Im Mittelpunkt der Arbeit steht der Versuch, zwei bekannte Vertreter der inszenierten Fotografie anhand von Bildbeispielen zu vergleichen. Dabei ist eine zentrale Frage, wie inszenierte Fotografie in ihren Werken zum Ausdruck kommt. Abgesehen von vielen Vorläufern z.B. in der surrealistischen Fotografie, liegt deren Beginn in den USA und Europa Ende der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Obwohl inszenierte Fotografie also schon länger existiert, ist die Frage, was sie eigentlich ausmacht, nicht abschließend beantwortet. Dieser Frage gehe ich partiell nach, indem ich mich auf die Positionen von Gregory Crewdson und Jeff Wall beschränke. Nach einer Diskussion literarischer Quellen werden zwei Bilder der Künstler gegenübergestellt und analysiert. Die Auswahl ist demonstrativer Art und dient als Ergänzung einer konzeptuellen Verortung bezüglich Produktionsweise, Stilrichtung und Narration der Bilder. Die Ergebnisse werden in Form einer Tabelle zusammengefasst und diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Inszenierte Fotografie im Überblick
3. Gregory Crewdson: Zwischen Traum und Trauma
4. Jeff Wall: Zwischen Sein und Bewusstsein
5. Bildbeispiele: Zwei Apartments, zwei Welten
6. Zusammenfassung und Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der zwei bedeutenden Vertreter der inszenierten Fotografie, Gregory Crewdson und Jeff Wall, anhand ausgewählter Bildbeispiele zu analysieren und deren jeweilige Produktionsweise, Stilistik sowie narrative Ansätze kritisch gegenüberzustellen.
- Grundlagen und Definition der inszenierten Fotografie
- Biografische und künstlerische Hintergründe von Gregory Crewdson
- Biografische und künstlerische Hintergründe von Jeff Wall
- Vergleichende Analyse der Bildsprache und narrativen Struktur
- Rezeption und Wirkung der fotografischen Inszenierungen
Auszug aus dem Buch
Gregory Crewdson: Zwischen Traum und Trauma
Gregory Crewdson wurde 1962 in Brooklyn geboren und machte 1985 in Yale seinen Master of Fine Arts in der Fachrichtung Fotografie. Dieses Fach unterrichtet er dort seit 1993 bis heute. Sein Vater war Psychoanalytiker, was seine Bilderwelten entscheidend beeinflusste. Sein Interesse an den „unheimlichen“ Geschichten der Patienten im Souterrain, in dem sein Vater praktizierte spiegelt sich in seinen Fotografien wieder.
Crewdsons Bilder kopieren den Stil der Hollywoodfilme der 50er Jahre, wobei er dies so glaubhaft umsetzt, dass man sich an einen Originalfilm erinnert fühlt. Er erzeugt beim Betrachter Erinnerungsbilder ohne konkreten Bezug. Walter zitiert die Kunsthistorikerin Krauss, die ein solches Trugbild, auch „Simulacrum“, als „falsche Kopie“ oder an anderer Stelle als „Kopie ohne Original“ bezeichnet.
Das dunkle, stets im Dämmerlicht liegende Amerika, das er fotografisch inszeniert, scheint immer nur Kulisse einer lakonisch abgedämpften Seelenqual zu sein, eine Reise ins Land der Depression und der Paranoia. Eine unbestimmte Bedrohung, die Erwartung einer zerstörerisch wirkenden Kraft kommen zum Ausdruck, wobei diese durchaus auch in den Personen selbst wohnen könnte, eigene Unfähigkeit, mögliche Versäumnisse, das ungelebte Leben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Zielsetzung der Arbeit dar, die Positionen von Gregory Crewdson und Jeff Wall anhand von Bildvergleichen zu analysieren.
2. Inszenierte Fotografie im Überblick: Dieses Kapitel liefert eine historische und methodische Einordnung der inszenierten Fotografie unter Berücksichtigung ihrer Entwicklung und theoretischen Grundlagen.
3. Gregory Crewdson: Zwischen Traum und Trauma: Der Abschnitt beleuchtet die Biografie und Arbeitsweise von Crewdson und analysiert seine Inszenierung des „Unheimlichen“ und Traumartigen.
4. Jeff Wall: Zwischen Sein und Bewusstsein: Dieses Kapitel widmet sich dem Werdegang von Jeff Wall und untersucht, wie er neorealistische Einflüsse in seine inszenierte Fotografie einbindet.
5. Bildbeispiele: Zwei Apartments, zwei Welten: Hier werden konkret zwei Werke der Künstler einander gegenübergestellt, um deren divergente Herangehensweisen an Narration und Bildaufbau zu verdeutlichen.
6. Zusammenfassung und Diskussion: Im letzten Kapitel werden die wesentlichen Ergebnisse der Analyse zusammengetragen und in einem abschließenden Vergleich diskutiert.
Schlüsselwörter
Inszenierte Fotografie, Gregory Crewdson, Jeff Wall, Staging, Bildsprache, Narration, Film Still, Simulacrum, Neorealismus, Psychoanalyse, Entfremdung, Fotografiegeschichte, Bildgestaltung, Künstliche Inszenierung, Amerikanischer Traum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Genre der inszenierten Fotografie am Beispiel zweier prominenter Vertreter, Gregory Crewdson und Jeff Wall.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Produktionsweisen, die Stilistik, die narrative Struktur sowie der Einfluss des Kinos und der Psychoanalyse auf die Bildgestaltung der beiden Fotografen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die spezifischen künstlerischen Positionen der beiden Fotografen herauszuarbeiten und durch einen direkten Bildvergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literarische Analyse in Kombination mit einer vergleichenden Bildanalyse, ergänzt durch eine tabellarische Zusammenfassung im Anhang.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der inszenierten Fotografie, detaillierte Porträts beider Künstler sowie eine konkrete Gegenüberstellung zweier exemplarischer Werke.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind inszenierte Fotografie, Bildinszenierung, cineastische Ästhetik, narrativer Anspruch und die Entfremdungsthematik.
Inwiefern beeinflusst der Beruf des Vaters die Arbeit von Gregory Crewdson?
Die psychoanalytische Praxis seines Vaters prägte Crewdsons Interesse an „unheimlichen“ Geschichten und menschlichen Abgründen, was seine Bildwelten stark beeinflusst.
Wie unterscheidet sich die Arbeitsweise von Jeff Wall von derjenigen Crewdsons?
Während Wall den Neorealismus als Bezugspunkt nutzt und sich auf die Darstellung von Alltagssituationen konzentriert, arbeitet Crewdson mit einer cineastischen Ästhetik, die Traumata und das Surreale in den Vordergrund rückt.
- Citar trabajo
- Max Christ (Autor), 2017, Fotografiegeschichte. Positionen inszenierter Fotografie von Gregory Crewdson und Jeff Wall, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1198835