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Häusliche Gewalt in Familien. Eine Diskursanalyse am Beispiel russischer Familienpolitik

Título: Häusliche Gewalt in Familien. Eine Diskursanalyse am Beispiel russischer Familienpolitik

Trabajo Escrito , 2019 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Antonia Skiba (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
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In der vorliegenden Arbeit wird physische und psychische Gewalt in der Familie thematisiert.
Zentraler Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Arbeit ist der Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Werten und politischer Administration, um Ursachen, Funktion und Folgen der Gesetzesänderung zu entschlüsseln. Familie soll als vermeintlich privater Raum gesellschaftlich kontextualisiert werden, dabei sollen Vorstellungen von Familie und unterschiedliche Positionen zu Gewalt und dessen Verständnis verortet werden. Russland dient hierbei exemplarisch dafür, aufzuzeigen, wie bestimmte Begriffe und Symbole öffentlich mit Bedeutungen beladen werden, welche Formen Diskurse über tabuisierte Themen wie häusliche Gewalt annehmen können, wer als sprechende_r Akteur_ in am Diskurs teilnimmt – und wer nicht. Um eine antagonistische Analyse zwischen einem repressivem Staat auf der einen, und einem passivem Individuum auf der anderen Seite zu vermeiden, wird in der folgenden Arbeit methodisch eine verkürzte Diskursanalyse durchgeführt, um unterschiedliche Akteur_innen, ihre Argumentation und sozio-politische Position zu lokalisieren. Darauf aufbauend werden Interaktionen zwischen den jeweiligen Akteur_innen aufgezeigt, die bestimmte Einstellungen bezüglich Familie und Gewalt sowie geteiltes Wissen über diese Themenfelder (re)produzieren und mithilfe der dadurch entstehenden Narrative eine bestimmte Gesellschaftsordnung konstruieren.
Abschließend soll auf die analytischen Ergebnisse eingegangen und ein möglicher Ausblick für zukünftige Forschungen sowie sozio-politischer Folgen des neuen Gesetzes gegeben werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1 Häusliche Gewalt: Begriffliche Definition und soziologische Einbettung

2.2 Poststrukturalismus: Macht, Wissen und Disziplinierung

2.3 Symbolischer Interaktionismus

3. Methode und Analyse

3.1 Der russische Staat: Regierung und Parlament

3.2 Die Russisch-Orthodoxe Kirche

3.3 Menschenrechtsorganisationen und Zivilgesellschaft

4. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Werten und politischer Administration in Russland anhand der Neufassung des Artikels 116 des Strafgesetzbuches, die Gewalt in der Familie als Ordnungswidrigkeit umstuft. Ziel ist es, die Ursachen, Funktionen und Folgen dieser Gesetzesänderung sowie die dabei verwendeten Diskurse verschiedener gesellschaftlicher Akteure kritisch zu entschlüsseln.

  • Analyse der Entkriminalisierung von häuslicher Gewalt in der russischen Gesetzgebung
  • Untersuchung des russischen Wertekanons und patriarchaler Familienvorstellungen
  • Diskursanalyse der Positionen von Parlament, Kirche und Zivilgesellschaft
  • Rolle von Macht, Wissen und Disziplinierung in staatlichen Regulierungen
  • Wechselwirkung zwischen privatem Raum der Familie und öffentlichem Diskurs
  • Auswirkungen politischer Strategien auf die russische Zivilgesellschaft

Auszug aus dem Buch

3.1 Der russische Staat: Regierung und Parlament

Die Gesetzesinitiatorin Jelena Misulina ist Vorsitzende des Familienausschusses und Abgeordnete der sozialdemokratischen Partei „Gerechtes Russland“, die der konservativen Regierungspartei „Einiges Russland“ als Opposition im Kreml in einem ambivalenten Verhältnis gegenüber steht. Besonders durch ihre Gesetzesinitiative gegen vermeintliche „Homosexuellenpropaganda“ erregte Misulina für Aufsehen und stieß auf Anerkennung reaktionärer Kräfte, da sie auf diese Weise „traditionelle russische Werte“ (ebd.) stärke und somit ein patriarchalisches Familienverständnis konsolidiert. Doch nach Borussjak sei die Gesetzesänderung „mit der Verteidigung ‚traditioneller Werte‘ allein [...] nicht zu erklären. Man müsse stattdessen auch danach fragen, wie Gewalt allgemein assoziiert werde – und inwiefern die Angst vor einem willkürlichen Staat den Gesetzesbefürwortern in die Hände spiele.“ (Borussjak 2017). Die Neufassung des Artikels 116 begründet Misulina unteranderem mit verfassungsrechtlichen Motiven: Der „Grundsatz der Gleichbehandlung“ (ebd.) sei verletzt, wenn die Art der Strafe für Gewaltdelikte von der ausführenden Person abhinge. Dieses „Gerechtigkeitsgefälle“ (ebd.) soll behoben werden. Das bedeutet, dass derjenigen Person, die Gewalt ausübt, bei einer strafrechtlichen Verfolgung nur eine Ordnungsstrafe drohe – egal, ob die Person mit dem Opfer verwandt ist oder nicht. Außerdem verschlechtere ein Gefängnisaufenthalt wegen eines „simplen Klapses“ das Familienklima und stelle einen „familienfeindlichen Zustand“ (ebd.) dar, so Misulina.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Neufassung des Artikels 116 des russischen Strafgesetzbuches und formuliert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Werten und der politischen Administration zu untersuchen.

2. Theorie: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es Begriffe der häuslichen Gewalt soziologisch einbettet sowie Ansätze des Poststrukturalismus und des symbolischen Interaktionismus zur Analyse der Thematik heranzieht.

3. Methode und Analyse: Der methodische Teil beschreibt die Anwendung der Diskursanalyse nach Ruth Wodak und untersucht anschließend die Positionen des russischen Parlaments, der Russisch-Orthodoxen Kirche sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen.

4. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und beleuchtet das ambivalente Resultat der untersuchten Gesetzesänderung im Kontext gesellschaftlicher Werte und politischer Machtverhältnisse.

Schlüsselwörter

Häusliche Gewalt, Russland, Diskursanalyse, Familienpolitik, Strafgesetzbuch, Patriarchat, Traditionelle Werte, Poststrukturalismus, Symbolischer Interaktionismus, Zivilgesellschaft, Macht, Disziplinierung, Menschenrechte, Gesetzgebung, Entkriminalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Neufassung des Artikels 116 des russischen Strafgesetzbuches und deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung und rechtliche Behandlung häuslicher Gewalt in Russland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind häusliche Gewalt als soziales Problem, der Einfluss patriarchaler Familienvorstellungen auf die Politik, die Rolle der russischen Gesetzgebung sowie der Widerstand der Zivilgesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen gesellschaftlichen Werten, der politischen Administration und der diskursiven Rechtfertigung der Gesetzesänderung zu entschlüsseln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine verkürzte Diskursanalyse nach Ruth Wodak, ergänzt durch poststrukturalistische Ansätze und Elemente des symbolischen Interaktionismus, um Aussagen und Machtpositionen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Argumentationsketten und Positionen dreier Akteure: der russischen Regierung bzw. des Parlaments, der Russisch-Orthodoxen Kirche sowie von Menschenrechtsorganisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem häusliche Gewalt, Diskursanalyse, Familienpolitik, patriarchale Machtstrukturen und traditionelle Werte.

Wie begründet Jelena Misulina die Gesetzesänderung?

Sie führt unter anderem verfassungsrechtliche Motive wie den Grundsatz der Gleichbehandlung an und argumentiert, dass ein Gefängnisaufenthalt aufgrund eines "simplen Klapses" dem Familienklima schaden würde.

Welche Rolle nimmt die Russisch-Orthodoxe Kirche in diesem Diskurs ein?

Die Kirche positioniert sich ambivalent: Einerseits betrachtet sie Gewalt als "von Gott gegebene" Disziplinierungsmethode, andererseits sieht sie die Gesetzesänderung kritisch, da sie eine Einmischung des Staates in familiäre Angelegenheiten fürchtet.

Warum ist die Arbeit für die russische Zivilgesellschaft relevant?

Die Arbeit zeigt auf, wie der Entzug von Ressourcen und die Stigmatisierung von Organisationen als "ausländische Agenten" die öffentliche Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt als zivilgesellschaftliche Problematik massiv erschwert.

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Detalles

Título
Häusliche Gewalt in Familien. Eine Diskursanalyse am Beispiel russischer Familienpolitik
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Curso
Mikrosoziologie
Calificación
1,0
Autor
Antonia Skiba (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
20
No. de catálogo
V1176194
ISBN (PDF)
9783346597311
ISBN (Libro)
9783346597328
Idioma
Alemán
Etiqueta
häusliche gewalt familien eine diskursanalyse beispiel familienpolitik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Antonia Skiba (Autor), 2019, Häusliche Gewalt in Familien. Eine Diskursanalyse am Beispiel russischer Familienpolitik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1176194
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Extracto de  20  Páginas
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