Das römische Augsburg


Hausarbeit, 2008

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
a) Die Region in vorrömischer Zeit
b) Die römische Eroberung des Alpenvorraumes

2. Die Region während der römischen Herrschaft
a) Das Militärlager Augsburg – Oberhausen
b) Die Entwicklung der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum
c) Das Leben im römischen Augsburg

3. Die Region und Siedlungskontinuität nach den Römern

4. Ausblick

Bibliographie

1. Einleitung

Im Jahr 1985 feierte die Stadt Augsburg ihr 2000-jähriges Bestehen und blickte dabei auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. In dieser Arbeit möchte ich einen kleinen Ausschnitt dieser Geschichte etwas genauer beleuchten, genau genommen die Gründung der Stadt durch die Römer, ihr Aufstieg zur Hauptstadt Raetiens und das zivile Leben in der Provinz. Zunächst jedoch ist es mir ein Anliegen, dieses Thema nicht herausgelöst aus den vorgehenden Ereignissen zu sehen, weshalb ich ein Kapitel der vorrömischen Zeit in Süddeutschland und den Eroberungszügen der Römer widme. Daraufhin beschäftigt sich die Arbeit zunächst mit dem Militärlager Augsburg – Oberhausen, das als Vorgängersiedlung des eigentlichen Augsburgs gesehen werden kann um dann schließlich auf die Stadt und ihre Entwicklung einzugehen. Des Weiteren wird untersucht inwiefern die Stadt nach Ende der römischen Herrschaft bis ins Mittelalter weiter genutzt, bzw. nicht genutzt wurde. Zuletzt möchte ich noch einen kurzen Ausblick auf aktuell in der Stadt laufende Grabungen geben.

a) Die Region in vorrömischer Zeit

Sowohl bei Hekataios von Milet um 500 v. Chr., als auch bei Herodot circa ein halbes Jahrhundert später findet man erste Erwähnungen der Landstriche nördlich der Alpen. Allerdings beschränken sich diese Aussagen auf vage Vermutungen und Gerüchte und sind daher als konkrete zeitgenössische Informationen unbrauchbar. Ähnlich verhält es sich mit der schriftlichen Überlieferung der Kelten und Germanen selbst. Sie sind schlicht nicht vorhanden. Daher beschränken sich alle tatsächlichen Auskünfte über das Leben und die Kultur im vorrömischen Süddeutschland auf archäologische Funde.

So finden sich beispielsweise Spuren der vom 5. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. bestehenden, keltisch geprägten La-Tène-Zeit. Diese Kulturperiode zeichnet sich unter anderem durch Städte von bereits beträchtlicher Größe aus, die noch heute, nach Caesar, „oppida“ genannt werden[1].

Das größte bisher bekannte Oppidum befand sich in nur circa 80 Kilometer Entfernung zur Region des späteren Augsburgs. In Manching, in der Nähe von Ingolstadt, entdeckte man eine Stadt, die auf etwa 380 Hektar besiedelt war und eine Bevölkerung von geschätzten 5.000 bis 10.000 Menschen beheimatete. Weitere Funde deuten außerdem auf einen ausgeprägten Fernhandel hin, der Mensch und Ware bis nach Mittelitalien und eventuell noch weiter führte[2]. Doch bereits vor dem 1. Jahrhundert v. Chr. zeichnete sich der Niedergang dieser Kulturperiode ab. Zunehmende Wanderungen und Gebietsnahmen verschiedener Völker sorgten für Unruhe und führten schließlich zu einem allmählichen Verschwinden der Oppida im süddeutschen Raum, so dass beim Eintreffen der Römer um 15 v. Chr. schwerlich von einer existierenden keltischen beziehungsweise germanischen Kultur gesprochen werden kann.

Diese und andere Funde verdeutlichen trotzdem eine gewisse kulturelle Entwicklungsstufe, die die Menschen der La-Tène-Zeit in einem anderen Licht erscheinen lässt, als man bei manchen griechischen oder römischen Geschichtsschreibern vermuten würde[3].

Für die Region um das spätere Augsburg ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Natürlich besteht die Möglichkeit, dass das Oppidum in Manching seinen kulturellen und wirtschaftlichen Einfluss bis in das Gebiet um Lech und Wertach ausgedehnt hat. Belege gibt es dafür allerdings nicht. Auffallend viele Funde sind für die Bronze- und die Hallstattzeit belegt, während für die spätere La-Tène-Zeit wenig bis keine Siedlungsspuren gefunden wurden. Tatsächlich bestand aus einer keltischen Vorbesiedlung der Gegend heraus kein Grund dort ein römisches Lager zu errichten[4].

b) Die römische Eroberung des Alpenvorraumes

„You have made from distinct and separate nations a single fatherland (…) You made a city of what was once a world.“[5] Diese Worte beschreiben sehr schön das Selbstverständnis Roms als Schaffer von Frieden und Ordnung in einer ansonsten chaotischen Welt. Die Beziehungen der Römer mit den nördlichen Nachbarn beschränkte sich lange Zeit hauptsächlich auf friedlichen Handel, wie am Beispiel von Manching deutlich wurde. Allerdings befanden sich im Voralpenraum beim Eintreffen der Römer nur noch wenige keltische Siedlungen, die nicht mehr mit den großen oppida der vorhergehenden Jahrhunderte zu vergleichen sind.

Römische Quellen[6] sprechen im nördlichen Alpenraum- bzw. Voralpenraum von zwei großen Volksgruppen, den Raetern und den Vindelikern. Beide sind allerdings archäologisch schwer voneinander abzugrenzen und es ist fraglich inwiefern es sich hier tatsächlich um verschiedene Völker handelt.

Es gilt als gesichert, dass die römischen Feldzüge mit dem Ziel den Alpenvorraum zu erobern erst 15 v. Chr. beginnen. Hier stellt sich allerdings die Frage, warum nicht schon viel früher, zum Beispiel unter Caesar, die Gebiete zwischen Italien und Gallien und nördlich der Alpen annektiert worden waren. Auf jeden Fall unterscheidet sich die Germanienpolitik Augustus’ deutlich von der seiner Vorgänger. Nach der Niederlage, die Lollius 17 v. Chr. am Rhein hinnehmen musste, scheint es eine Neuorientierung der römischen Politik gegeben zu haben mit dem Ziel die seit Caesar eher provisorische Herrschaft des römischen Reiches in Gallien und entlang der Rheingrenze zu festigen[7].

Die ab 15 v. Chr. folgenden Feldzüge der Stiefsöhne des Augustus’, Drusus und Tiberius, geben allerdings noch heute Rätsel auf. So liegen die eigentliche Motivation und das angestrebte Ziel dieser Expeditionen eher im Dunkeln. Sicher ist aber auf jeden Fall, dass es sich um Raum gewinnende Operationen handelte, die nach wenigen Jahren fünf neue Provinzen dem Reich hinzufügten. Dennoch handelte es sich beispielsweise bei der Nordgrenze der Provinz Raetien lange Zeit eher um eine Okkupationslinie als um eine tatsächliche, klare Grenze. Erst ab etwa 150 n. Chr. findet sich hier mit dem Limes eine Linie, die eine deutliche Abgrenzung des römischen Reiches zur Germania Magna im Norden darstellt.

Im Zuge dieser Feldzüge wurde großen Wert darauf gelegt die eroberten Gebiete zu erschließen. Schon unter Augustus wurden verschiedene Strassen angelegt um schnelle Truppenverlagerungen und Nachschub zu gewährleisten.

Erwähnenswert ist hier vor allem die Via Augusta, die unter ihrem späteren Namen Via Claudia vom Po bis zur Donau reichen sollte und Augsburg eine wichtige Verbindungsstrasse in den Süden sicherstellte[8].

[...]


[1] Vgl. Czysz et alt., S.13f.

[2] Vgl. Czysz et alt., S.15.

[3] Vgl. Wolters, S.14f.

[4] Vgl. Gottlieb, S.10.

[5] Rutilius Namatianus (417 n. Chr.), zitiert nach Ando, S.48.

[6] Vgl. Czysz et alt, S.18.

[7] Vgl. Wolters, S.27.

[8] Vgl. Czysz et alt., S.18f.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das römische Augsburg
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V117637
ISBN (eBook)
9783640200337
ISBN (Buch)
9783640206001
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Augsburg
Arbeit zitieren
Franziska Neurieder (Autor), 2008, Das römische Augsburg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117637

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