Ethnologin, die in diesem Zusammenhang zu Wort kommen soll ist Jean Jackson, die zwar eine offensichtliche Dominierung seitens der Männer feststellt, sie jedoch als eine Form des Überspielens der eigentlichen Tatsachen darstellt, welche darin besteht, dass die Frauen eben doch eine faktische Übermacht bilden. Zum Schluss werde ich ein paar Ideen von Philippe Descola aufgreifen, die dem Thema eine weitere Dimension verleihen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Aufriss und Relevanz des Themas der geschlechtlichen Differenzierung in indigenen Gesellschaften Südamerikas

2.2. Irving Goldman: Eine ungleiche und doch komplementäre Form der geschlechtlichen Arbeitsteilung

2.3. Peter Rivière: Die Konstruktion einer Arbeitsteilung zur gezielten Unterdrückung und Kontrolle der Frau

2.4. Jean Jackson: Wie eine scheinbare Unterdrückung eine faktische Macht bedeuten kann

3. Schlussbemerkung

4. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziale, politische und symbolische Dimension der geschlechtlichen Arbeitsteilung bei den Tukanoan im Nordwest-Amazonas und analysiert, inwieweit unterschiedliche ethnologische Ansätze diese als Ausdruck von Unterdrückung oder als komplementäre, machtrelevante Struktur interpretieren.

  • Analyse der geschlechtlichen Arbeitsteilung und deren Bedeutung für den sozialen Status.
  • Gegenüberstellung divergierender ethnologischer Theorien (Goldman, Rivière, Jackson).
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Maniok-Produktion, Mythologie und Macht.
  • Kritische Reflexion der Projektion westlicher Vorstellungen auf indigene Gesellschaften.

Auszug aus dem Buch

2.2. Irving Goldman: Eine ungleiche und doch komplementäre Form der geschlechtlichen Arbeitsteilung

Goldman liefert mit seiner Monographie „The Cubeo. Indians of the Northwest Amazon“ den Ausgangspunkt der Theorie von Peter Rivière, welche im Anschluss vorgestellt werden soll. Ich werde hier insbesondere auf die Kapitel „The Cubeo Community“ und „Economic Life“ eingehen. Zunächst beschreibt Goldman, der bei den Cubeo in Kolumbien (Gruppe der Zentral- Tukanoan) forschte, dass der erste wesentliche Schritt bei der Bittermaniok Kultivierung das Anlegen eines Gartens seitens des Mannes für seine Frau ist. Dies wird der einzige Beitrag sein, den der Mann zur Kultivierung des Bittermanioks leistet, die weiteren Schritte wie Anbau, Ernte, Entgiftung und Weiterverarbeitung sind allein Aufgabe der Frau.

Ist der Ehemann verstorben, kann das Anlegen eines Gartens auch von einem anderen männlichen Verwandten wie z.B. dem Bruder der Frau geschehen. Dieses Anlegen des Gartens legt den Grundstein für die darauffolgende, ausschließlich durch die Frau erfolgende, Bewirtschaftung des Gartens und hat auch eine besondere symbolische Dimension innerhalb einer Ehegemeinschaft: „No bond between a man and a woman is of greater importance and richer in sentiment than that set up by the making and cultivating of a manioc garden.“ (Goldman 1963: 73) Faktoren wie die Distanz zum Gemeinschaftshaus, sind hierbei entscheidend, da der Garten außer Sicht- und Hörweite der maloca liegen muss. Hierzu ist es wichtig zu ergänzen, dass die chagra (Fläche, auf der angebaut wird) nicht nur eine soziale, sondern auch eine sexuelle Konnotation aufweist, da sie einen nur den Frauen zugänglichen privaten Bereich markiert, in dessen Nähe die Männer höchstens mit der Absicht sexuellen Verkehr zu haben kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur geschlechtlichen Arbeitsteilung bei den Tukanoan und Einführung in die ethnologischen Perspektiven von Goldman, Rivière und Jackson.

2. Hauptteil: Detaillierte Analyse und kritische Diskussion der Theorien zur Arbeitsteilung und deren Bedeutung für das Machtgefüge in indigenen Gesellschaften.

2.1. Aufriss und Relevanz des Themas der geschlechtlichen Differenzierung in indigenen Gesellschaften Südamerikas: Einordnung der Thematik in den ethnologischen Diskurs unter Berücksichtigung von Jean Jacksons Analysen zu Machtverteilung und Geschlechterrollen.

2.2. Irving Goldman: Eine ungleiche und doch komplementäre Form der geschlechtlichen Arbeitsteilung: Untersuchung von Goldmans These, die eine ungleiche Arbeitsteilung als Teil eines funktionalen, komplementären Ganzen betrachtet.

2.3. Peter Rivière: Die Konstruktion einer Arbeitsteilung zur gezielten Unterdrückung und Kontrolle der Frau: Darstellung von Rivières Modell, das die routinierte Arbeitsteilung als bewusstes Instrument männlicher Kontrolle interpretiert.

2.4. Jean Jackson: Wie eine scheinbare Unterdrückung eine faktische Macht bedeuten kann: Analyse von Jacksons Gegenposition, die zeigt, wie Frauen trotz männlicher Dominanzsymbolik eine faktische ökonomische Machtstellung innehaben.

3. Schlussbemerkung: Synthese der verschiedenen Theorien und kritische Reflexion über die Schwierigkeit objektiver ethnologischer Forschung sowie das soziale Ungleichgewicht.

4. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie der Internetquellen.

Schlüsselwörter

Tukanoan, geschlechtliche Arbeitsteilung, Ethnologie, Amazonas, Bittermaniok, Machtverhältnisse, Gender, soziale Reproduktion, Patrilokalität, Indigene Gesellschaften, ökonomische Anthropologie, Symbolik, Kulturvergleich, Irving Goldman, Peter Rivière.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die geschlechtliche Arbeitsteilung bei den Tukanoan-Völkern im Nordwest-Amazonas aus unterschiedlichen ethnologischen Perspektiven.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf sozialen, politischen und mythischen Dimensionen der Arbeitsteilung, der Nahrungsproduktion sowie der Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die divergenten Theorien namhafter Ethnologen zu beleuchten und zu hinterfragen, ob die geschlechtliche Arbeitsteilung als gezielte Unterdrückung oder als Teil eines komplementären Systems zu deuten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der kritischen Analyse und Synthese bestehender ethnographischer Monographien und Aufsätze zum Thema basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ansätze von Irving Goldman (Komplementarität), Peter Rivière (Kontrolltheorie) und Jean Jackson (faktische Macht vs. sichtbare Dominanz) detailliert gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Tukanoan, Gender, Amazonas, ökonomische Anthropologie und Machtverhältnisse definieren.

Welche Rolle spielt die Maniok-Produktion in der Argumentation der Autoren?

Der Anbau und die Verarbeitung von Bittermaniok sind das zentrale Element der weiblichen Arbeitsroutine; die Autoren diskutieren, ob dies ein reiner Arbeitszwang oder eine Quelle identitätsstiftender Macht ist.

Was bedeutet der Begriff "chagra" in diesem Kontext?

Die chagra bezeichnet den Maniokgarten der Frau, der als privater, meist sekulärer Bereich fungiert und einen direkten Indikator für den sozialen Status der Frau darstellt.

Wie unterscheidet sich Rivières Sicht von der Goldmans?

Während Goldman die komplementäre Arbeitsteilung als Ausdruck von Grundzufriedenheit wertet, sieht Rivière die aufwendige Arbeitsroutine als Mechanismus der gezielten Unterdrückung durch den Mann.

Zu welchem Schluss kommt Jean Jackson?

Jackson argumentiert, dass die scheinbare Unterdrückung der Frau durch die Männer oft eine tatsächliche Abhängigkeit der Männer von der weiblichen Nahrungsproduktion verschleiert.

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Details

Title
Unterschiedliche Perspektiven zur geschlechtlichen Arbeitsteilung bei den Tukanoan des Nordwestlichen Amazonas
College
University of Leipzig
Grade
1,3
Author
Nathalie Solis Pérez (Author)
Publication Year
2008
Pages
20
Catalog Number
V117501
ISBN (eBook)
9783640212668
ISBN (Book)
9783640212743
Language
German
Tags
Unterschiedliche Perspektiven Arbeitsteilung Tukanoan Nordwestlichen Amazonas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nathalie Solis Pérez (Author), 2008, Unterschiedliche Perspektiven zur geschlechtlichen Arbeitsteilung bei den Tukanoan des Nordwestlichen Amazonas , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117501
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