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Diagnose und Förderung deutschsprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Título: Diagnose und Förderung  deutschsprachlicher Kompetenzen  bei Kindern und Jugendlichen mit  Migrationshintergrund

Tesis de Máster , 2008 , 93 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Hanna Cieslak (Autor)

Pedagogía - Pedagogía intercultural
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Deutschland hat sich seit 1955 allmählich und in Wellen, aber in übersehbarer Faktizität zu einem Einwanderungsland entwickelt hat. Die Schule ist der beste Spiegel dieses Trends. Die multi-ethnisch zusammengesetzte Klasse ist in vielen Schulen die Regel. Ein substantieller Teil der schulpflichtigen Schüler stammt aus Familien, in denen zumindest ein Elternteil nicht in Deutschland geboren wurde. Treffsicher sagte der Schweizer Schriftsteller MAX FRISCH hierzu: „Wir riefen Arbeitskräfte, es kamen Menschen.“ Menschen mit ihrer eigenen Sprache, Kultur und Familie, die es zu integrieren gilt. Doch anhand vieler Studien wurde dokumentiert, dass das deutsche Schulsystem nicht allen Kindern die gleichen Chancen bietet und das Recht auf Bildung nicht überall ausrei-chend umgesetzt wird. Dies trifft Migranten in besonders hohem Maße. Für eine erfolgreiche Integration der Menschen mit Migrations-hintergrund wird der Bildung jedoch eine Schlüsselfunktion zugeschrieben, um an der Gesellschaft gleichberechtigt teilhaben zu können. Dabei haben sprachliche Fähigkeiten eine weitreichende Bedeutung für den Bildungserfolg eines jeden Menschen.
Demzufolge bietet diese Tatsache Anlass genug, sich in dieser Arbeit mit der Thematik „Diagnose und Förderung deutschsprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ zu beschäftigen.
In diesem Zusammenhang beginnt die Arbeit mit einer eingehenden Deskription wichtiger Fakten zur Situation der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulwesen, um in deren Verlauf auf der Grundlage von empirischen Bildungsstudien, wie z.B PISA 2000/2003 und IGlU sowie Daten des STATISTISCHEN BUNDESAMTES einen umfassenden Überblick über die Bildungsbeteiligung und den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich sowie in der beruflichen Bildung zu geben.
In einem weiteren Schritt folgt die Herausarbeitung und Skizzierung verschiedener Erklä-rungsansätze, die anhand von markanten Feststellungen und empirischen Studien versuchen, den mangelnden schulischen Erfolg von Kindern mit Migrationshintergrund zu erklären.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen

2.1 Kinder mit Migrationshintergrund – Begriffliche Klärung

2.2 Bildungsbeteiligung und Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

2.2.1 Der Elementarbereich

2.2.2 Der Primarbereich

2.2.3 Die Sekundarstufe

2.2.4 Die berufliche Bildung

2.3 Sprachkompetenzen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund – Begriffliche Klärung

3 Erklärungsansätze für die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund

3.1 Individuumsbasierte Erklärungsansätze

3.1.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung

3.1.2 Die humankapitaltheoretische Erklärung

3.2 Schulstrukturelle Erklärungsansätze

3.2.1 Die Erklärung durch Strukturdefizite des deutschen Schulsystems

3.2.2 Die Erklärung durch institutionelle Diskriminierung

4 Sprachstandsfeststellungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

4.1 Sprachstandsfeststellungsverfahren als Teil der pädagogischen Diagnostik

4.2 Typen von Sprachstandsfeststellungsverfahren

4.2.1 Standardisierte Testverfahren

4.2.2 Informelle Testverfahren

4.3 Beispiele für Sprachstandsfeststellungsverfahren

4.3.1 HAVAS-5

4.3.2 Sismik

4.3.3 Delfin 4

5 Intervention und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsdiskrepanz

5.1 Schulexterne Förderung im Elementar- und Primarbereich am Beispiel des „Rucksack“-Projekts der RAA

5.1.1 Durchführung am Beispiel des Standortes der RAA Herne

5.1.2 Schlussfolgerungen

5.2 Schulexterne Förderung im Sekundarbereich am Beispiel des Projekts „Förderunterricht von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ der STIFTUNG MERCATOR GMBH

5.2.1 Durchführung am Beispiel des Standortes Essen

5.2.2 Schlussfolgerungen

5.3 Schulinterne Förderung am Beispiel der »Grundschule an der Michaelstraße« in Herne

5.3.1 Schulprofil

5.3.2 Fördermaßnahmen

5.3.3 Schlussfolgerungen

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Das zentrale Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Sprachkompetenzen, Diagnostik und erfolgreicher Integration im Bildungswesen aufzuzeigen sowie aktuelle Förderkonzepte kritisch zu analysieren.

  • Deskription der aktuellen Bildungssituation von Migrantenkindern in Deutschland.
  • Analyse theoretischer Erklärungsansätze für Bildungsdiskrepanzen.
  • Evaluation diagnostischer Instrumente zur Sprachstandsfeststellung.
  • Vorstellung und Analyse spezifischer Fördermaßnahmen auf Schul- und institutioneller Ebene.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Die kulturell-defizitäre Erklärung

Die Grundthese der kulturellen-defizitären Erklärung für den mangelnden Bildungserfolg von Schülern mit Migrationshintergrund lautet, dass sie aufgrund ihres kulturellen Erbes Defizite hinsichtlich dessen aufweisen, was als „Normalausstattung“ an Verhaltensweisen, Kenntnissen und Fähigkeiten vorausgesetzt wird, um die Institution der Bildung erfolgreich zu durchlaufen. Worin diese Defizite genau bestehen, variiert je nach Autoren. So forschte TRÄNHARDT nach den Ursachen für die konsistenten Unterschiede nach nationaler Herkunft und deklarierte beispielsweise als eine mögliche Ursache das unterschiedliche Verhalten der Eltern. So haben seiner Meinung nach Migranten spanischer und griechischer Herkunft schon sehr früh Eigeninitiative in der Frage der Beschulung ihrer Kinder in Deutschland entfaltet und sich in Vereinen organisiert. Solche Aktivitäten fand man kaum unter den italienischen und türkischen Migranten, obwohl sie von allen Einwanderern am längsten in der BRD leben. Auch BAUMERT äußerte sich diesbezüglich entsprechend:

„Ein weiterer Faktor, der sich als Indikator für die kulturelle Orientierung an der Aufnahmegesellschaft interpretieren lässt, ist die Verwendung der Verkehrssprache des Einwanderungslandes als wichtigen Aspekt der sozialen Integration von Migranten im Einwanderungsland. […]. Auffällig ist dabei vor allem die geringere Tendenz der türkischen Zuwanderer, in der Familie Deutsch zu sprechen. Der Anteil derjenigen, die dies tun, nimmt zwar mit der Aufenthaltsdauer zu, er ist jedoch deutlich kleiner als unter den Zuwanderern anderer Länder.“

Dies könnte seiner Meinung nach unter anderem mit der gesellschaftlichen Stellung der Mehrzahl der türkischen Migranten als Ausländer zusammenhängen sowie mit den damit verbundenen Bleibeperspektiven. Weiterhin könnten die differenziellen Sprachgewohnheiten auch dadurch bedingt sein, dass türkische Migranten möglicherweise häufiger in ethnisch segmentierten Gemeinden leben, in denen die Umgangssprache Türkisch ist. DIEFENBACH zitiert hierzu LEENEN ET. AL., die in ihren Forschungen herausfanden, dass türkische Migranten eine traditionelle Haltung dem Lernen und der Schule gegenüber haben, entsprechend derer die absolute Autorität der Lehrer in allen Fragen des schulischen Erfolges der Kinder selbstverständlich sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung thematisiert die gesellschaftliche Relevanz der Integration durch Bildung und umreißt den Aufbau der Arbeit.

2 Die Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen: Dieses Kapitel liefert eine Bestandsaufnahme der Bildungsbeteiligung und -erfolge unter Berücksichtigung verschiedener Bildungsstufen.

3 Erklärungsansätze für die Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund: Hier werden sowohl individuelle als auch strukturelle Gründe für schulische Misserfolge kritisch diskutiert.

4 Sprachstandsfeststellungsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Dieser Abschnitt analysiert verschiedene diagnostische Verfahren und deren Einordnung in die pädagogische Diagnostik.

5 Intervention und Fördermaßnahmen zur Verringerung der Bildungsdiskrepanz: Das Kapitel stellt praktische Beispiele für schulexterne und schulinterne Fördermaßnahmen vor.

6 Fazit: Die abschließende Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse und unterstreicht die Notwendigkeit systemischer Veränderungen im Bildungswesen.

Schlüsselwörter

Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Sprachförderung, Sprachstandsfeststellung, HAVAS-5, Sismik, Delfin 4, Rucksack-Projekt, Förderunterricht, Integration, Schulerfolg, Zweitspracherwerb, Pädagogische Diagnostik, Bildungsgerechtigkeit, Mehrsprachigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Bildungsherausforderungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und untersucht Strategien zur Verbesserung ihrer sprachlichen und schulischen Kompetenzen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Zentrale Felder sind die empirische Situation von Zuwandererkindern im Bildungssystem, theoretische Erklärungen für Bildungsdiskrepanzen sowie die Analyse von Sprachdiagnostik und Förderprojekten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit geht der Frage nach, wie sich die Bildungsdiskrepanz zwischen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund durch gezielte Diagnose und darauf aufbauende Sprachfördermaßnahmen verringern lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Bildungsstudien und Dokumentationen zu spezifischen Förderprojekten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Bildungssituation, eine soziologische Ursachenanalyse der Benachteiligung sowie eine detaillierte Untersuchung und Bewertung gängiger Sprachstandstests und Interventionsmaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselbegriffe sind Migrationshintergrund, Bildungsgerechtigkeit, Sprachdiagnostik (insb. HAVAS-5, Sismik, Delfin 4), Sprachförderung und strukturelle Benachteiligung.

Welche Rolle spielt die Erstsprache bei der Sprachförderung?

Die Arbeit betont, dass die Erstsprache ein wichtiges Fundament für den Erwerb der Zweitsprache Deutsch darstellt und Projekte wie das "Rucksack-Projekt" die Förderung beider Sprachen integrieren.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des dreigliedrigen Schulsystems?

Die Arbeit deutet darauf hin, dass die frühe Selektion im dreigliedrigen System ein strukturelles Hindernis darstellt, das Kinder mit Migrationshintergrund im Vergleich zu ihren deutschen Altersgenossen häufiger benachteiligt.

Final del extracto de 93 páginas  - subir

Detalles

Título
Diagnose und Förderung deutschsprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
Universidad
Ruhr-University of Bochum
Calificación
1,0
Autor
Hanna Cieslak (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
93
No. de catálogo
V121893
ISBN (Ebook)
9783640267804
ISBN (Libro)
9783640267910
Idioma
Alemán
Etiqueta
Diagnose Förderung Kompetenzen Kindern Jugendlichen Migrationshintergrund
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Hanna Cieslak (Autor), 2008, Diagnose und Förderung deutschsprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121893
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