In der vorliegenden Hausarbeit werden Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung thematisiert.
Anfangs wird die Frage behandelt, worum es sich bei Mezzanine-Kapital im Allgemeinen handelt und wie sich die Hybrid-Anleihe als Instrument dieser Finanzierungsart eingliedern lässt. So wird Mezzanine-Kapital als Finanzierungsinstrument zwischen Eigen- und Fremdkapital definiert.
Anschließend daran werden die Motive für den Einsatz von Hybrid-Anleihen sowie die spezifischen Vorteile für Emittenten und Investoren von Hybrid-Anleihen herausgestellt. An dieser Stelle nimmt die Arbeit auch Bezug zu bereits am Markt notierten Hybrid-Anleihen.
Im weiteren Verlauf erfolgt eine Darstellung der besonderen Ausgestaltungsmerkmale von Hybrid-Kapital. Hier werden die Laufzeit und die Vergütung besonders detailliert beschrieben, da diese beiden Kriterien den größten Unterschied zu klassischem Mezzanine-Kapital aufweisen.
Aus aktuellem Anlass wird in einem letzten Schritt untersucht, inwieweit die herrschende Subprime-Krise Auswirkungen auf die Kurse von Hybrid-Anleihen hat, wobei deutlich wird, dass die damals zu verzeichnenden Kurseinbrüche nicht nur auf die Subprime-Krise zurückzuführen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 DEFINITION VON MEZZANINE- UND HYBRID-KAPITAL
2.1 DEFINITION
2.2 ÜBERBLICK ÜBER MEZZANINE-FINANZIERUNGSFORMEN
3 MOTIVE FÜR DEN EINSATZ VON HYBRID-ANLEIHEN
3.1 MOTIVE FÜR DEN EMITTENTEN
3.2 MOTIVE FÜR DEN INVESTOR
4 AUSGESTALTUNGSMERKMALE VON HYBRID-ANLEIHEN
5 HYBRID-ANLEIHEN WÄHREND DER SUBPRIME-KRISE
6 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung und analysiert deren Einsatzmotive für Emittenten sowie Investoren sowie deren besondere Ausgestaltungsmerkmale, wobei auch die Kursentwicklung während der Subprime-Krise beleuchtet wird.
- Definition und Einordnung von Hybrid-Kapital im Vergleich zu klassischem Mezzanine-Kapital.
- Analyse der strategischen Motive für Unternehmen und Anleger bei der Emission bzw. Anlage.
- Detaillierte Darstellung der Merkmale wie Laufzeit, Vergütung und Nachrangigkeit.
- Empirische Betrachtung der Kursstabilität von Hybrid-Anleihen in Krisenzeiten.
Auszug aus dem Buch
3.1 Motive für den Emittenten
Diese noch recht junge Form der Mezzanine-Finanzierung richtet sich in ihren Ausgestaltungsmerkmalen nach der internationalen Rechnungslegung (IFRS), den Bewertungsanforderungen der verschiedenen Rating-Agenturen und dem deutschen Steuerrecht. In den letzten Jahren ist wegen der Vorgaben zur risikooptimierten Kreditvergabe die Bedeutung der Eigenkapitalausstattung und eines positiven Ratings für Unternehmen gestiegen. Traditionell wird daher eine Kapitalerhöhung über die Ausgabe junger Aktien durchgeführt. Dies kann jedoch ungünstig sein, wenn zum Beispiel eine Verwässerung der Stimmrechte vermieden werden soll. Eine Alternative stellt hier die Hybrid-Anleihe dar.
Es gibt keine gesetzlichen Regelungen zu Hybrid-Anleihen im Besonderen. Sie zählen zivilrechtlich zu den Schuldverschreibungen, für die es nur geringe Regulierungen gibt. Daher können die Anleihen im Einzelfall an die Anforderungen von Emittent und Investor angepasst werden. Betrachtet man die bisherigen Emissionen, kann man die folgenden primären Motive aus Sicht des Emittenten für die Ausgabe einer Hybrid-Anleihe erkennen:
Zunächst erhöht sich durch die Emission die Eigenkapitalbasis für das externe Rating. Hier wird versucht, eine hohe Anrechnung als Eigenkapital zu erreichen. Außerdem kann das Hybrid-Kapital zur Refinanzierung genutzt werden. Die Hybrid-Anleihe kann hierbei als Ergänzung beigemischt werden, um die Eigenkapitalquote konstant zu halten. Emittiert ein Unternehmen eine Hybrid-Anleihe, wird dadurch die Verwässerung der Anteile verhindert (bei Hybrid-Kapital eher EPS-neutral). Zusätzlich kann die Emission als Ersatz für andere Eigenkapitalposten fungieren. Besonders für nach IFRS nicht mehr als Eigenkapital anerkannte Genussscheine ist dies eine gute Alternative. Außerdem gibt es bei Hybrid-Anleihen keine wie sonst bei Mezzanine-Kapital üblichen Covenants oder Kündigungsrechte auf der Seite des Investors.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in das Thema der Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung ein und erläutert die Zielsetzung sowie die Struktur der Arbeit.
2 DEFINITION VON MEZZANINE- UND HYBRID-KAPITAL: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Mezzanine- und Hybrid-Kapital, grenzt sie voneinander ab und ordnet sie in den Kontext der Finanzierungsformen ein.
3 MOTIVE FÜR DEN EINSATZ VON HYBRID-ANLEIHEN: Hier werden die strategischen Vorteile und Beweggründe für die Emission von Hybrid-Anleihen durch Unternehmen sowie für die Anlageentscheidungen durch Investoren detailliert untersucht.
4 AUSGESTALTUNGSMERKMALE VON HYBRID-ANLEIHEN: Dieses Kapitel erläutert die spezifischen Merkmale von Hybrid-Anleihen, insbesondere hinsichtlich Laufzeit, Vergütungsstrukturen und der nachrangigen Stellung.
5 HYBRID-ANLEIHEN WÄHREND DER SUBPRIME-KRISE: Es erfolgt eine Analyse der Kursentwicklung von Hybrid-Anleihen während der Subprime-Krise im Vergleich zu Aktienkursen, um die Krisenresistenz zu bewerten.
6 FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Marktes für Hybrid-Anleihen in Abhängigkeit von Zinsniveau und Kündigungsverhalten.
Schlüsselwörter
Hybrid-Anleihe, Mezzanine-Kapital, Eigenkapital, Fremdkapital, Finanzierungsinstrument, Rating, Subprime-Krise, Laufzeit, Vergütung, Nachrangigkeit, Emittent, Investor, Rendite, Kapitalkosten, IFRS.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt Hybrid-Anleihen als ein spezifisches Instrument der Mezzanine-Finanzierung, das zwischen Eigen- und Fremdkapital angesiedelt ist.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die Begriffsdefinition, die Motive für Emittenten und Investoren, die Ausgestaltungsmerkmale und die Performancemessung in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Einsatzmotive zu durchleuchten und die besonderen Ausgestaltungsmerkmale aufzuzeigen, unter Berücksichtigung der Situation am deutschen Kapitalmarkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturanalyse und einer empirischen Betrachtung der Kursbewegungen während der Subprime-Krise.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Finanzierungsformen, die Analyse der Motive für Marktteilnehmer, die Erläuterung technischer Details wie Laufzeit und Zinsstruktur sowie eine empirische Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Hybrid-Anleihe, Mezzanine-Kapital, Eigenkapitalnähe, Rating, Emittentenmotive und Subprime-Krise.
Warum spielt das Rating eine so große Rolle für die Emission?
Ein gutes Rating ist für viele institutionelle Anleger eine Grundvoraussetzung, um in eine Anleihe investieren zu dürfen, weshalb Emittenten die Hybrid-Anleihe nutzen, um die Eigenkapitalbasis für das externe Rating zu stärken.
Was ist mit der sogenannten "ewigen Laufzeit" gemeint?
Die nominale Laufzeit ist unbegrenzt, jedoch besitzen die Emittenten meist Kündigungsoptionen nach einem Zeitraum von sieben bis zehn Jahren.
Welche Funktion hat der "Step-Up" bei Hybrid-Anleihen?
Der Step-Up ist eine Erhöhung des Zinssatzes nach Ablauf der Festzinsperiode, die dazu dient, den Emittenten zur Kündigung zu bewegen oder das erhöhte Risiko für den Anleger bei einer Verlängerung zu vergüten.
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- Katharina Gies (Author), 2008, Hybrid-Anleihen als Instrument der Mezzanine-Finanzierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120269