Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Orientalisme / Sinologie - Chinois / Chine

Die Jesuitenmission in China und ihr Verhältnis zum Konfuzianismus

Titre: Die Jesuitenmission in China und ihr Verhältnis zum Konfuzianismus

Dossier / Travail , 2006 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Ina Weinmann (Auteur)

Orientalisme / Sinologie - Chinois / Chine
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Mission der Jesuiten in China im 17. und 18. Jahrhundert bildete den ersten umfassenden und weitreichenden Kontakt zwischen der chinesischen und der christlich geprägten europäischen Zivilisation. Die Leistung der Jesuiten als kultureller Vermittler ist umso höher zu bewerten, als sie sich nicht auf Vorläufer stützen konnten, sondern sich mit Sprache und Kultur der Chinesen vorwiegend aus eigener Anschauung vertraut machen mussten. Eine besondere Herausforderung für ihre Missionstätigkeit bildete der Konfuzianismus, der im chinesischen Kaiserreich seit langem zur Staatsideologie geworden war und dessen neokonfuzianische Ausformung wegen ihrer metaphysischen Aspekte der Verbreitung des christlichen Glaubens große Hindernisse in den Weg legte. Wie setzten sich die Jesuiten mit dem Konfuzianismus auseinander und welche Auswirkungen hatte ihre Konfuzianismus-Rezeption auf ihre Tätigkeit und ihre Position in China? Die vorliegende Arbeit beschreibt zunächst die spezifische Strategie der Jesuiten als Grundlage für ihren Missionserfolg, dann geht sie auf die wesentlichen Gebiete ihrer Auseinadersetzung mit dem Konfuzianismus ein. Abschließend behandelt sie den Ritenstreit, der sowohl für die Mission als auch für die weitere Entwicklung des kulturellen Austauschs zwischen China und Europa große Bedeutung hatte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Missionsstrategie der Jesuiten

III. Die Stellung der Jesuiten in der chinesischen Gesellschaft

IV. Die Rezeption des Konfuzianismus durch die Jesuiten

1. Die chinesischen Gottesbegriffe

2. Klassischer Konfuzianismus vs. Neokonfuzianismus

3. Die Anerkennung der konfuzianischen Morallehre

V. Der Ritenstreit in seiner Bedeutung für die Mission

VI. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auseinandersetzung der Jesuiten mit dem Konfuzianismus während ihrer Missionstätigkeit in China im 17. und 18. Jahrhundert. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, wie die Jesuiten den Konfuzianismus interpretierten, welche Auswirkungen diese Rezeption auf ihre Akkomodationsstrategie hatte und inwiefern der daraus resultierende Ritenstreit den Erfolg sowie das Scheitern ihrer Mission beeinflusste.

  • Die Akkomodationsstrategie der Jesuiten als Grundlage für den Missionserfolg.
  • Die Einordnung der chinesischen Gottesbegriffe in einen christlichen Kontext.
  • Die Unterscheidung zwischen klassischem Konfuzianismus und Neokonfuzianismus bei der christlichen Missionierung.
  • Die Analyse der konfuzianischen Moralvorstellungen und deren Vereinbarkeit mit dem christlichen Wertesystem.
  • Die Bedeutung des Ritenstreits für den kulturellen Austausch und das Ende der Mission.

Auszug aus dem Buch

Die Stellung der Jesuiten in der chinesischen Gesellschaft

Durch die Strategie der Akkomodation traten die Jesuiten in eine enge Beziehung zur chinesischen Gesellschaft, die damit einen starken Einfluss auf die Bedingungen und den Verlauf der Mission ausübte. Sie sahen in der politischen und sprachlichen Einheit Chinas sowie im hohen Zivilisationsniveau der Chinesen Bedingungen, welche die Mission beförderten. Dazu gehörte auch die Toleranz der Chinesen; sie fand ihren politischen und juristischen Ausdruck im Toleranzpatent Kaiser K'ang-hsis von 1692: Es sicherte den Christen in China die Freiheit der Ausübung und Verbreitung ihres Glaubens zu. Als Begründung führte es die Leistungen der Jesuiten für den Staat auf wissenschaftlichem, militärischem und diplomatischem Gebiet an; außerdem bescheinigte es den Christen ihre politische Unbedenklichkeit.

Andererseits bestanden bei den Chinesen zahlreiche Vorbehalte insbesondere gegenüber dem christlichen Kultus. In ihrer äußerlichen Erscheinung erinnerten die christlichen Gemeinschaften mit ihrer eigenen Hierarchie an illegale chinesische Geheimsekten. So wurde dem Himmel geopfert, was im chinesischen Staatskult alleinige Aufgabe des Kaisers war. Ferner erschienen die Gemeinden als verschworene Zirkel, deren Zusammenkünfte eine mystische Aura ausstrahlten; zudem nahmen Männer und Frauen gemeinsam daran teil, was gegen die konfuzianischen Sitten verstieß. Auch die eschatologische Heilserwartung und die damit verknüpfte - zumindest angenommene - Bereitschaft der Gläubigen zum Märtyrertod machte die Christen verdächtig.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung skizziert den ersten umfassenden Kontakt zwischen chinesischer und europäischer Zivilisation und führt in die zentrale Problematik der jesuitischen Konfuzianismus-Rezeption ein.

II. Die Missionsstrategie der Jesuiten: Dieses Kapitel erläutert die Anpassung der Missionsarbeit an die chinesische Gelehrtenkultur und die Bedeutung von Bildung als Schlüsselfaktor für den Zugang zur Elite.

III. Die Stellung der Jesuiten in der chinesischen Gesellschaft: Hier wird die wechselseitige Beziehung zwischen den Jesuiten und der chinesischen Gesellschaft unter Berücksichtigung von Toleranzpatenten und kulturellen Vorbehalten beschrieben.

IV. Die Rezeption des Konfuzianismus durch die Jesuiten: Das Kapitel analysiert die theologische Auseinandersetzung mit chinesischen Gottesbegriffen, das Spannungsfeld zwischen klassischem und neokonfuzianischem Denken sowie die ethische Kompatibilität beider Systeme.

V. Der Ritenstreit in seiner Bedeutung für die Mission: Die Untersuchung beleuchtet die Konflikte innerhalb der Kirche und gegenüber den Chinesen bezüglich der Ahnenverehrung und den daraus resultierenden Schaden für die Mission.

VI. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass die Akkomodationsstrategie einerseits zwar den Zugang ermöglichte, andererseits aber durch ein grundlegendes Missverständnis der kulturellen Differenzen schließlich zum Scheitern der Mission beitrug.

Schlüsselwörter

Jesuitenmission, China, Konfuzianismus, Akkomodation, Ritenstreit, Matteo Ricci, Neokonfuzianismus, chinesische Gesellschaft, Christentum, Kulturtransfer, Gelehrtenkultur, Ahnenverehrung, Missionierung, Religionspolitik, Kaiser K'ang-hsi.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Strategien der Jesuiten, wie sie das Christentum in das von konfuzianischen Werten geprägte China des 17. und 18. Jahrhunderts einzubetten versuchten.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Missionsstrategie der Akkomodation, dem Umgang mit konfuzianischen Gottesbegriffen und dem Ritenstreit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Erforschung der Frage, wie die Jesuiten den Konfuzianismus wahrnahmen und ob ihre Interpretation als "natürliche Theologie" zum Erfolg oder Scheitern der Mission beitrug.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf einer Auswertung von Fachliteratur zu den jesuitischen Chinamissionen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Strategie der Jesuiten, der Rezeption konfuzianischer Philosophie durch die Missionare und den tiefgreifenden Konflikten um chinesische Riten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Akkomodation, Konfuzianismus, Ritenstreit, Chinamission und Matteo Ricci.

Wie versuchten die Jesuiten, den Konfuzianismus theologisch einzuordnen?

Sie interpretierten den klassischen Konfuzianismus als ein System ethischer Normen, dem lediglich die explizite christliche Transzendenz fehle, die sie durch ihre Interpretation zu ergänzen suchten.

Was war der Kern des Ritenstreits?

Der Streit drehte sich um die Frage, ob die traditionelle chinesische Ahnenverehrung als bloßer politischer Ritus oder als götzendienerische religiöse Handlung einzustufen sei.

Warum lehnte der Vatikan die jesuitische Praxis letztlich ab?

Die Kirche wertete die Teilnahme an konfuzianischen Opferzeremonien als unvereinbar mit dem christlichen Dogma und verbot diese Praktiken, was die Missionare in China in eine schwierige Lage brachte.

Welche Rolle spielte der Konfuzianismus für die Erfolge von Matteo Ricci?

Riccis Erfolg basierte darauf, dass er sich an die Lebensweise und Denkweise der konfuzianischen Gelehrten anpasste, was ihm Zugang zu hohen Gesellschaftsschichten verschaffte.

Fin de l'extrait de 21 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die Jesuitenmission in China und ihr Verhältnis zum Konfuzianismus
Université
Free University of Berlin  (Sinologie)
Cours
Seminar "Geschichte Chinas bis 1840"
Note
1,0
Auteur
Ina Weinmann (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
21
N° de catalogue
V121321
ISBN (ebook)
9783640253395
ISBN (Livre)
9783640253425
Langue
allemand
mots-clé
Jesuitenmission China Verhältnis Konfuzianismus Seminar Geschichte Chinas
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Ina Weinmann (Auteur), 2006, Die Jesuitenmission in China und ihr Verhältnis zum Konfuzianismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121321
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint