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Der japanische Kolonialismus

Versuch einer Einordnung am Beispiel Hokkaidos und Taiwans

Título: Der japanische Kolonialismus

Trabajo , 2008 , 33 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Daniel Lachmann (Autor)

Historia - Asia
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Der moderne Kolonialismus wird hier verstanden, als die imperialistische Überseeexpansion der europäischen Nationalstaaten und der USA im 19. und frühen 20. Jahrhundert.
Ich möchte nun das zu verifizierende Ergebnis dieser Arbeit zunächst in Kürze zusammenfassen. Der japanische Kolonialismus bis 1937 war als Grenzkolonialismus konzipiert und hatte als solcher das Ziel die Koloniebildung zu vermeiden, oder die Kolonie nur als Interimsstruktur einzurichten. Das bedeutet der japanische Kolonialismus stellte prinzipiell eine Ausdehnung der nationalen Reichsgrenzen auf neue Peripherien dar. Diese Peripherien sollten in einer möglichst kurzen Zeitspanne, legal und sozio-kulturell in das Reich integriert werden. Die Idealfälle einer solchen Kolonisierung ohne Koloniebildung waren die japanische Nordinsel Hokkaidō und die Südinseln Ryūkyū. Im Falle Hokkaidōs war die planmäßige Siedlungskolonisation und die geschwächte Verfassung der indigenen Bevölkerung ausschlaggebend, im Falle der Ryūkyū-Inseln war die geringe Größe des Territoriums und die Schwäche Chinas entscheidend für die erfolgreiche Einverleibung ins japanische Reich. Umgekehrt konnten Taiwan und Korea nicht vollständig ins Reich integriert werden und behielten ihre Interimsstruktur als japanische Beherrschungskolonien unter Sonderverwaltung bis zu ihrer Unabhängigkeit 1945. Die Gründe für das Scheitern des Vorhabens Taiwan und Korea zu voll integrierten Teilen des japanischen Reichs zu machen, sollen hier am Fall Taiwans, auf struktureller und ideologischer Ebene untersucht werden. Die schwierige Bestimmung des nationalen Selbst, zwischen der Abgrenzung zu und der Identifikation mit den imperialen Westmächten einerseits und den ostasiatischen Nachbarn andererseits, spielte dabei die wichtigste Rolle.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Japan als Objekt der Kolonisation

1.1. Die Ungleichen Verträge – Japan wird Teil des „informal empire“ der Westmächte

1.2. Die Konstruktion des modernen Nationalstaates als Selbstbehauptungsakt und das veränderte Verhältnis zu Asien

2. Japan als Kolonisator – Formen, Strukturen, Ideologien

2.1. Hokkaidō – Kolonisierung ohne Koloniebildung

2.2. Taiwan – Laboratorium der japanischen Kolonialherrschaft

2.3. Taiwan und Korea als Gegenstand japanischer Kolonialtheorie

Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die grundlegenden Formen, Strukturen und ideologischen Formationen des japanischen Kolonialismus. Ziel ist es, den japanischen Kolonialismus anhand seiner wichtigsten Erscheinungsformen in den Kontext des globalen modernen Kolonialismus einzuordnen und dabei insbesondere das komplexe Verhältnis zwischen Assimilationsanstrengungen und rassistisch begründeter Diskriminierung aufzuzeigen.

  • Einordnung des japanischen Kolonialismus in den globalen Kontext
  • Die Rolle der "Ungleichen Verträge" und die Modernisierung Japans
  • Strukturunterschiede zwischen Grenzkolonisation (Hokkaidō) und Beherrschungskolonien (Taiwan)
  • Die Genese japanischer Kolonialtheorien und Assimilationsmodelle
  • Das Spannungsfeld zwischen Identifikation und Abgrenzung gegenüber Asien und dem Westen

Auszug aus dem Buch

1. Japan als Objekt der Kolonisation

Bevor Japans Kolonialismus innerhalb des globalen modernen Kolonialismus eingeordnet werden kann, muss Japans zunächst als Objekt der Kolonisation betrachtet werden. Wie wurde Japan zum Objekt der Kolonisation? Vor der Meiji-Restauration (1869-1889), das heißt vor der japanischen Modernisierung, ist Japan in informelle koloniale Abhängigkeit der USA und Englands geraten, später auch in die Russlands und anderer Staaten Europas. Die USA und England versuchten im Zeichen des „Freihandelsimperialismus“ ihre Machthemisphäre durch die Aneignung strategischer Handelsstützpunke und Hafenkolonien in Asien auszudehnen. China und Japan sollten dem Welthandelssystem angeschlossen werden, d.h. sie wurden zur Öffnung ihrer Ökonomien gezwungen und ihnen wurden die für „informal empire“ charakteristischen Souveränitätsbeschränkungen auferlegt (Jürgen Osterhammel 2006: 39). Die informelle Kolonisierung Japans funktionierte nach dem gleichen Muster, wie sie zuvor in China praktiziert worden war. Unter militärischer Gewaltandrohung, der so genannten „Kanonenbootdiplomatie“ wurde Japan gezwungen mit den imperialistischen Westmächten Handelsverträge abzuschließen. Diese Verträge sicherten den Westmächten einseitige Vorteile, wie Zollfreiheit und Exterritorialität zu und gingen daher als die Ungleichen Verträge in die Geschichte ein (vgl. W. G. Beasley 1987: 21).

Den militärisch erzwungenen Verträgen, folgte der Handel zwischen den wirtschaftlich ungleich entwickelten Partnern, sozusagen in Umkehr des Kolonialslogans, nach dem Prinzip „the trade follows the flag“. Der Verlust der Zollhoheit stellte die größte Benachteiligung für Japan dar, weil es sein einheimisches vorindustrielles Gewerbe nicht vor preiswerten Importwaren schützen konnte (vgl. Zöllner 2006: 255). Das heißt ausländische Industrieprodukte konnten gewinnbringend abgesetzt werden, während die japanische Industrieproduktion noch nicht konkurrenzfähig war. Dieses Bedrohungsszenario bildete den Hintergrund unter dem sich der rapide Modernisierungsprozess Japans vollzogen hat.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es werden die Ziele der Arbeit erläutert, den japanischen Kolonialismus durch zentrale Erscheinungsformen in den Kontext des modernen Kolonialismus einzuordnen.

1. Japan als Objekt der Kolonisation: Das Kapitel beleuchtet die informelle koloniale Abhängigkeit Japans vor der Meiji-Restauration und die Konstruktion des modernen Nationalstaates als Reaktion auf äußere Bedrohungen.

2. Japan als Kolonisator – Formen, Strukturen, Ideologien: Hier wird zwischen der Grenzkolonisation in Hokkaidō und dem Beherrschungsmodell in Taiwan unterschieden, sowie die theoretische Fundierung des japanischen Kolonialismus analysiert.

Zusammenfassung und Ausblick: Die wesentlichen Erkenntnisse über das Spannungsfeld zwischen Assimilierung und Diskriminierung werden zusammengeführt und in einen historischen Vergleich mit anderen Kolonialmächten gesetzt.

Schlüsselwörter

Japanischer Kolonialismus, Meiji-Restauration, Grenzkolonisation, Beherrschungskolonien, Taiwan, Hokkaidō, Assimilierung, kōminka, koloniale Moderne, Nationalstaatsbildung, kulturelle Selbstbehauptung, Jürgen Osterhammel, Imperialismus, Koreas Kolonialisierung, Diskriminierungspraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Strukturen, Konzeptionen und ideologischen Grundlagen des japanischen Kolonialismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Wandel Japans vom kolonisierten Objekt zum Kolonisator, die Strategien der "Grenzkolonisation" im Vergleich zur Beherrschungskolonie sowie die Entwicklung japanischer Kolonialtheorien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Einordnung des japanischen Kolonialismus in den globalen Kontext des Imperialismus und die Untersuchung, warum in einigen Gebieten eine vollständige Integration (naichi) gelang, während andere als Beherrschungskolonien (gaichi) unter Sonderverwaltung blieben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine komparatistische Analyse von Sekundärliteratur, wobei insbesondere die Definitionen von Jürgen Osterhammel und die Ansätze zur nationalen Identitätskonstruktion von Shingo Shimada herangezogen werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Praxis der Kolonisierung anhand der Fallbeispiele Hokkaidō als "Grenzkolonie" und Taiwan als "Laboratorium" der japanischen Kolonialverwaltung, unter Einbeziehung ideologischer Aspekte der Assimilierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Modernisierung, Rassendiskurs, kulturelle Identität, Assimilierungspolitik und das Spannungsverhältnis zwischen japanischem Selbstverständnis und der Verwaltung fremder Territorien.

Warum war Hokkaidō eine "Kolonisierung ohne Koloniebildung"?

Hokkaidō wurde als neue "innere Peripherie" des Reiches betrachtet, in der durch gezielte Siedlungspolitik und Assimilierung der indigenen Ainu die Gebiete vollständig in den japanischen Nationalstaat integriert und rechtlich gleichgestellt wurden.

Was machte Taiwan zum "Laboratorium" der japanischen Kolonialherrschaft?

In Taiwan wurden unter einem autokratischen Generalgouverneur bürokratische und wirtschaftliche Strukturen erprobt, die später als Vorbild für andere japanische Kolonien dienten, obwohl die Insel eine formelle Beherrschungskolonie blieb.

Welche Rolle spielte die kōminka-Politik?

Die kōminka-Politik (Erziehung zu Untertanen des Kaisers) war ein Leitmotiv der 1930er Jahre, das darauf abzielte, Kolonisierte ideologisch zu "gesinnungsstarken Japanern" umzuformen, um ihre Loyalität zum Kaiser als dem "Vater der Nation" zu erzwingen.

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Detalles

Título
Der japanische Kolonialismus
Subtítulo
Versuch einer Einordnung am Beispiel Hokkaidos und Taiwans
Universidad
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Ostasieninstitut Lehrstuhl Modernes Japan)
Curso
Kolonialismus
Calificación
1,0
Autor
Daniel Lachmann (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
33
No. de catálogo
V121130
ISBN (Ebook)
9783640247523
ISBN (Libro)
9783640247837
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kolonialismus Japan Korea Taiwan Okinawa Hokkaido
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Lachmann (Autor), 2008, Der japanische Kolonialismus, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121130
Leer eBook
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