In der vorliegenden Hausarbeit soll die Thematik der szenischen Realisierung lyrischer Texte des 19. Jahrhunderts im Literaturunterricht näher beleuchtet werden. Mit „szenischer Realisierung“ sind hier die verschiedenen Formen des Gedichtvortrages und die Darstellung eines konkret fassbaren Inhaltes gemeint. Es soll auch thematisiert werden, auf welche Art und Weise der Zugang zu Lyrik interessanter für die Schüler gestaltet werden kann und was die Lerner für Vorteile daraus ziehen können, wenn sie ein Gedicht auch einmal auf szenische Art und Weise umzusetzen. Des Weiteren werden in dieser Arbeit auch die Angebote zweier Schulbücher zum Umgang mit Lyrik analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorüberlegungen
2. Gedichte szenisch umsetzen???
3. Das Angebot zweier Lehrwerke zum Umgang mit Lyrik
3.1 Klasse 5/6
3.2 Klasse 7/8
3.3 Klasse 9/10
3.4 Fazit
4. Besondere Herausforderungen durch die Arbeit mit szenischen Verfahren im Lyrikunterricht
4.1 Für den Schüler
4.2 Für die Lehrkraft
5. Vorschläge zum szenischen Umgang mit Lyrik
5.1 Kaspar Spinners Vorschläge
5.2 Albrecht Schaus Anregungen
5.3 Marina Shines Angebote
6. Zusammenfassung / Resümee
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen, die mit der szenischen Realisierung von Lyrik des 19. Jahrhunderts im Literaturunterricht verbunden sind. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie durch spielerische Ansätze ein interessanterer Zugang zu lyrischen Texten gestaltet werden kann, der über die rein analytische Behandlung hinausgeht und das Potenzial bietet, die ästhetische Wahrnehmung sowie das Textverständnis der Lernenden zu fördern.
- Analyse aktueller Lehrwerke hinsichtlich ihres Angebots an szenischen Verfahren
- Diskussion der Eignung lyrischer Texte für spielerische Umsetzungen
- Besondere Herausforderungen für Schüler und Lehrkräfte im szenischen Spiel
- Vorstellung konkreter methodischer Ansätze nach Spinner, Schau und Shine
- Förderung ganzheitlicher Lernerfahrungen durch handlungsorientierten Unterricht
Auszug aus dem Buch
Besondere Herausforderungen durch die Arbeit mit szenischen Verfahren im Lyrikunterricht
Szenisches Spiel ist in erster Linie das Handeln in vorgestellten, imaginierten Situationen. Das bedeutet also, dass die Schüler mit Körpersprache das umsetzen sollen, was sie beim Lesen eines bestimmten Textes empfinden. Der Aufbau einer solch imaginierten Welt ist zentral für die szenische Realisierung – die Schüler sollten also in der Lage sein, sich bestimmte abstrakte Dinge konkret und bildlich vorstellen zu können. Diese Fähigkeit ist nicht nur unabdingbar für das szenische Spiel, sondern für den Literaturunterricht im Allgemeinen. Denn beim Lesen von Dramen ist es zum Beispiel elementar, dass man den beschriebenen Orten und Personen vor dem geistigen Auge eine gewisse Gestalt gibt. Und je genauer die Vorstellung von der Welt ist, die man über den Text erschließt, desto besser wird letztendlich die Umsetzung im szenischen Spiel.
Die szenische Realisation von Gedichten verlangt also die Fähigkeit, sich abstrakte Dinge konkret vorzustellen, was den Schülern wiederum ein gewisses Maß an Konzentration abverlangt. Diese ist durchaus nicht leicht und verlangt den Schülern ziemlich viel Phantasie und Kreativität ab. Man muss hierbei auch bedenken, dass der Abstraktionsgrad in Gedichten weitaus größer ist, als in anderen literarischen Formen. Es kann somit durchaus kompliziert werden, wenn man sich konkret vorstellen soll, wie es beispielsweise aussieht, wenn „die Nacht gelassen ans Land steigt und sich dann träumend an der Berge Wand lehnt“, wie es in Mörikes Gedicht „Mitternacht“ beschrieben wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorüberlegungen: Einführung in die Bedeutung der Lyrik des 19. Jahrhunderts als „Jahrhundert der Lyrik“ und die Notwendigkeit, vom herkömmlichen Analysemodell zu abwechslungsreicheren Herangehensweisen zu gelangen.
2. Gedichte szenisch umsetzen???: Diskussion der theoretischen Eignung lyrischer Formen für das szenische Spiel sowie Auseinandersetzung mit der Kritik, Gedichte seien für das Spiel zu „sperrig“.
3. Das Angebot zweier Lehrwerke zum Umgang mit Lyrik: Vergleichende Analyse zweier Schulbücher (Klassen 5-10) hinsichtlich ihrer konkreten Vorschläge für den szenischen Umgang mit Lyrik.
4. Besondere Herausforderungen durch die Arbeit mit szenischen Verfahren im Lyrikunterricht: Untersuchung der spezifischen Anforderungen an die Vorstellungskraft und Kreativität der Schüler sowie die Rolle der Lehrkraft bei der Planung und Moderation.
5. Vorschläge zum szenischen Umgang mit Lyrik: Detaillierte Darstellung praktischer Unterrichtsmethoden basierend auf den Konzepten von Kaspar Spinner, Albrecht Schau und Marina Shine.
6. Zusammenfassung / Resümee: Reflexion über den Mehrwert des szenischen Spiels für das tiefere Verständnis von Lyrik und die soziale Kompetenz der Lernenden.
7. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen und didaktischen Quellen.
Schlüsselwörter
szenisches Spiel, Lyrikunterricht, 19. Jahrhundert, handlungsorientierter Unterricht, ästhetische Erziehung, literarisches Lernen, didaktische Konzepte, Gedichtanalyse, Literaturvermittlung, kreative Methoden, Unterrichtspraxis, Interpretation, Vorstellungskraft, Rollenspiel, Deutschunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung szenischer Verfahren im Umgang mit Lyrik des 19. Jahrhunderts im gymnasialen Deutschunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die didaktische Eignung von Lyrik für das szenische Spiel, die Analyse von Lehrwerken und die Vorstellung konkreter methodischer Ansätze.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch kreative, szenische Methoden ein lebendigerer und motivierenderer Zugang zur Lyrik geschaffen werden kann, der die passive Analyse ergänzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur und dem Vergleich aktueller Lehrwerke basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Lehrbuchangeboten, die Erörterung der Schwierigkeiten für Schüler und Lehrer sowie die konkrete Vorstellung praktischer Methoden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie szenisches Spiel, ganzheitliches Lernen, Textverständnis und handlungsorientierte Didaktik maßgeblich geprägt.
Warum wird gerade Lyrik des 19. Jahrhunderts thematisiert?
Da diese Epoche als „Jahrhundert der Lyrik“ gilt und die Gedichte oft stark durch Bildlichkeit und Naturmetaphorik geprägt sind, eignen sie sich besonders gut für eine szenische Visualisierung.
Welche Bedeutung haben die in der Arbeit genannten Aufwärmübungen?
Die Übungen wie Standbilder oder kleine Rollenspiele sollen Hemmungen bei Schülern abbauen und sie motivierend auf den eigentlichen Spielprozess vorbereiten.
Wie bewerten die Didaktiker das szenische Spiel mit Gedichten?
Während ältere Didaktiken dem Spiel im Unterricht oft kritisch gegenüberstanden, wird es in modernen Konzepten als wertvoller „intermediärer Raum“ für Lernerfahrungen geschätzt.
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- Stefanie Warnke (Author), 2006, Chancen und Probleme szenischer Verfahren im Umgang mit Lyrik des 19. Jahrhunderts im Literaturunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121774