In wie weit ist der Schulabschluss junger Menschen von deren Geschlecht abhängig?

Sekundäranalyse


Hausarbeit, 2008
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Herleitung der Fragestellung

3. Operationalisierung der Variablen

4. Modalitäten der Datenerhebung

5. Darstellung der Ergebnisse

6. Interpretation

7. Zusammenfassung

1. Einleitung

Der Bildungsbericht 2006 "Bildung in Deutschland. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu Bildung und Migration" (www.bildungsbericht.de) wird herausgegeben vom Konsortium Bildungsberichterstattung im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Er versucht an Hand von empirischen Daten Antwortmöglichkeiten auf Fragen innerhalb der deutschen Bildungssysteme zu liefern und deren Bedeutung für die Gesellschaft und die nationale Wohlfahrt darzustellen.

In Deutschland gilt der Schulabschluss heute als eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am wirtschaftlichen System und die Erlangung von Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt. Nicht zuletzt werden hierdurch die individuellen Lebensstandards z.B. in Bezug auf materielle Werte und die soziale Umwelt geprägt. Das in seiner grundlegenden Struktur bundeseinheitlich geregelte Berechtigungswesen legt die Abhängigkeit individueller Bildungs- und später Arbeitsmarktchancen vom jeweiligen Schulabschluss fest. Die daraus ersichtliche Wichtigkeit einer erfolgreich absolvierten Schulzeit mit dem Erlangen einer Berechtigung für weitere Bildungswege weckt das Interesse, sich mit den im Bildungsbericht zur Verfügung stehenden Daten auseinander zu setzen.

Das Kapitel D7 (Schulabgänger mit und ohne Abschluss; Bildungsbericht) beschäftigt sich mit den in Deutschland an allgemein bildenden und beruflichen Schulen erreichbaren Schulabschlüssen und stellt dabei u.a. geschlechterbedingte Ungleichheiten fest.

Herleitung der Fragestellung

Das Schulsystem unterliegt in Deutschland der Kulturhoheit der Bundesländer. Aus dieser Tatsache resultieren Unterschiede im zeitlichen und institutionellen Ablauf der Schullaufbahn je nach Bundesland. Dennoch können mit Abschluss der allgemein bildenden Schulen bundesweit 4 Schulabschlüsse im Rahmen des gegliederten Schulsystems erreicht werden:

- Abitur (Allgemeine Hochschulreife)
- Fachhochschulreife
- Mittlerer Schulabschluss
- Hauptschulabschluss

Als berufliche Schulen gelten u.a. die Schularten Berufsschule, Berufsfachschule, Höhere Berufsfachschule, Fachgymnasium, Fachoberschule und Fachschule. Sie bieten die Möglichkeit, während der beruflichen Ausbildung über die Schulpflicht hinaus die gängigen Schulabschlüsse zu erwerben.

Anders als in vielen anderen Ländern ermöglicht in Deutschland der Schulabschluss den weiteren Weg des Individuums, indem er zum Besuch von weiter führenden Schulen (z.B. Hochschulen oder Fachhochschulen) berechtigt. Durch dieses so genannte Berechtigungswesen erhält er seine wichtige Bedeutung für die Wirtschaft einerseits und für die Individualbiographie andererseits.

Da sich die Fragestellung dieser Arbeit mit den Abschlüssen an allgemein bildenden und beruflichen Schulen befassen will, soll in der nachfolgenden Beschreibung der Abschlussarten auf die Berücksichtigung alternativer Wege der Erreichung von Schulabschlüssen verzichtet werden.

Abitur / Allgemeine Hochschulreife

Das Abitur bezeichnet den höchsten in Deutschland erreichbaren Schulabschluss und gibt damit die formale Berechtigung, ein Studium an einer Hochschule oder Universität zu beginnen.

Im Rahmen der allgemein bildenden Schulen kann das Abitur in Deutschland nach 12 bzw. 13 Jahren an Gymnasien oder Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe erworben werden.

Fachhochschulreife

Das Zeugnis der Fachhochschulreife berechtigt innerhalb Deutschlands zum Studium an einer Fachhochschule und wird in der Regel nach 12 Schuljahren an einer Fachoberschule oder – in Verbindung mit dem Nachweis einer fachpraktischen Vorbildung – nach 2 Schulhalbjahren an der gymnasialen Oberstufe erworben.

Mittlerer Abschluss

Dieser Schulabschluss bezeichnet das Erreichen der Fachoberschulreife und berechtigt unter den jeweiligen Bedingungen des Bundeslandes zum Besuch der Sekundarstufe 2 an z.B. Gymnasien oder Fachoberschulen. Der mittlere Bildungsabschluss wird an verschiedenen Schularten (u.a. Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule) ermöglicht.

Es soll darauf hingewiesen werden, dass Abläufe, Berechtigungen und Bezeichnungen zwischen den Bundesländern teilweise stark abweichen.

Hauptschulabschluss

Die Hauptschule ist eine allgemein bildende weiterführende Schule im Rahmen des gegliederten Schulsystems. Sie umfasst in der Regel die Klassenstufen 5 bis 9 bzw. 10 im Bereich der Sekundarstufe 1 und wird mit dem Hauptschulabschluss abgeschlossen. Dieser bietet die formale Voraussetzung für eine Berufsausbildung im Dualen System.

Im Rahmen der allgemein bildenden und beruflichen Schulen ist die Geschlechtertrennung innerhalb der Schule bis heute stark reduziert worden, auch wenn es aktuell wieder Forderungen gibt, Mädchen und Jungen getrennt zu unterrichten.

Um einen Schulabschluss zu erreichen, müssen weibliche und männliche Schüler infolgedessen in gemischten Klassen die gleichen Wege absolvieren und unterliegen grundsätzlich einer Gleichbehandlung in Bezug auf schulische Leistungen.

Die Schullaufbahnen der Schülerinnen und Schüler verlaufen nicht automatisch geradlinig sondern sind abhängig von Fähigkeiten und Leistungen.

Bereits bei der Einschulung zwischen dem 5. und 7. Lebensjahr wird

– in Abhängigkeit der Regelungen des jeweiligen Bundeslandes – die „Schulfähigkeit“ des Kindes beurteilt woraus eine verspätete oder – auf Elternwunsch- verfrühte Einschulung resultieren kann. Als Einflussfaktoren auf die Einschätzung der Schulfähigkeit können neben Verhaltensunterschieden zwischen Jungen und Mädchen auch Aspekte der Erziehung und Sozialisation in den Lebensjahren vor der Schulzeit gesehen werden.

Nach erfolgreichem Absolvieren der Primarstufe werden die Jungen und Mädchen mit dem Ziel der Homogenisierung von Schülergruppen auf einen Bildungsgang der Sekundarstufe 1 verteilt. Die Wahl der Schulform ist je nach Bundesland unterschiedlich stark von den Schulnoten, der Empfehlung des Klassenlehrers und den Wünschen der Eltern abhängig. Aufgrund der Durchlässigkeit des deutschen Schulsystems bedeutet diese Schulzuweisung keinen endgültigen Verbleib an der jeweiligen Schulform, aber stellt infolge erschwerter Bedingungen für einen späteren Schulwechsel an eine höhere Schulform dennoch eine Richtungsentscheidung dar.

Während der Schulzeit entscheidet sich in der Regel jährlich anhand von Notensystemen der jeweils weitere Verlauf mit der Konsequenz, dass einige Schülerinnen und Schüler eine Klassenstufe wiederholen müssen.

Mit der Feststellung „mehr Mädchen als Jungen erreichen höhere Abschlüsse“ (Bildungsbericht, Kapitel D7, Seite 72) zeigt sich, dass das Erreichen von Schulabschlüssen in Deutschland offenbar eine Abhängigkeit von den Geschlechtern der Schüler aufweist. Die vom Bundesamt für Statistik ermittelten Daten stellen in Form von tabellarischen Häufigkeitsverteillungen und Grafiken die Grundlage für diese Aussage bereit. Hieraus ergibt sich zunächst die Forschungsfrage:

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
In wie weit ist der Schulabschluss junger Menschen von deren Geschlecht abhängig?
Untertitel
Sekundäranalyse
Hochschule
FernUniversität Hagen
Veranstaltung
Studiengang: Bildungswissenschaften, Modul 2A
Note
1,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
19
Katalognummer
V118791
ISBN (eBook)
9783640224258
Dateigröße
426 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schulabschluss, Menschen, Geschlecht, Studiengang, Bildungswissenschaften, Modul
Arbeit zitieren
Timo Nause (Autor), 2008, In wie weit ist der Schulabschluss junger Menschen von deren Geschlecht abhängig?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118791

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