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Inklusion in Schule und Unterricht. Theoriegeleitete Reflexion und empirische Auseinandersetzung

Titel: Inklusion in Schule und Unterricht. Theoriegeleitete Reflexion und empirische Auseinandersetzung

Hausarbeit , 2021 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Chiara Dorda (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit erfolgt eine theoriegeleitete Reflexion und empirische Auseinandersetzung mit der Relevanz von Inklusion für Schule und Unterricht. Gerade die praktische Umsetzung von Bildung in Deutschland stellt eine zentrale
Gelenkstelle im Spiel stigmatisierender und defizitärer Merkmalskategorisierungen im dynamischen Strukturverhältnis der Gesellschaft dar. Die Ratifizierung der UN-BRK durch die Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2009 als einer der größten Meilensteine in der Inklusionsdebatte verlieh den Rechten von Menschen mit Behinderungen besonders im Hinblick auf soziale Zugänglichkeit und Teilhabe sowie Gleichberechtigung, Chancengerechtigkeit und Selbstbestimmung performativen und zugleich wegweisenden Charakter.

Mit besonderer Bezugnahme auf Artikel 24 wurde das Recht auf Bildung als Menschenrecht und somit als im demokratischen System der BRD einzufordernder Grundsatz der allgemeinen Menschenwürde deklariert. Dies rückt besonders Bildungsinstitutionen wie schulische Einrichtungen in den Fokus der Öffentlichkeit, repräsentieren sie doch potenzielle Ausweitungsmechanismen gesellschaftlicher Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen in allen Fragen sozialer Exklusion und Inklusion und spielen demnach eine tragende Rolle im Kontext biografischer Entscheidungen sowie der (inter-)nationalen Bildungspraxis. Die Reproduktion sozialer Ungleichheiten durch die Institution Schule und des dort aktuell (noch) vorherrschenden, hierarchischen Leistungsprinzips soll durch die Akzeptanz eines transnormalistischen Fähigkeitsspektrums aller Lernenden im Sinne einer inklusiven Unterrichtsgestaltung möglichst eingedämmt und sukzessive verringert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Begründungsfiguren für einen inklusiven Unterricht

2. Seminarbegleitende Reflexionsaufgaben

2.1. Inklusion: Begriffsentstehung, Bedeutung und Forschungsdesiderata

2.2. Das Leistungsprinzip als Selektionscharakter des deutschen Schulsystems

2.3. Inklusive Schulentwicklung

2.4. Inklusive Unterrichtsgestaltung

3. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themenfelder

Das Portfolio setzt sich kritisch mit der Bedeutung von Inklusion im deutschen Schulsystem auseinander. Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen den theoretischen Forderungen nach einem inklusiven Bildungsauftrag und der realen, oft von Selektionsmechanismen geprägten Schulpraxis zu beleuchten und eine notwendige Perspektivenverschiebung aufzuzeigen.

  • Strukturelle Barrieren im gegliederten Schulsystem
  • Inklusion als dynamischer, gesamtgesellschaftlicher Prozess
  • Die Rolle des Leistungsprinzips und dessen Auswirkungen auf Exklusionsprozesse
  • Bedeutung von Schulkultur und multiprofessioneller Zusammenarbeit
  • Der "Index für Inklusion" als Instrument zur Schulentwicklung

Auszug aus dem Buch

2.2. Das Leistungsprinzip als Selektionscharakter des deutschen Schulsystems

Das „Konzept individueller, schulischer Leistung[serbringung]“ (Sturm, 2015, S. 25) in Form von Noten, wie es aktuell im deutschen Bildungssystem und dem Habitus der „Regelschule“ (ebd., S. 27) verankert ist, sowie die daraus entstehende Leistungsgesellschaft sind immer wieder Gegenstand öffentlicher Kritik. Sie repräsentieren zentrale gesellschaftlich und schulisch „legitimiert[e und augenscheinlich] gerecht[e]“ (ebd., S. 28) Norm- und Referenzpunkte, welche wiederum ein Allokationssystem der Schule als Bildungseinrichtung etablieren, das an der institutionellen Diskriminierung und systematischen Ausgrenzung von SuS in Deutschland maßgeblich beteiligt ist („Teilhabebarrieren“, Störmer, 2021, S. 260).

Die vermeintlich „objektive“ (Sturm, 2015, S.27) hierarchische Konzeption eines restriktiven, besonderen Raumes im Kontext der leistungsorientieren Schule entwirft parallel eine „Schattenstrukturierung“ des allgemeinen gesellschaftlichen Raumes. Jener ist ebenfalls durch die soziale, meritokratische (vgl. Bernasconi, Böing, 2017, S. 36) und kapitalistische Leistungsordnung organisiert. Gemäß des bourdieuschen Habitusansatzes spiegelt der Habitus eines Menschen, d.h. die unbewusste Inkorporierung vorgegebener Strukturen, die sich in den Denk-, Handlungs- und Wahrnehmungsschemata einer Person niederschlagen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Begründungsfiguren für einen inklusiven Unterricht: Dieses Kapitel führt in die menschenrechtliche Notwendigkeit von Inklusion ein und fordert eine Abkehr von defizitären Merkmalskategorisierungen hin zu einer subjektzentrierten Bildungsgerechtigkeit.

2. Seminarbegleitende Reflexionsaufgaben: In diesem Hauptteil erfolgt eine theoretische Auseinandersetzung mit der Inklusionsthematik, wobei die Diskrepanz zwischen Begriffen, strukturellen Gegebenheiten und pädagogischen Anforderungen analysiert wird.

2.1. Inklusion: Begriffsentstehung, Bedeutung und Forschungsdesiderata: Hier wird der Inklusionsbegriff gegenüber dem Integrationsverständnis abgegrenzt und die Bedeutung der UN-BRK sowie des Capability-Ansatzes für ein normatives Inklusionsverständnis diskutiert.

2.2. Das Leistungsprinzip als Selektionscharakter des deutschen Schulsystems: Das Kapitel analysiert, wie das aktuelle Notensystem und der Habitus der Regelschule zur systematischen Ausgrenzung von Schülern beitragen und Teilhabebarrieren verfestigen.

2.3. Inklusive Schulentwicklung: Es wird die Notwendigkeit einer systemischen Organisationsentwicklung beleuchtet, bei der der "Index für Inklusion" als methodisches Werkzeug zur Reflexion und Anpassung der Schulkultur dient.

2.4. Inklusive Unterrichtsgestaltung: Dieser Teil fokussiert auf die didaktische Umsetzung, indem binnendifferenzierte Lernarrangements und die Bedeutung einer lebendigen Schulkultur für eine erfolgreiche Inklusionspraxis hervorgehoben werden.

3. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines paradigmatischen Wandels zusammen und betont, dass Inklusion ein zeitintensiver, gesellschaftlicher Prozess ist, der über reine didaktische Maßnahmen hinausgeht.

Schlüsselwörter

Inklusion, Schulentwicklung, Leistungsprinzip, Bildungsgerechtigkeit, Selektion, UN-Behindertenrechtskonvention, Heterogenität, Binnendifferenzierung, Schulkultur, Etikettierungs-Ressourcen-Dilemma, Teilhabe, Capability-Ansatz, soziale Exklusion, Lehrerschaft, Habitus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Portfolio grundsätzlich?

Das Portfolio analysiert die Bedeutung von Inklusion für die Schule und den Unterricht in Deutschland und reflektiert die damit verbundenen Herausforderungen vor dem Hintergrund aktueller erziehungswissenschaftlicher Diskurse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Inklusion und Integration, die Kritik am deutschen Leistungs- und Selektionssystem sowie die Möglichkeiten der inklusiven Schul- und Unterrichtsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsreflexion?

Ziel ist es, die "Perspektivenverschiebung" zu begründen, die notwendig ist, um Bildung nicht länger an defizitären Zuschreibungen, sondern an individueller Teilhabe und Heterogenität auszurichten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoriegeleiteten Reflexion und der Auswertung wissenschaftlicher Fachliteratur sowie empirischer Studien zum Inklusionskontext.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffe der Inklusion, die Analyse der Selektionsmechanismen im Schulsystem, Ansätze der inklusiven Schulentwicklung und die konkrete Ausgestaltung des Unterrichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Inklusion, Bildungsgerechtigkeit, Selektion, Heterogenität und Schulkultur charakterisieren.

Wie bewertet die Autorin das aktuelle deutsche Schulsystem im Hinblick auf Inklusion?

Sie stuft das aktuelle System als weitgehend strukturell exkludierend ein, da die Konzentration auf Noten und Leistungskonkurrenz einer inklusiven Haltung entgegensteht.

Welche Bedeutung misst die Autorin dem "Etikettierungs-Ressourcen-Dilemma" bei?

Sie sieht darin eine der zentralen Hürden, da die Zuweisung von Förderressourcen oft an eine Stigmatisierung des Schülers geknüpft ist, was der inklusiven Grundidee widerspricht.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Inklusion in Schule und Unterricht. Theoriegeleitete Reflexion und empirische Auseinandersetzung
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Leistung - Differenzierung - Beratung (Seminar)
Note
1,0
Autor
Chiara Dorda (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
23
Katalognummer
V1181228
ISBN (PDF)
9783346605344
ISBN (Buch)
9783346605351
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion Schulentwicklung Integration Heterogenität inklusive Unterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Chiara Dorda (Autor:in), 2021, Inklusion in Schule und Unterricht. Theoriegeleitete Reflexion und empirische Auseinandersetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181228
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