Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Ciencias Culturales - Otros

Das "Haut-Ich" und die soziale Bedeutung der Haut

Título: Das "Haut-Ich" und die soziale Bedeutung der Haut

Trabajo de Seminario , 2008 , 14 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Julian Thiele (Autor)

Ciencias Culturales - Otros
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

[...] Aus diesem Sprachgebrauch
geht hervor, dass sie als Synonym bzw. Metapher der Individualität steht. Besonders in Bezug auf
das eigene Wohlempfinden werden Redewendungen gebraucht, die sich auf unsere äußere Hülle
beziehen, wie etwa, „sich nicht wohl in seiner Haut fühlen“, es geht ihm „unter die Haut“, oder
„nicht aus seiner Haut können“. So ist die Haut als äußere Hülle im Vergleich zu unseren inneren
Organen sichtbar offen und bezieht sich über den Hautbegriff auf unsere innersten Zustände. Mythen, wie der des enthäuteten Marsyas, verleihen der Haut die Eigenschaft einer Schutzhülle. In
der Kunstgeschichte wird das Enthäuten denn auch als Machtvollzug gedeutet. Der Enthäutete kann
ohne seine schützende Hülle nicht weiterleben. Gleichzeitig steht das Enthäuten für einen
Neubeginn, da durch das Abziehen der alten Haut etwas Neues gedeihen kann und es somit einen
metamorphorischen Charakter annimmt. Die Haut steht in dieser Hinsicht sowohl für den Verlust
des Selbst als auch für dessen Gewinn. Auch in den Legenden des „Achill“ und des „Siegfried“ wird der Haut eine schützende Funktion
zugewiesen. Ihre „Panzerhaut“ macht sie beinahe unverletzlich respektive göttlich und verleiht
ihnen übermenschliche Kräfte.
Diese Beispiele aus der Literatur- und Kunstgeschichte zeigen, wie weitreichend das Thema der
Haut behandelt wird. In der folgenden Arbeit setze ich die genannten Mythen bzw.
Literaturgeschichte um die Haut voraus, um mein Hauptaugenmerk auf die von Didier Anzieu
vollzogene Beschreibung des „Haut-Ichs“ zu legen. Daraus leitet sich die These dieser Arbeit ab,
„welche soziale Bedeutung die Haut in unserer Gesellschaft einnimmt“. Um der Aufarbeitung
dieser These gerecht zu werden, gebe ich zuerst einen physiologischen Überblick über den Aufbau
der Haut. Hieraus soll ersichtlich werden, welche Bedeutung die Haut für den Körper, aber eben
auch für die Psyche einnimmt. So bezeichnet Uwe Gieler „die Haut als Spiegel der Pyche1“ Aus
den psychischen Funktionen der Haut heraus erklärt sich die These Anzieus eines Haut-Ichs. Im
Anschluss daran werde ich die Wichtigkeit von Berührungen für den Menschen und die soziale
Funktion der Haut erörtern, ehe abschließend ein zusammenfassender Kommentar zu diesem
Thema erfolgt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Physiologische Funktion der Haut

2.1 Aufbau der Haut

3. Psychologische Funktion der Haut

4. Das Haut-Ich

5. Berührung

5.1 Soziale Funktion der Haut

6. Schlusswort

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle der menschlichen Haut als Kommunikationsorgan und als Grundlage für die psychische Entwicklung, wobei ein besonderer Fokus auf dem Konzept des „Haut-Ichs“ von Didier Anzieu liegt. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der sozialen Bedeutung der Haut in unserer Gesellschaft und dem Zusammenhang zwischen körperlichen Erfahrungen und dem seelischen Wohlbefinden.

  • Die physiologischen Funktionen und der anatomische Aufbau der Haut.
  • Die psychologische Bedeutung der Haut als „Spiegel der Psyche“.
  • Das psychoanalytische Konzept des „Haut-Ichs“ nach Didier Anzieu.
  • Die essenzielle Rolle von Berührungen für die menschliche Entwicklung.
  • Der Einfluss gesellschaftlicher Schönheitsideale auf das psychische Wohlbefinden.

Auszug aus dem Buch

4 Das „Haut-Ich“

Ausgehend von Freuds zweitem Topischen-Modell mit den drei Instanzen Ich, Es und Über-Ich, in welchem das Ich einer psychischen Hülle entspricht und als Vermittler zwischen Es und Über-Ich fungiert, spricht Freud bereits von der Bedeutung des Körpers während des Vollzugs der Individuation. Darin bezeichnet Freud das Bewusstsein als „Oberfläche des seelischen Apparates“ und stellt das Ich dementsprechend als Oberflächenwesen dar. Den Worten Freuds gefolgt ist „das Ich in letzter Instanz von den körperlichen Empfindungen abgeleitet, vor allem von denen, die von der Oberfläche des Körpers herrühren“. Der aus Frankreich stammende Psychoanalytiker Didier Anzieu greift diesen Gedanken Freuds auf und geht von einer Ich-Bildung aus, die sich durch die frühsten Hautempfindungen des Säuglings herausbildet. Die Theorie des „Haut-Ichs“ soll hier kurz mit ihren wichtigsten Bestandteilen aufgezeigt werden.

„Unter Haut-Ich verstehe ich ein Bild, mit dessen Hilfe das Ich des Kindes während früher Entwicklungsphasen- ausgehend von seiner Erfahrungen der Körperoberfläche eine Vorstellung von sich selbst entwickelt als Ich, das die psychischen Inhalte enthält“. Durch Berührungen und den Hautkontakt mit der Mutter kommt es zu einer Schaffung eines ersten psychischen Raumes, indem der Säugling sich selbst erfährt und daraus eine Vorstellung darüber gewinnt, was ein „Ich“ ist. Durch die Oberfläche der Haut erfährt der Säugling seine Grenze zur Umwelt, die Innen und Außen voneinander trennen. So nimmt der Säugling die Welt mit seiner Haut, bzw. dem Tastsinn, zuerst wahr, noch bevor sich die anderen vier Sinne (Geruchssinn, Gehörsinn, Geschmackssinn und Gesichtssinn) herausbilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Metaphorik der Haut ein, etabliert den theoretischen Rahmen und formuliert die zentrale Fragestellung bezüglich der sozialen Bedeutung der Haut.

2.Physiologische Funktion der Haut: Hier wird der biologische Aufbau sowie die Schutz- und Kommunikationsfunktion der Haut als größtes menschliches Organ dargelegt.

2.1 Aufbau der Haut: Dieser Unterpunkt gibt einen kompakten Überblick über die drei Hautschichten und die Bedeutung des Hydrolipidfilms.

3. Psychologische Funktion der Haut: Dieses Kapitel beleuchtet den psychosomatischen Aspekt und die Haut als Schnittstelle zwischen innerem Erleben und der Umwelt.

4. Das Haut-Ich: Hier wird die Theorie von Didier Anzieu vorgestellt, welche die psychische Entwicklung des Individuums eng an die Erfahrungen mit der eigenen Körperoberfläche bindet.

5. Berührung: Dieses Kapitel analysiert die lebenswichtige Bedeutung von taktilem Kontakt für die neuronale Entwicklung und das menschliche Sexualverhalten.

5.1 Soziale Funktion der Haut: Hier wird diskutiert, wie Hautbilder und Schönheitsideale die soziale Interaktion und das psychische Befinden in der westlichen Kultur beeinflussen.

6. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung der Berührung als Grundbedürfnis und plädiert für ein Umdenken im Umgang mit Schönheitsidealen und Hauterkrankungen.

Schlüsselwörter

Haut-Ich, Didier Anzieu, Psychoanalyse, Psychosomatik, Berührung, Kommunikationsorgan, Individuation, Körperkontakt, Hautoberfläche, Schönheitsideal, Spiegel der Psyche, soziale Bedeutung, Taktilität, Wahrnehmung, psychische Hülle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der vielschichtigen Bedeutung der Haut – sowohl als physiologisches Organ als auch als zentrale psychologische Instanz, die zur Bildung des Selbst beiträgt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die physiologischen Funktionen der Haut, die psychoanalytische Theorie des „Haut-Ichs“ sowie die soziale und psychologische Relevanz zwischenmenschlicher Berührungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die soziale Bedeutung der Haut in unserer Gesellschaft zu ergründen und aufzuzeigen, wie sie als Spiegel der Psyche fungiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, die insbesondere freudianische Ansätze und Didier Anzieus Konzept des Haut-Ichs miteinander verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in physiologische Grundlagen, die psychologische Ich-Entwicklung über die Haut sowie die essenzielle Bedeutung von körperlichem Kontakt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Haut-Ich, Psychoanalyse, Berührung, Kommunikationsorgan und Psychosomatik charakterisiert.

Wie definiert Didier Anzieu das „Haut-Ich“?

Anzieu versteht darunter ein psychisches Bild, durch das das Kind während früher Entwicklungsphasen eine Vorstellung von sich selbst als Behälter psychischer Inhalte entwickelt.

Welchen Einfluss hat die Mutter-Kind-Begegnung auf das Haut-Ich?

Diese Begegnung ist laut Anzieu essenziell, da das Haut-Ich aus der Phantasie einer gemeinsamen Hautfläche entsteht, die dem Kind während des Abnabelungsprozesses Halt gibt.

Welche Rolle spielen Schönheitsideale für das „Haut-Ich“?

Schönheitsideale setzen Menschen unter Druck, da Hauterkrankungen sichtbar sind und bei Betroffenen zu Scham, Unsicherheit und Störungen des psychischen Wohlbefindens führen können.

Final del extracto de 14 páginas  - subir

Detalles

Título
Das "Haut-Ich" und die soziale Bedeutung der Haut
Universidad
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Kultur- und Kunstwissenschaften)
Curso
Wahrnehmung – Imagination - Körper
Calificación
1,7
Autor
Julian Thiele (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
14
No. de catálogo
V118605
ISBN (Ebook)
9783640219803
ISBN (Libro)
9783640220007
Idioma
Alemán
Etiqueta
Haut-Ich Didier Anzieu Sigmund Freud Ich Psychologie Physiologie Gieler Montagu Haut Wahrnehmung Imagination soziale Funktion
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julian Thiele (Autor), 2008, Das "Haut-Ich" und die soziale Bedeutung der Haut, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118605
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  14  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint