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‚Feldzug für die Demokratie und Freiheit’ - Gibt es eine Chance für eine Demokratisierung im Irak?

Title: ‚Feldzug für die Demokratie und Freiheit’ - Gibt es eine Chance für eine Demokratisierung im Irak?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katja Born (Author)

Politics - Topic: Peace and Conflict, Security
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Der massiv umstrittene Militäreinsatz 2003 unter Führung der USA und Großbritanniens befreite den Irak von dem Regime Saddam Husseins und stellte das Land somit an einen Neuanfang. Dieser war zunächst von dem Versuch geprägt, die Kontrolle über den Sicherheitsapparat, sowie über die wirtschaftlichen Ressourcen und über eine Verfassungsgebung zu behalten. Politisch gesehen hinterlässt der Krieg eine komplizierte Bilanz: Ein Diktator wurde gestürzt und sein durch Folter und Misshandlung gekennzeichnetes Regime zerstört. Jedoch entwickelte sich nach diesem schnellen militärischen Krieg ein Machtvakuum heraus. Noch bevor die Besatzungsmacht eine funktionierende Nachkriegsordnung herstellen konnte, erheben sich unterschiedliche irakische Gruppierungen, um dieses Vakuum auszufüllen.

Der Beauftragte für ‚Innere Führung’ vom Bundesverband Sicherheitspolitik an Hochschulen Alexander E. Streithparth bringt es schließlich auf den Punkt: „More than a year after the last Gulf War, in March 2003, the situation in Iraq is far from stable and there is no telling how the future of the country will develop.“
Nachdem nun noch immer im Irak bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, stellt sich schnell die Frage, ob denn das Projekt einer ‚externen Demokratisierung’ auf einen Staat wie den Irak angewendet werden kann? Ist es bei der Betrachtung der Geschichte des Iraks überhaupt möglich, von einer Regierung eines föderativen Staates zu sprechen? Welchen Weg müsste eine zukünftige irakische Regierung einschlagen, um die Probleme des Landes zu lösen?
Bevor diese Fragen beantwortet werden können, muss man sich zunächst einmal der jüngeren Geschichte des Iraks widmen und sich darüber Gedanken machen, was den Irak zu dem gemacht hat, was er heute ist.

Ziel dieser Hausarbeit soll es sein die aufgeworfenen Fragen kritisch zu betrachten und eventuelle Lösungsansätze zu finden. Es gilt zu ergründen, ob es überhaupt möglich ist, die vielschichtigen Probleme zu lösen und die Herausforderungen, denen sich das Land stellen muss, anzunehmen und zu bewältigen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was hat den Irak zu dem gemacht, was er heute ist? – Kurzer historischer Abriss des Landes

2.1 Monarchie – Republik - Diktatur

2.2 Kultureller Flickenteppich – Sunniten - Schiiten - Kurden

3 Die Auswirkungen des Irak-Krieges

3.1 Die Stunde Null im Irak

3.2 Der Irak nach dem Dritten Golfkrieg - Krieg nach dem Krieg?

3.3 Herausforderungen nach dem Krieg

4 Nachkriegsordnung als Basis für die Demokratie – Fehlstart für die Freiheit?

4.1 Übergangsverfassung als Vorraussetzung für einen demokratischen Irak

4.2 Wohin geht der Weg? – Zielvorstellungen für einen Neuanfang

5 Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die historische Entwicklung des Irak sowie die Auswirkungen des Irak-Krieges von 2003 unter Berücksichtigung der komplexen ethnischen und religiösen Spannungsfelder. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, ob eine externe Demokratisierung in einem politisch zersplitterten Land möglich ist und welche Herausforderungen die Etablierung einer funktionierenden Nachkriegsordnung mit sich bringt.

  • Historische Genese des modernen Irak (Monarchie, Republik, Diktatur)
  • Konfessionelle Konfliktlinien zwischen Sunniten, Schiiten und Kurden
  • Militärische und politische Folgen des Irak-Krieges (Machtvakuum, Widerstand)
  • Herausforderungen des "Demokratie-Exports" durch westliche Besatzungsmächte
  • Legitimität und Stabilität von Übergangsregierungen im Transformationsprozess

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Stunde Null im Irak

„Der Diktator Saddam Hussein wollte den Krieg in die Länge ziehen, und der Präsident George W. Bush wollte ihn so schnell wie möglich zu Ende bringen. Beide aus demselben Grund: Demokratisch kontrollierte Regierungen geraten desto mehr unter Druck, je länger ein Krieg dauert.“

Militärisch war der Krieg im Irak entschieden als die US-Streitkräfte am 9. April 2003 die Hauptstadt Bagdad einnahmen und Präsident George W. Bush am 1. Mai 2003 die Kampfhandlungen im Irak weitgehend für beendet erklärte. Er verlief angesichts der massiven Übermacht der Amerikaner zugunsten der Angreifer und wurde ein Blitzkrieg. Der Moment der Beendigung der Kampfhandlungen stellte den Irak nicht nur vor eine neue wirtschaftliche Herausforderung. Auch die Entwicklung einer neuen gesellschaftlichen Struktur war maßgebend für die Folgezeit. Die gesamte Infrastruktur des Landes war im höchsten Grad geschwächt und musste neu aufgebaut werden. „Although Iraq had a tradition of liberal thought, which thrived in exile among a network of Iraqs who had advocated and strategized passionately for a free country, the nation was coming out of a long period of brutal dictatorship. Iraq’s economy and society had been devastated by fourty-five years of authoritarian rule and, in particular, by the last twenty-four years of murder, plunder, and terror under Saddam Hussein.“

Ernüchtert und desillusioniert traten die meisten Bürger der Stadt Bagdad den ausländischen Truppen entgegen. Sie mussten mit ansehen, wie die Soldaten „planlos in der Gegend patrouillieren.“ Diese Tatsache macht vor allem Platz für neue Strukturen, die schnell durch die Bildung von Komitees und Bürgerwehren durch die Gegner des alten Regimes Ausdruck fanden. So wurde deutlich, dass es zunächst den US-Besatzern nicht gelungen ist, neue Verhältnisse zu schaffen, die von der Bevölkerung akzeptiert wurden. Es herrschte eine Atmosphäre, „in der die Alliierten nicht als Helfer beim Neuaufbau, sondern als mächtige Eindringlinge und Störenfriede gesehen werden – eine Situation, die bald in einem bewaffneten Widerstand gegen sie mündet.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die globale sicherheitspolitische Lage nach dem 11. September 2001 dar und führt in die Problematik des Irak-Konflikts als Herausforderung für die US-Hegemonie ein.

2 Was hat den Irak zu dem gemacht, was er heute ist? – Kurzer historischer Abriss des Landes: Dieses Kapitel beleuchtet die Entstehung des irakischen Staatsgebiets aus osmanischen Provinzen und analysiert den Wandel von der Monarchie über die Republik zur Diktatur Saddam Husseins.

3 Die Auswirkungen des Irak-Krieges: Hier werden die unmittelbaren Folgen des Militäreinsatzes 2003 beschrieben, insbesondere das entstehende Machtvakuum und die Schwierigkeiten bei der Etablierung einer neuen Ordnung.

4 Nachkriegsordnung als Basis für die Demokratie – Fehlstart für die Freiheit?: In diesem Teil wird die Rolle der Übergangsverwaltung (CPA) und der Versuch einer externen Demokratisierung mittels einer Übergangsverfassung kritisch hinterfragt.

5 Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Problematik der gewaltsamen Demokratieförderung zusammen und betont die Gefahr eines globalen Machtvakuums sowie die Notwendigkeit einer internen politischen Legitimation.

Schlüsselwörter

Irak, Irak-Krieg, Demokratisierung, USA, Saddam Hussein, Nachkriegsordnung, Sunniten, Schiiten, Kurden, Besatzungsmacht, Staatsbildung, Naher Osten, Transformation, Politische Stabilität, Konfliktforschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die politische Situation im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins im Jahr 2003 und untersucht die Schwierigkeiten einer extern gesteuerten Demokratisierung in einem historisch und ethnisch zersplitterten Land.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die koloniale Entstehungsgeschichte des Iraks, der Einfluss der verschiedenen ethnisch-religiösen Gruppen (Sunniten, Schiiten, Kurden) sowie die Rolle der USA als Besatzungsmacht und Initiator des Demokratisierungsprozesses.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, kritisch zu ergründen, ob das Projekt einer externen Demokratisierung auf einen Staat wie den Irak angewendet werden kann und welche Faktoren für das Scheitern oder Gelingen einer stabilen Nachkriegsordnung entscheidend sind.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und analytischen Aufarbeitung historischer Fakten sowie der kritischen Auswertung von sicherheitspolitischen Analysen und politischen Dokumenten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, die Analyse der Auswirkungen des Krieges und die Untersuchung der Bemühungen um eine neue Nachkriegsordnung und Verfassungsgebung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Irak, Demokratisierung, Konfliktforschung, Machtvakuum, ethnisch-religiöse Spannungen und US-Interventionspolitik sind die zentralen Begriffe.

Warum war die Auflösung der irakischen Armee durch Paul Bremer so fatal?

Die Auflösung entzog dem Staat die Sicherheitskräfte und schuf eine große Anzahl an arbeitslosen, perspektivlosen Soldaten, die maßgeblich zum Anstieg der Unruhen und zur Bildung eines organisierten Widerstands beitrugen.

Wie bewertet der Text die Rolle der "Koalition der Willigen"?

Der Text zeigt auf, dass der Kriegseintritt zu einer heiklen Position führte: Während die USA einerseits Stabilität und Demokratie propagierten, wurden sie von Teilen der irakischen Bevölkerung zunehmend als fremde Eindringlinge wahrgenommen, was die Widerstandskräfte im Land aktivierte.

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Details

Title
‚Feldzug für die Demokratie und Freiheit’ - Gibt es eine Chance für eine Demokratisierung im Irak?
College
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Course
Internationale Krisendiplomatie - Aktuelle Fallbeispiele
Grade
1,3
Author
Katja Born (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V117736
ISBN (eBook)
9783640200887
ISBN (Book)
9783640206346
Language
German
Tags
Demokratie Freiheit’ Gibt Chance Demokratisierung Irak Internationale Krisendiplomatie Aktuelle Fallbeispiele
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Born (Author), 2008, ‚Feldzug für die Demokratie und Freiheit’ - Gibt es eine Chance für eine Demokratisierung im Irak?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117736
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