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Zukunftsfähiges Leitbild oder veraltetes Schlagwort?

Zum Konzept der „Nachhaltigkeit“

Title: Zukunftsfähiges Leitbild oder veraltetes Schlagwort?

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Evelyn Ehle (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Was genau ist unter dem Begriff „Nachhaltigkeit“, der in den letzten 30 Jahren eine starke Konjunktur in Wissenschaft und Medien erlebte und in politische Programme - sogar als „Mission“ - integriert wurde, zu verstehen? Gibt es unterschiedliche Auffassungen über Nachhaltigkeit? Welche Dimensionen und Aspekte umfasst dieses Konzept? In welchem Verhältnis steht Nachhaltigkeit zu Generationengerechtigkeit?
Dies sind die Fragen, denen in dieser Arbeit nachgegangen wird. Neben den Stärken, wird auf die Schwächen des Konzeptes der Nachhaltigkeit hingewiesen und schließlich auf Grundlage dessen seine Brauchbarkeit als zukunftsfähiges Leitbild beurteilt. Dafür wird im Folgenden das Konzept der Nachhaltigkeit in der wissenschaftlichen Literatur, vor allem in Texten der Philosophie und des Umweltschutzes, analysiert. […] Als besonders hilfreich für diese Arbeit erwiesen sich die Werke von Felix Ekhardt einerseits und Jörg Tremmel andererseits[…] Ebenso muss ergänzend auf das „Umweltgutachten 2002“ des Rats von Sachverständigen für Umweltfragen hingewiesen werden, da es einen detaillierten Überblick über das Nachhaltigkeitskonzept beinhaltet, sowie auf die Monographie „Nachhaltigkeit und Macht“ von Helga Eblinghaus und Armin Stickler, die wichtige Impulse für eine kritische Betrachtung der Konzeption Nachhaltigkeit liefert. Zunächst werden der Ursprung des Nachhaltigkeits-Begriffes und die Umstände seiner Entstehung und Rezeption erläutert. Anschließend sollen Konzepte der Nachhaltigkeit betrachtet werden. In diesem Zusammenhang wird auf den 1987 veröffentlichten Brundtland-Report der UN-Kommission für Umwelt und Entwicklung eingegangen. Im Weiteren sollen die Dimensionen der Ökologie, der Ökonomie und der Gesellschaft, die Nachhaltigkeit umfassen soll, beschrieben werden, sowie der Frage nach ihrem Verhältnis zueinander nachgegangen werden. Zusätzlich ist die Beziehung zwischen dem Konzept der Nachhaltigkeit und dem oftmals ähnlich gebrauchten Begriff der intergenerationellen Gerechtigkeit, das heißt der Gerechtigkeit zwischen Generationen, zu klären. Abschließend werden kritische Einwände gegenüber dem Nachhaltigkeits-Konzept erläutert. Praktische Problematiken der einzelnen Bereiche, die vom Nachhaltigkeitskonzept erfasst werden, und die Herausforderung der Operationalisierung von „Nachhaltigkeit“ müssen im folgenden Text jedoch weitgehend ausgeblendet bleiben, da ihre Betrachtung den Rahmen dieser Arbeit übersteigen würde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die „Entdeckung“ der Nachhaltigkeit: Zum Ursprung des Begriffes

3 Konzepte der Nachhaltigkeit

3.1 Der Brundtland-Report

3.2 Weitere Definitionen der Nachhaltigkeit

3.3 Die drei „Säulen“ der Nachhaltigkeit

3.4 Starke oder schwache Nachhaltigkeit ?

4 Das Verhältnis zwischen Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit

5 Zur Kritik am Nachhaltigkeits-Konzept

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Nachhaltigkeit auf seine wissenschaftliche Fundierung, seine verschiedenen Dimensionen sowie sein Verhältnis zur Generationengerechtigkeit, um schließlich seine Eignung als zukunftsfähiges Leitbild kritisch zu bewerten.

  • Ursprünge und historische Entwicklung des Nachhaltigkeitsbegriffs
  • Differenzierung zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit
  • Zusammenhang zwischen Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit
  • Kritische Analyse der theoretischen Annahmen (z.B. Brundtland-Bericht)
  • Interdisziplinäre Betrachtung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte

Auszug aus dem Buch

3.3 Die drei „Säulen“ der Nachhaltigkeit

Die meisten Nachhaltigkeitskonzepte beziehen sich auf drei Dimensionen, die im „Drei-Säulen-Modell“ bzw. auch im „Magischen Dreieck der Nachhaltigkeit“ erfasst werden. Hierbei handelt es sich um die Sphären der Ökologie, der Ökonomie und des Sozialen. Besonders umstritten ist die Gewichtung dieser drei „Säulen“, d.h. ihr Verhältnis zueinander. Einige Ansätze halten es für gerechtfertigt, den Nutzen in einer dieser Sphären mit den Kosten in anderen zu verrechnen, so dass nur das Gesamtergebnis zählt. Dies entspricht durch die Annahme einer gewissen Substituierbarkeit von Natur- und Sachkapital im Wesentlichen einer schwachen Nachhaltigkeit, welche im folgenden Kapitel betrachtet werden soll. Kritiker dieser Ansicht sehen in der ökologischen „Säule“ den Orientierungsmaßstab für das Handeln auf ökonomischem und sozialem Gebiet, da die natürlichen Lebensbedingungen die unabdingbare Grundlage sozialer und wirtschaftlicher Wohlfahrt darstellen. Das ökonomische System müsse sich damit im Rahmen der natürlichen Reproduktionskapazitäten bewegen und darin ihr optimales Maß finden. Komplementarität statt Substituierbarkeit ist die Grundannahme.

Ziel einer Nachhaltigkeit in der Ökologie ist es, die Ökosphäre zu schützen um den nachfolgenden Generationen mindestens einen ebenso großen Bestand an regenerierbaren Ressourcen zu ihrer Verfügung zu hinterlassen wie die gegenwärtig lebenden Generationen ihn besitzen. Irreversible Umweltschädigungen sind zu vermeiden. Dies bezieht sich auf den Versuch der weitestgehenden Erhaltung des Artenbestandes, also der Biodiversität, und der Senkenfunktion der Natur.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz des Nachhaltigkeitsbegriffs ein und definiert die zentralen Fragestellungen hinsichtlich seiner Bedeutung und Brauchbarkeit als Leitbild.

2 Die „Entdeckung“ der Nachhaltigkeit: Zum Ursprung des Begriffes: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln des Begriffs von der forstwirtschaftlichen Tradition bis hin zur modernen politischen Debatte.

3 Konzepte der Nachhaltigkeit: Hier werden unterschiedliche theoretische Modelle, inklusive des Brundtland-Reports, der Drei-Säulen-Struktur sowie der Debatte um starke versus schwache Nachhaltigkeit detailliert analysiert.

4 Das Verhältnis zwischen Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit: Der Abschnitt untersucht die enge Verflechtung der beiden Konzepte und arbeitet die Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in Bezug auf Reziprozität und Zeithorizonte heraus.

5 Zur Kritik am Nachhaltigkeits-Konzept: Eine kritische Auseinandersetzung mit der inflationären Verwendung des Begriffs und den oft unhinterfragten ökonomischen Grundannahmen des Modells.

6 Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Nachhaltigkeit trotz konzeptioneller Schwächen eine unverzichtbare Plattform zur Erörterung globaler Gerechtigkeitsfragen bleibt.

Schlüsselwörter

Nachhaltigkeit, Nachhaltige Entwicklung, Generationengerechtigkeit, Brundtland-Bericht, Starke Nachhaltigkeit, Schwache Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie, Soziale Gerechtigkeit, Intergenerationelle Gerechtigkeit, Ressourcenverbrauch, Vorsorgeprinzip, Leitbild, Umweltethik, Anthropozentrik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Konzept der Nachhaltigkeit, hinterfragt dessen inhaltliche Bestimmungen und prüft, ob es als zukunftsfähiges Leitbild für Politik und Gesellschaft dienen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit behandelt die historischen Ursprünge des Begriffs, die theoretischen Konzepte nachhaltiger Entwicklung, die verschiedenen Dimensionen (Säulen) und die kritische Distanz zu herrschenden Wirtschaftsmodellen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Stärken und Schwächen des Nachhaltigkeitskonzepts in der Literatur zu untersuchen und auf dieser Basis seine Brauchbarkeit für eine zukunftsfähige Praxis zu beurteilen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine tiefgehende Analyse und Synthese wissenschaftlicher Literatur, insbesondere aus den Bereichen Philosophie und Umweltschutz, durchführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definitionen des Brundtland-Reports, die drei Säulen der Nachhaltigkeit, die Debatte zwischen starker und schwacher Nachhaltigkeit sowie das Verhältnis zur Generationengerechtigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Generationengerechtigkeit, Ressourcenverbrauch, Vorsorgeprinzip, ökologische Modernisierung und die kritische Reflexion des Nachhaltigkeitsleitbildes aus.

Wie unterscheidet sich "starke" von "schwacher" Nachhaltigkeit?

Schwache Nachhaltigkeit setzt auf die Substituierbarkeit von Naturkapital durch technisches Kapital, während starke Nachhaltigkeit die Unersetzbarkeit bestimmter natürlicher Ressourcen betont.

Warum wird der Brundtland-Report so intensiv diskutiert?

Er gilt als der zentrale Bezugspunkt für die Debatte, bietet eine breit anerkannte Definition, wird jedoch gleichzeitig für seine unpräzisen Handlungsempfehlungen und die Verankerung in kapitalistischen Strukturen kritisiert.

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Details

Title
Zukunftsfähiges Leitbild oder veraltetes Schlagwort?
Subtitle
Zum Konzept der „Nachhaltigkeit“
College
Dresden Technical University  (Institut für Philosophie)
Course
Ethik und Geschichte
Grade
1,0
Author
Evelyn Ehle (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V118826
ISBN (eBook)
9783640221448
ISBN (Book)
9783640223398
Language
German
Tags
Zukunftsfähiges Leitbild Schlagwort Ethik Geschichte Nachhaltigkeit Sustainability nachhaltige Entwicklung sustainable development Langzeitverantwortung Generationengerechtigkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Evelyn Ehle (Author), 2008, Zukunftsfähiges Leitbild oder veraltetes Schlagwort?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118826
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