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Modell der indirekten Steuerung und interessierten Selbstgefährdung

Título: Modell der indirekten Steuerung und interessierten Selbstgefährdung

Trabajo de Seminario , 2019 , 16 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Franziska Klimt (Autor)

Psicología - Trabajo, Empresa, Organización
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Psychische Erkrankungen stellen seit 2016 die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit dar. Vor dem Hintergrund der damit verbundenen Produktionsausfallkosten ist es von großer Relevanz, die Ursachen für die Zunahme psychischer Erkrankungen zu analysieren. Nach Klaus Peters (2011) ist es nicht hinreichend, die Zunahme psychischer Erkrankungen auf eine Verschlechterung der Lebens- und Arbeitsverhältnisse oder auf zunehmenden Stress zurückzuführen. Peters (2011) sieht die Ursache vielmehr in dem Paradigmenwechsel in der Unternehmenssteuerung, der sich seit den 1990er Jahren abzeichnet. Dieser Wandel in der Unternehmenssteuerung kann als Abkehr vom Kommandosystem hin zu einer indirekten Steuerung von Unternehmen und Arbeitskräften aufgefasst werden. Andere Autoren beschreiben den Paradigmenwechsel als Herausbildung des „Finanzmarkt-Kapitalismus“ (Windolf, 2005) oder des Umbruchs des Produktionsmodells in Richtung eines „flexibel-marktzentrierten Produktionsmodells“ (Sauer, 2005).

In der Literatur werden diese verschiedenen Entwicklungstendenzen der letzten 30 Jahre auch unter dem Begriff „neue Steuerungsformen“ zusammengefasst (Kratzer & Dunkel, 2013). Trotz aller Unterschiede im Einzelnen gibt es zwei konstitutive Merkmale, die sich als Gemeinsamkeit der Entwicklungstendenzen identifizieren lassen: Vermarktlichung und Selbststeuerung. Vermarktlichung bedeutet, dass Märkte, insbesondere die Finanzmärkte, eine größere Rolle für die Unternehmens- und die Leistungssteuerung spielen. Die Selbststeuerung bezieht sich auf die aktivere Rolle der Beschäftigten bei der Bewältigung von Marktanforderungen. Was die Mitarbeitenden wann, in welcher Reihenfolge und mit welchen Methoden erledigen, bleibt ihnen überlassen (Kratzer & Dunkel, 2013).

Vor dem Hintergrund der „neuen Steuerungsformen“ fokussiert sich die vorliegende Arbeit auf Klaus Peters Modell der indirekten Steuerung und interessierten Selbstgefährdung (Peters, 2001, 2011). Klaus Peters entwickelte die Theorie seit 1997 im Rahmen des COGITO-Instituts, einem Zentrum für Autonomieforschung. Er sieht die indirekte Steuerung als ursächlich für die zunehmenden psychischen Belastungen an. Der Effekt zwischen indirekter Steuerung und der Zunahme psychischer Erkrankungen wird zu großen Teilen über Mechanismen der interessierten Selbstgefährdung vermittelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zentrale Modellkomponenten

2.1 Das Konzept der indirekten Steuerung

2.2 Interessierte Selbstgefährdung

3. Modellerweiterungen

4. Operationalisierung der Modellkomponenten

5. Eignung des Modells zur Bestimmung der Wirkung von Arbeit auf Gesundheit anhand der Empirie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Modell der indirekten Steuerung und der interessierten Selbstgefährdung von Klaus Peters, um den Zusammenhang zwischen modernen Arbeitsformen und der Zunahme psychischer Erkrankungen bei Beschäftigten zu analysieren und kritisch zu hinterfragen.

  • Paradigmenwechsel in der Unternehmenssteuerung (direkt vs. indirekt)
  • Konzept der interessierten Selbstgefährdung als negative Bewältigungsstrategie
  • Positive und negative Ausgestaltungsformen indirekter Steuerung
  • Empirische Evidenz zur Wirkungsweise des Modells auf die Gesundheit
  • Operationalisierung der Modellkomponenten in der arbeitspsychologischen Forschung

Auszug aus dem Buch

2.2 Interessierte Selbstgefährdung

Indirekte Steuerungsmechanismen haben nach Peters (2011) zwei zentrale Konsequenzen zur Folge. Einerseits nehmen psychomentale Belastungen und Stressoren zu, andererseits zeigen Mitarbeitende vermehrt gesundheitskritische Verhaltensweisen („interessierte Selbstgefährdung“). Die zunehmenden psychomentalen Belastungen lassen sich auf neuartige Konflikterfahrungen zurückführen, mit denen sich die Mitarbeitenden konfrontiert sehen. Beispielhaft sei hier auf den Widerspruch zwischen Kennzahlenorientierung und fachlichen Zielen verwiesen. Eine ausführliche Darstellung der Konflikte erfolgt in Peters (2011) sowie Krause et al. (2012). Im Rahmen dieser Arbeit wird auf eine detaillierte Beschreibung der Konflikte verzichtet.

Auf der behavioralen Ebene beschreiben Krause und Dorsemagen (2017) die „interessierte Selbstgefährdung“ als notwendige Konsequenz indirekter Steuerung. Selbstgefährdung per se umfasst zunächst Handlungen, die mit dem Ziel der Bewältigung arbeitsbezogener Stressoren eingesetzt werden, die jedoch gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Erkrankungen erhöhen bzw. notwendige Regeneration verhindern (Krause, Berset & Peters, 2015a). In indirekt gesteuerten Unternehmen entsteht nun – durch die veränderte Leistungsdynamik – ein eigenes Interesse der Mitarbeitenden am arbeitsbezogenen Erfolg bzw. daran, Misserfolg zu vermeiden. Dieses Interesse führt in der Folge dazu, dass Mitarbeitende aus eigenem unternehmerischen Interesse Verhaltensweisen zeigen, bei denen sie sich selbst gefährden (Baeriswyl et al., 2018). Interessierte Selbstgefährdung meint demzufolge „Verhalten, bei dem man sich selbst dabei zusieht, wie das eigene Arbeitshandeln die eigene Gesundheit gefährdet – aus eigenem Interesse am beruflichen Erfolg heraus“ (Krause et al., 2012, S.192).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Anstieg psychischer Erkrankungen im Kontext neuer Steuerungsformen in Unternehmen, insbesondere durch Vermarktlichung und Selbststeuerung.

2. Zentrale Modellkomponenten: Dieses Kapitel definiert die indirekte Steuerung durch Abkehr von direkter Weisung hin zur Ergebnisorientierung und führt das Konzept der interessierten Selbstgefährdung ein.

3. Modellerweiterungen: Es werden Ergänzungen zum ursprünglichen Modell diskutiert, die zwischen positiven Ressourcen und negativen Stressoren in der Ausgestaltung indirekter Steuerung unterscheiden.

4. Operationalisierung der Modellkomponenten: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über verschiedene empirische Ansätze und Skalen, die von Forschern zur Messung der Modellkonstrukte entwickelt wurden.

5. Eignung des Modells zur Bestimmung der Wirkung von Arbeit auf Gesundheit anhand der Empirie: Hier werden aktuelle Studien ausgewertet, die die empirische Validität der Zusammenhänge zwischen indirekter Steuerung, Selbstgefährdung und Gesundheitsfolgen belegen.

Schlüsselwörter

Indirekte Steuerung, interessierte Selbstgefährdung, psychische Gesundheit, Arbeitsbelastung, Vermarktlichung, Selbststeuerung, Arbeitssicherheit, Unternehmensführung, Stressoren, Ressourcen, Leistungsdynamik, Arbeitsmotivation, betriebliche Gesundheitsförderung, Arbeitshandeln, Ergebnisorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das theoretische Modell der indirekten Steuerung und interessierten Selbstgefährdung, welches erklären soll, warum moderne, indirekte Arbeitsformen häufig zu psychischen Belastungen bei Mitarbeitenden führen.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen den Wandel von direkten zu indirekten Steuerungsformen, die Entstehung von gesundheitskritischem Verhalten durch unternehmerisches Eigeninteresse der Angestellten sowie die Unterscheidung zwischen förderlichen Ressourcen und belastenden Stressoren am Arbeitsplatz.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Wirkungsmechanismen des Modells von Klaus Peters zu beleuchten und anhand empirischer Befunde zu erörtern, ob und wie indirekte Steuerungsprozesse die psychische Gesundheit der Beschäftigten beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung zahlreicher betrieblicher Fallstudien sowie repräsentativer Querschnittsuntersuchungen zur Validierung des Modells.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Komponenten des Modells definiert, dessen Erweiterungen durch neuere Forschung diskutiert, die Operationalisierung für empirische Studien beschrieben und die Eignung des Modells anhand aktueller Daten geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind indirekte Steuerung, interessierte Selbstgefährdung, psychische Gesundheit, Arbeitsbelastung, Vermarktlichung und Selbststeuerung.

Wie unterscheidet sich die "interessierte Selbstgefährdung" von einer einfachen Überlastung?

Die interessierte Selbstgefährdung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Mitarbeitende sein gesundheitsschädigendes Verhalten bewusst in Kauf nimmt, um im indirekt gesteuerten Unternehmenskontext erfolgreich zu sein oder Misserfolg zu vermeiden – es ist ein aktiver, motivierter Prozess, keine bloße Erschöpfung.

Ist indirekte Steuerung grundsätzlich gesundheitsschädlich?

Nein, das Modell postuliert, dass die Wirkung von der Qualität der Umsetzung abhängt. Wenn indirekte Steuerung mit ausreichenden Ressourcen wie Handlungsspielräumen und realistischen Zielen einhergeht, kann sie motivierend wirken; negativ ausgestaltet führt sie hingegen zu Stressoren, die das selbstgefährdende Verhalten fördern.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Modell der indirekten Steuerung und interessierten Selbstgefährdung
Universidad
Free University of Berlin  (Public Health: Prävention und psychosoziale Gesundheitsforschung (PPG))
Curso
Personalpsychologie
Calificación
1,0
Autor
Franziska Klimt (Autor)
Año de publicación
2019
Páginas
16
No. de catálogo
V1216435
ISBN (PDF)
9783346646330
Idioma
Alemán
Etiqueta
Indirekte Steuerung Interessierte Selbstgefährdung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Franziska Klimt (Autor), 2019, Modell der indirekten Steuerung und interessierten Selbstgefährdung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1216435
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