Diese Hausarbeit befasst sich mit den Konzepten der "Leichten Sprache" und der "Einfachen Sprache" und stellt diese einander gegenüber. Im Verlauf der Arbeit wird das Konzept Einfache Sprache am Roman Tschick angewendet und verglichen, wie sich der Text von dem Original abgrenzt. Die Unterschiede zwischen Originaltexten und ihrer Fassung in Einfacher Sprache werden am expliziten Beispiel eines Kapitels aufgezeigt. Kann der Originaltext so reduziert werden, dass der Inhalt und die Sprache nicht in Mitleidenschaft gezogen wird?
Der Alltag an deutschen Schulen ist unter anderem geprägt von diversen Kulturen, sozialer Herkunft und Leistungsunterschieden. Diese Heterogenität wird durch die zunehmende Zusammenlegung der Real- und Hauptschulen zu Sekundarschulen und die Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 verstärkt. Zwar wünschen sich die deutschen Lehrkräfte auch heute noch homogene Lerngruppen, dies ist aber aus der realistischen Perspektive eine utopische Sehnsucht. Statt diesem Wunsch nachzueifern, scheint es doch viel sinnvoller, sich diese Heterogenität zu Nutzen zu machen und zu lernen, mit ihr und nicht gegen sie zu arbeiten. Die (Leistungs-)Heterogenität der Schüler:innen ist auch im Deutschunterricht festzustellen und zeichnet sich durch beunruhigende PISA-Ergebnisse ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leichte Sprache und Einfache Sprache
2.1 Das Konzept Leichte Sprache
2.2 Das Konzept Einfache Sprache
3. Einfache und leichte Sprache im Literaturunterricht
4. Vergleich Tschick zu Tschick- in einfacher Sprache
4.1 Formale Ebene
4.2 Inhaltliche Ebene
4.3 Sprachliche Ebene
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Einsatz der Konzepte Leichte Sprache und Einfache Sprache innerhalb des inklusiven Deutschunterrichts, wobei der Fokus auf dem Vergleich des Romans Tschick mit seiner bearbeiteten Fassung in Einfacher Sprache liegt.
- Grundlagen und Abgrenzung von Leichter und Einfacher Sprache
- Legitimierung vereinfachter Texte im Literaturunterricht
- Vergleichende Analyse: Tschick vs. Tschick in Einfacher Sprache
- Formale, inhaltliche und sprachliche Differenzen der Romanfassungen
- Didaktische Ansatzpunkte für einen inklusiven Literaturunterricht
Auszug aus dem Buch
4.1 Formale Ebene
Bereits zu Beginn des Lesens der Ausgabe in Einfache Sprache, welche im Spaß am Lesen Verlag im Jahre 2013 erschien, wird spürbar, dass diese Ausgabe deutlich kürzer zu lesen ist als der Originaltext. Während dieser die Handlung des Romas in 49 Kapitel und insgesamt 253 Seiten wiedergibt, bricht die Ausgabe in Einfacher Sprache dies auf 26 Kapitel auf 51 Seiten herunter. Entgegen dem Originaltext besitzt die Ausgabe in Einfacher Sprache ein Inhaltsverzeichnis mit Verweis auf die Seiten. Des Weiteren werden die 26 Kapitel mithilfe kurzer prägnanter Schlagwörter oder kurzen Sätzen deklariert, sodass die Leserschaft die Kernaussage des jeweiligen Kapitels direkt vor Augen hat. Eine weitere Unterstützung sind die Markierungen schwieriger Wörter beziehungsweise Ausdrücke. Die unterstrichenen Wörter werden auf den Seiten 60 bis 64 in einer Wörterliste erklärt.
Zusätzlich fällt auf, dass die Ausgabe in Einfacher Sprache im Gegensatz zum Originaltext eine größere, serifenlose Schriftart besitzt (siehe Abb. 4). Ferner sind die Kapitel in sinnstiftende Absätze unterteilt, welche eine Zahl von neun Zeilen pro Absatz nicht überschreiten. Dies bietet zusätzlich genügend Platz für Anmerkungen und Notizen (Zellerhoff, 2016). Zusammenfassend werden die Merkmale Einfacher Sprache (nach Zellerhoff, 2016) also kurze Sätze; Erklärungen von Fremdwörtern beziehungsweise schweren Wörtern; große Schrift; ansprechenden Zeilenabstand; jeder Satz beinhaltet nur eine Information berücksichtigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Heterogenität an deutschen Schulen und stellt die Konzepte Leichte und Einfache Sprache als mögliche Differenzierungsinstrumente im Deutschunterricht vor.
2. Leichte Sprache und Einfache Sprache: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen beider Konzepte definiert, ihre Adressatengruppen differenziert und ihre Einordnung im sprachlichen System erläutert.
3. Einfache und leichte Sprache im Literaturunterricht: Das Kapitel diskutiert die Rolle vereinfachter Texte bei der Förderung der Lesekompetenz und zeigt Wege für einen inklusiven Umgang mit Literatur auf.
4. Vergleich Tschick zu Tschick- in einfacher Sprache: Die Autorin vergleicht die Originalfassung des Romans mit der Ausgabe in Einfacher Sprache hinsichtlich formaler Gestaltung, inhaltlicher Struktur und sprachlicher Merkmale.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Relevanz der diagnostischen Kompetenz der Lehrperson für den gezielten Einsatz vereinfachter Texte im inklusiven Unterricht.
Schlüsselwörter
Inklusion, Einfache Sprache, Leichte Sprache, Deutschunterricht, Tschick, Literaturunterricht, Lesekompetenz, Heterogenität, Sprachbarrieren, Romananalyse, Didaktik, Sprachliche Vereinfachung, Differenzierung, Wolfgang Herrndorf, Barrierefreiheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Konzepten der Leichten und Einfachen Sprache und deren Anwendung als Hilfsmittel zur Inklusion im Deutschunterricht am Beispiel des Romans Tschick.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind Sprachvarietäten, Inklusion im Bildungskontext, didaktische Leseförderung und die vergleichende Analyse von literarischen Originaltexten mit ihren vereinfachten Fassungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie durch den Einsatz von Texten in Einfacher Sprache ein barrierefreierer Zugang zu literarischen Werken ermöglicht und der inklusive Literaturunterricht gestaltet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Fachliteratur und einer komparativen Analyse zwischen dem Originalroman Tschick und der adaptierten Ausgabe in Einfacher Sprache.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung, die didaktische Begründung für den Einsatz vereinfachter Texte im Unterricht sowie den detaillierten formalen, inhaltlichen und sprachlichen Vergleich der beiden Romanfassungen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Inklusion, Einfache Sprache, Lesekompetenz, Differenzierung, Heterogenität und Literaturunterricht.
Wie unterscheidet sich die Ausgabe in Einfacher Sprache formal vom Original?
Die Ausgabe in Einfacher Sprache nutzt ein großzügigeres Layout, eine größere serifenlose Schrift, eine Unterteilung in kürzere Absätze und ein Inhaltsverzeichnis mit expliziter Seitenzuordnung.
Welche inhaltlichen Anpassungen fallen bei Tschick besonders auf?
In der Einfachen Sprache wurden bestimmte Nebencharaktere wie André oder Natalie weggelassen, zeitliche Brüche entfernt und komplexe Handlungsstränge, wie etwa die detaillierte Beschreibung der Fahrweise, reduziert.
- Citar trabajo
- Simon Hillebrand (Autor), 2021, Das Konzept "Einfache Sprache" im Deutschunterricht am Beispiel des Romans "Tschick", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190607