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Die islamische Identitätskrise

Eine Analyse des islamischen Neofundamentalismus unter dem Aspekt der interaktiven Identitätsgestaltung

Titre: Die islamische Identitätskrise

Dossier / Travail de Séminaire , 2008 , 21 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Jennifer Brei (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Islam leidet unter einer Identitätskrise. Gemeint ist damit zunächst das
schizophrene Auftreten der Islamischen Welt, welches aktuell eine einheitliche
Darstellung der religiösen Tendenzen aufgrund der inneren Zerrissenheit quasi
unmöglich macht. Einerseits ist von einem Weg nach Westen, wie ihn auch Roy
darstellt, die Rede, andererseits fordern radikale Mächte eine Re – Etablierung
des Ursprungsislams aus der Zeit um 600 nach Christus1. Die Interaktion
zwischen „Westen und Islam“ ist einerseits geprägt durch auch von mir eben
angewandte Pauschalisierung und Stereotypisierung Islamischer Kulturen und
der bereits einige Jahrhunderte andauernden, verzerrten Repräsentation des
Islams durch den Westen. Während einige muslimische Länder in der
Vergangenheit bereits eine beobachtbare Säkularisierung und politische
Modernisierung durchlaufen haben, sind es aktuell vor allem die radikal antiwestlichen
und fundamentalistischen Kräfte, die das westliche Bild des Islams
prägen.
So streben diese in ihrer Assoziierung jeglicher Modernisierungsbewegung mit
der abgelehnten, prototypischen Entwicklung der westlichen Gesellschaft eine
Reformation im Sinne einer Rückkehr zum reinen Ursprungsislam an. Dabei
scheint mir dieses Streben nach dem scheinbar unverfälschten
Kerngedankengut islamischen Denkens vielmehr eine Flucht vor der
Auseinandersetzung mit der eigenen „Identität“ zu sein. Da das Formen und
Erkennen von Identität bei der Interaktion unumgänglich ist, soll genau dieser
Prozess im Mittelpunkt der vorliegenden Arbeit stehen. Im Folgenden geht es
darum zu untersuchen, ob das Streben der islamistischen Bewegung, den Islam
von jeglichem westlichen Einfluss zu bereinigen, nicht letztendlich den einzig
möglichen Weg aus der „Identitätskrise“ darstellt: eine reaktionäre Ablehnung
des Konzeptes der (inter-)aktiven Identitätsgestaltung an sich, als das Produkt
einer als moralisch verkommen wahrgenommenen, westlichen Gesellschaft.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Vorstellung der Theorien

1. Identität und Krise

2. Goffman/ „Self-Presentation in everyday-life”

3. Mead/ “Symbolische Interaktion”

4. Keupp/ „Patchworkidentität“

II. Abhandlung über den Begriff der Anerkennung

III. Die Interaktion Westen – Islam

1. Historische Darstellung

2. Selbstpräsentation

3. Interaktion

4. „Patchworkidentität“

5. Anerkennung

IV. Neofundamentalismus oder zu lösende Aufgabe

Fazit

Literaturnachweis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Konstruktion islamischer Identität unter dem Einfluss westlicher Zuschreibungen und der daraus resultierenden „Identitätskrise“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie interaktive Prozesse und einseitige Fremdbilder die Entstehung radikaler fundamentalistischer Bewegungen beeinflussen und ob eine Emanzipation von westlichen Diskursvorgaben möglich ist.

  • Analyse der Identitätskonstruktion nach Goffman, Mead und Keupp
  • Untersuchung der historischen und medialen Interaktion zwischen Westen und Islam
  • Problematisierung des westlichen „Fremdbildes“ des Orients
  • Diskussion des Konzepts der Patchworkidentität bei muslimischen Nachfolgegenerationen
  • Bewertung des Neofundamentalismus als Reaktion auf globale Modernisierungsprozesse

Auszug aus dem Buch

1. Identität und Krise

Natürlich kann bei einer Religion, wie dem Islam, die sich über zahlreiche Kulturen erstreckt und dementsprechend auch unterschiedliche kulturelle Ausprägungen hat, nicht vereinheitlichend von einer gemeinsamen religiösen „Identität“ der Gläubigen gesprochen werden. Genauso wenig kann man dem Islam als Religion eine von Raum und Zeit unabhängige Identität zuschreiben. Der Islam selbst besteht aus dem Koran als heiliges Buch, der Sunna und den Kommentaren der ulema. Erst die Interpretation der Texte schafft vielfältige (kulturell variierende) Identitäten der Religion (basierend auf der Identität Mohammeds), die den Gläubigen als Rollenmodell dienen.

Seit dem elften September allerdings ist der Islam verstärkt ins Zentrum der westlichen Aufmerksamkeit gerückt und fast täglich findet man diesbezüglich Medienberichte, die ihn so pauschal und kulturalistisch darstellen, als wäre er eine Hülle der Identität, die sich jedem überstülpt, der in seinen Wirkungskreis hineingeboren wird. „Der Islam erscheint als eine abgegrenzte Einheit, als geschlossener, kohärenter Bestand an Glaubenssätzen, Werten und anthropologischen Mustern, verkörpert von einer gemeinsamen Gesellschaft, einer gemeinsamen Geschichte und einem gemeinsamen Territorium.“ Und dieser kommunikative Akt des Westens, der ein Fremdbild produziert, schreit zwar nach Rechtfertigung des Gegenübers (in diesem Fall zunächst viele verschiedene „Gegenübers“), hat aber in diesem Prozess bereits seine identitätsstiftende Wirkung ausgestrahlt und führt paradoxerweise zur Konstruktion eines erwidernden Selbstbildes. So hat sich in den vergangenen Jahren eine verstärkt radikal auftretende fundamentalistische und konservative islamische Bewegung formiert, die sich selbst in diesem interaktiven Wechselspiel gefangen sieht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung thematisiert das schizophrene Auftreten der islamischen Welt als Folge einer Identitätskrise und stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz interaktiver Identitätsgestaltung.

I. Vorstellung der Theorien: Es werden soziologische Konzepte von Goffman, Mead und Keupp erläutert, um ein Verständnis für die interaktive Konstruktion von Identität zu schaffen.

II. Abhandlung über den Begriff der Anerkennung: Dieses Kapitel definiert Anerkennung als notwendiges soziales Bedürfnis für die Selbstvergewisserung und zeigt ihre Rolle im Identitätsprozess auf.

III. Die Interaktion Westen – Islam: Hier wird analysiert, wie historische Kolonialisierung und mediale Repräsentation zur Konstruktion binärer Identitäten (Westen vs. Orient) beigetragen haben.

IV. Neofundamentalismus oder zu lösende Aufgabe: Das Kapitel betrachtet den Neofundamentalismus als Reaktion auf die Verwestlichung und diskutiert den Bedarf einer Neudefinition des Islam.

Fazit: Das Fazit fasst die Problematik der festgefahrenen interkulturellen Interaktion zusammen und fordert einen neuen, auf eigenem Selbstverständnis basierenden Weg.

Schlüsselwörter

Identität, Identitätskrise, Islam, Westen, Interaktion, Neofundamentalismus, Anerkennung, Patchworkidentität, Selbstpräsentation, Moderne, Globalisierung, Migration, Stereotypisierung, Selbstbild, Fremdbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle „Identitätskrise“ in der islamischen Welt im Kontext der Interaktion mit dem Westen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die soziale Identitätskonstruktion, der Einfluss von Fremdbildern und die Reaktion fundamentalistischer Bewegungen auf Modernisierung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, ob das Streben nach einer Reinheit des Islam als Ablehnung der interaktiven Identitätsgestaltung zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine theoretische Analyse basierend auf soziologischen Modellen (Goffman, Mead, Keupp) sowie eine Diskursanalyse westlicher Repräsentationen des Islams.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Klärung des Anerkennungsbegriffs und eine detaillierte Untersuchung der historischen sowie aktuellen Interaktion zwischen dem „Westen“ und dem „Islam“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Identität, Interaktion, Neofundamentalismus, Patchworkidentität und der Prozess der Anerkennung.

Welche Rolle spielt das Kopftuch in der Argumentation der Autorin?

Das Kopftuch wird als Symbol angeführt, das das westliche Selbstbild (Toleranz, Säkularität) durch die Sichtbarmachung einer „undemokratischen“ Religion in Frage stellt und so Irritationen auslöst.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der westlichen Medien?

Medien werden kritisch als Akteure gesehen, die ein verzerrtes, kulturalistisches Bild des Islams produzieren, welches als Reaktion wiederum die fundamentalistischen Tendenzen stärkt.

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Résumé des informations

Titre
Die islamische Identitätskrise
Sous-titre
Eine Analyse des islamischen Neofundamentalismus unter dem Aspekt der interaktiven Identitätsgestaltung
Université
LMU Munich  (Institut für Ethnologie und Afrikanistik)
Cours
Hauptseminar "Globale Modernisierung und die Rückkehr der Religionen"
Note
1,7
Auteur
Jennifer Brei (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
21
N° de catalogue
V118716
ISBN (ebook)
9783640219353
Langue
allemand
mots-clé
Identitätskrise Hauptseminar Globale Modernisierung Rückkehr Religionen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jennifer Brei (Auteur), 2008, Die islamische Identitätskrise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118716
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Extrait de  21  pages
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