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Die Debatte um das Zentrum gegen Vertreibungen

Titre: Die Debatte um das Zentrum gegen Vertreibungen

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 17 Pages , Note: 1.9

Autor:in: Christoph Hermes (Auteur)

Médias / Communication - Médias et Politique, Communication politique
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Die Debatte um das so genannte Zentrum gegen Vertreibungen zählt zu den viel diskutierten Auseinandersetzungen um Erinnerung und Gedenken in Deutschland.
Die folgende Arbeit beschäftigt sich demnach im Kern mit der medialen Debatte, so dass im Anschluss die Darstellung der politischen und medialen Mechanismen anschließen kann. Um
diese jedoch sachgerecht einordnen zu können, wird in einem ersten Teil die erinnerungskulturelle Ausgangslage skizziert. Weiter sollen die politischen und institutionellen Bedingungen für die Unterstützer einer organisierten Erinnerung aufgezeigt werden, damit der BdV hier als zentraler Akteur deutlich wird. Nach der bereits angesprochenen Untersuchung der Mediendebatte werden kurz die gegenwärtigen Tendenzen aufgegriffen, so dass am Ende ein zusammenfassendes Fazit stehen kann.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Erinnerung an Flucht und Vertreibung

2.1. Erinnerungskulturelle Aspekte

2.2. Organisation und Erinnerungsarbeit der Vertriebenen

III. Das Zentrum gegen Vertreibungen

3.1. Von der Gründung zur politischen Debatte

3.2. Der Gegenentwurf und seine Konsequenzen

VI. Geschichte , Gedenken und ‚Dritter Sektor’

V. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die geschichtspolitische Kontroverse um die Gründung des "Zentrum gegen Vertreibungen" (ZgV) in Berlin. Dabei wird untersucht, wie der Bund der Vertriebenen (BdV) als Interessenvertretung versuchte, eine spezifische Opferperspektive politisch zu verankern und welche gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse durch diesen Konflikt in der deutschen Erinnerungskultur angestoßen wurden.

  • Die Rolle des Bundes der Vertriebenen als politischer Akteur
  • Die mediale und politische Debatte über das Gedenkzentrum
  • Gegenentwürfe einer europäischen Erinnerungskultur
  • Das Spannungsfeld zwischen geschichtspolitischer Instrumentalisierung und Aufarbeitung
  • Die Institutionalisierung der Erinnerung als "Dritt-Sektor-Organisation"

Auszug aus dem Buch

3.2. Der Gegenentwurf und seine Konsequenzen

Bei allen Streitigkeiten stimmten seit dem Entschließungsantrag im Sommer 2002 die politischen Parteien darin überein, dass ein Zentrum mit dem Thema ‚Vertreibung’ in einer europäischen Dimension stehen müsse. Ein solches Zentrum sollte - ungeachtet der Fragen des tatsächlichen Standortes – kein rein deutscher oder bilateraler Gegenstand zwischen Polen und Deutschland allein sein.

Der Aufruf von Markus Meckel vom Juli 2003 mit dem Titel ‚Gemeinsame Erinnerung als Schritt in die Zukunft - Für ein Europäisches Zentrum gegen Vertreibungen, Zwangsaussiedlungen und Deportationen’ stellte die zentrale geschichtspolitische Stellungsnahme hinsichtlich des Gegenentwurfs dar. Inhaltlich wurden hier noch mal die Vorbehalte gegen das ZgV konkretisiert und als Begründung die Gefahr der gegenseitigen Aufrechnung von Leid gegeben. Vielmehr müssten die unterschiedlichen Ursachen und Kontexte von Vertreibungen, Zwangsumsiedlungen und Deportationen gemeinsam erarbeitet und fern vom Misstrauen der Nachbarn abgebildet werden.

Der offensichtliche Bedarf eines Vertriebenenzentrums wurde also nicht mehr in Frage gestellt, sondern auch von Meckel aufgenommen. Darüber hinaus steht der Entwurf für die klare Benennung von Ursachen und Folgewirkungen jenseits von nationalen und moralischen Relativierungen. Somit scheint er als typisch integrativer Vorschlag jener ‚Phase der Vergangenheitsbewahrung’ zu sein, die durch den Übergang vom Erinnerungskampf hin zur Erinnerungskultur geprägt ist. Dass es von Seiten des BdV zu keiner konstruktiven Auseinandersetzung kam, ist nicht wirklich verwunderlich. Interessant ist vielmehr, dass ein ganz ähnlicher Vorstoß bereits im Jahr 2002 von einer Tagung von Osteuropahistorikern ausging. Von Vertriebenenseite in Person von Herbert Hupka, einem langjährigen Vorsitzenden der schlesischen Landsmannschaft, wurde er als ‚pseudowissenschaftliches Kauderwelsch’ abgetan.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Diese Einleitung führt in die geschichtspolitische Debatte um das Zentrum gegen Vertreibungen ein und erläutert die methodische Herangehensweise der Untersuchung.

II. Erinnerung an Flucht und Vertreibung: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext der Vertreibung nach 1945 sowie die unterschiedlichen Formen des Erinnerns und der Interessenorganisation in der DDR und BRD.

III. Das Zentrum gegen Vertreibungen: Hier wird der Entstehungsprozess des ZgV, die politische Auseinandersetzung und die Entwicklung der verschiedenen Konzepte für ein solches Gedenkzentrum detailliert nachgezeichnet.

VI. Geschichte , Gedenken und ‚Dritter Sektor’: Dieses Kapitel analysiert die Rolle von sogenannten Dritt-Sektor-Organisationen bei der sozialen Konstruktion von Erinnerung am Beispiel der BdV-Arbeit.

V. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet das Projekt in den größeren Wandel der deutschen Erinnerungskultur ein.

Schlüsselwörter

Zentrum gegen Vertreibungen, Bund der Vertriebenen, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, Flucht und Vertreibung, Gedenken, nationale Identität, Dritt-Sektor, Opferstatus, deutsche Nachkriegsgeschichte, europäische Erinnerung, politische Debatte, Identitätspolitik, Vertriebenenverbände, Vergangenheitsbewahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschichtspolitische Kontroverse um die Gründung des "Zentrum gegen Vertreibungen" in Berlin und analysiert, wie diese Debatte den Umgang Deutschlands mit der Geschichte von Flucht und Vertreibung widerspiegelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die Rolle des Bundes der Vertriebenen als politischer Akteur, die Dynamik der Erinnerungskultur in Ost- und Westdeutschland sowie die Herausforderung, ein europäisches Gedenken an Vertreibungen zu etablieren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, die politischen und medialen Mechanismen hinter der ZgV-Debatte aufzuzeigen und zu analysieren, wie Interessenverbände versuchen, spezifische Deutungen der Vergangenheit in den öffentlichen Diskurs einzubringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer diskursanalytischen Betrachtung der geschichtspolitischen Auseinandersetzungen, unter Einbeziehung von Primärquellen wie Stiftungsdokumenten und zeitgenössischen politischen Stellungnahmen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Erinnerungskultur, die spezifische Debatte um das ZgV sowie die Analyse der Bedeutung von nicht-staatlichen Organisationen ("Dritter Sektor") im Kontext der deutschen Erinnerungslandschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, der Bund der Vertriebenen, das Zentrum gegen Vertreibungen und der gesellschaftliche Aushandlungsprozess über nationale Identität.

Wie positionierte sich die Politik zum Vorschlag eines Zentrums gegen Vertreibungen?

Die Positionen waren über lange Zeit gespalten: Während konservative Kreise das BdV-Projekt unterstützten, forderten andere Akteure, insbesondere Markus Meckel, eine stärkere europäische Ausrichtung, um einseitige Opferdarstellungen und revanchistische Tendenzen zu vermeiden.

Welche Rolle spielte der Begriff "Opferstatus" in der Debatte?

Ein zentraler Kritikpunkt war der Versuch des BdV, den Vertriebenen einen exklusiven Opferstatus zuzusprechen, was Kritiker als Entkontextualisierung und Instrumentalisierung zur Relativierung nationalsozialistischer Verbrechen wahrnahmen.

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Résumé des informations

Titre
Die Debatte um das Zentrum gegen Vertreibungen
Université
Justus-Liebig-University Giessen
Note
1.9
Auteur
Christoph Hermes (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
17
N° de catalogue
V122131
ISBN (ebook)
9783640269013
Langue
allemand
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Hermes (Auteur), 2006, Die Debatte um das Zentrum gegen Vertreibungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122131
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Extrait de  17  pages
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