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Die Rolle der Presse in der Entwicklung Zimbabwes

Titre: Die Rolle der Presse in der Entwicklung Zimbabwes

Mémoire de Maîtrise , 2004 , 126 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Jesko Johannsen (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Medien und Journalisten in Zimbabwe stehen in ihrem beruflichen Alltag unter starken rechtlichen, politischen und physischen Einflüssen. Schon seit langem sieht Präsident Mugabe in ihnen schlichtweg Terroristen. In einer Regierungszeitung ließ er sechs Journalisten öffentlich und namentlich als solche diffamieren. Internationale Journalisten dürfen nicht einreisen und werden auch nicht lizenziert. Dennoch wird der freien Presse ein entscheidender Einfluss auf das Wahlergebnis 2002 zugesprochen. Die Wahlen waren weder frei noch fair, trotzdem gewann Mugabe nur knapp und wahrscheinlich nur wegen der Manipulationen.

Die Untersuchung konnte feststellen, dass die Medien in der Entwicklung Zimbabwes trotz zunehmender Einflussnahme durch die Politik eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn die Presse in den 80er Jahre nur begrenzt frei war, konnte sie wie beim Willowgateskandal in einigen Fällen zumindest kurzfristig die politische Entwicklung beeinflussen. Obwohl der Medienmarkt mittlerweile unter starker staatlicher Kontrolle steht hat sich ein vielfältiger Medienmarkt entwickelt, der trotz äußerst schwieriger Arbeitsbedingungen einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung leistet. Neben vielen unabhängigen Printmedien gibt es einige Hörfunkmedien, die eine fehlende Lizenzierung durch Übertragungen aus dem Ausland umgehen. Die Regierung Mugabe kann sich dem Einfluss der Medien nicht entziehen.

Die Medien in Zimbabwe haben einen wichtigen Beitrag zur Demokratisierung des Landes geleistet und können eine kontroverse gesellschaftliche Diskussion über politische Pluralität weiter fördern. Noch sind sie aber zu sehr in regierungsnahe und unabhängige Medien gespalten, Journalismus zu sehr für oder gegen die Interessen der Regierung gerichtet. Das hat teilweise extrem unterschiedliche Berichterstattung und fehlendes Verständnis für die Position des jeweils anderen Mediums zur Folge. So wird das Recht der Öffentlichkeit auf Information nicht ausreichend bedient. Es fehlt an Objektivität, Themenbreite und hintergründlicher Behandlung der vorhandenen Themen. Die Presse muss noch die Begriffe öffentliches Interesse und Recht auf Information lernen. Dadurch wird sie auch noch nicht ausreichend ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu informieren und zu kritisieren. Nach einem politischen Wechsel wird ein rechtlicher Rahmen notwendig, in dem freie und unterschiedslose Pressearbeit ermöglicht wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1. Einleitung

1.2. Methodik

1.3. Durchführung

1.4. Presse- und Meinungsfreiheit als Menschenrecht im weltweiten und im afrikanischen Kontext

1.5. Funktion und Aufgabe der Medien in Demokratien

2. Theoretische Diskussion

2.1. Politische Geschichte Zimbabwes

2.1.1. Die Situation zur Unabhängigkeit von Großbritannien 1980

2.1.2. Die Person Robert Mugabe

2.1.3. Matabeleland und der Weg in den Einparteienstaat

2.1.4. Die Landfrage und die Kriegsveteranen

2.1.5. Politische Fehlentscheidungen, Wirtschaftlicher Niedergang und soziale Probleme

2.1.6. Das gescheiterte Verfassungsreferendum und die Folgen

2.1.7. Parlamentswahlen 2000 – das Ende des Einparteienstaates

2.1.8. Mugabes Wiederwahl 2002

2.1.9. Aktuelle Lage 2004

2.2. Verankerung und Gewährleistung der Pressefreiheit in Verfassung und Gesetzen

2.2.1. Verfassung

2.2.2. Mediengesetze

2.2.3. Rechtsprechung

2.3. Das Mediensystem Zimbabwes

2.3.1. Entwicklung der Presselandschaft

2.3.2. Entwicklung der Rundfunklandschaft

2.3.3. Leitmedien

2.3.4. Internationale Medien

2.4. Zwischenfazit

3. Politik und Medien im gegenseitigen Einfluss

3.1. Journalismus im Schatten des Regimes

3.1.1. Mugabes Medienpolitik

3.1.2. Methoden zur Einflussnahme

3.1.3. Das gescheiterte Verfassungsreferendum

3.1.4. Betroffene Medien und Journalisten

3.1.5. Medien im Widerstand zum Regime

3.2. Rolle und Einfluss der Medien im politischen Wandel

3.2.1. Politische Skandale

3.2.2. Von Einfluss freie Politik?

3.2.3. Demokratisierung durch Pressevielfalt?

3.2.4. Verantwortung und Bedeutung der Presse 2004

4. Fazit

4.1. Zusammenfassung

4.2. Notwendige Veränderungen

4.3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die wechselseitige Beeinflussung von Medien und Politik in Zimbabwe seit der Unabhängigkeit im Jahr 1980. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Rolle die Presse in der Entwicklung des Landes spielt und inwiefern der unabhängige Journalismus trotz systematischer Repressionen politische Prozesse mitgestalten konnte.

  • Historische Entwicklung der Medienlandschaft in Zimbabwe
  • Einfluss politischer Fehlentscheidungen auf die Pressefreiheit
  • Rechtliche Restriktionen und deren Auswirkungen auf die journalistische Arbeit
  • Die Rolle der unabhängigen Medien als Wächterfunktion in einer blockierten Demokratie
  • Vergleich zwischen staatlich kontrollierten und regierungskritischen Medien

Auszug aus dem Buch

1.1. Einleitung

„The independence of Zimbabwe in 1980 brought with it a democratic constitution with guaranteed freedom of expression and of the press. Press censorship was no longer permissible. (....) However, in spite of criticisms and occasional attacks on the media, Zimbabweans love their newspapers (…). Judging from what they continue to publish and get away with, Zimbabwe newspapers must rank among the freest in the whole world.“ (Embassy of Zimbabwe, 2003)

Die Regierung von Zimbabwe erweckt mit dieser Aussage den Eindruck, dass sie Pressefreiheit eher als willkürliches Zugeständnis und nicht als universellen Standard ansieht. Für sie scheint es eine logische Folge zu sein, dass die Presse alleine an dem gemessen, was sie sich erlauben kann, als eine der freiesten der Welt gewertet werden muss. Pressefreiheit scheint so von der Gutmütigkeit des Staates abhängig zu sein.

„Eritrea (132nd) and Zimbabwe (122nd) are the most repressive countries of sub-Saharan Africa. Zimbabwean President Robert Mugabe is notable for his especially harsh attitude to the foreign and opposition media.” (Reporter ohne Grenzen [RSF], 2003a)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Definition des Untersuchungsrahmens, der Methodik sowie der Bedeutung von Pressefreiheit als Menschenrecht und Medienfunktion in Demokratien.

2. Theoretische Diskussion: Historische Analyse der politischen Geschichte Zimbabwes, der rechtlichen Rahmenbedingungen für Medien sowie der Struktur des nationalen Mediensystems.

3. Politik und Medien im gegenseitigen Einfluss: Untersuchung der spezifischen Methoden der Regierung zur Kontrolle und Einflussnahme auf den Journalismus sowie die Rolle der Presse im politischen Wandel.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung, Aufzeigen notwendiger Veränderungen und ein Ausblick auf die Zukunft der Presse in Zimbabwe.

Schlüsselwörter

Zimbabwe, Pressefreiheit, Robert Mugabe, ZANU-PF, Zensur, Medienpolitik, Journalismus, Menschenrechte, Demokratisierung, AIPPA, POSA, unabhängige Medien, staatliche Kontrolle, politische Geschichte, Medienlandschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Verhältnis zwischen Politik und Medien in Zimbabwe und untersucht, ob und wie die Presse trotz staatlicher Repression einen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung nehmen konnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Studie deckt die politische Geschichte Zimbabwes, die rechtliche Situation der Pressefreiheit, die Entwicklung von Print- und Rundfunkmedien sowie die Strategien des Mugabe-Regimes zur Inhaltskontrolle ab.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der gegenseitigen Beeinflussung von Medien und Politik sowie die Klärung der Rolle, die die Presse in der Entwicklung Zimbabwes seit der Unabhängigkeit 1980 eingenommen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf einer historischen Untersuchung primärer und sekundärer Quellen sowie auf Experteninterviews mit Journalisten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der politischen Geschichte, den konkreten Mediengesetzen (wie AIPPA und POSA) sowie den Methoden der Einflussnahme durch die Regierung, bis hin zur Rolle der Medien im Widerstand.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zimbabwe, Pressefreiheit, Mugabe-Regime, Medienkontrolle, Demokratisierung und Journalismus als vierte Gewalt beschreiben.

Welche Rolle spielt das Verfassungsreferendum von 2000 für die Medien?

Es wird als entscheidender Wendepunkt markiert, da es eine verstärkte Repression gegen die Medien auslöste, nachdem die unabhängige Presse die Informationsfunktion während der Abstimmung übernommen hatte.

Wie bewertet der Autor die Situation der Pressefreiheit unter Robert Mugabe?

Der Autor konstatiert eine massive Verschlechterung der Arbeitsbedingungen für Journalisten, bei der die Regierung die Presse zunehmend als Propagandainstrument nutzt und kritische Stimmen systematisch unterdrückt.

Welche Bedeutung haben internationale Medien für Zimbabwe?

Internationale Medien sowie exilierte Sender spielen eine wichtige Rolle, da sie Informationen verbreiten können, die im staatlich kontrollierten Mediensystem unterdrückt werden, und so das Regierungsmonopol herausfordern.

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Résumé des informations

Titre
Die Rolle der Presse in der Entwicklung Zimbabwes
Université
Free University of Berlin
Note
2,0
Auteur
Jesko Johannsen (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
126
N° de catalogue
V121745
ISBN (ebook)
9783640272679
ISBN (Livre)
9783640272730
Langue
allemand
mots-clé
Rolle Presse Entwicklung Zimbabwes Pressefreiheit Zimbabwe Journalismus
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jesko Johannsen (Auteur), 2004, Die Rolle der Presse in der Entwicklung Zimbabwes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121745
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Extrait de  126  pages
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