Die Radiokarbonmethode wurde ab 1949 als eine Methode zur Bestimmung des absoluten Sterbezeitpunktes von organischen Überresten entwickelt. Sie basiert auf dem Stopp des Kohlenstoffaustausches des toten Lebewesens mit der Atmosphäre, was zu einer messbaren Verschiebung des Isotopenverhältnisses des Kohlenstoffs innerhalb der Überreste des toten Lebewesens führt. Die Datierbarkeitsspanne liegt zwischen 0 und maximal 100.000 Jahren. Eichkurven, die durch die Dendrochronologie und mittels Uranseriendatierung erstellt wurden, ermöglichten es eine nicht konstante 14C-Konzentration in der Atmosphäre nachzuweisen, was die Genauigkeit der Radiokohlenstoffdatierung für manche Zeitabschnitte einschränkt. Die Radiokarbondatierung ist für absolutchronologische Aussagen speziell in der vorgeschichtlichen Archäologie von großer Bedeutung. Bis heute ist jedoch fundamentale Kritik an dieser Methode nicht verstummt.
Inhaltsverzeichnis
- Absolute Chronologie der Vorgeschichte vor der Entwicklung der Radiokarbondatierung
- Das Prinzip der unkalibrierten Radiokarbondatierung
- Die ersten 14C-Messungen
- Die grundlegende Kritik von Vladimir Milojčić und die Gegenkritik
- Die Halbwertszeit von 14C
- Suesseffekt
- Kernwaffeneffekt
- Die neue Zeitrechnung BP
- Geeichte Radiokarbondaten
- Wiggle Matching
- Datierung durch Beschleunigermassenanalyse
- 14C-Datierung und ihre Bedeutung für die Archäologie
- Die Neolithisierung Mittel- und Südosteuropas
- Das ,,Turiner Grabtuch“
- Generelle Kritik heute
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Geschichte der Radiokarbondatierung und deren Auswirkungen auf die absolutchronologische Einordnung prähistorischer Epochen. Das Hauptziel ist die Darstellung der Entwicklung dieser Datierungsmethode und ihrer Bedeutung für unser Verständnis der Vorgeschichte.
- Entwicklung der Radiokarbondatierungsmethode
- Absolutchronologische Datierungsmethoden vor der Radiokarbondatierung
- Auswirkungen der Radiokarbondatierung auf die Archäologie
- Kritikpunkte und Weiterentwicklungen der Methode
- Bedeutung für die Datierung prähistorischer Kulturen
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die absolutchronologischen Datierungsmethoden vor der Erfindung der Radiokarbondatierung, insbesondere die „Archäologisch-historische Methode“ und ihre Herausforderungen. Es wird die "Siebenmeilenstiefel-Vergleichung" kritisiert und die Bedeutung der Grabung in Vučedol für die Verbesserung des Forschungsstandes hervorgehoben. Die Arbeit von Vladimir Milojčić, basierend auf der archäologisch-historischen Methode, wird als Höhepunkt dieser Methode vor dem Aufkommen der Radiokarbondatierung dargestellt.
Schlüsselwörter
Radiokarbondatierung, 14C-Datierung, Absolute Chronologie, Vorgeschichte, Archäologie, Archäologisch-historische Methode, Neolithisierung, Vladimir Milojčić, Vučedol.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Radiokarbonmethode?
Die Radiokarbonmethode (14C-Datierung) ist ein Verfahren zur Bestimmung des Alters organischer Materialien, basierend auf dem Zerfall des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops 14C.
Wer entwickelte die 14C-Datierung?
Die Methode wurde ab 1949 entwickelt, wobei Willard Libby für diese bahnbrechende Arbeit später den Nobelpreis erhielt.
Warum mussen Radiokarbondaten „geeicht“ werden?
Da die 14C-Konzentration in der Atmosphäre über die Jahrtausende nicht konstant war, müssen die Messwerte mithilfe von Eichkurven (z.B. aus der Dendrochronologie) kalibriert werden.
Welche Bedeutung hat die Methode für die Archäologie?
Sie ermöglichte erstmals eine absolute Chronologie prähistorischer Epochen weltweit und revolutionierte unser Verständnis der Vorgeschichte, etwa bei der Neolithisierung.
Was ist der „Kernwaffeneffekt“ bei der Datierung?
Kernwaffentests in der Mitte des 20. Jahrhunderts haben den 14C-Gehalt in der Atmosphäre künstlich erhöht, was bei der Untersuchung moderner Proben berücksichtigt werden muss.
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- Robert Holzner (Autor), 2008, Geschichte der Radiokarbondatierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121505