In der nun vorliegenden Hausarbeit werde ich daher zum einen untersuchen, inwieweit diese Kritik gerechtfertigt ist, und zum anderen ausführlich auf mögliche Gründe für die vorliegenden Ergebnisse eingehen.
Beginnen werde ich die Hausarbeit allerdings mit einer kurzen Übersicht über den Aufbau und Ablauf von Pisa sowie einer kurzen Zusammenfassung der allgemeinen Ergebnisse. Um den vorgegebenen Rahmen der Hausarbeit nicht zu sprengen und aufgrund der in den letzten Jahren bereits ausführlich geführten Diskussion in den öffentlichen Medien, werde ich mich hier aber auf die grundlegenden Informationen beschränken. Vielmehr möchte ich mich in diesem ersten Teil auf das von PISA aufgedeckte, aber bislang wenig diskutierten Problem der großen Leistungsunterschiede zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern konzentrieren. Dabei ist es besonders notwendig, genauer auf die Ergebnisse derjenigen Schüler mit Migrationshintergrund einzugehen, deren Leistungen bei allen drei PISA – Studien in Deutschland deutlich schwächer waren, als in den meisten anderen teilnehmenden Ländern.
Im zweiten Teil werde ich mich dann näher mit möglichen Gründen für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei PISA beschäftigen. Hier werde ich mich vor allem mit dem Problem der Vergleichbarkeit verschiedener Nationen mit unterschiedlichen Schulsystemen befassen und somit versuchen den tatsächlichen Aussagegehalt von PISA etwas genauer zu umreißen. Auch werde ich in diesem Teil auf die Frage eingehen, welchen tatsächlichen Informationsgehalt die PISA - Studien in Bezug auf den Zusammenhand zwischen Leistung und sozialem Hintergrund der Schüler haben und welche Probleme hier auftreten könnten.
Ein weiterer wichtiger Punkt der in der Öffentlichkeit häufig als Ursache für die schwachen Leistungen deutscher Schüler genannt wird sind die im internationalen Vergleich relativ geringen finanziellen Aufwendungen der Bundesrepublik Deutschland für Bildung. Daher erscheint es mir notwendig, zumindest kurz auf die Bildungsausgaben Deutschlands einzugehen und diese mit denen anderer Nationen zu vergleichen. Im abschließenden letzten Teil werde ich dann noch einen Ausblick auf geplante oder bereits begonnene Maßnahmen der Bundesregierung eingehen, die eine Verbesserung der Bildungssituation in Deutschland zum Ziel haben. Zu nennen seien hier insbesondere die „Qualifizierungsinitiative für Deutschland“, sowie in diesem Zusammenhang die Verbesserung frühkindlicher Erziehung und Bildung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. PISA – Grundlagen, Methoden und Ergebnisse
2.1. Grundlagen und Methoden der PISA – Studien
2.2. Analyse einiger Ergebnisse der Studien im Vergleich
2.3. Die Leistungen der Schüler mit Migrationshintergrund bei PISA 2003
3. Probleme und Ursachen von PISA
3.1. Allgemeine Probleme der Vergleichbarkeit
3.2. Aussagefähigkeit von Schülerangaben zu ihrer sozialen Herkunft
3.3. Erklärungsansätze für die schlechten schulischen Leistungen von Schülern mit Migrationshintergrund:
3.4. Höhe der Bildungsaussagen in der Bundesrepublik Deutschland
4. Lösungsansätze der Bundesregierung zur Verbesserung der Bildungssituation
5. Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Abschneiden Deutschlands bei den PISA-Studien und analysiert kritisch die Gründe für die Diskrepanzen zwischen verschiedenen Schülergruppen sowie die Aussagekraft der erhobenen Daten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Rechtfertigung der öffentlichen Kritik am deutschen Bildungssystem und der Identifizierung von Ursachen für die unterdurchschnittlichen Leistungen, insbesondere von Schülern mit Migrationshintergrund.
- Grundlagen, Methodik und Ergebnisse der PISA-Studien
- Problematiken der internationalen Vergleichbarkeit von Bildungssystemen
- Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund, Migrationsstatus und Schulleistung
- Analyse der Bildungsinvestitionen in Deutschland im internationalen Vergleich
- Lösungsansätze und bildungspolitische Maßnahmen der Bundesregierung
Auszug aus dem Buch
3.1. Allgemeine Probleme der Vergleichbarkeit
Um die Ergebnisse der PISA – Studie richtig einschätzen zu können, ist es hilfreich, auf einige generelle Probleme der Vergleichbarkeit verschiedener Bildungs- bzw. Schulsysteme durch einen allgemeinen, standardisierten Test aufmerksam zu machen.
Zunächst stellt sich da das Problem der Auswahl der Befragten. Zielgruppe von PISA waren, wie bereits beschrieben, 15-jährige Jugendliche in schulischer Ausbildung. Problematisch dabei ist allerdings, dass nicht alle teilnehmenden Länder eine, wie in Deutschland gültige, Schulpflicht bis 16 Jahre haben. Somit haben in einigen Ländern viele 15-jährige die Schule bereits verlassen und konnten somit vom Test nicht erfasst werden. Bei diesen sog. Frühabgängern handelt es sich überwiegend um sehr leistungsschwache Schüler aus einem schwachen sozialen Umfeld. Wenn also nun, wie z.B. in Mexiko oder Brasilien, fast 50 Prozent der 15-jährigen keine Schule mehr besuchen bedeutet dies zwangsläufig, dass nur die 50 Prozent leistungsstärksten Schüler überhaupt vom Test erfasst werden. Die Aussagekraft der Ergebnisse wird also entsprechend relativiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema PISA ein, erläutert das öffentliche Interesse und definiert das Ziel, die Ursachen für die Leistungsunterschiede deutscher Schüler zu untersuchen.
2. PISA – Grundlagen, Methoden und Ergebnisse: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der OECD-Studien, die Zielgruppe sowie die Schwerpunkte der Kompetenzerfassung und gibt einen Überblick über die Ergebnisse im Zeitverlauf.
3. Probleme und Ursachen von PISA: Hier werden kritische Aspekte der Vergleichbarkeit, die Reliabilität von Schülerangaben zur sozialen Herkunft und verschiedene Erklärungsansätze für Leistungsdefizite diskutiert.
4. Lösungsansätze der Bundesregierung zur Verbesserung der Bildungssituation: Dieser Abschnitt beschreibt bildungspolitische Gegenmaßnahmen wie die Qualifizierungsinitiative und die Bedeutung frühkindlicher Förderung.
5. Fazit:: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass PISA-Daten kritisch zu hinterfragen sind, während gleichzeitig strukturelle Mängel in der Förderung sozial schwacher Schüler deutlich werden.
Schlüsselwörter
PISA-Studie, Bildungsforschung, Migrationshintergrund, Bildungsbenachteiligung, Schulleistung, OECD, Bildungspolitik, Qualifizierungsinitiative, soziale Herkunft, Bildungsfinanzierung, Vergleichbarkeit, Lesekompetenz, Integration, Schulpflicht, bildungsferne Schichten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Abschneiden Deutschlands in den PISA-Studien und beleuchtet kritisch die Ursachen für die beobachteten Leistungsunterschiede.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die Methodik der PISA-Studien, der Einfluss des Migrationshintergrunds auf den Schulerfolg und die bildungspolitischen Lösungsansätze der Bundesregierung.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Der Autor möchte untersuchen, ob die öffentliche Kritik am deutschen Bildungssystem gerechtfertigt ist und welche Faktoren die PISA-Ergebnisse tatsächlich beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine sekundäranalytische Auswertung der vorliegenden PISA-Berichte und greift auf fachwissenschaftliche Literatur zurück, um Ergebnisse einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der methodischen Vergleichbarkeit, die Hintergründe von Leistungsdisparitäten bei Migrantenkindern und die Betrachtung der finanziellen Bildungsausgaben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe PISA, Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund und Bildungspolitik definieren.
Wie bewertet der Autor die Aussagekraft der PISA-Daten?
Der Autor plädiert für eine vorsichtige Interpretation der Ergebnisse, da internationale Vergleichsprobleme und unterschiedliche Rahmenbedingungen die Daten verzerren können.
Warum schneiden Schüler mit Migrationshintergrund laut Arbeit häufig schlechter ab?
Es werden verschiedene Erklärungsansätze angeführt, darunter Sprachkompetenzen, sozioökonomische Faktoren des Elternhauses sowie institutionelle Diskriminierungsmechanismen im Schulsystem.
Welche Rolle spielen die Bildungsausgaben in der Analyse?
Obwohl höhere Bildungsausgaben nicht als Allheilmittel gelten, werden sie als notwendige Bedingung für eine bessere Ausstattung der Schulen und individuelle Förderung diskutiert.
Welche konkreten Maßnahmen nennt der Autor zur Verbesserung?
Hervorgehoben wird die Qualifizierungsinitiative der Bundesregierung, insbesondere der Ausbau der frühkindlichen Erziehung und die Sprachförderung für Migrantenkinder.
- Citation du texte
- Norbert Lagrain (Auteur), 2009, PISA und die Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/121986