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Theaterübersetzung im Vergleich

"La Casa de Bernarda Alba" von Federico García Lorca

Title: Theaterübersetzung im Vergleich

Seminar Paper , 2008 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Jasmin Deufel (Author)

Interpreting / Translating
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Federico García Lorca und Heinrich Enrique Beck.
Nur in wenigen Fällen ist der Name des Übersetzers so sehr mit einem einzigen Autoren in Verbindung zu bringen. Was aber, wenn diese eine Stimme im Verdacht steht, ein verzerrtes Bild des Autoren mit ihren Übersetzungen zu hinterlassen. Wie genau muss der Übersetzer das wider geben, was im Original vermittelt wird und wann ist ein Stück auch bühnentauglich? Ein Vergleich der Beckschen Übersetzung von Lorcas La casa de Bernarda Alba mit der Neuübersetzung von Hans Magnus Enzensberger soll Aufschluss über die Stärken und Schwächen jener beiden Arbeiten geben. Welche Aspekte sollte ein Übersetzer im Hinterkopf behalten, wenn es um die Übertragung von Theaterstücken in eine andere Sprache geht? Hierzu werde ich auf ein Schema von Katharina Reiß eingehen, die sich mit jener Thematik auseinander gesetzt hat.
Für den Übersetzungsvergleich selbst begann ich mit der parallelen Lektüre des Originals von Federico García Lorca und dessen beiden deutschen Übersetzungen von Beck und Enzensberger. Die besonders voneinander abweichenden Passagen wurden zunächst auf die vorliegenden Übersetzungsprobleme anhand der bekannten Übersetzungstheorien von Christiane Nord und Silvia Gamero Pérez untersucht. Daraufhin folgte eine genauere Analyse der beiden Übersetzungsvorschläge und soweit es erforderlich war wurde ein alternativer Lösungsansatz gesucht.
Zuvor werde ich aber eine kurzen Überblick über La casa de Bernarda Alba geben, um später ein besseres Verständnis für die zitierten Textbeispiele zu ermöglichen. Anschließend folgen Hintergründe über den viel diskutierten Enrique Beck und die Vorwürfe dessen Kritiker, zu denen auch H. M. Enzensberger selbst zu zählen ist. Vor dem praktischen Übersetzungsvergleich werde ich noch die Herangehensweise von Katharina Reiß in Bezug auf Theaterübersetzungen erläutern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. La casa de Bernarda Alba – Resümee des Werkes

3. Heinrich Enrique Beck

3.1. Relation zu Federico García Lorca

3.2. Kritik an Becks Übersetzungen

4. Hans Magnus Enzensberger

5. Herangehensweise an Theaterübersetzungen gemäß dem Schema der „Übersetzungsorientierten Texttypologie“ von Katharina Reiß

6. Übersetzungsvergleich zwischen E. Beck und H. M. Enzensberger

6.1. Textbeispiel I: die Magd La Poncia im Gespräch mit einer weiteren Magd

6.2. Textbeispiel II: Bernardas Magd zu sich über den Tod von Bernarda Albas Ehemann

6.3. Textbeispiel III: Litanei über den verstorbenen Ehemann

6.4. Textbeispiel IV: Gespräch über Gerüchte um Pepe el Romanos Verlobung mit Angustias

6.5. Textbeispiel V: Streitgespräch zwischen der Magd und Adela

6.6. Textbeispiel VI: Angustias und Bernarda über einen Zwist mit Martirio

7. Schlussbemerkung

8. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Übersetzungsansätze von Heinrich Enrique Beck und Hans Magnus Enzensberger für das Theaterstück "La casa de Bernarda Alba" von Federico García Lorca. Ziel ist es, anhand der von Katharina Reiß entwickelten "übersetzungsorientierten Texttypologie" aufzuzeigen, wie verschiedene Übersetzungsstrategien das deutsche Verständnis des Originalwerks und dessen Bühnentauglichkeit beeinflussen.

  • Vergleich der Übersetzungen von Heinrich Enrique Beck und Hans Magnus Enzensberger
  • Anwendung der übersetzungsorientierten Texttypologie nach Katharina Reiß
  • Analyse der Bühnentauglichkeit und Sprechbarkeit in verschiedenen Textbeispielen
  • Kritische Betrachtung der Wiedergabe von Originalton, Metaphern und kulturellen Kontexten
  • Diskussion über die Rolle des Übersetzers als Interpret und Gestalter

Auszug aus dem Buch

6.1. Textbeispiel I: die Magd La Poncia im Gespräch mit einer weiteren Magd

Original Lorcas (2004: 8): LA PONCIA. [...]; días enteros mirando por la rendija para espiar a los vecinos y llevarle el cuento; [...]

Übersetzung E. Beck (1986: 390): LA PONCIA: [...]; ganze Tage durch den Spalt lugend, um die Leute auszuspionieren und es ihr zuzutragen; [...]

Übersetzung H. M. Enzensberger (2001: 6): LA PONCIA. […]; den ganzen Tag lang schaue ich durchs Guckloch und spioniere den Leuten nach, damit sie weiß, was im Dorf passiert. [...]

Übersetzungsproblem Nach Christiane Nord liegt mit dem Gerundium „mirando“ ein konventionsbedingtes Übersetzungsproblem im Bereich der allgemeinen Stilkonventionen vor. (Nord, 2002: 65).

Übersetzungsanalyse Im Gegensatz zum Spanischen wird das Gerundium im deutschen Sprachgebrauch äußerst selten verwendet. Beck hält sich sehr stark an die spanische Grammatik des Originals und verfehlt somit das gleiche deutsche Sprachniveau. Dass La Poncia, Bernardas Magd, das Gerundium also in einem Gespräch mit einer anderen Magd gebraucht, hinterlässt beim deutschen Leser eine recht unnatürliche Wirkung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Forschungsfrage vor und erläutert die Methodik des Vergleichs zwischen den Übersetzungen von Beck und Enzensberger auf Basis von Übersetzungstheorien.

2. La casa de Bernarda Alba – Resümee des Werkes: Dieses Kapitel fasst die Handlung und die zentralen Konflikte der bäuerlichen Tragödie von Federico García Lorca zusammen.

3. Heinrich Enrique Beck: Hier werden die biographische Verbindung Becks zu Lorca sowie die spezifische Kritik an seinem barocken Übersetzungsstil thematisiert.

4. Hans Magnus Enzensberger: Das Kapitel beleuchtet den Hintergrund der Neuübersetzung durch Enzensberger, der ein originalgetreueres Bild Lorcas anstrebte.

5. Herangehensweise an Theaterübersetzungen gemäß dem Schema der „Übersetzungsorientierten Texttypologie“ von Katharina Reiß: Es wird die theoretische Grundlage der Arbeit eingeführt, um Theaterübersetzungen mittels der Reiß'schen Texttypologie zu bewerten.

6. Übersetzungsvergleich zwischen E. Beck und H. M. Enzensberger: Dies ist der Hauptteil, der anhand von sechs konkreten Textbeispielen die Übersetzungsstrategien beider Autoren analysiert und bewertet.

7. Schlussbemerkung: Ein Fazit, das betont, dass es keine perfekte Übersetzung gibt und die Qualität maßgeblich von der individuellen Entscheidung des Übersetzers abhängt.

8. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie der genutzten Internetressourcen.

Schlüsselwörter

Theaterübersetzung, Federico García Lorca, La casa de Bernarda Alba, Heinrich Enrique Beck, Hans Magnus Enzensberger, Katharina Reiß, Texttypologie, Übersetzungsvergleich, Dramenübersetzung, Äquivalenz, Sprechbarkeit, Literaturwissenschaft, spanische Literatur, kulturelle Adaption, Übersetzungstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht zwei unterschiedliche deutsche Übersetzungen des Theaterstücks "La casa de Bernarda Alba" von Federico García Lorca durch die Übersetzer Heinrich Enrique Beck und Hans Magnus Enzensberger.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Theaterübersetzung, der Einfluss von Sprachstilen auf die Bühnentauglichkeit sowie der kulturelle Transfer zwischen Spanisch und Deutsch.

Welches Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse aufzuzeigen, wie sich verschiedene Übersetzungsentscheidungen auf die Wirkung und Authentizität des Originaltextes auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin nutzt die "übersetzungsorientierte Texttypologie" von Katharina Reiß als analytischen Rahmen sowie bekannte Übersetzungstheorien von Christiane Nord und Silvia Gamero Pérez.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sechs spezifische Textbeispiele aus dem Drama herangezogen, um konkrete Übersetzungsprobleme (z.B. Grammatik, Idiomatik, kulturelle Begriffe) zu identifizieren und zu diskutieren.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Theaterübersetzung, Äquivalenz, Sprechbarkeit, dramaturgische Umsetzung und literarische Rezeption geprägt.

Warum wird die Übersetzung von Enrique Beck kritisiert?

Kritisiert wird insbesondere Becks Tendenz zu einem zu "barocken" Stil, der den eigentlich schlichten, dokumentarischen Charakter von Lorcas Werk verfälscht und auf der Bühne unnatürlich wirken kann.

Was unterscheidet Enzensbergers Ansatz von dem Becks?

Enzensberger verfolgt einen freieren, idiomatischen Ansatz, der darauf abzielt, die Sprechbarkeit auf der Bühne zu erhöhen und das Werk von Klischees zu befreien.

Wie geht die Arbeit mit religiösen oder mythischen Elementen um?

Am Beispiel einer Litanei wird analysiert, wie Beck kulturelle Referenzen neutralisiert, während Enzensberger versucht, diese durch authentische, dem deutschen Publikum vertraute religiöse Formeln zu ersetzen.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der "perfekten" Übersetzung?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass es keine perfekte Lösung gibt und das letzte Wort beim Übersetzer liegt, der seine Kompetenzen in der Fremd- und Muttersprache abwägen muss.

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Details

Title
Theaterübersetzung im Vergleich
Subtitle
"La Casa de Bernarda Alba" von Federico García Lorca
College
University of Passau  (Philosophische Fakultät)
Course
Kultur und Übersetzung
Grade
1,7
Author
Jasmin Deufel (Author)
Publication Year
2008
Pages
18
Catalog Number
V117809
ISBN (eBook)
9783640201297
ISBN (Book)
9783640208340
Language
German
Tags
Theaterübersetzung Vergleich Kultur Übersetzung Lorca La casa de Bernarda Alba Federico García Lorca
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jasmin Deufel (Author), 2008, Theaterübersetzung im Vergleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117809
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