Im Jahr 1985 feierte die Stadt Augsburg ihr 2000-jähriges Bestehen und blickte dabei auf eine ereignisreiche Geschichte zurück. In dieser Arbeit möchte ich einen kleinen Ausschnitt dieser Geschichte etwas genauer beleuchten, genau genommen die Gründung der Stadt durch die Römer, ihr Aufstieg zur Hauptstadt Raetiens und das zivile Leben in der Provinz. Zunächst jedoch ist es mir ein Anliegen, dieses Thema nicht herausgelöst aus den vorgehenden Ereignissen zu sehen, weshalb ich ein Kapitel der vorrömischen Zeit in Süddeutschland und den Eroberungszügen der Römer widme. Daraufhin beschäftigt sich die Arbeit zunächst mit dem Militärlager Augsburg – Oberhausen, das als Vorgängersiedlung des eigentlichen Augsburgs gesehen werden kann um dann schließlich auf die Stadt und ihre Entwicklung einzugehen. Des Weiteren wird untersucht inwiefern die Stadt nach Ende der römischen Herrschaft bis ins Mittelalter weiter genutzt, bzw. nicht genutzt wurde. Zuletzt möchte ich noch einen kurzen Ausblick auf aktuell in der Stadt laufende Grabungen geben.
Gliederung
1. Einleitung
a) Die Region in vorrömischer Zeit
b) Die römische Eroberung des Alpenvorraumes
2. Die Region während der römischen Herrschaft
a) Das Militärlager Augsburg – Oberhausen
b) Die Entwicklung der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum
c) Das Leben im römischen Augsburg
3. Die Region und Siedlungskontinuität nach den Römern
4. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung Augsburgs von der römischen Stadtgründung über den Aufstieg zur Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum bis hin zur Siedlungskontinuität nach dem Ende der römischen Herrschaft, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem zivilen Leben und archäologischen Funden liegt.
- Vorrömische Grundlagen und römische Eroberung des Alpenvorraums
- Die Rolle des Militärlagers Augsburg – Oberhausen als Vorgängersiedlung
- Entwicklung und städtebauliche Struktur von Augusta Vindelicum
- Wirtschaft, Handel, Handwerk und Kunst im römischen Augsburg
- Siedlungskontinuität und Bedeutung der frühchristlichen Gemeinde
Auszug aus dem Buch
c) Das Leben im römischen Augsburg
Selbstverständlich ist es mit Schwierigkeiten verbunden ein Bild von dem Leben in einer römischen Provinzstadt nach zu zeichnen. Die wenigen Funde, die man untersuchen kann, führen oft zu lückenhaften oder schlicht falschen Schlüssen. Daher werden oft Vergleiche zu anderen Städten aus der gleichen Region gezogen um darauf das fragmentarische Bild in Ansätzen zu ergänzen.
Für Augsburg selbst lassen sich besonders über die Bereiche Handel, Handwerk, Religion und Kunst einige fundierte Aussagen treffen. Vor allem auch deshalb, weil sich diese Bereiche oft überschneiden und bedingen. So liefert beispielsweise die Nachfrage nach religiösen Darstellungen einen Absatzmarkt sowohl für Handwerker, wie zum Beispiel Schmiede und Steinmetze, als auch für Künstler, wie zum Beispiel Maler. Gleichzeitig lassen sich Handwerk und Kunst manchmal nur schwer voneinander trennen.
Man kann davon ausgehen, dass Augsburg auf Grund seiner Lage und seines Status ein Zentrum des Handels im Alpenvorland war. So finden sich neben einer Art Dachverband für Händler auch Handelsgüter, die bis in den Norden Afrikas zurückverfolgt werden können. Daneben stößt man auch immer wieder auf Gräber reicher Händel, wie zum Beispiel einem Schweinefleisch- und einen Textilienhändler. Gerade letzterer ist interessant, da man auf seinem gut erhaltenen Grab deutlich Szenen aus dem Textilhandel erkennen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert den historischen Kontext von Augsburgs Gründung durch die Römer und den Aufbau der Arbeit, inklusive der vorrömischen Zeit und zukünftiger Grabungen.
2. Die Region während der römischen Herrschaft: Dieses Kapitel analysiert das Militärlager Oberhausen, die städtische Entwicklung zur Provinzhauptstadt und das tägliche Leben in den Bereichen Wirtschaft, Kunst und Religion.
3. Die Region und Siedlungskontinuität nach den Römern: Hier wird der Zerfall der römischen Verwaltung im 5. Jahrhundert thematisiert und nachgewiesen, wie die frühchristliche Gemeinde die Siedlungskontinuität über den Rückzug der römischen Strukturen hinaus sicherte.
4. Ausblick: Der Ausblick erörtert die Herausforderungen archäologischer Forschung in einer modern überbauten Stadt und betont die Notwendigkeit fortlaufender Interpretationsarbeit bei fragmentarischen Funden.
Schlüsselwörter
Augsburg, Augusta Vindelicum, Raetien, Römer, Militärlager, Siedlungskontinuität, Provinzhauptstadt, Archäologie, Handel, Handwerk, Wandmalerei, Romanisierung, Kaiser Hadrian, Aelia Augusta, Spätantike
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Geschichte der Stadt Augsburg während der römischen Epoche, beginnend bei den vorrömischen Verhältnissen bis hin zur Siedlungskontinuität in der Spätantike.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der militärischen Vorgeschichte, der urbanen Entwicklung zur Hauptstadt Raetiens sowie dem sozioökonomischen Leben der Stadtbewohner.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Ziel ist es, einen fundierten Einblick in die römische Stadtgründung und das zivile Leben zu geben, indem archäologische Befunde und historische Rahmenbedingungen verknüpft werden.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer archäologischen und historischen Analyse, die verfügbare Grabungsberichte und wissenschaftliche Literatur auswertet, um fragmentarische Funde historisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die militärische Phase des Lagers Oberhausen, die zivile Stadtwerdung von Augusta Vindelicum sowie die Analyse von Handel, Kunst und Religion.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Schlagworte sind Augusta Vindelicum, Siedlungskontinuität, Romanisierung, Raetien und die spezifische Bedeutung archäologischer Funde für die historische Rekonstruktion.
Warum war das Militärlager Augsburg-Oberhausen für die Stadtentwicklung so bedeutend?
Es bildete die militärische Basis in der Region, deren frühe Infrastruktur und spätere Aufgabe den Grundstein für die zivile Siedlung auf der Anhöhe zwischen Lech und Wertach legten.
Welche Rolle spielte der christliche Märtyrerkult für die Kontinuität nach den Römern?
Die Verehrung der Märtyrerin Afra an der Via Claudia förderte die kontinuierliche Belegung des Friedhofs und unterstützte so den Erhalt der Siedlung auch nach dem Zusammenbruch der offiziellen römischen Verwaltung.
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- Franziska Neurieder (Author), 2008, Das römische Augsburg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117637