Das Ziel dieser Arbeit ist, die verschiedenen Identifizierungsmöglichkeiten von hochbegabten Schülern darzustellen und Problemfelder dieser Schüler aufzuzeigen. Im weiteren Verlauf werden die möglichen Fördermaßnahmen von hochbegabten Schülern aus der Praxis dargestellt und analysiert.
Deshalb muss zunächst der Begriff „Hochbegabung“ definiert werden, da keine einheitliche Definition existiert. Um Fördermaßnahmen ergreifen zu können, müssen Hochbegabte zunächst identifiziert werden. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten, die in formelle und informelle Verfahren eingeteilt werden. Zu den formellen Verfahren gehören Intelligenztests, Schulnoten und Wettbewerbe, die informellen Verfahren beinhalten Lehrernominierungen, Elternnominierungen und Peernominierungen.
Auch wenn hiernach bekannt wird, welche Schüler hochbegabt sind, ist es wichtig, Problemfelder von Hochbegabten zu kennen, da eine Hochbegabung individuell zu betrachten ist und eine Förderung nur dann sinnvoll sein kann, wenn auch die Probleme dieser Schüler behandelt werden. Mögliche Problemfelder von hochbegabten Schülern sind, dass sie schulisch unterfordert sind, die Leistungen verweigern, aber auch, dass soziale Probleme auftreten können.
Außerdem herrschen verschiedene Meinungen zur Notwendigkeit einer Förderung von hochbegabten Schülern. Nachdem Argumente gegen eine Notwendigkeit aufgeführt werden, sollen die Argumente für eine Förderung von hochbegabten Schülern verdeutlichen, dass eine Notwendigkeit besteht. Anschließend werden im Hauptteil schulische Fördermaßnahmen dargestellt, die in Akzeleration und Enrichment unterteilt sind, zudem ist eine Mischform aus den beiden Förderarten möglich.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hochbegabung
2.1 Definition von Hochbegabung nach Lucito
2.1.1 Ex-post-facto-Definition
2.1.2 Termans IQ-Definition
2.1.3 Talentdefinition
2.1.4 Prozentsatzdefinition
2.1.5 Kreativitätsdefinition
2.2 Definition von Hochbegabung nach Marland
3. Identifizierungsmöglichkeiten von Hochbegabung
3.1 Formelle Verfahren
3.1.1 Intelligenztests
3.1.2 Schulnoten
3.1.3 Wettbewerbe
3.2 Informelle Verfahren
3.2.1 Lehrernominierung
3.2.2 Elternnominierung
3.2.3 Peernominierung
4. Problemfelder hochbegabter SuS
4.1 Mythos über Eigenschaften von hochbegabten SuS
4.2 Problemfelder von hochbegabten SuS im schulischen Umfeld
4.2.1 Schulische Unterforderung
4.2.2 Leistungsverweigerung
4.2.3 Soziale Probleme
5. Notwendigkeit der Förderung hochbegabter SuS
5.1 Kritik an der Förderung hochbegabter SuS
5.2 Gründe für die Notwendigkeit einer Förderung von hochbegabten SuS
5.2.1 Förderung als rechtlicher Anspruch
5.2.2 Förderung als pädagogische Aufgabe
5.2.3 Förderung zur Vermeidung von schulischen Problemen
6. Schulische Fördermaßnahmen
6.1 Akzeleration
6.1.1 Frühe Einschulung
6.1.2 Überspringen von Klassen
6.1.3 Teilunterricht in höheren Klassen
6.2 Enrichment
6.2.1 Innere Differenzierung
6.2.1.1 Wochenplanarbeit
6.2.1.2 Projektarbeit
6.2.2 Äußere Differenzierung
6.2.2.1 Arbeitsgemeinschaften
6.2.2.2 Schülerwettbewerbe
6.3 Mischformen aus Akzeleration und Enrichment
6.3.1 Spezialklassen und -schulen für Hochbegabte
6.3.2 Frühstudium
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der schulischen Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern. Ziel ist es, verschiedene Identifizierungsmethoden darzustellen, typische Problemfelder dieser Schülergruppe aufzuzeigen und geeignete Förderstrategien kritisch zu analysieren.
- Definitionen und theoretische Konzepte der Hochbegabung
- Formelle und informelle Identifizierungsverfahren
- Schulische Problemfelder wie Unterforderung und soziale Isolation
- Die Notwendigkeit und Rechtfertigung von Fördermaßnahmen
- Differenzierung zwischen Akzeleration, Enrichment und Mischformen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Intelligenztests
Ein Intelligenztest ist eine Zusammenstellung von Aufgaben, bei denen davon ausgegangen wird, dass sie Informationen über den Intelligenzquotienten des Getesteten geben (vgl. Holling & Kanning 1999, S. 24). Jedoch sollten bei der Hochbegabungsidentifizierung Intelligenztests ein möglichst breites Spektrum der Hochbegabungsbereiche abdecken, sodass keine Begabungsbereiche übersehen werden (vgl. Preckel und Vock 2013, S. 99).
Intelligenztests müssen also festgelegte Testgütekriterien wie Objektivität, Reliabilität und Validität erfüllen (vgl. Kaup 2009, S. 94f.).
Objektivität: Objektiv ist ein Test, wenn unterschiedliche Testleiter- und Auswerter bei der gleichen Testperson zu gleichen Ergebnissen gelangen. Reliabilität: Reliabel ist ein Test, wenn er zu unterschiedlichen Zeitpunkten (Retest-Reliabilität), und mit äquivalenten Testversionen (Paralleltest-Reliabilität) zu gleichen Ergebnissen bei der gleichen Testperson gelangt. Validität: Valide ist ein Test, wenn er tatsächlich misst, was er vorgibt zu messen in Bezug auf den Inhalt (Inhaltsvalidität) und das Kriterium (Kriteriumsvalidität) (Kaup 2009, S. 95).
In vielen Intelligenztests werden diese Gütekriterien nicht erfüllt, dennoch sind sie anerkannt und die gebräuchlichsten Verfahren zur Intelligenzmessung. Ein weiterer Mangel von Intelligenztests besteht darin, dass nur die intellektuelle Begabung diagnostiziert werden kann und andere Fähigkeiten wie die musische oder sportliche Begabung nicht in Betracht gezogen werden (vgl. Holling & Kanning 1999, S. 39).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Entwicklung der Hochbegabungsforschung ein und formuliert das Ziel der Arbeit, Identifizierungsmöglichkeiten und Problemfelder von Hochbegabten zu beleuchten.
2. Hochbegabung: Dieses Kapitel erläutert, dass es keine einheitliche Definition von Hochbegabung gibt, und stellt die Ansätze von Lucito und Marland sowie verschiedene Klassifizierungsmodelle vor.
3. Identifizierungsmöglichkeiten von Hochbegabung: Es werden formelle diagnostische Instrumente wie Intelligenztests und Schulnoten sowie informelle Verfahren wie Nominierungen durch Lehrer, Eltern und Peers kritisch diskutiert.
4. Problemfelder hochbegabter SuS: Hier werden typische Herausforderungen im schulischen Kontext behandelt, insbesondere Unterforderung, Leistungsverweigerung und soziale Schwierigkeiten, sowie ein populärer Mythos widerlegt.
5. Notwendigkeit der Förderung hochbegabter SuS: Das Kapitel setzt sich mit Kritik an Fördermaßnahmen auseinander und begründet die Notwendigkeit der Förderung durch rechtliche Ansprüche, pädagogische Verantwortung und Prävention schulischer Probleme.
6. Schulische Fördermaßnahmen: Dieser Abschnitt klassifiziert konkrete Interventionsmöglichkeiten in Akzeleration (Beschleunigung), Enrichment (Anreicherung) und deren Mischformen wie Spezialschulen oder Frühstudium.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass eine individuelle Betrachtung der Hochbegabung essenziell für den Erfolg schulischer Förderprogramme ist.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Identifizierung, schulische Förderung, Akzeleration, Enrichment, Intelligenztest, Unterforderung, Begabungsdiagnostik, Schulnoten, Lehrernominierung, Leistungsverweigerung, Differenzierung, Hochbegabtenförderung, Bildungsanspruch, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die schulische Situation von hochbegabten Schülern, von ihrer Identifizierung über auftretende Problemfelder bis hin zu spezifischen Förderkonzepten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von Hochbegabung, die verschiedenen Diagnoseverfahren, die psychologischen Problemfelder im Unterricht sowie Maßnahmen zur Beschleunigung (Akzeleration) und Bereicherung (Enrichment) des Lernens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der schulischen Förderung hochbegabter Kinder aufzuzeigen, indem die verschiedenen Identifizierungsmethoden und typischen Problemfelder dieser Schüler analysiert werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, bei der aktuelle Forschungsbefunde und pädagogische Fachliteratur zur Identifizierung und Förderung von Hochbegabten ausgewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Identifizierung (formell vs. informell), die Analyse von Problemfeldern (z.B. Langeweile, soziale Isolation), die Begründung der Fördernotwendigkeit und die Vorstellung konkreter Maßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Hochbegabung, Begabungsdiagnostik, Akzeleration, Enrichment, Schulförderung und schulische Unterforderung charakterisieren.
Warum ist die Unterscheidung zwischen formellen und informellen Identifizierungsverfahren wichtig?
Sie ist wichtig, weil formelle Verfahren (Tests) objektive Vergleichswerte liefern, während informelle Verfahren (Beobachtung) den Alltagskontext einbeziehen und somit eine ganzheitlichere, wenn auch subjektivere Einschätzung ermöglichen.
Welche Rolle spielt die soziale Integration bei der Förderung hochbegabter Schüler?
Soziale Integration ist zentral, da Hochbegabte häufig durch Unterforderung oder das Gefühl, nicht in die Gruppe zu passen, soziale Isolation oder Probleme erfahren, was ihre Lernmotivation und Persönlichkeitsentwicklung gefährden kann.
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- Ömer Tümen (Author), 2019, Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern. Möglichkeiten und Grenzen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1192913