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Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte des Falles Terri Schiavo. Sind die Argumente gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im Vegetativen Status überzeugend?

Título: Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte des Falles Terri Schiavo. Sind die Argumente gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im Vegetativen Status überzeugend?

Tesis (Bachelor) , 2021 , 48 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Lea Voss (Autor)

Filosofía - Práctica (etica, estética, cultura, naturaleza, derecho, etc.)
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Die Arbeit untersucht zentrale medizinische, rechtliche und ethische Aspekte des Falles Terri Schiavo. Diese befand sich mehrere Jahre in einem sogenannten Vegetativen Status, weshalb ihr Ehemann die Einstellung der künstlichen Ernährung gegen den Willen ihrer Eltern beantragte und schließlich gerichtlich durchsetzte. In der Arbeit wird dabei die Frage diskutiert, ob die Argumente, die in diesem Zuge gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im Vegetativen Status vorgebracht wurden, überzeugend sind.

Hierfür wird zunächst auf die medizinischen Grundlagen des Vegetativen Status eingegangen, bevor drei bedeutsame Gerichtsurteile zur Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im Vegetativen Status beschrieben werden. Der Hauptteil der Arbeit befasst sich mit ausgewählten ethischen Argumenten. Nach einer Analyse des Behandlungsabbruchs bei Patienten im Vegetativen Status aus prinzipienethischer Sicht werden zwei Argumente beleuchtet, die auf begrifflichen Unterscheidungen beruhen. Anschließend steht das Thema Patientenverfügung im Fokus, wobei sowohl mögliche Schwachstellen als auch strengere gesetzliche Anforderungen diskutiert werden. Zuletzt wird die Frage untersucht, ob Überlegungen zur Lebensqualität eine Rolle bei der Entscheidung über die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen spielen dürfen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medizinische, rechtliche und ethische Dimensionen des Vegetativen Status

2.1. Grundlegende medizinische und rechtliche Aspekte des Vegetativen Status

2.1.1 Der Vegetative Status aus medizinischer Sicht

2.1.2 Wegweisende Gerichtsurteile bezüglich Patienten im Vegetativen Status

2.1.3 Wesentliche medizinisch-rechtliche Ereignisse im Fall Terri Schiavo

2.2 Zentrale ethische Fragestellungen bei der Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen von Patienten im Vegetativen Status

2.2.1 Prinzipienethische Überlegungen zur Problematik des Vegetativen Status

2.2.1.1 Die vier Prinzipien von Beauchamp und Childress

2.2.1.2 Paternalismus in der Medizinethik

2.2.1.3 Paternalismus im Fall des Vegetativen Status

2.2.2 Begriffliche Unterscheidungen in Bezug auf die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen

2.2.2.1 Die Unterscheidung zwischen verschiedenen Behandlungsmethoden

2.2.2.2 Die Unterscheidung zwischen Töten und Sterben-lassen

2.2.3 Ethische Beurteilung von Willensäußerungen

2.2.3.1 Anforderungen an die Genauigkeit von Willensäußerungen

2.2.3.2 Anforderungen an den Kontext von Willensäußerungen

2.2.3.3 Vor- und Nachteile strengerer gesetzlicher Anforderungen an Willensäußerungen

2.2.4 Überlegungen zur Lebensqualität bei Patienten im Vegetativen Status

2.2.4.1 Das disability paradox

2.2.4.2 Naturalistische und konstruktivistische Erklärungen von Krankheit

2.2.4.3 Die Haltung der katholischen Kirche zum Thema Lebensqualität

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die ethische Vertretbarkeit der Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im sogenannten Vegetativen Status, wobei der Fall Terri Schiavo als zentrales Fallbeispiel dient. Dabei wird analysiert, ob die gegen die Einstellung solcher Maßnahmen vorgebrachten Argumente – wie paternalistische Erwägungen, begriffliche Unterscheidungen oder Überlegungen zur Lebensqualität – bei einer zweifelsfreien Diagnose des irreversiblen Zustands überzeugend sind.

  • Prinzipienethische Bewertung des Paternalismus in der Medizin
  • Kritische Analyse begrifflicher Unterscheidungen bei Behandlungsabbrüchen
  • Ethische Beurteilung von Patientenverfügungen und mündlichen Willensäußerungen
  • Diskussion des "disability paradox" in Bezug auf die Lebensqualität
  • Rechtliche und medizinische Aufarbeitung des Falles Terri Schiavo

Auszug aus dem Buch

2.2.1.1 Die vier Prinzipien von Beauchamp und Childress

Der Prinzipienethische Ansatz in der Medizinethik wurde maßgeblich von Tom Beauchamp und James Childress mit ihrem 1977 zum ersten Mal erschienenen Werk Principles of Biomedical Ethics geprägt. Darin entwickeln sie ausgehend von der sogenannten common morality, die wiederum auf den vortheoretischen moralischen Vorstellungen einer Gesellschaft beruht, die vier prima facie gleichberechtigten Prinzipien Respekt der Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun und Gerechtigkeit. Diese vier Prinzipien, die nach den Worten der Autoren normative Richtlinien darstellen und bestimmen, ob eine bestimmte Handlung richtig, falsch, erlaubt oder verpflichtend ist, müssen in der konkreten Anwendung weiter spezifiziert und im Konfliktfall gegeneinander abgewogen werden.

Inwieweit dieser von Beauchamp und Childress gewählte Ansatz in der Medizinethik sinnvoll ist und welche Schwachstellen und Kritikpunkte bestehen, soll in dieser Arbeit nicht diskutiert werden. Stattdessen sollen die Prinzipien, insbesondere das des Respekts für Autonomie und das des Wohltuns, auf Patienten im Vegetativen Status angewendet werden.

Autonomie definieren Beauchamp und Childress in diesem Zusammenhang wie folgt: „personal rule of the self that is free from both controlling interferences by others and from personal limitations that prevent meaningful choice.” In diesem Sinne ist eine Handlung autonom, wenn sie verstanden wird sowie intentional und ohne Zwang ausgeführt wird. Da die ersten beiden Bedingungen in unterschiedlichen Graden erfüllt sein können, sind Handlungen auch mehr oder weniger autonom. Diese Autonomie einer Person muss respektiert werden, wobei die Autoren Immanuel Kant und John Stuart Mill als Vordenker hierfür nennen. Dieser Respekt für die Autonomie eines Patienten zeigt sich dabei entweder in negativer Form, indem autonome Handlungen nicht durch externen Zwang beeinträchtigt werden, oder in positiver Form, indem autonome Handlungen anderer Personen aktiv ermöglicht und unterstützt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in den Fall Terri Schiavo ein und erläutert die Forschungsfrage sowie das Ziel, die ethische Argumentation gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen zu untersuchen.

2. Medizinische, rechtliche und ethische Dimensionen des Vegetativen Status: Hier werden die medizinischen Grundlagen definiert, wegweisende Gerichtsurteile analysiert und die ethischen Argumente (Paternalismus, begriffliche Unterscheidungen, Willensäußerungen, Lebensqualität) im Detail diskutiert.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die vorgebrachten ethischen Argumente gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei eindeutiger Diagnose nicht überzeugend sind.

Schlüsselwörter

Vegetativer Status, Terri Schiavo, Paternalismus, Patientenverfügung, Willensäußerung, Medizinethik, Lebensqualität, disability paradox, Behandlungsabbruch, Autonomie, Nicht-Schaden, Wohltun, Sterben-lassen, künstliche Ernährung, Bioethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ethische Zulässigkeit der Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten, die sich zweifelsfrei im sogenannten Vegetativen Status befinden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die medizinischen Grundlagen des Vegetativen Status, die rechtliche Praxis in den USA (Fall Schiavo) sowie die ethische Diskussion um Autonomie, Paternalismus und Lebensqualität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu klären, ob die Argumente, die gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei irreversibel geschädigten Patienten vorgebracht werden, ethisch überzeugend sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine ethische Argumentationsanalyse sowie eine Aufarbeitung der relevanten medizinischen und rechtlichen Sachverhalte im Fall Terri Schiavo.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert vier zentrale ethische Argumentationslinien, darunter prinzipienethische Aspekte, begriffliche Unterscheidungen, die Rolle von Willensäußerungen und Konzepte der Lebensqualität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Vegetativer Status, Paternalismus, Patientenverfügung, Lebensqualität und das disability paradox.

Warum ist das "disability paradox" für diese Arbeit wichtig?

Das "disability paradox" macht darauf aufmerksam, dass gesunde Beobachter die Lebensqualität behinderter Menschen oft falsch einschätzen, was bei Entscheidungen über den Lebenswert im Vegetativen Status zu fatalen Fehlurteilen führen kann.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Patientenverfügung?

Die Arbeit betont, dass schriftliche Verfügungen zwar mehr Reflexion fördern, eine zu strenge Reglementierung aber den Großteil der Bevölkerung, der keine Verfügung besitzt, in seiner Selbstbestimmung einschränkt.

Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin bezüglich des Falles Terri Schiavo?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Einstellung der künstlichen Ernährung im Fall Terri Schiavo bei Erfüllung der medizinischen Bedingungen und unter Berücksichtigung ihres bekannten Willens gerechtfertigt war.

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Detalles

Título
Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte des Falles Terri Schiavo. Sind die Argumente gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im Vegetativen Status überzeugend?
Universidad
Munich School of Philosophy
Calificación
1,3
Autor
Lea Voss (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
48
No. de catálogo
V1190616
ISBN (Ebook)
9783346633811
ISBN (Libro)
9783346633828
Idioma
Alemán
Etiqueta
medizinische aspekte falles terri schiavo sind argumente einstellung maßnahmen patienten vegetativen status
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Lea Voss (Autor), 2021, Medizinische, rechtliche und ethische Aspekte des Falles Terri Schiavo. Sind die Argumente gegen die Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei Patienten im Vegetativen Status überzeugend?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190616
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