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Die Änderungen des Kontrollverfahrens durch das 14. Protokoll

Perspektiven und Probleme

Título: Die Änderungen des Kontrollverfahrens durch das 14. Protokoll

Trabajo de Seminario , 2008 , 64 Páginas , Calificación: 16 Punkte (sehr gut)

Autor:in: Melanie Langbauer (Autor)

Derecho - Derecho europeo e Internacional, Derecho internacional privado
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Durch das 14. Protokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention wird das Individualbeschwerdeverfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte umgestaltet.

Heute haben 47 Nationen und circa 800 Millionen Menschen Zugang zu diesem einzigartigen internationalen Rechtsschutzsystem. Die damit einhergehende stetige Steigerung der Beschwerdezahl macht diese erneute Reform des Kontrollsystems nur wenige Jahre nach seiner grundlegenden Umstrukturierung durch das 11. Protokoll erforderlich.

Die geplanten Änderungen, die nun, nachdem Russland seinen Widerstand gegen das Protokoll aufgegeben hat, umgesetzt werden können, werden hier untersucht.
Daneben werden auch der Ursprung der Überlastung, so wie die sich vor diesem Hintergrund aufdrängende Frage nach der Funktion des Gerichtshofs behandelt: Welche Rolle soll der EGMR in Zukunft wahrnehmen? Ist es seine Aufgabe, Einzelfallgerechtigkeit zu gewährleisten, ist er dazu überhaupt in der Lage? Oder sollte der Gerichtshof, so der ehemalige Präsident Luzius Wildhaber, sich auf seine quasi-verfassungsrechtliche Rolle konzentrieren und so einen gemeinsamen europäischen Mindeststandard hinsichtlich des Menschenrechtsschutzes schaffen?

Extracto


Gliederung

A. Einleitung

B. Gründe für die Reform des EGMR

I. Statistisches Material

II. Gründe für Zunahme der Beschwerden

1. Erweiterung des materiellen Rechtsschutzes

2. Neue Vertragsstaaten

3. Zunahme der Beschwerden gegen ältere Vertragsstaaten

4. Individualbeschwerderecht

III. Systemimmanente Probleme

1. Filtermechanismus

2. Repetitive cases

3. Art. 27 II EMRK

IV. Folgen der Überbelastung

C. Maßnahmen des 14. Protokolls

I. Veränderungen hinsichtlich des Verfahrens vor den Spruchkörpern

1. Einzelrichterzuständigkeit

a. Zuständigkeit

b. Entlastung des EGMR

c. Risiken

d. Stellungnahme

2. Summarisches Verfahren für offensichtlich begründete Beschwerden

a. Anwendbarkeit und Auslegung

b. Verfahren vor dem Ausschuss

c. Auswirkung der Maßnahme

aa. Entlastung

bb. Vorteile für den Beschwerdeführer

cc. Beschränkung der staatlichen Souveränität

3. Verkleinerung der Kammern

a. Reichweite der Maßnahme

b. Entlastung

4. Einstufigkeit des Verfahrens

a. Verfahren

b. Auswirkungen

aa. Entlastung

bb. Anpassung von Art. 38 EMRK

II. Beeinträchtigungen des Individualbeschwerderechts

1. Neues Zulässigkeitskriterium

a. Auslegung und Bedenken

aa. Erheblicher Nachteil

bb. Erforderlichkeit der Prüfung aufgrund der Achtung der Menschenrechte

cc. Gebührende Prüfung durch innerstaatliches Gericht

b. Auswirkungen

aa. Entlastung

aaa. Gründe, die für eine Entlastung sprechen

bbb. Gründe, die gegen eine Entlastung sprechen

ccc. Fazit

bb. Beschränkung des Individualbeschwerderechts

aaa. Individuelle Ausrichtung des Menschenrechtsschutzes

bbb. Objektive Ausrichtung des Menschenrechtsschutzes

ccc. Auswirkungen der Schutzklauseln

c. Stellungnahme

2. Stärkung des Vergleichsverfahrens

a. Anwendbarkeit

b. Auswirkungen

aa. Entlastung

bb. Durchführung der Urteile

c. Beschränkung des Individualbeschwerderechts

III. Weitere Änderungen durch das 14. Protokoll

1. Durchführung der Urteile

a. Interpretationsverfahren

b. Säumnisverfahren (infringement proceeding)

2. Stärkung der Stellung des Menschenrechtskommissars

3. Richterstatus

a. Amtszeit und Wiederwahl

b. Ad hoc-Richter

4. Beitritt der EU

D. Ausblick

I. Reform der Reform der Reform…

II. Rolle des EGMR

1. Entwicklung des „individual justice“-Systems

a. Der Einzelne im Zentrum des Rechtschutzsystems

b. Objektiv-rechtliche Bedeutung der Urteile

c. Bedeutung des Individualbeschwerderechts

2. „Constitutional justice“

a. Ziel des constitutional justice-Modells

b. Bedeutung des Individualbeschwerderechts

3. Probleme des individual justice-Modells

a. Realistisches Bild der individual justice

b. Fehlende Mittel

4. Probleme des constitutional justice-Modells

a. Kein Annahmeverfahren nach amerikanischem Vorbild

b. Durchsetzung der Urteile

c. Geeignetheit der Urteile

E. Stellungnahme

I. Verlagerung des Prüfungsschwerpunkts

1. Anzeichen im 14. Protokoll

2. Anzeichen in der Rechtsprechung

a. Pilotverfahren

b. Unilateral Declarations

c. Rechtsprechung zu Art. 41 EMRK

d. Fortsetzung der Prüfung unabhängig von Bestehen der individuellen Beschwer

II. Subsidiarität des Straßburger Rechtsschutzsystems

III. Erforderlichkeit des Inkrafttretens des 14. Protokolls

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Auswirkungen des 14. Protokolls auf das Kontrollverfahren des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR). Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die mit dem 14. Protokoll eingeführten Maßnahmen eine effektive Entlastung des Gerichtshofs ermöglichen, ohne dabei das fundamentale Individualbeschwerderecht unzulässig zu beeinträchtigen.

  • Gründe für die Reform des EGMR (Überlastung und Systemprobleme)
  • Analyse der verfahrensrechtlichen Änderungen des 14. Protokolls
  • Kritische Bewertung des neuen Zulässigkeitskriteriums („erheblicher Nachteil“)
  • Die Spannung zwischen Individualrechtsschutz und objektiver Rechtskontrolle
  • Ausblick auf die zukünftige Identität und Rolle des EGMR

Auszug aus dem Buch

B. Gründe für die Reform des EGMR

Ende 2007 waren 103.850 Verfahren beim Gerichtshof anhängig, 79.400 davon bei seinen Spruchkörpern. Allein 54.000 Beschwerden wurden im Jahr 2007 eingereicht.6

Insgesamt konnten 2007 „nur“ 28.792 Beschwerden erledigt werden, also gerade mal die Hälfte der neu eingegangenen Beschwerden. 27.057 davon, also circa 94 %, indem sie für unzulässig erklärt wurden oder gemäß Art. 37 EMRK von der Prozessliste gestrichen wurden, und 1.735 (6 %) durch Urteil.7 Als Kontrast: Zwischen 1991 - 1998 hatte der EGMR durchschnittlich 99 Urteile pro Jahr zu fällen.8

Der Zufluss an neuen Beschwerden übertrifft also heute bei Weitem die Zahl der vom Gerichtshof erledigten Beschwerden. Hinzu kommt, dass selbst nach den zurückhaltenden Prognosen der Kanzlei ein Abriss des Zustroms an neuen Beschwerden nicht zu erwarten ist. Es wird geschätzt, dass im Jahr 2010 bereits 250.000 Beschwerden beim Gerichtshof anhängig sein werden.9

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Arbeit führt in die historische Entwicklung des EGMR ein und erläutert die Notwendigkeit der Reform durch das 14. Protokoll aufgrund der massiven Überlastung des Systems.

B. Gründe für die Reform des EGMR: Das Kapitel analysiert die statistische Überbelastung, strukturelle Probleme wie den Filtermechanismus und die Zunahme von Wiederholungsfällen (repetitive cases).

C. Maßnahmen des 14. Protokolls: Hier werden die prozessualen Änderungen wie die Einzelrichterzuständigkeit, das summarische Verfahren und neue Zulässigkeitskriterien detailliert untersucht.

D. Ausblick: Dieses Kapitel diskutiert die zukünftige Rolle des EGMR zwischen dem Schutz des Einzelnen und der Wahrnehmung einer verfassungsgerichtlichen Kontrollfunktion.

E. Stellungnahme: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Verlagerung des Prüfungsschwerpunkts und der Notwendigkeit des Inkrafttretens des 14. Protokolls ab.

Schlüsselwörter

EGMR, 14. Protokoll, Individualbeschwerderecht, Menschenrechtsschutz, Verfahrensbeschleunigung, Zulässigkeitskriterium, erheblicher Nachteil, Überlastung, repetitive cases, Urteilsdurchführung, Subsidiarität, Rechtswegerschöpfung, Menschenrechtskonvention, EMRK, Reform des EGMR

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Reform des Rechtsschutzverfahrens des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte durch das 14. Protokoll und den daraus resultierenden Auswirkungen auf das System des Individualrechtsschutzes.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Überlastung des Gerichtshofs, die verfahrensrechtlichen Änderungen durch das 14. Protokoll (z. B. Einzelrichter, summarische Verfahren) sowie die Spannung zwischen der Individualbeschwerde und der objektiven Rechtsfortbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Untersuchung, ob die im 14. Protokoll vorgesehenen Maßnahmen den EGMR effektiv entlasten können, ohne die Kernfunktion des Schutzes des Einzelnen (Individualbeschwerderecht) zu gefährden.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Untersuchung verwendet?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, die sowohl statistische Daten zur Arbeitslast als auch die Auslegung von Konventionsnormen und die Rechtsprechung des EGMR zur Begründung der Reformschritte heranzieht.

Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Reformgründe, eine detaillierte Erläuterung der neuen verfahrensrechtlichen Instrumente des 14. Protokolls sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Einschränkung des Individualbeschwerderechts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Inhalt am besten?

Wesentliche Begriffe sind EGMR, 14. Protokoll, Individualbeschwerde, Überlastung, erheblicher Nachteil sowie der Ausgleich zwischen individueller Gerechtigkeit und europäischer Standardsetzung.

Wie bewertet der Autor die Einführung des Kriteriums des "erheblichen Nachteils"?

Der Autor stuft dies als umstrittene, aber notwendige Maßnahme ein, um die Ressourcen des Gerichtshofs auf bedeutendere Fälle zu konzentrieren, betont jedoch die Bedeutung der begleitenden Schutzklauseln zur Vermeidung von Rechtsschutzlücken.

Inwiefern beeinflusst das 14. Protokoll die Rolle der Vertragsstaaten?

Es führt zu einer verstärkten Betonung der Subsidiarität und fordert von den Vertragsstaaten eine aktivere Rolle bei der nationalen Umsetzung der Konventionsvorgaben, insbesondere um die Zahl der repetitiven Beschwerden zu senken.

Final del extracto de 64 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Änderungen des Kontrollverfahrens durch das 14. Protokoll
Subtítulo
Perspektiven und Probleme
Universidad
University of Passau
Curso
Schwerpunktseminar Kriminalrechtspflege
Calificación
16 Punkte (sehr gut)
Autor
Melanie Langbauer (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
64
No. de catálogo
V120759
ISBN (Ebook)
9783640243303
ISBN (Libro)
9783640246489
Idioma
Alemán
Etiqueta
Protokoll Kriminalrechtspflege 14. Protokoll EMRK Kontrollverfahren Verfahren Individualbeschwerde EGMR Menschenrechte Zusatzprotokoll Individualbeschwerdeverfahren Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte Rechtsschutzsystem Konvention Menschenrechtskonvention
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Melanie Langbauer (Autor), 2008, Die Änderungen des Kontrollverfahrens durch das 14. Protokoll, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120759
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Extracto de  64  Páginas
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