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Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht

Titel: Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht

Masterarbeit , 2019 , 132 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Asuman Ciftci (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage bzw. der Thematik: Warum und (in-)wie(-fern) kann soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht stattfinden?
Im ersten Kapitel der Arbeit soll die Begrifflichkeit „soziales Lernen“ umfassend definiert werden.
Das zweite Kapitel widmet sich nachfolgend der Frage, warum soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht stattfinden sollte. Es befasst sich mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag von Schulen, um die Relevanz sozialen Lernens darzulegen. In diesem Sinne wird anschließend über soziale Probleme von Schüler*innen, insbesondere muslimischen Kindern und Jugendlichen berichtet. Da der Islamische Religionsunterricht in Niedersachsen sich als adaptives Modell erweist, der sich an christlichen religionsdidaktischen Konzepten orientiert, wird soziales Lernen auch aus christlicher religionspädagogischer/-didaktischer Perspektive dargestellt.
Im dritten Kapitel* wird entsprechende Literatur rezipiert, um darzustellen, wie die Christliche Religionsdidaktik religiöses und soziales Lernen konzipiert. Anschließend werden die Lehrpläne für den Katholischen Religionsunterricht und für den Evangelischen Religionsunterricht in der Sekundarstufe I an Schulen in Niedersachsen sowie Arbeitsmaterialien für ethisch-soziales und diakonisch-soziales Lernen analysiert. Die Lehrpläne und -materialien werden hinsichtlich ihrer Potenziale für soziales Lernen untersucht. Ebenso sollen die Lehrpläne für den Islamischen Religionsunterricht für die Jahrgänge 5-10 in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen analysiert werden. Als Lehrmaterialien werden Auszüge aus islamischen Religionsbüchern untersucht, um Näheres über das Potenzial des Islamischen Religionsunterrichts für soziales Lernen aussagen zu können.
Potenziale für soziales Lernen werden im Kontext der Werterziehung aufgesucht. Denn soziales Lernen im Religionsunterricht versteht sich als religiöses Lernen, welche sozial ausgerichtet ist. Demzufolge befasst sich die Arbeit außerdem mit der islamischen Moralerziehung und setzt sich mit der Werteerziehung in sozial-emotionalen Kontexten im Religionsunterricht allgemein auseinander.
Die Masterarbeit schließt mit einem Fazit ab. Hier werden die Forschungsergebnisse zusammengefasst und auf die zentrale Frage der wissenschaftlichen Arbeit eine abschließende Antwort gegeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition: Soziales Lernen

2.1 Soziales Lernen in der Schule

3. Relevanz von sozialem Lernen in Schulen

3.1 Soziale wie emotionale Probleme von muslimischen Schüler*innen

4. Soziales Lernen im Christlichen Religionsunterricht (CRU)

4.1 Lehrplanforschung: Soziales Lernen im CRU in Niedersachsen (Nds.)

4.1.1 Analyse des Niedersächsischen Lehrplans (KC) für den Katholischen Religionsunterricht (KRU) an Realschulen, Jahrgänge 5-10

4.1.2 Analyse des Niedersächsischen Lehrplans (KC) für den Evangelischen Religionsunterricht (ERU) an Realschulen, Jahrgänge 5-10

4.2 Lehrmaterialforschung: Soziales Lernen im Christlichen Religionsunterricht (KRU und ERU)

4.2.1 Themenheft Religion «Diakonie»

4.2.2 Kompetenzorientiert unterrichten im RU

5. Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht (IRU)

5.1 Lehrplanforschung: Soziales Lernen im IRU in Niedersachsen (Nds.) und NRW

5.1.1 Analyse des Kerncurriculums (KC) für den Islamischen Religionsunterricht (IRU) für die Sekundarstufe I in Niedersachsen

5.1.2 Analyse des Kernlehrplans (KLP) für den Islamischen Religionsunterricht (IRU) für die Sekundarstufe I in Nordrhein-Westfalen

5.2 Lehrmaterialforschung: Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht (IRU) in Niedersachsen und NRW

5.2.1 Bismillah 5

5.2.2 Saphir 7/8 und Saphir 9/10

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht stattfinden kann und welches Potenzial dieses Fach für die Vermittlung sozialer Kompetenzen besitzt. Dabei werden sowohl allgemeinpädagogische Grundlagen als auch fachdidaktische Konzepte aus der christlichen und islamischen Religionspädagogik analysiert, um spezifische Lehrpläne und Lehrmaterialien in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf ihre Eignung zu prüfen.

  • Definition und Bedeutung sozialen Lernens im schulischen Kontext.
  • Analyse sozialer Herausforderungen, insbesondere bei muslimischen Jugendlichen.
  • Vergleich von Ansätzen zum sozialen Lernen in christlichen und islamischen Lehrplänen.
  • Evaluation von Lehrmaterialien hinsichtlich ihres Potenzials für soziales Lernen.
  • Zusammenhang zwischen religiöser Bildung und Moralerziehung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Im Niedersächsischen Bildungsserver wird über den islamischen Religionsunterricht für die Sekundarstufe I folgendes aufgezeigt: „Im Sinne eines umfassenden Bildungsauftrags, der die ganzheitliche Bildung des Menschen meint, kann … Religion nicht nur im Religionsunterricht, sondern auch im übrigen Schulleben einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass über die Grenzen von Religionen und Kulturen hinweg das Engagement für Frieden und respektvolles Miteinander gefördert wird.“

Die Schule als sozialer Lern- und Lebensraum steht vor der Aufgabe, die Schüler*innen für das soziale Leben und Miteinander vorzubereiten und sie zu gesellschaftsfähigen Individuen zu erziehen. Das soziale Lernen ermöglicht die Aneignung sozialer Kompetenz und befähigt zu prosozialem Handeln.

Ein besonderes Instrument für soziales Lernen bzw. moralische Erziehung stellt der schulische Religionsunterricht dar, denn ebendort wird dem sozialen Lernen ein beachtlicher Stellenwert beigemessen: „Wenn […] der Religionsunterricht einen notwendigen und wesentlichen Beitrag zum sozialen Lernen und insbesondere zur Entwicklung der sozialen Identität von Kindern zu leisten hat, dann müssen wir die Schüler(innen) auch im Kontext ihrer Peergroups verstehen lernen. Insbesondere wenn man meint, dass Religion keine Sache der Innerlichkeit sei, sondern sich im Miteinander der Menschen konkretisiert, wird der Bereich des sozialen Lernens als Aufgabe des Religionsunterrichts deutlich. Dies gilt nicht nur für die Grundschulen, sondern auch für die Realschule und das Gymnasium. Gerade hier neigen die anderen Fächer dazu, diesen Aspekt des Lernens zu ignorieren und Unterricht primär als Informationsübertragung und Stoffvermittlung zu betrachten“.

Auch die wesentlichen Fragestellungen, wie etwa „Wie gehe ich mit meinen Mitmenschen um? Was lehrt uns die islamische Schöpfungsgeschichte und welche Verantwortung für Menschen, Tieren und Pflanzen resultiert daraus? Was für Wertvorstellungen im Umgang mit Menschen gibt es und was bedeutet dieses für mich?“, denen sich der islamische Religionsunterricht gemäß dem Niedersächsischen Kultusministerium widmet, lassen annehmen, dass dieser Unterricht zumindest auch soziales Lernen bezwecken soll. Der islamische Religionsunterricht weist insgesamt ein besonderes Potenzial auf, um soziale Kompetenz bei Schüler*innen aufzubauen und diese mit ihrem religiösen Bewusstsein und Emotionen in Einklang zu bringen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des sozialen Lernens im Religionsunterricht und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.

2. Definition: Soziales Lernen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des sozialen Lernens als Erwerb von Sozialkompetenz innerhalb einer Gemeinschaft und diskutiert pädagogische Ansätze.

3. Relevanz von sozialem Lernen in Schulen: Hier werden Aufgaben und Funktionen der Schule beleuchtet und der Zusammenhang zwischen schulbezogenen Problemen wie Gewalt oder Schulverweigerung und dem Bedarf an sozialem Lernen dargestellt.

4. Soziales Lernen im Christlichen Religionsunterricht (CRU): Dieses Kapitel analysiert religionspädagogische Konzepte sowie spezifische niedersächsische Lehrpläne für den christlichen Unterricht.

5. Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht (IRU): Der Fokus liegt hier auf der Analyse der Lehrpläne für Niedersachsen und NRW sowie auf der Evaluation von islamischen Schulbüchern hinsichtlich ihres Potenzials für soziales Lernen.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Forschungsergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage zur Eignung des Islamischen Religionsunterrichts für soziales Lernen.

Schlüsselwörter

Soziales Lernen, Islamischer Religionsunterricht, Sozialkompetenz, Werteerziehung, Moralerziehung, Schulentwicklung, Gewaltprävention, Identitätsbildung, Lehrplananalyse, Lehrmaterialforschung, Inklusion, Partizipation, Ethik, interreligiöses Lernen, prosoziales Verhalten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Potenzial des Islamischen Religionsunterrichts zur Förderung sozialen Lernens und sozialer Kompetenzen bei Schülerinnen und Schülern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Definition sozialen Lernens, die Analyse der Relevanz im Schulalltag, den Vergleich mit christlichen religionsdidaktischen Konzepten sowie die Lehrplan- und Lehrmaterialanalyse für den Islamischen Religionsunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu klären, warum und inwiefern soziales Lernen innerhalb des Islamischen Religionsunterrichts stattfinden kann und sollte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturrezeption sowie eine inhaltsanalytische Untersuchung von Lehrplänen und ausgewählten islamischen Schulbüchern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Begrifflichkeit, der Relevanz des sozialen Lernens an Schulen, der didaktischen Analyse des christlichen und islamischen Religionsunterrichts sowie der praktischen Untersuchung von Lehrmaterialien wie "Bismillah 5" und "Saphir".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Soziales Lernen, Islamischer Religionsunterricht, Sozialkompetenz, Moralerziehung, Identitätsbildung und Lehrplanforschung.

Wie schneidet das Schulbuch "Bismillah 5" bei der Analyse ab?

Die Analyse ergibt, dass "Bismillah 5" zwar soziale Inhalte thematisiert, diese jedoch kaum systematisch zur Förderung sozialer Kompetenzen nutzt und eher kognitive Lernprozesse betont.

Welche Bedeutung hat das Konzept "Tahḏīb al-aḫlāq"?

Es bezeichnet die Verbesserung der moralischen Haltung und Erziehung der Seele zur moralischen Mündigkeit, was als wesentlicher Bestandteil der islamischen Moralerziehung für soziales Lernen erachtet wird.

Können Schulen durch soziales Lernen Gewalt vorbeugen?

Ja, die Arbeit legt dar, dass die Förderung von Sozialkompetenz und die Stärkung einer positiven Schulkultur durch soziale Lernarrangements präventiv gegen Gewalt und Schulverweigerung wirken können.

Ende der Leseprobe aus 132 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht
Hochschule
Universität Osnabrück  (Islamische Theologie)
Veranstaltung
Islamische Religionspädagogik
Note
1,7
Autor
Asuman Ciftci (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
132
Katalognummer
V1192421
ISBN (PDF)
9783346632739
ISBN (Buch)
9783346632746
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Schule Unterricht Pädagogik Didaktik Erziehung Islamischer Religionsunterricht Christlicher Religionsunterricht Religionspädagogik soziales Lernen moralisches Lernen ethisches Lernen religiöses Lernen Charakterbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Asuman Ciftci (Autor:in), 2019, Soziales Lernen im Islamischen Religionsunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192421
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