Technologische Entwicklungen und ein damit verbundener gesellschaftlicher Wandel bewirken gegenwärtig viele Veränderungen im Bildungsbereich. Der Einzug des Computers in den Alltag unserer heutigen Wissensgesellschaft war dafür ein entscheidender Schritt und ist in vielen Bereichen bereits abgeschlossen. Die Leistungsfähigkeit, die Vernetzung und die Benutzerfreundlichkeit von Hard- und Software waren begünstigende Faktoren, die diesen Prozess beschleunigt haben.
Ein Teil des Wandels kann mit dem Schlagwort Web 2.0 erklärt werden. Die damit verbundenen Veränderungen der Internet-Nutzungsgewohnheiten und die Anwendung dieser auf den Bildungsbereich schaffen E-Learning 2.0. Ziel dieser Arbeit ist diese Entwicklung darzustellen, die Begriffe zu erörtern, Auswirkungen dieser Entwicklung darzulegen, den aktuellen Stand und mögliche Weiterentwicklungen aufzuzeigen. Zunächst wird das Phänomen Web 2.0 etwas näher betrachtet um davon ausgehend, angelehnt an eine Studie exemplarisch einen Anwendungsfall aus der „Wolke“ Web 2.0 heraus zu greifen und darzustellen. Dies wird am Beispiel der Anwendung „Blog“ beschrieben. Die Beobachtungen aus dieser Blogstudie führen zum E-Learning 2.0 und zeigen, welche Effekte diese vermeintlich neuen Technologien haben. Im Anschluss werden Themen wie Lebenslanges Lernen und informelles Lernen betrachtet, denen die angesprochenen technologischen und zugleich gesellschaftlichen Entwicklungen zu Gute kommen. Abschließend werden alle Beobachtungen zusammengeführt betrachtet und Anregungen dafür gegeben, wie die vorgestellten bzw. angesprochenen Technologien konkret in Bildungsmaßnahmen angewendet werden können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Ziele dieser Arbeit
2 Web 2.0
2.1 Entstehungsgeschichte des Web 2.0
2.2 Was ist Web 2.0?
2.3 Voraussetzungen für Web 2.0
2.4 Veränderungen durch Web 2.0
2.4.1 Author vs. User
2.4.2 Local vs. Remote
2.4.3 Privacy vs. Publicity
2.5 Anwendungen im Web 2.0
2.5.1 Wikis
2.5.2 Social Bookmarking-Tools
2.5.3 Social Networking-Tools
2.5.4 Fotocommunity
2.5.5 Medienplayer und -plattform
2.5.6 Videoportale
2.6 Kritische Betrachtung: Blog
3 E-Learning und E-Learning 2.0
3.1 Wie sieht E-Learning 2.0 aus?
3.2 Einsatzszenarien von Web 2.0 Tools im Bildungsbereich
3.3 E-Learning 2.0: PLE – Personal Learning Environment
3.4 Weiterbildung und Digitales Lernen heute und in drei Jahren
4 Verändertes Lernen durch E-Learning 2.0
4.1 Formales vs. Informelles Lernen
4.2 Informelles und lebenslanges Lernen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Internet-Nutzungsgewohnheiten durch das Web 2.0 und dessen Übertragung auf den Bildungssektor, um das Konzept des E-Learning 2.0 zu definieren und dessen Auswirkungen sowie zukünftige Potenziale für das informelle und lebenslange Lernen zu analysieren.
- Prinzipien und Entstehung des Web 2.0
- Anwendungsformen sozialer Software (Wikis, Blogs, Social Networking)
- E-Learning 2.0 und Personal Learning Environments (PLE)
- Gegenüberstellung von formalem und informellem Lernen
- Bedeutung des lebenslangen Lernens in der Wissensgesellschaft
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Author vs. User
Im Web 2.0 verschwimmen zunehmend die eindeutigen Rollen von Autoren und Usern. Noch vor kurzer Zeit war die Trennung diesen beiden Personengruppen sehr klar. Heutzutage schlüpfen die Nutzer mehr und mehr in die Rolle der Autoren und erzeugen Inhalte im Web 2.0. Einfache User Interfaces der Softwareangebote, der große Partizipationswille in der Gesellschaft und viele andere Faktoren haben diese Entwicklung unterstützt. „User generated content“ ist in aktuellen Web 2.0 Anwendungen der Inhalt, der diese Anwendungen zum Leben erweckt und oft im Mittelpunkt des Interesses steht.
Natürlich hat diese Entwicklung vielerlei Konsequenzen. Die Frage nach Qualität und der zunehmenden Masse von Informationen seien hier nur als solche angeführt. Eine Beantwortung dieser Frage bleibt jedoch an dieser Stelle offen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Ziele dieser Arbeit: Einführung in den technologischen und gesellschaftlichen Wandel und Darlegung der Zielsetzung, den Begriff Web 2.0 und dessen Einfluss auf das E-Learning zu erforschen.
2 Web 2.0: Detaillierte Betrachtung der Entstehung, Prinzipien und Anwendungen des Web 2.0 sowie eine kritische Analyse von Blogs hinsichtlich Glaubwürdigkeit und Auffindbarkeit.
3 E-Learning und E-Learning 2.0: Analyse der Veränderungen im Bereich des computergestützten Lernens durch Web 2.0-Technologien, inklusive der Vorstellung von Personal Learning Environments.
4 Verändertes Lernen durch E-Learning 2.0: Untersuchung der pädagogischen Implikationen mit Fokus auf die zunehmende Bedeutung informeller Lernformen und des lebenslangen Lernens.
5 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Potenziale und Herausforderungen durch Web 2.0 für Lernprozesse unter Berücksichtigung der kritischen Notwendigkeit für Bewertungs- und Filterungsmechanismen.
Schlüsselwörter
Web 2.0, E-Learning 2.0, Social Software, Wissensgesellschaft, Informelles Lernen, Formale Bildung, Lebenslanges Lernen, User Generated Content, Personal Learning Environment, Mashups, Blog, Wiki, Medienkompetenz, Digitales Lernen, Kollaboration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der Web 2.0-Entwicklung auf Bildungsangebote und Lernprozesse, insbesondere im Hinblick auf den Übergang zum sogenannten E-Learning 2.0.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Web 2.0, die Rolle der User als Content-Produzenten, den Einsatz sozialer Software im Bildungsbereich sowie die Abgrenzung und Bedeutung von formalem und informellem Lernen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Entwicklung zum E-Learning 2.0 darzustellen, die zugrunde liegenden Begriffe zu klären und den aktuellen Stand sowie mögliche zukünftige Weiterentwicklungen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von Fachliteratur, Expertenbefragungen (wie die MMB-Trendmonitore) und die Ergebnisse empirischer Studien, wie etwa die Blogstudie der Universität Leipzig.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die technischen Grundlagen des Web 2.0 beschrieben, gefolgt von konkreten Anwendungsszenarien für den Bildungsbereich und der theoretischen Einordnung des informellen Lernens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Web 2.0, E-Learning 2.0, lebenslanges Lernen und informelles Lernen geprägt.
Was zeichnet eine Personal Learning Environment (PLE) aus?
Eine PLE ist ein modulares System, das dem Lerner erlaubt, unterschiedliche Dienste und Quellen individuell zusammenzustellen, um den eigenen Wissenserwerb selbstorganisiert zu gestalten.
Warum wird informelles Lernen als zunehmend wichtig erachtet?
Informelles Lernen wird aufgrund des gesellschaftlichen Wandels zur Wissensgesellschaft und der Notwendigkeit zur lebenslangen Anpassung im Berufsleben als unverzichtbar betrachtet, wobei es oft effizienter und kostengünstiger als formale Bildungswege ist.
- Citation du texte
- Dipl.-Ing. Christian Müller (Auteur), 2008, Aus Web 2.0 folgt E-Learning 2.0?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119828