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Geschlechtliche Grenzüberschreitungen in der Mythologie

Titre: Geschlechtliche Grenzüberschreitungen in der Mythologie

Dossier / Travail , 2021 , 14 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Kristin Frohburg (Auteur)

Philosophie - Théorique (Conscience, Science, Logique, Langage)
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In dieser Arbeit soll das Phänomen der Androgynie näher beleuchtet werden. Als Form der geschlechtlichen Grenzüberschreitung irritiert sie die symbolische Grenze zwischen den Geschlechtern und durchkreuzt damit gängige Vorstellungen der binären Differenzierung von Mann und Frau.

Im ersten Teil der Arbeit wird die Androgynie im Kontext antiker Mythologie betrachtet. Dabei wird sie mit einem weiteren Phänomen, dem Hermaphroditismus, in Zusammenhang gebracht. Anhand eines Beispiels soll dann verdeutlicht werden, was Androgynie in antiker mythischer Vorstellung eigentlich bedeutete. Des Weiteren wird in dieser exemplarischen Annäherung der nächste für diese Arbeit relevante Fokus aufgezeigt: Bekleidung bzw. Mode. Mode war und ist ein Ausdruck kultureller Dynamiken und kann als wichtiges soziales Zeichensystem verstanden werden, vor allem in Hinblick auf Identität und Geschlechtlichkeit.

Im zweiten Teil der Arbeit wird die Androgynie daher als Phänomen zeitgenössischer Populärkultur, insbesondere der Modewelt, betrachtet. Hier soll dargestellt werden, inwieweit Mode als materielle Kulturform an der performativen Hervorbringung geschlechtlicher Identitäten beteiligt ist. Auch hier finden Prozesse der Grenzüberschreitung statt.

"Durch eine plötzliche Metamorphose kann sich jedes Ding in jedes andere Ding verwandeln. Wenn es ein Merkmal, ein herausragendes Kennzeichen der mythischen Welt gibt, ein Gesetz, von dem sie regiert wird – dann dieses Gesetz der Metamorphose."

Abgesehen von diesem Merkmal sei der Mythos jedoch "ohne Sinn und Verstand", wie Ernst Cassirer in "Versuch über den Menschen" feststellt. Dennoch sieht Cassirer in ihm das Ursprungsphänomen aller menschlichen Kultur, aus dem weitere symbolische Formen hervorgingen. Dazu gehören u.a. die Bereiche der Wissenschaft, der Sprache und der Kunst. Cassirer stellt damit eine Verbindung zwischen mythischer und rationaler (wissenschaftlicher) Wahrnehmungs- und Denkweise her. Diese Verbindung wird auch in dieser Arbeit von Bedeutung sein. Die genannte Metamorphose bezeichnet, im mythischen Sinne, den Wandel bzw. die Verwandlung eines Wesens in ein anderes Wesen oder ein anderes Ding. Dazu gehören auch der Geschlechtswandel und eine damit verbundene geschlechtliche Unbestimmtheit. Diese Unbestimmtheit von Geschlecht sowie geschlechtliche Transgression sind Phänomene, von denen bereits viele Mythen erzählten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Geschlechtliche Grenzüberschreitungen in der Mythologie

2.1 Zur Beschaffenheit des Mythos

2.2 Vom Androgyn und Hermaphroditen

2.3 Bekleidung und Verkleidung

3 Androgynie in zeitgenössischer Mode

3.1 Mode als (queere) kulturelle Praxis

3.2 Androgynie als Form der Transgression

3.3 Erika Linder als Romeo

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Androgynie als Form der geschlechtlichen Grenzüberschreitung und analysiert, wie diese sowohl in antiken Mythen als auch in der zeitgenössischen Mode als Werkzeug zur Dekonstruktion binärer Geschlechterrollen dient.

  • Verbindung zwischen mythischer Metamorphose und moderner Geschlechterkonstruktion
  • Antike Konzepte von Androgynie und Hermaphroditismus
  • Die Rolle von Kleidung und Mode als performatives soziales Zeichensystem
  • Queerness als Mittel zur Irritation normativer Identitätsvorstellungen
  • Fallbeispiel: Erika Linder als moderne Inszenierung von Androgynie

Auszug aus dem Buch

3.3 Erika Linder als Romeo

Im November 2014 erschien eine Ausgabe des Malibu Magazine, in dem eine Fotoreihe des schwedischen Models Erika Linder veröffentlicht wurde (Malibu Mag 2014). Die Fotos sind zudem auf der offiziellen Instagram- Seite Linders zu sehen (Linder on Instagram 2017). Sie zeigen das Model in typischen Romeo-Posen, angelehnt an die Darstellung Leonardo DiCaprios im Film „Romeo und Julia“ von 2016. Erika Linder modelt für Frauen- und Männerkollektionen. Neben dem Romeo- Auftritt wurde sie als „male- model“ für Kampagnen von Tom Ford oder Louis Vuitton gebucht (WMagazine 2016). Ihr Auftreten wird nicht selten als androgyn beschrieben. Wie bereits deutlich wurde, kommt der Androgynie, gerade im modischen Bereich, eine zunehmende Bedeutung zu. Erika Linder verkörpert genau das und entzieht sich damit stereotypen Geschlechterzuschreibungen. Damit schwimmt sie auf einer Welle, die zum einen durch die wachsende queere Ausrichtung der Modebranche, zum anderen durch das Phänomen des „lesbian chic“ ausgelöst wurde (Horn 2017, S. 48). Berücksichtigt man Linders lesbische sexuelle Orientierung, wird deutlich, dass sie genau diese Nachfrage erfüllt. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Queerness heute finanziellen Erfolg verspricht und so zu einer Art Geschäftsstrategie wird (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung legt den theoretischen Grundstein durch die Einführung des Begriffs der Metamorphose und verknüpft mythische Wahrnehmung mit modernen Diskursen über Geschlechtlichkeit.

2 Geschlechtliche Grenzüberschreitungen in der Mythologie: Dieses Kapitel untersucht antike Ursprünge der Androgynie sowie die symbolische Bedeutung von Verkleidung in rituellen und literarischen Zusammenhängen.

3 Androgynie in zeitgenössischer Mode: Der Hauptteil analysiert, wie Mode durch queere Praxen und Inszenierungen – beispielhaft dargestellt an Erika Linder – binäre Identitätszuschreibungen dekonstruiert.

4 Fazit: Die Zusammenfassung schlägt die Brücke zwischen Mythos und Moderne und bestätigt die Rolle der Androgynie als wirksame Strategie zur Hinterfragung starrer Geschlechternormen.

Schlüsselwörter

Androgynie, Mythologie, Geschlecht, Identität, Mode, Queerness, Transgression, Metamorphose, Hermaphrodit, Performativität, Geschlechterkonstruktion, Kleidung, soziale Zeichensysteme, Erika Linder, Intersexualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Androgynie und dessen Fähigkeit, die symbolischen Grenzen zwischen den Geschlechtern in der Mythologie sowie in der heutigen Mode zu irritieren und aufzubrechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die antike Mythenforschung, die Rolle von Kleidung als soziales Zeichensystem, poststrukturalistische Konzepte von Identität sowie die kritische Betrachtung von Queerness in der Konsumkultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie geschlechtliche Transgression – von mythologischen Erzählungen bis hin zur modernen Modewelt – dazu dient, binäre Geschlechterstrukturen sichtbar zu machen und zu unterlaufen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kulturwissenschaftliche Analyse, die Literaturrecherche mit der Untersuchung von kulturellen Artefakten (Mode, Fotografie) und Diskursanalyse verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine mythologische Bestandsaufnahme (Androgyn/Hermaphrodit) und eine Analyse der Mode als performative Praxis, ergänzt durch das Fallbeispiel Erika Linder.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Androgynie, Transgression, Performativität, Metamorphose, queere Praxis und geschlechtliche Identität.

Welche Rolle spielt die Metamorphose für das Argument der Autorin?

Die Metamorphose fungiert als fundamentales mythisches Gesetz, das den Wandel als ständigen Zustand beschreibt und somit als Analogie für die fluide Konstruktion von Geschlecht in modernen Diskursen dient.

Inwiefern wird Erika Linder als Fallbeispiel genutzt?

Erika Linder dient als empirisches Beispiel für die gezielte Nutzung androgynen Auftretens in der Modebranche, wobei ihr Wirken sowohl als queere Provokation als auch als Teil einer neoliberalen Geschäftsstrategie diskutiert wird.

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Résumé des informations

Titre
Geschlechtliche Grenzüberschreitungen in der Mythologie
Université
Leuphana Universität Lüneburg
Note
1,3
Auteur
Kristin Frohburg (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
14
N° de catalogue
V1215519
ISBN (PDF)
9783346643605
ISBN (Livre)
9783346643612
Langue
allemand
mots-clé
Androgynie Hermaphroditismus Mythologie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kristin Frohburg (Auteur), 2021, Geschlechtliche Grenzüberschreitungen in der Mythologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1215519
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Extrait de  14  pages
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