In Deutschland gilt der Schulabschluss heute als eine Grundvoraussetzung für die Teilhabe am wirtschaftlichen System und die Erlangung von Karrierechancen auf dem Arbeitsmarkt. Nicht zuletzt werden hierdurch die individuellen Lebensstandards z.B. in Bezug auf materielle Werte und die soziale Umwelt geprägt. Das in seiner grundlegenden Struktur bundeseinheitlich geregelte Berechtigungswesen legt die Abhängigkeit individueller Bildungs- und später Arbeitsmarktchancen vom jeweiligen Schulabschluss fest. Die daraus ersichtliche Wichtigkeit einer erfolgreich absolvierten Schulzeit mit dem Erlangen einer Berechtigung für weitere Bildungswege weckt das Interesse, sich mit den im Bildungsbericht zur Verfügung stehenden Daten auseinander zu setzen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Herleitung der Fragestellung
3. Operationalisierung der Variablen
4. Modalitäten der Datenerhebung
5. Darstellung der Ergebnisse
6. Interpretation
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis einer Sekundäranalyse des Bildungsberichts 2006, inwieweit der erreichte Schulabschluss junger Menschen in Deutschland von deren Geschlecht abhängig ist und welche Faktoren im Verlauf der Schullaufbahn zu geschlechtsspezifischen Ungleichheiten führen.
- Analyse der Häufigkeitsverteilung von Schulabschlüssen nach Geschlecht
- Einfluss der frühkindlichen Sozialisation auf die Einschulung (Schulfähigkeit)
- Bedeutung der Pubertät für den schulischen Leistungsverlauf
- Untersuchung von Klassenwiederholungsquoten im Sekundarbereich
- Vergleich der Schullaufbahnen von Jungen und Mädchen
Auszug aus dem Buch
Herleitung der Fragestellung
Das Schulsystem unterliegt in Deutschland der Kulturhoheit der Bundesländer. Aus dieser Tatsache resultieren Unterschiede im zeitlichen und institutionellen Ablauf der Schullaufbahn je nach Bundesland. Dennoch können mit Abschluss der allgemein bildenden Schulen bundesweit 4 Schulabschlüsse im Rahmen des gegliederten Schulsystems erreicht werden:
• Abitur (Allgemeine Hochschulreife)
• Fachhochschulreife
• Mittlerer Schulabschluss
• Hauptschulabschluss
Als berufliche Schulen gelten u.a. die Schularten Berufsschule, Berufsfachschule, Höhere Berufsfachschule, Fachgymnasium, Fachoberschule und Fachschule. Sie bieten die Möglichkeit, während der beruflichen Ausbildung über die Schulpflicht hinaus die gängigen Schulabschlüsse zu erwerben.
Anders als in vielen anderen Ländern ermöglicht in Deutschland der Schulabschluss den weiteren Weg des Individuums, indem er zum Besuch von weiter führenden Schulen (z.B. Hochschulen oder Fachhochschulen) berechtigt. Durch dieses so genannte Berechtigungswesen erhält er seine wichtige Bedeutung für die Wirtschaft einerseits und für die Individualbiographie andererseits.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Schulabschlusses in Deutschland ein und verweist auf die geschlechterbedingten Ungleichheiten, die im Bildungsbericht 2006 dokumentiert sind.
2. Herleitung der Fragestellung: Das Kapitel erläutert das deutsche Schulsystem, die verschiedenen Abschlussarten und begründet die Forschungsfrage durch den theoretischen Bezug zur frühkindlichen Sozialisation und Pubertät.
3. Operationalisierung der Variablen: Hier werden die verwendeten Variablen (Geschlecht, Schulabschluss, Schulfähigkeit) definiert und die methodische Vorgehensweise zur Messbarkeit festgelegt.
4. Modalitäten der Datenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt die Herkunft der Daten aus der Schul- und Bevölkerungsstatistik sowie die Definition der Gruppen für die statistische Auswertung.
5. Darstellung der Ergebnisse: Die statistischen Daten zur Häufigkeitsverteilung der Schulabschlüsse und zu den Wiederholerquoten werden tabellarisch aufbereitet und deskriptiv ausgewertet.
6. Interpretation: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse diskutiert, mit den aufgestellten Hypothesen verknüpft und kritisch in den Kontext der vorschulischen Erziehung und Pubertät gesetzt.
7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer knappen Wiederholung der zentralen Untersuchungsergebnisse, die eine geschlechtsspezifische Divergenz in den Schullaufbahnen bestätigen.
Schlüsselwörter
Schulabschluss, Geschlecht, Sekundäranalyse, Bildungsbericht, Schulfähigkeit, Pubertät, Sozialisation, Klassenwiederholung, Schulstatistik, Bildungsungleichheit, Sekundarstufe, Schullaufbahn, Leistungsabfall, Schulsystem, Bildungsbiografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Abhängigkeit des schulischen Erfolgs, gemessen am Schulabschluss, vom Geschlecht der Schülerinnen und Schüler in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die quantitative Analyse von Schulabschlüssen, die Rolle der Schulfähigkeit bei der Einschulung sowie der Einfluss der Pubertät auf den schulischen Verlauf.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Inwieweit ist der Schulabschluss junger Menschen abhängig von deren Geschlecht?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Sekundäranalyse, bei der vorhandene Daten des Statistischen Bundesamtes und des Bildungsberichts 2006 neu ausgewertet und interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Operationalisierung der Variablen, die Modalitäten der Datenerhebung, die Darstellung der statistischen Ergebnisse sowie deren theoretische Interpretation.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Schulabschluss, Geschlecht, Bildungsbericht, Sozialisation, Pubertät und Klassenwiederholung.
Warum spielt die Einschulung eine Rolle für die Hypothesenbildung?
Die Einschulungsdaten dienen als Indikator für frühkindliche Sozialisation, da sie zeitlich vor dem Einfluss schulischer Leistung liegen und Unterschiede in der Entwicklung von Jungen und Mädchen aufzeigen.
Welches Ergebnis zeigt sich hinsichtlich der Pubertät?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass die Pubertät die Schulleistungen von Jungen stärker negativ beeinflusst, was sich in einer höheren Frequenz von Klassenwiederholungen widerspiegelt.
- Quote paper
- Timo Nause (Author), 2008, In wie weit ist der Schulabschluss junger Menschen von deren Geschlecht abhängig?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118791