Die Logistik hat sich in vielen Branchen zu einem kritischen Erfolgsfaktor entwickelt,
der mit einer Komplexitätssteigerung der Logistiksysteme einhergeht. Die Globalisierung
der Logistiknetzwerke und die Optimierung von unternehmensübergreifenden
Supply Chains sind mitunter Gründe für die Entwicklung. Parallel wachsen Märkte und
dadurch die Anpassgeschwindigkeit, mit der sich die Logistiksysteme auf neue Wettbewerbssituationen
einstellen müssen. Unter diesen Gesichtspunkten ist ein Logistik-
Controlling als Instrument der strategischen Unternehmensentwicklung und der zielorientierten
Steuerung eines Logistiksystems unverzichtbar. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick über das Logistik-Controlling vor dem Hintergrund
der logistischen Zielsetzungen verschaffen. Hierbei wird insbesondere auf die
Distributionslogistik eingegangen und der Schwerpunkt auf das Instrument der Kennzahlenbildung
fokussiert. Andere Instrumente wie beispielsweise das in- und externe
Rechnungswesen oder die Investitionsrechnung werden im Rahmen dieser Arbeit nicht
diskutiert. Im zweiten Kapitel werden zunächst die Begriffe, die die vorliegende Arbeit betreffen,
definiert. Die Ziele und Aufgaben des Controllings, respektive die logistischen Zielsetzungen,
werden im dritten Kapitel erläutert. Dabei werden Kennzahlen aus der Distributionslogistik
vorgestellt, die in der betrieblichen Praxis gängig sind. Zum Abschluss des
Kapitels wird das Logistik-Controlling aus der Sicht der Supply Chain betrachtet. Ein
Beispiel für Logistik-Controlling wird im vierten Kapitel dargestellt. Hier wird das Logistik-
Controlling bei der Dr. Karl Thomae GmbH betrachtet und es wird auf die Erfolgsfaktoren,
die Kennzahlenbildung, aber auch die Grenzen des Logistik-Controllings
eingegangen. Abschließend erfolgen im fünften Kapitel eine Zusammenfassung und ein
Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2 Definition
2.1 Controlling
2.2 Distributionslogistik
3 Logistik-Controlling
3.1 Aufgaben und Ablauf
3.2 Logistische Zielsetzungen und deren Kennzahlen
3.2.1 Überblick der logistischen Zielsetzungen
3.2.2 Controlling des Lieferservicegrades
3.2.3 Controlling der Logistikkosten
3.2.4 Controlling der Lieferflexibilität
3.2.5 Controlling der Bestände und Durchlaufzeit
3.3 Controlling der Supply Chain
4 Kennzahlen der Distributionslogistik bei der Dr. K. Thomae GmbH
4.1 Das Unternehmen und Anwendungsgebiet
4.2 Erfolgsfaktoren
4.2.1 Erfolgfaktoren für die Verkaufsabwicklung
4.2.2 Erfolgfaktoren für die Distribution
4.3 Kennzahlen
4.3.1 Kennzahlen der Verkaufsabwicklung
4.3.2 Kennzahlen der Distribution
4.3.3 Grenzen der Kennzahlen
4.4 Gesamtbetrachtung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über das Logistik-Controlling im Kontext logistischer Zielsetzungen zu vermitteln, wobei der Fokus insbesondere auf der Distributionslogistik und dem Instrumentarium der Kennzahlenbildung liegt. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Steuerung logistischer Prozesse Rationalisierungspotenziale identifiziert und die Entscheidungsfähigkeit des Managements verbessert werden können.
- Grundlagen von Controlling und Distributionslogistik
- Aufgaben, Ablauf und logistische Zielsetzungen des Logistik-Controllings
- Detaillierte Analyse logistischer Kennzahlen (Lieferservicegrad, Kosten, Flexibilität)
- Supply Chain Controlling und unternehmensübergreifende Koordination
- Praxisbeispiel: Kennzahlen der Distributionslogistik bei der Dr. K. Thomae GmbH
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufgaben und Ablauf
Die generellen theoretischen Aufgaben des Logistik-Controllings als ein Subsystem der Führung werden in der Information, Planung, Kontrolle und Steuerung gesehen.
Dabei leitet der Controller nicht den Entscheidungsprozess, sondern er wird von ihm vorbereitet und begleitet. Der Controller darf nur das entscheiden, was in seinem Aufgabenbereich liegt und in anderen Bereichen nur in einem vorgegebenen Rahmen. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass aufgrund der gegebenen Übersichtlichkeit und Führungsstruktur der Planung und Kontrolle als Controlling-Aufgaben in kleineren Unternehmen tendenziell eine vergleichsweise geringe Bedeutung zukommt. Die Aufgaben gewinnen aber mit zunehmender Unternehmensgröße und Komplexität stetig an Bedeutung.
Der Ablauf des Controllings kann wie folgt konkretisiert werden. Der Controller ermittelt den Informationsbedarf, hilft bei der Informationsbeschaffung und unterstützt die Informationsverwendung. Er erstellt daraus ein für Führungskräfte relevantes, geordnetes Logistik-Informationssystem, das sämtliche Tatbestände, Merkmale und Ereignisse umfasst. Er schafft Grundlagen für die Logistikplanung, baut Planungssysteme und entwickelt Planungstechniken. Mit dem Einbau von Warnsignalen sind von ihm Schwachstellen aufzudecken und zu beseitigen. Bei Erkennen von Fehlentwicklungen sind Gegensteuerungen einzuleiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der wachsenden Bedeutung der Logistik und der Relevanz des Logistik-Controllings als strategisches Führungsinstrument sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise.
2 Definition: Theoretische Abgrenzung der Begriffe Controlling und Distributionslogistik unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Funktionen und Charakteristika.
3 Logistik-Controlling: Erläuterung der generellen Aufgaben und Abläufe im Logistik-Controlling sowie detaillierte Betrachtung logistischer Zielsetzungen, Kennzahlen und der Besonderheiten des Supply Chain Controllings.
4 Kennzahlen der Distributionslogistik bei der Dr. K. Thomae GmbH: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse in einem pharmazeutischen Unternehmen durch Analyse der Erfolgsfaktoren und Kennzahlen in der Verkaufsabwicklung und Distribution.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung eines effizienten Logistik-Controllings und Fazit zur Notwendigkeit der informationstechnischen Unterstützung im Management.
Schlüsselwörter
Logistik-Controlling, Distributionslogistik, Kennzahlen, Lieferservicegrad, Logistikkosten, Lieferflexibilität, Bestandsmanagement, Supply Chain, Verkaufsabwicklung, Dr. K. Thomae GmbH, Unternehmenserfolg, Prozessoptimierung, Unternehmensführung, Planung, Steuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle des Controllings innerhalb der Logistik, mit einem speziellen Fokus auf die Distributionslogistik und die Anwendung von Kennzahlen zur Steuerung logistischer Prozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Logistik-Controlling, die Identifikation und Messung logistischer Zielsetzungen sowie die praktische Anwendung von Kennzahlen zur Optimierung der Distribution.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über das Logistik-Controlling zu verschaffen und insbesondere das Instrumentarium der Kennzahlenbildung vor dem Hintergrund logistischer Zielsetzungen zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse theoretischer Konzepte des Logistik-Controllings, die durch ein konkretes Praxisbeispiel bei der Dr. K. Thomae GmbH illustriert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Logistik-Controllings, die Definition spezifischer logistischer Kennzahlen (wie Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Logistikkosten) sowie eine Fallstudie zu den Erfolgsfaktoren bei der Dr. K. Thomae GmbH.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Logistik-Controlling, Distributionslogistik, Kennzahlen, Lieferbereitschaft, Logistikkosten und Supply Chain Management.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Kontrolle und Controlling?
Der Autor stellt klar, dass Kontrolle lediglich vergangenheitsorientiertes Aufsichten von Sachverhalten darstellt, während Controlling als zukunftsorientiertes Planen und Steuern unternehmerischer Tätigkeiten verstanden wird.
Warum ist das Praxisbeispiel der Dr. K. Thomae GmbH relevant?
Es veranschaulicht, wie ein Pharmaunternehmen durch die Konzeption eines Führungsinformationssystems (FIS) logistische Kennzahlen nutzt, um die Entscheidungsfähigkeit des Managements zu erhöhen.
Welche Herausforderung sieht der Autor beim Supply Chain Controlling?
Die größte Herausforderung besteht darin, wirtschaftlich selbständige Unternehmen zu einer engen Zusammenarbeit und gemeinsamen Zielsetzung zu bewegen, um prozessübergreifende Regelkreise zu implementieren.
Was sind laut Autor die Grenzen der Kennzahlen?
Kennzahlen allein können das menschliche Denken nicht ersetzen; sie dienen lediglich als unterstützendes Instrument zur rationalen Beurteilung und Entscheidungsfindung.
- Quote paper
- Andreas Berrisch (Author), 2008, Controlling und Kennzahlen in der Distributionslogistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117818