Die Arbeit beschreibt die gesellschaftliche Stellung des Themas sowie die daraus resultierenden Folgen insbesondere bzgl. politischen Handlungsdrucks sowie Tätervorstellung. Es zeigt die Schwachstellen bzgl. der Strafverfolgung z.Bsp. bzgl. der Definition "sexuelle Handlung" und weist dabei immer wieder auf die höchste Schwierigkeit hin, dem sexuellen Missbrauch von Kindern im Nahfeld und dem damit verbundenen Abhängigkeitsverhältnis. Des weiteren wird das neue Tatmittel Internet beleuchtet, auf die Folgen für das Opfer eingegangen um schlussendlich eine gesellschaftliche und täterspezifische Ursachenfindung zu versuchen und nachhaltige Verbesserungsvorschläge zur Bekämpfung von sexuellen Missbrauch von Kindern anzubringen.
Inhaltsverzeichnis
A) EINLEITUNG
B) HAUPTTEIL
I Allg. Geschichte des Sexualstrafrechts bzgl. sex. Missbrauch von Kindern
II rechts- und kriminalpolitische Auseinandersetzung
III Tatbestände und Begriffsbestimmung
1. Rechtsgut
a) Allgemeines und Begriffsbestimmung
(aa) Definition „sexuelle Handlung“
(1) „weite“ und „enge“ Definition
(2)normative, klinische und Forschungs-Definitionen
bb) Kriterien
(cc) Zusammenfassung
b) Rechtssprechung und Literatur
c) weitere Anforderungen und Besonderheiten
2. Kinderpornographie
IV Kinder als Opfer von sexuellem Missbrauch
1. Dunkelfeld
a) Anzeigebereitschaft
b) Erweiterung der Anzeigepflicht i. S. v. § 138 StGB
2. Folgen des sexuellen Missbrauchs unter besonderer Berücksichtigung des Strafverfahren
a) primäre Traumatisierungsfolgen
b) sekundäre Traumatisierungsfolgen
V Das Täterprofil
VI Ursachen sexuellen Missbrauchs
1. Gesellschaftliche Ursachen
2. Täterspezifische Ursachen
VII Prävention, Aufklärung und Ausbildung
C) FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland, wobei das Hauptziel darin besteht, eine objektive, wissenschaftlich fundierte Analyse zu erstellen, die ein Gleichgewicht zwischen massenmedialer Darstellung und der tatsächlichen kriminologischen Wirklichkeit herstellt.
- Kritische Analyse der rechts- und kriminalpolitischen Auseinandersetzung mit dem Thema.
- Untersuchung der Tatbestände, der Begriffsbestimmung und der Rolle der Kinderpornographie.
- Analyse der Opfersituation unter Berücksichtigung des Dunkelfeldes und der Folgen im Strafverfahren.
- Erstellung eines Täterprofils und Erörterung gesellschaftlicher sowie täterspezifischer Ursachen.
- Diskussion von Präventionsansätzen sowie der Notwendigkeit von Aufklärung und Ausbildung.
Auszug aus dem Buch
(aa) Definition „sexuelle Handlung“
Was unter einer sexuellen Handlung zu verstehen ist, ist umstritten.
In der Fachliteratur über den sexuellen Missbrauch an Kindern werden zahlreiche Begriffe und Definitionen verwendet. Neben dem Begriff „sexueller Missbrauch“, der am häufigsten verwendet wird, gibt es zahlreiche weitere Bezeichnungen für diesen Problembereich wie die Begriffe: sexuelle Gewalt, sexuelle Ausbeutung, sexuelle Misshandlung, Inzest, Seelenmord, realer Inzest, sexualisierte Gewalt, sexueller Übergriff oder sexuelle Belästigung.25
Definitionen sind für unseren Erkenntnisfortschritt im Allgemeinen und damit auch für den Forschungs- und Arbeitsbereich um den sexuellen Missbrauch von großer Bedeutung, da durch sie dieser Bereich genau umrissen und bezeichnet wird. Bis heute gibt es jedoch keine allgemein akzeptierte Definition. Die Heterogenität ist der Grund, weshalb sich streitende Parteien bei der Bewertung der Handlungen, selten einigen können.26 Die vorhandenen Definitionen lassen sich in verschiedenen Systemen kategorisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
A) EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende wissenschaftliche und öffentliche Debatte über den sexuellen Kindesmissbrauch seit den 1980er Jahren und definiert das Ziel der Arbeit, eine kritische und objektive Auseinandersetzung mit der Thematik zu führen.
B) HAUPTTEIL: Der Hauptteil analysiert die historische und politische Entwicklung des Sexualstrafrechts, erörtert die Definitionen von Straftatbeständen und untersucht die Dynamik zwischen Opfersituation, Täterprofilen und gesellschaftlichen Ursachen.
C) FAZIT: Das Fazit resümiert, dass sexuelle Gewalt ein tief verwurzeltes gesellschaftliches Phänomen ist, und fordert anstelle von reinem gesetzgeberischem Aktionismus eine intensivere Ursachenbekämpfung durch verbesserte Aufklärung, Ausbildung und Langzeitstudien.
Schlüsselwörter
Sexueller Kindesmissbrauch, Sexualstrafrecht, Viktimologie, Dunkelfeld, Täterprofil, Strafverfahren, Opferschutz, Pädophilie, gesellschaftliche Ursachen, Prävention, Aufklärung, Gesetzgebung, Strafrahmenerhöhung, Kindeswohl, Traumatisierungsfolgen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik des sexuellen Kindesmissbrauchs in der Bundesrepublik Deutschland, unter besonderer Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen und der öffentlichen Wahrnehmung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die juristischen Tatbestände, die Analyse der Opfersituation und des Dunkelfeldes, das Täterprofil sowie die gesellschaftlichen Ursachen des Missbrauchs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein Gleichgewicht zwischen der massenmedialen Darstellung spektakulärer Einzelfälle und der tatsächlich wissenschaftlich nachgewiesenen Wirklichkeit herzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des aktuellen Forschungsstandes, aktuelle Studien, Statistiken sowie eine kritische Auswertung der rechts- und kriminalpolitischen Debatte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Geschichte des Sexualstrafrechts, die Bestimmung von Tatbeständen, die Rolle des Dunkelfeldes, Folgen für Opfer im Strafverfahren sowie Ursachen und Präventionsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sexueller Kindesmissbrauch, Dunkelfeld, Strafrechtsreform, Opferschutz, Täterprofil und Prävention.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Medien bei diesem Thema?
Die Autorin kritisiert, dass eine massive mediale Präsenz von Extremfällen zu einer verzerrten öffentlichen Wahrnehmung führt und den Gesetzgeber zu plakativen, aber oft wenig sachdienlichen Strafverschärfungen drängt.
Warum ist das Dunkelfeld bei diesem Delikt so bedeutend?
Das Dunkelfeld ist entscheidend, da Täter häufig aus dem sozialen Nahfeld stammen und die Anzeigequote aufgrund emotionaler Abhängigkeiten sowie familiärer Abschirmung extrem niedrig ist.
Wie steht die Autorin zum Opferschutz im Strafverfahren?
Sie betont die Notwendigkeit, Kinder vom Strafverfahren fernzuhalten, hinterfragt jedoch, ob der Ausschluss von der Mitgestaltung des Prozesses immer dem kindlichen Interesse entspricht oder nur die Abhängigkeit zu den Eltern spiegelt.
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- Peggy Glombik (Author), 2007, Sexueller Missbrauch von Kindern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122146