Im ersten Schritt wird der aktuelle Forschungsstand vorgestellt, um die Bereiche Elternarbeit und Sprache genauer zu beleuchten. Im Anschluss daran werden die gesetzlichen Grundlagen, das Schulgesetz und die Dienstanforderungen für Nordrhein-Westfalen dargelegt. Im nächsten Teil der Arbeit wird das Untersuchungsdesign und das Vorgehen rund um die Fokusgruppe vorgestellt. Daran anschließend wird die Diskussion der Fokusgruppe ausgewertet und analysiert und abschließend zusammengefasst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aktueller Forschungsstand zu den gewählten Themengebieten
Elternarbeit
Sprache
3. Gesetzliche Grundlagen
4. Fragestellung und Untersuchungsdesign
5. Auswertung
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Elternarbeit gestaltet sein muss, um Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Muttersprache zu ermöglichen, und beleuchtet hierbei sowohl institutionelle Hürden als auch Potenziale einer gelingenden Erziehungs- und Bildungspartnerschaft.
- Bedeutung und Herausforderungen der Elternarbeit in der Schule
- Einfluss von Sprache und kulturellem Kapital auf den Bildungserfolg
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus
- Methodik der qualitativen Forschung mittels Fokusgruppen
- Strategien zur Förderung von Chancengleichheit und Willkommenskultur
Auszug aus dem Buch
Elternarbeit
Vorweg weist die vorliegende Arbeit daraufhin, dass der Forschungsstand zum Thema Elternarbeit schwierig erfassbar und darstellbar ist, da in der Forschung und Literatur kein Konsens darüber herrscht, wie der Begriff Elternarbeit definiert wird. Versucht man den aktuellen Forschungsstand wiederzugeben, läuft man Gefahr, Studien vorzustellen, die keinen vergleichbaren Gegenstand untersuchen. Außerdem sind sich die Forschenden uneinig über die „Erfolgskriterien von Elternarbeit“ (vgl. Sacher, 2008. S. 48).
In den vergangenen Jahrzehnten gab es eine Vielzahl an Studien, die sich mit dem Thema Elternarbeit und deren Einfluss auf den Bildungserfolg eines Kindes auseinandergesetzt haben. Die Aussagen der Studien gehen in verschiedene Richtungen und zeigen meistens einen großen Einfluss der Eltern auf den Schulerfolg der Kinder. So zeigt Dave bereits 1963 in seiner Studie, dass Unterschiede in den Schülerleistungen zu 64% auf die Lernbedingungen im Elternhaus zurückzuführen sind. Der Coleman-Report (Coleman et al. 1966), die Re-Analysen der Daten dieses Reports (Jencks 1972) und der Plowden-Report (1967) zeigen ähnliche Ergebnisse (vgl. ebd. S. 48).
Auch die Begleituntersuchungen der PISA-Studie zeigen (vgl. z.B. OECD 2009; OECD 2012; OECD 2015; OECD 2018) wiederholt, dass vor allem das „kulturelle Kapital“ (nach Bourdieu) des Elternhauses ein entscheidender Faktor für den schulischen Erfolg ist. Eine umfangreiche Untersuchung Schweizer Forscher zeigt, dass bloß 10% der Schüler*innen Leistungen durch die Art des Unterrichts ergeben, während 30% bis 50% durch die Einstellungen und Erziehung der Eltern entstehen (vgl. Sacher, 2014, S.13).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Elternarbeit im Kontext der Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund.
2. Aktueller Forschungsstand zu den gewählten Themengebieten: Dieses Kapitel fasst wissenschaftliche Erkenntnisse zur Elternarbeit sowie die Bedeutung von Sprache und kulturellem Kapital zusammen.
3. Gesetzliche Grundlagen: Hier werden die rechtlichen Verpflichtungen und Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Schule im Land Nordrhein-Westfalen dargestellt.
4. Fragestellung und Untersuchungsdesign: Das Kapitel erläutert die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt die methodische Vorgehensweise der qualitativen Datenerhebung mittels Fokusgruppendiskussion.
5. Auswertung: Die Auswertung analysiert die Ergebnisse der Fokusgruppendiskussion und diskutiert diese im Hinblick auf gelingende Erziehungs- und Bildungspartnerschaften.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt Handlungsempfehlungen für eine inklusivere und chancengerechtere Bildungspraxis.
Schlüsselwörter
Elternarbeit, Chancengleichheit, Bildungserfolg, Schulkultur, Erziehungspartnerschaft, Migrationshintergrund, Interkulturelle Pädagogik, Sprachbarrieren, Schulgesetz, Bildungsgerechtigkeit, Fokusgruppe, Lehrkräfte, Schulentwicklung, Partizipation, Mehrsprachigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der Elternarbeit in der Schule, insbesondere im Hinblick auf Schülerinnen und Schüler mit einer anderen Muttersprache.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die Definition von Elternarbeit, der Einfluss des Elternhauses auf den Bildungserfolg, rechtliche Vorgaben und die Bedeutung interkultureller Kompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Elternarbeit gestaltet sein muss, um Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Untersuchung in Form einer Fokusgruppendiskussion mit Studierenden und Lehrkräften durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil analysiert den aktuellen Forschungsstand, die rechtlichen Grundlagen in NRW sowie die empirischen Ergebnisse aus der geführten Gruppendiskussion.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsgerechtigkeit, Erziehungspartnerschaft, Schulkultur und interkulturelle Schulentwicklung.
Welche Rolle spielt die Sprache laut der Autorin?
Sprache wird nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern als Indikator für Zugehörigkeit und als ein im Bildungssystem wirksamer „Risikofaktor“ identifiziert.
Wie bewerten die Teilnehmer der Fokusgruppe die Zusammenarbeit?
Die Teilnehmer betonen die Notwendigkeit von Augenhöhe, Respekt und regelmäßiger Kommunikation, kritisieren jedoch häufige institutionelle Barrieren und negative Vorurteile.
- Citar trabajo
- Silke Mülstroh (Autor), 2021, Wie muss Elternarbeit gestaltet sein, um Chancengleichheit für Schülerinnen und Schülern mit einer anderen Muttersprache zu ermöglichen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1180822