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Warum fielen Bernard Mandevilles Lehren in Vergessenheit?

Titre: Warum fielen Bernard Mandevilles Lehren in Vergessenheit?

Dossier / Travail , 2008 , 15 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Raphael Seitz (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Résumé Extrait Résumé des informations

Über Bernard Mandeville ist heutzutage nur noch wenig bekannt. In einer Zeit, in der die Gegensätze zwischen Arm und Reich in England immer größer wurden, sich der Kontrast zwischen wachsender Proletarisierung und Kriminalität einerseits und der Blütezeit der englischen Kultur und schönen Künste andererseits weiter verschärfte, wurde die Satire zum bevorzugten Stilmittel. Mandeville, der 1670 zunächst in Rotterdam geboren wurde und nach erfolgreichem Studienabschluss in Philosophie und Medizin, erst 1693 nach England übersiedelte, veröffentlichte 1705, zunächst anonym, sein bis heute bekanntestes Werk „Der unzufriedene Bienenstock“ als Satire. Da diese Sixpenny-Broschüre auf der einen Seite reißenden Absatz fand, er jedoch auf der anderen Seite die literarischen Kreise Londons mit dem zugrunde liegenden, tabulösen Thema gegen sich aufbrachte, wurden in den darauf folgenden Jahren, nun unter dem bis heute gebräuchlichen Titel „Die Bienenfabel, oder Private Laster, Öffentliche Vorteile“, weitere Auflagen herausgegeben. Diese versah Mandeville allerdings mit verschiedenen Essays und Anmerkungen zu fast jedem Vers der Fabel, die die eigentliche Grundlage seiner Gesellschaftskritik bildeten. Diese expliziten Ausführungen bezogen sich auf eine Art Gedicht oder Fabel in Reimform, das für sich alleine wohl kaum einen so hohen Aufmerksamkeitsfokus erreicht hätte.
In einem Bienenstock, der aber sehr wohl für die Menschheit (oder die Bevölkerung Englands) steht, herrschen Niederträchtigkeit, Betrug, Korruption und andere schlechte Dinge vor und doch gedeihen der Wohlstand und das Gesamtwohl der Bevölkerung. Ein jeder Bürger geht seinen privaten Lastern nach, die zusammen doch einen öffentlichen Nutzen hervorbringen: „Stolz, Luxus und Betrügerei / Muß sein, damit ein Volk gedeih“ (Mandeville [1724] 1980, S.92)
Von einem Moment zum anderen erkennt die Bevölkerung nun aber ihre eigene Sündhaftigkeit und führt ab sofort ein tugend- und ehrenhaftes Leben. Die Folgen daraus jedoch sind der allmähliche Zerfall des Wohlstands und der bestehenden Ordnung des Staates.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erklärung der Bienenfabel und Reaktionen

3 Psychologische Verhaltensmuster

3.1 Ursprung der sittlichen Tugend

3.2 Eigenliebe und Selbsterhaltung in der menschlichen Natur

3.3 Die Affinität zu Gesellschaft und Geselligkeit

4 Ökonomische Betrachtung der Gesellschaft

4.1 Voraussetzung für einen wohlhabenden Staat

4.2 Mandevilles Plädoyer für die sozioökonomische Ungleichverteilung der Gesellschaft

5 Schlussbemerkung: Würdigung für Mandevilles Mut

6 Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kernbotschaft von Bernard Mandevilles "Bienenfabel" und analysiert, wie sein Verständnis der menschlichen Natur sowie seine ökonomischen Ansichten dazu führten, dass seine Lehren lange Zeit in Vergessenheit gerieten bzw. auf starke Ablehnung stießen.

  • Analyse der "Bienenfabel" als gesellschaftskritisches Werk.
  • Untersuchung psychologischer Verhaltensmuster und des Ursprungs sittlicher Tugend.
  • Darstellung der Verbindung zwischen privatem Laster und öffentlichem Nutzen.
  • Bewertung von Mandevilles ökonomischen Thesen zur Rolle der Armen und des Luxus.
  • Einordnung von Mandevilles Denken im Kontext der Ideengeschichte und zeitgenössischer Kritik.

Auszug aus dem Buch

3.1 Ursprung der sittlichen Tugend

Gibt es nun überhaupt eine allgemein gültige Tugendhaftigkeit? Sittliches Verhalten ist nach Mandeville nur ein Stück weit möglich, nämlich seine exzessivsten Neigungen vernunftgemäß zum Wohle der Allgemeinheit temporär zu unterdrücken. (vgl. Utitz 1957, S.6) Im Resultat bedeutet dies, dass nur durch Selbsttäuschung und -leugnung ein ethisches Verhalten erwachsen kann. Im Folgenden soll sich auf Grundlage von Mandevilles “Untersuchung über den Ursprung der sittlichen Tugend” näher mit diesem Wert befassen werden.

Er baut sich hierfür ein großes Gedankenkonstrukt auf, in dem er die Geburtsstunde der modernen Gesellschaft darstellt. Politiker, Moralisten und Philosophen überlegten zur ihrer Gründung lange, wie es zu erreichen sei, den Menschen die Überzeugung beizubringen, dass es vorteilhafter sei, seine Begierden zu kontrollieren, seinen natürlichen Neigungen zu entsagen und das Allgemeinwohl dem egoistischen Eigennutzen vorzuziehen.

Dabei konnten sie sich eines psychologischen Phänomens bedienen: Der Mensch möchte für jede Tat eine Art Entlohnung, wobei diese nicht zwangsläufig materieller Natur sein muss. Anerkennung und Lob berühren einen Menschen in einer so intensiven Weise, dass das Wissen um den Persönlichkeitsstatus in der Gesellschaft, einen enorm hohen Stellenwert besitzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in den historischen Kontext des 18. Jahrhunderts ein und erläutert die Bedeutung der Bienenfabel als Satire auf die damaligen sozialen und moralischen Widersprüche.

2 Erklärung der Bienenfabel und Reaktionen: Dieses Kapitel erläutert die Anklageschrift Mandevilles gegen die menschliche Natur und die überwiegend negativen Reaktionen seiner Zeitgenossen auf seine Thesen.

3 Psychologische Verhaltensmuster: Hier wird Mandevilles Fokus auf psychologische Motive beleuchtet, wobei besonders der Ursprung der Tugend sowie die Rolle von Eigenliebe und Selbsterhaltung hinterfragt werden.

3.1 Ursprung der sittlichen Tugend: Das Kapitel analysiert, wie Tugend als Mittel zur Unterdrückung natürlicher Neigungen durch Selbsttäuschung und das Streben nach Anerkennung gedeutet wird.

3.2 Eigenliebe und Selbsterhaltung in der menschlichen Natur: Es wird dargelegt, dass menschliches Handeln primär durch Grundtriebe und die Suche nach Bestätigung motiviert ist, selbst bei scheinbar altruistischen Taten.

3.3 Die Affinität zu Gesellschaft und Geselligkeit: Der Autor untersucht das Spannungsfeld zwischen der Notwendigkeit hierarchischer politischer Strukturen und dem natürlichen, oft widersprüchlichen Hang der Menschen zur Gemeinschaft.

4 Ökonomische Betrachtung der Gesellschaft: Dieses Kapitel verknüpft Mandevilles Sozialpsychologie mit seinen ökonomischen Ansichten zum Wohlstand und zur Rolle des Luxuskonsums.

4.1 Voraussetzung für einen wohlhabenden Staat: Hier wird diskutiert, warum Mandeville Laster wie den Luxus als notwendigen Motor für Arbeit und wirtschaftliche Dynamik betrachtet.

4.2 Mandevilles Plädoyer für die sozioökonomische Ungleichverteilung der Gesellschaft: Das Kapitel behandelt Mandevilles kontroverse Haltung zu Klassenschranken und zur Notwendigkeit billiger Arbeitskräfte für das Funktionieren einer prosperierenden Wirtschaft.

5 Schlussbemerkung: Würdigung für Mandevilles Mut: Abschließend wird Mandevilles Rolle als kritischer Beobachter gewürdigt, trotz seines pessimistischen Menschenbildes und der sozialethisch umstrittenen Thesen.

6 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Bernard Mandeville, Bienenfabel, Gesellschaftskritik, Eigenliebe, Tugend, Moral, Ökonomie, Wohlstand, Luxus, Sozioökonomie, Ungleichverteilung, Selbsterhaltung, Satire, Klassengesellschaft, Wirtschaftspsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Schriften von Bernard Mandeville, insbesondere seine berühmte "Bienenfabel", und untersucht die zugrunde liegende Kritik an moralischen und ökonomischen Systemen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Ökonomie und Moral, der Ursprung von Tugendhaftigkeit, das Spannungsfeld zwischen individuellem Eigennutz und gesellschaftlichem Wohlstand sowie die Kritik an sozioökonomischer Ungleichheit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum Mandevilles Lehren zu seiner Zeit (und darüber hinaus) so stark in Vergessenheit gerieten und warum sie bei Zeitgenossen und späteren Kritikern auf eine so große Ablehnung stießen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer textorientierten Analyse von Mandevilles Werken sowie der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesen, ergänzt durch historische und sozialphilosophische Einordnungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Im Hauptteil werden Mandevilles psychologische Thesen zur menschlichen Natur (Eigenliebe, Tugend) und seine ökonomischen Theorien zum Zusammenhang zwischen Laster (Luxus) und gesellschaftlichem Wohlstand detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören "Bienenfabel", "Eigenliebe", "ökonomischer Nutzen", "gesellschaftliche Ungleichheit" und "Moralphilosophie".

Wie bewertet Mandeville die Rolle von Armut für die Gesellschaft?

Mandeville vertritt die provokante Ansicht, dass eine gewisse flächendeckende Armut und das Fehlen von Bildung für einen Teil der Bevölkerung notwendig seien, um die "schmutzige Arbeit" zu verrichten und die wirtschaftliche Produktivität aufrechtzuerhalten.

Welche Verbindung sieht Mandeville zwischen privaten Lastern und öffentlichem Vorteil?

Er argumentiert, dass das Streben nach Luxus und persönlichem Profit durch die damit verbundenen Konsum- und Produktionsprozesse einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen stiftet, auch wenn die individuellen Motive nicht altruistisch sind.

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Résumé des informations

Titre
Warum fielen Bernard Mandevilles Lehren in Vergessenheit?
Université
Leuphana Universität Lüneburg
Cours
Zum Verhältnis von Ökonomie und Moral
Note
1,3
Auteur
Raphael Seitz (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
15
N° de catalogue
V120054
ISBN (ebook)
9783640240425
ISBN (Livre)
9783640244577
Langue
allemand
mots-clé
Warum Bernard Mandevilles Lehren Vergessenheit Verhältnis Moral
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Raphael Seitz (Auteur), 2008, Warum fielen Bernard Mandevilles Lehren in Vergessenheit?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120054
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Extrait de  15  pages
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