Wie kann selbstreguliertes Lernen bei Vorschulkindern durch geeignete Interventionsmaßnahmen gefördert werden? Ziel dieser Hausarbeit ist es, durch Erkenntnisse aus aktuellen Studien zur Förderung von selbstreguliertem Lernen bei Vorschulkindern, Implikationen für Interventionsmaßnahmen abzuleiten.
Die heutige Gesellschaft hat sich zu einer Wissensgesellschaft gewandelt, in welchem lebenslangen Lernen immer mehr an Bedeutung gewinnt. In diesem Zusammenhang ist die frühzeitige Förderung des selbstgesteuerten Lernens in den Fokus der pädagogischen Forschung geraten, da sie als Schlüsselkompetenz für lebenslanges Lernen hervorgehoben wurde.
In Deutschland treten Kinder in der Regel mit 3 Jahren in den Kindergarten ein, ehe sie mit 6 Jahren eingeschult werden. Die Aufgabe der deutschen Vorschule ist es, Kinder auf den Übergang in die Grundschule vorzubereiten, jedoch gibt es keinen standardisierten Lehrplan für Vorschulkinder. Allerdings scheinen vor allem junge Kinder von einer frühzeitigen Förderung selbstregulierten Lernens in dieser sensiblen Entwicklungsphase zu profitieren, da ihr Lernverhalten noch formbar ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Selbstreguliertes Lernen im Vorschulalter
2.1 Begriffserklärung
2.2 Das sozial-kognitive Prozessmodell nach Zimmermann (2000)
2.3 Voraussetzungen für selbstreguliertes Lernen im Vorschulalter
3 Förderung des selbstregulierten Lernverhaltens bei Vorschulkindern
3.1 Erkenntnisse zur Förderung des selbstregulierten Lernens
3.2 Implikationen für eine Intervention zum selbstregulierten Lernen
3.2.1 Kombination von direkten und indirekten Interventionen
3.2.2 Besondere Eigenschaften der Intervention für Vorschulkinder
4 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie die Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen (SRL) bereits im Vorschulalter durch gezielte Interventionsmaßnahmen gestärkt werden kann, um Kindern den Übergang in die Grundschule zu erleichtern.
- Theoretische Fundierung des selbstregulierten Lernens im Vorschulalter
- Anwendung des sozial-kognitiven Prozessmodells nach Zimmermann (2000)
- Analyse aktueller Interventionsstudien mit direkten und indirekten Ansätzen
- Ableitung von Implikationen für pädagogische Fördermaßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffserklärung
Zunächst soll der das Begriff des selbstregulierten Lernens (SRL) näher erklärt und von einer allgemeinen Selbstregulationsfähigkeit (gSR) abgegrenzt werden. Im Allgemeinen wird Selbstregulierung als die Fähigkeit definiert, Ziele durch die Regulierung von Handlungen, Denkprozessen und Gefühlen zu erreichen. Überträgt man das Konstrukt der Selbstregulierung auf den akademischen Kontext, spricht man von selbstreguliertem Lernen (Perels et al., 2020, S. 46). Selbstreguliertes Lernen wird in der einschlägigen Literatur nicht genau bestimmt und nur unpräzise von verwandten Begriffen (selbstbestimmtes oder selbstorganisiertes Lernen) abgegrenzt.
Schiefele und Pekrun (1996, S. 258) definieren selbstreguliertes Lernen als „[...] eine Form des Lernens, bei der die Person in Abhängigkeit von der Art ihrer Lernmotivation selbstbestimmt eine oder mehrere Selbststeuerungsmaßnahmen (kognitiver, metakognitiver, volitionaler oder verhaltensmäßiger Art) ergreift und den Fortgang des Lernprozesses selbst überwacht“. Die Autoren betonen hierbei die Motivation als Determinante des selbstregulierten Lernens. Zimmermann (2000, S. 14) hingegen betont das Zusammenwirken von Person, Verhalten und Situation: „Self-regulation refers to self-generated thoughts, feelings, and actions that are planned and cyclically adapted to the attainment of personal goals.“ Pintrich (2000; S.453) wiederum hebt die Zielorientierung in seiner Definition hervor: „[...] active, constructive process whereby learners set goals for their learning and attempt to monitor, regulate and control their cognition, motivation, and behaviour, guided and constrained by their goals and contextual features in the environment.”
Auch wenn die unterschiedlichen Definitionen unterschiedliche Aspekte des Selbstregulationsprozesses hervorheben, ist zu erkennen, dass selbstreguliertes Lernen immer durch eine kontinuierliche Anpassung des eigenen Lernverhaltens gekennzeichnet ist, was sich durch die eigenständige Planung, Überwachung und Regulierung der eigenen Lernaktivitäten ausdrückt (Pintrich, 2000; S.453).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Relevanz der Förderung des selbstgesteuerten Lernens als Schlüsselkompetenz in der Wissensgesellschaft ein und definiert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2 Selbstreguliertes Lernen im Vorschulalter: Es werden theoretische Grundlagen geschaffen, indem das Konstrukt des selbstregulierten Lernens definiert und das sozial-kognitive Prozessmodell nach Zimmermann (2000) detailliert erläutert wird.
3 Förderung des selbstregulierten Lernverhaltens bei Vorschulkindern: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Interventionsstudien, vergleicht direkte und indirekte Förderansätze und leitet daraus konkrete Implikationen ab.
4 Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Forschungsergebnisse, thematisiert Limitationen der aktuellen Studienlage und gibt einen Ausblick auf notwendige weiterführende Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Selbstreguliertes Lernen, SRL, Vorschulalter, Interventionsmaßnahmen, Zimmermann, Metakognition, Lernmotivation, Pädagogische Psychologie, Förderansätze, Selbstregulation, Lernprozess, Kompetenzentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und der gezielten Förderung des selbstregulierten Lernens (SRL) bei Kindern im Vorschulalter, um deren Lernfähigkeit für den späteren schulischen Kontext zu optimieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von SRL, das sozial-kognitive Prozessmodell nach Zimmermann sowie die empirische Analyse verschiedener Interventionsansätze in pädagogischen Settings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis aktueller Studien Interventionsmöglichkeiten zu identifizieren, durch die Vorschulkinder in ihrem selbstregulierten Lernen wirksam unterstützt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der aktuelle Interventionsstudien und theoretische Prozessmodelle der pädagogischen Psychologie systematisch ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Definitionen und Voraussetzungen für SRL im Vorschulalter erläutert, gefolgt von einer kritischen Darstellung und Analyse durchgeführter Interventionsstudien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen selbstreguliertes Lernen, Vorschulalter, Interventionsmaßnahmen, Metakognition, Motivation und Zimmermanns Prozessmodell.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen direkten und indirekten Interventionen?
Direkte Interventionen richten sich unmittelbar an die Lernenden, während indirekte Interventionen die Förderung von Multiplikatoren wie Erziehern oder Eltern zum Ziel haben.
Warum wird das Prozessmodell von Zimmermann (2000) als Grundlage gewählt?
Das Modell wird gewählt, weil es als zyklischer Prozess eine kontinuierliche Anpassung und Optimierung des Lernverhaltens beschreibt und somit ideale Anknüpfungspunkte für pädagogische Fördermaßnahmen bietet.
- Citar trabajo
- Nicole Spielbauer (Autor), 2021, Förderung des selbstregulierten Lernens von Vorschulkindern durch geeignete Interventionsmaßnahmen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185142