Beschäftigt man sich mit dem Zusammenhang von Kindern, Medien und Gewalt, gilt es einerseits über das Verhältnis von Kindern und Medien nachzudenken, sowie die Verbindung von Medien und Gewalt zu analysieren. Im Hintergrund steht immer die Frage nach der Beziehung von Kindern und Gewalt.
Ausgehend von der Frage: „Welchen Einfluss haben elektronische Medien auf Kinder im Vorschul- und Grundschulalter bezogen auf verschiedene Formen der Gewaltdarstellung?“ gilt das zentrale Thema dieser Studienarbeit.
An den Anfang meiner Arbeit habe ich die Begriffserklärung von Medien sowie von Gewalt gesetzt. Medien und Gewalt, was ist das überhaupt? Wie werden diese Begriffe definiert?
Im zweiten Teil meiner Studienarbeit befasse ich mich mit dem Zusammenhang zwischen Kindern und Medien. Der Umfang der Medienverfügbarkeit und der Mediennutzung durch Kinder, lässt auf die große Bedeutung der Medien für den Alltag der Kinder schließen. Deswegen ist es auch wichtig Medien hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Sozialisationsprozesse zu sehen und zu diskutieren.
Im dritten Teil steht der Zusammenhang zwischen Medien und Gewalt im Vordergrund. Dabei werden zunächst Gewaltdarstellungen in Medien, sowie Inhaltsanalysen, in denen es um die Frage von Qualität und Quantität medialer Gewaltdarstellungen geht thematisiert. Daneben wird die Diskussion von Studien über die Wirkungen medialer Gewaltdarstellungen auf die Rezipienten ausführlich dargestellt und, in Anlehnung an die Studie „Medien und Gewalt. Befunde der Forschung seit 1998“ von Michael Kunczik und Astrid Zipfel, auf zentrale Thesen bezüglich des Zusammenhangs zwischen medialen Gewaltdarstellungen und realem Gewaltverhalten eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
0 Einleitung
1 Begriffserklärungen
1.1 Medien
1.2 Gewalt
2 Kinder und Medien
2.1 Medienverfügbarkeit von Kindern in Deutschland
2.2 Mediennutzung von Kindern in Deutschland
2.3 Kontextfaktoren mit besonderem Risikopotential für Kinder
3 Gewaltdarstellungen im Kinderprogramm
3.1 Ergebnisse deutscher Inhaltsanalysen
3.2 Einflussfaktoren auf die Wirkung von Gewaltdarstellungen in Film und Fernsehen
3.2.1 Alter
3.2.2 Geschlecht
3.2.3 Persönlichkeitseigenschaften
3.2.4 soziales Umfeld
4 Gewaltdarstellungen in Computerspielen
4.1 Einflussfaktoren auf die Wirkung von Gewalt in Computerspielen
4.2 Zusammenfassende Betrachtung
5 Gewaltdarstellungen im Internet
6 Schlussbetrachtung
7 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss elektronischer Medien auf Kinder im Vorschul- und Grundschulalter unter besonderer Berücksichtigung verschiedener Formen der Gewaltdarstellung. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie sich mediale Gewalt auf die Persönlichkeitsentwicklung auswirkt und welche Risikofaktoren hierbei eine Rolle spielen.
- Analyse der Medienverfügbarkeit und Mediennutzung durch Kinder in Deutschland.
- Untersuchung von Gewaltdarstellungen im Kinderprogramm und deren Kontextfaktoren.
- Einfluss von Gewalt in elektronischen Medien auf verschiedene Altersgruppen.
- Rolle von Persönlichkeitsmerkmalen und sozialem Umfeld bei der Medienrezeption.
- Kritische Betrachtung von Computerspielen und Internetinhalten hinsichtlich gewalthaltiger Elemente.
Auszug aus dem Buch
1.2 Gewalt
Es geht vor allem um die Frage, was von den Medienkonsumenten als Gewalt wahrgenommen wird und ob sich bei der Rezeption etwa geschlechts-, alters- oder bildungsspezifische Unterschiede feststellen lassen. Des Weiteren gilt es einen Blick darauf zu werfen, welche Formen der Gewalt die Wirkungsforschung oder auch jugendschützerische Zugänge berücksichtigen und welche Formen und welcher Umfang der Gewalt in Medien und damit auch in der Gesellschaft toleriert werden. Die wissenschaftliche Direktorin des Instituts für Medienpädagogik in München, Helga Theunert, wendet sich in unterschiedlichen Arbeiten dem Zusammenhang zwischen Gewalt und Medien zu und kritisiert dabei die „Eindimensionalität der Gewaltwirkungsforschung“ im Hinblick auf ausschließliche Berücksichtigung direkter physischer Gewalt.
„Wenn in Action- und Horrorfilmen Menschen gequält und abgeschlachtet werden, ist das zweifellos Gewalt. Ist aber auch Gewalt, wenn in Film, Fernsehen oder Computerspielen beständig die siegreichen Helden ideologisch überhöht werden, die im Kampf für Recht und Ordnung ‚das Böse’ mit Gewalt beseitigen, wenn in Fernsehsendungen Menschen dazu animiert werden, sich oder andere bloßzustellen oder Andersdenkende verbal zu attackieren, wenn Fernseh- und Internetangebote ihre Nutzer zu Voyeuren degradieren, sei es indem sie ihnen Opfer von Katastrophen oder Verbrechen in allen grausamen Details vorführen oder sei es, indem sie Schnüffeln in der Privatsphäre als Normalität verbrämen“ (Theunert, Helga. (2005). S. 138).
Zusammenfassung der Kapitel
0 Einleitung: Die Einleitung definiert das zentrale Forschungsinteresse an der Beziehung zwischen Kindern, Medien und Gewalt sowie den strukturellen Aufbau der Arbeit.
1 Begriffserklärungen: Dieses Kapitel liefert eine grundlegende Definition von Medien und Gewalt und ordnet diese in den Kontext der Medienpädagogik ein.
2 Kinder und Medien: Hier wird die Medienausstattung und das Nutzungsverhalten von Kindern beleuchtet sowie der Einfluss von Kontextfaktoren auf die kindliche Entwicklung untersucht.
3 Gewaltdarstellungen im Kinderprogramm: Das Kapitel analysiert quantitative und qualitative Studien zu Gewalt im Fernsehen und diskutiert die Einflussfaktoren auf die Wirkung bei Kindern.
4 Gewaltdarstellungen in Computerspielen: Es wird untersucht, wie Gewalt in populären Computerspielen dargestellt wird und welche Risiken diese im Vergleich zum Fernsehen bergen.
5 Gewaltdarstellungen im Internet: Dieser Abschnitt erörtert die spezifischen Herausforderungen und Gefahren bei der Nutzung des Internets durch Kinder und Jugendliche.
6 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass weniger die reine Quantität der Gewalt, sondern deren Kontext für das Risikopotential bei Kindern entscheidend ist.
7 Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die Studienarbeit.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Kinder, Gewalt, Gewaltdarstellung, Mediennutzung, Rezeptionsfähigkeit, Sozialisation, Wirkungsforschung, Computerspiele, Internet, Fernsehen, Risikofaktoren, Medienkompetenz, Jugendmedienschutz, Medienverfügbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Zusammenhänge zwischen elektronischen Medien und der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern im Vorschul- und Grundschulalter unter dem speziellen Fokus medialer Gewaltdarstellungen.
Welche Medien stehen im Zentrum der Untersuchung?
Der Fokus liegt auf den drei elektronischen Medien, die von Kindern am häufigsten genutzt werden: Fernsehen, Computerspiele und das Internet.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist zu klären, welchen Einfluss unterschiedliche Formen der Gewaltdarstellung in Medien auf Kinder haben und unter welchen Bedingungen dies ein Risiko für deren Entwicklung darstellt.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung bestehender medienpädagogischer Studien (z.B. KIM-Studie, Forschung von Kunczik/Zipfel) zu den Themen Medienwirkung und Gewalt.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Gewaltdarstellungen in verschiedenen Medienformaten sowie die Untersuchung von Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht und dem sozialen Umfeld der Kinder.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Medienpädagogik, Sozialisation, Gewaltwirkungsforschung, Rezeptionsfähigkeit und Medienkompetenz gekennzeichnet.
Warum ist laut Autorin der Kontext der Gewalt so wichtig?
Der Kontext ist entscheidend, da Gewalt, die als gerechtfertigt dargestellt wird, unbestraft bleibt oder humorvoll verharmlost wird, ein höheres Risiko für negative Lerneffekte bei Kindern birgt.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld für die Medienwirkung?
Das soziale Umfeld wirkt als Filter. Kinder, die bereits mit Gewalt im realen Leben konfrontiert sind, zeigen eine höhere Anfälligkeit für die Effekte medialer Gewalt, da ihnen oft relativierende Einflüsse fehlen.
Sind Computerspiele gefährlicher als das Fernsehen?
Die Autorin stellt fest, dass Computerspiele für ältere Nutzer durch die aktive Beteiligung und hohe Gewaltintensität ein besonderes Risiko bergen, wobei die Forschung zu Computerspielen jedoch noch weniger gesichert ist als die zur Fernsehgewalt.
- Arbeit zitieren
- Nadine Böhme (Autor:in), 2007, Gewaltdarstellung in elektronischen Medien in Bezug auf die Persönlichkeitsentwicklung von Vorschul- und Grundschulkindern und deren Rezeptionsfähigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121190