Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Herausarbeitung und Untersuchung von Problemen und Möglichkeiten bei der Übersetzung von deutschen und englischen Nominalkomposita.
Dazu ist es zunächst erforderlich, den Begriff „Nominalkompositum“ zu definieren. Anschließend wird sowohl die strukturelle Bildung deutscher und englischer Nominalkomposita herausgearbeitet, als auch die verschiedenen semantischen Beziehungen, die die Kompositum-Konstituenten zueinander haben können, vorgestellt.
Die generellen Probleme und Möglichkeiten bei der Übersetzung von deutschen Nominalkomposita ins Englische und von englischen Nominalkomposita ins Deutsche werden anhand textueller Beispiele nach bevorzugten Übersetzungsschemata und auftretenden Besonderheiten untersucht.
Abschließend werden die Ergebnisse in Bezug auf die Fragestellung der Arbeit „Wie sind deutsche und englische Nominalkomposita aufgebaut und welche Probleme und Möglichkeiten gibt es bei der Übersetzung jener Nominalkomposita?“ ausgewertet.
In der vorliegenden Arbeit wird der Kontrast zwischen deutschen und englischen Nominalkomposita herausgearbeitet und dargestellt, welche Probleme und Möglichkeiten diese bei der Übersetzung ergeben. Somit ordnet sich die Arbeit in das Thema der Kontrastierung des Deutschen und des Englischen ein und bezieht sich folglich auf ein Gebiet der kontrastiven Linguistik.
Um das Deutsche und das Englische in Bezug auf Nominalkomposita kontrastieren zu können, werden Übersetzungsvergleiche angestellt. Neben der Entlehnung, also der Übernahme eines Wortes aus einer anderen Sprache, und der Wortneuschöpfung, also der Bildung eines neuen Wortes, das keine Anlehnung an vorhandene Morpheme hat, ist die Wortbildung, bei der ein Wort aus bereits vorhandenen Morphemen entsteht, eine Möglichkeit zur Erweiterung des Wortschatzes.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Einordnung der Thematik
1.2 Definition der Begriffe „Kompositum“ und „Nominalkompositum“
1.3 Forschungsstand
1.4 Motivation der Arbeit
1.5 Aufbau der Arbeit
2. Eigenschaften deutscher und englischer Nominalkomposita
2.1 Strukturelle Eigenschaften
2.1.1 Selbstständigkeit der Konstituenten
2.1.2 Betonungsmuster
2.1.3 Fugenelemente
2.1.4 Orthographie
2.2 Semantische Eigenschaften
2.2.1 Nicht-Trennbarkeit der Konstituenten
2.2.2 Determinativkomposita
2.2.3 Kopulativkomposita
2.2.4 Endozentrische und exozentrische Komposita
3. Übersetzungen deutscher und englischer Nominalkomposita
3.1 Nominalkompositum ↔ Nominalkompositum
3.2 Nominalkompositum ↔ Simplex
3.3 Nominalkompositum ↔ Syntagma
4. Auswertung und Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die strukturellen und semantischen Eigenschaften deutscher sowie englischer Nominalkomposita kontrastiv zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Analyse von Problemen und Möglichkeiten bei der Übersetzung dieser Komposita zwischen den beiden Sprachen, um gängige Übersetzungsschemata zu identifizieren und die Übersetzungsqualität zu optimieren.
- Kontrastive Analyse deutscher und englischer Nominalkomposita
- Untersuchung struktureller Merkmale wie Fugenelemente und Betonungsmuster
- Semantische Klassifizierung (Determinativ-, Kopulativ-, endozentrische und exozentrische Komposita)
- Identifikation von Übersetzungsschwierigkeiten und -lösungen
- Gegenüberstellung verschiedener Wiedergabetypen bei der Übersetzung
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Betonungsmuster
Die Mehrheit deutscher Nominalkomposita trägt auf der ersten Konstituenten den Hauptakzent, wie z.B. bei „Férienort“, „Hérbstwetter“ und „Sómmerregen“. Abweichungen hiervon können jedoch bei einigen determinativen Nominalkomposita, wie z.B. „Jahrzéhnt“ und „Jahrhúndert“ auftreten. Des Weiteren können Einzelfälle festgestellt werden, bei denen der Hauptakzent nicht auf der ersten Konstituenten liegt, wenn die unterschiedliche Bedeutung der zweiten Konstituenten zweier Nominalkomposita betont werden soll, wie z.B. bei „Betttúch“ im Gegensatz zu „Bettdécke“ (Ortner/Ortner, 1984, 12 f.).
Vor allem im Englischen müssen die Betonungsmuster genauer betrachtet werden, da diese entscheidend dafür sein können, ob von einem Nominalkompositum oder einer syntaktischen Gruppe die Rede ist. Allgemein kann gesagt werden, dass, wenn das zusammengesetzte englische Wort eine einzige Hauptbetonung hat (single stress), wie z.B. bei „stéam-boat“ oder „ráinbow“, liegt ein Kompositum, in diesem Falle ein Nominalkompositum, vor. Sind jedoch beide Konstituenten gleichstark betont (double/level stress), dann liegt kein Kompositum, sondern eine syntaktische Gruppe vor, wie z.B. bei „stóne wáll“ oder „wórld wár“ (Bloomfield, 1933, 228 und Marchand, 1969, 21-29). Bei näherer Betrachtung lässt sich allerdings feststellen, dass englische Komposita im Gegensatz zu deutschen Komposita oftmals Betonungsschwankungen unterliegen und dass dasselbe Kompositum durch verschiedene Betonungen, verschiedene Bedeutungen annehmen kann. Beispielsweise bedeutet „bookcase“ ausgesprochen mit single stress „Bücherschrank“, aber ausgesprochen mit double/level stress „Bücherhülle“ (Jespersen, 1942, 136).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein der Arbeit im Bereich der kontrastiven Linguistik und definiert den Begriff des Nominalkompositums für den weiteren Untersuchungskontext.
2. Eigenschaften deutscher und englischer Nominalkomposita: Dieses Kapitel erläutert detailliert die strukturellen Merkmale wie Betonung und Orthographie sowie semantische Typologien der Komposita in beiden Sprachen.
3. Übersetzungen deutscher und englischer Nominalkomposita: Hier werden anhand konkreter textueller Beispiele drei Haupttypen der Übersetzung – Nominalkompositum, Simplex und Syntagma – systematisch gegenübergestellt und analysiert.
4. Auswertung und Schlussfolgerung: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen und evaluiert die Anwendbarkeit der Übersetzungsschemata.
Schlüsselwörter
Nominalkomposita, Kontrastive Linguistik, Übersetzung, Komposition, Wortbildung, Fugenelemente, Determinativkomposita, Kopulativkomposita, Simplex, Syntagma, Sprachvergleich, Semantik, Morphologie, Struktur, Übersetzungsvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der kontrastiven Analyse von deutschen und englischen Nominalkomposita, insbesondere mit den Herausforderungen und Strategien bei deren Übersetzung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die strukturellen und semantischen Merkmale von Komposita sowie die praktische Umsetzung ihrer Übersetzung in unterschiedlichen sprachlichen Kontexten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Probleme und Möglichkeiten bei der Übersetzung von Nominalkomposita herauszuarbeiten, um durch das Verständnis struktureller Unterschiede die Qualität der Übersetzung zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen kontrastiven Ansatz, bei dem durch Übersetzungsvergleiche von textuellen Beispielen die morphologischen und semantischen Entsprechungen untersucht werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der strukturellen und semantischen Eigenschaften von Komposita sowie die anschließende Analyse konkreter Übersetzungsschemata.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Nominalkomposita, Kontrastive Linguistik, Wortbildung, Übersetzungsschemata sowie die morphologisch-semantischen Besonderheiten beider Sprachen.
Warum spielt die Betonung bei englischen Komposita eine so große Rolle?
Im Englischen ist die Betonung entscheidend, um zwischen einem Nominalkompositum und einer syntaktischen Gruppe zu unterscheiden, da diese Differenzierung die Bedeutung verändern kann.
Welche Rolle spielen Fugenelemente im Deutschen im Vergleich zum Englischen?
Fugenelemente ermöglichen im Deutschen die Bildung komplexer und langer Nominalkomposita, während das Englische keine vergleichbaren Elemente besitzt und daher andere Bildungsmechanismen nutzt.
- Citation du texte
- Marie-Louise Meiser (Auteur), 2016, Probleme und Möglichkeiten der Übersetzung von deutschen und englischen Nominalkomposita, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187655