Dass das Gesundheitssystem in Österreich seit längerer Zeit „kränkelt“, beziehungsweise die Angst vor Unfinanzierbarkeit umgeht, wird immer öfters medial aufgegriffen. Uneinigkeit existiert vor allem in der Ursachenforschung. Während Experten der einen Seite auf die Überalterung der Bevölkerung mit all ihren Auswirkungen für die Leistbarkeit dieser hinweist, wird auf anderer Seite über den möglichen Einzug von neoliberalistischen Tendenzen am Angebotsmarkt „Gesundheit“ nachgedacht. Die Wirksamkeit von den politisch Verantwortlichen umgesetzten Reformen ist ebenso strittig wie die Frage nach entsprechend Ausgaben dämpfenden Steuerungsinstrumenten. Die Nachfrage nach einem lösungsorientiertem und das bisherige Sozial- und Gesundheitssystem absichernden Vorgehen wird jedoch von fast allen Beteiligten geteilt und
gewünscht.
Inhaltsverzeichnis
1. Abstract
2. Hauptteil
2.1 Ursachen der Finanzierungsproblematik
2.2 Lösungsansätze und Steuerungsinstrumente
2.2.1 Das Beispiel der OÖ. Gebietskrankenkasse
2.2.2 Vertragspartnerkontrolle (VPKO)
3. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen der aktuellen Finanzierungsprobleme im österreichischen Gesundheitswesen und analysiert mögliche Lösungsstrategien sowie effiziente Steuerungsinstrumente, um die langfristige Finanzierbarkeit des sozialen Gesundheitssystems zu sichern.
- Analyse der Ursachen für die Finanzierungskrise (u.a. Lohnquote, demografischer Wandel)
- Diskussion über soziale Gerechtigkeit und Höchstbeitragsgrundlagen
- Evaluation von Steuerungsinstrumenten am Beispiel der OÖGKK
- Untersuchung des Phänomens "Health Care Fraud" und dessen wirtschaftliche Auswirkungen
- Politische Implikationen und die Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin
Auszug aus dem Buch
Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit
In seinem im NP-Buchverlag erschienen Werk „ Kranke Geschäfte mit unserer Gesundheit“ wird RÜMMELE noch deutlicher. Unter dem Überbegriff „Sozialhilfe für Reiche“2 prangert er die derzeitige Beibehaltung der Höchstbeitragsgrundlage als Grund für diese Un gerechtigkeit an. Dieses belegt er mit einem Lohnbeispielsvergleich vom Einkommen eines Managers verglichen mit dem eines einfachen Angestellten. Der einfache Angestellte bezahlt aufgrund der derzeitigen Höchstbeitragsgrundlage mit einem Zehntel des Gehalts eines Managers das fast 14fache (7,4%) als Krankenversicherungsbeitrag, während ein Manager mit einem Monatsverdienst von 24.000,- Euro nur 0,53% bezahlt. Dies ist möglich aufgrund der festgesetzten Höchstbeitragsgrundlage. Hieraus folgert er, dass so das bestehende Krankenversicherungssystem zur „Sozialhilfe“ für Reiche und Besserverdienende wird und diese somit entlaste.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abstract: Kurzer Überblick über die Problematik der Finanzierbarkeit des österreichischen Gesundheitssystems und die unterschiedlichen Expertenmeinungen zu Reformansätzen.
2. Hauptteil: Detaillierte Untersuchung der Ursachen für finanzielle Defizite sowie Vorstellung von Steuerungsinstrumenten und Kontrollmechanismen, wie der Vertragspartnerkontrolle zur Bekämpfung von Fehlverrechnungen.
3. Resümee: Kritische Reflexion über die Gefahren zunehmender Ökonomisierung und den drohenden Wandel hin zu einer Zwei-Klassen-Medizin durch wirtschaftliche Lobbyinteressen.
Schlüsselwörter
Gesundheitsökonomie, Finanzierungsproblematik, Österreich, Krankenversicherung, Höchstbeitragsgrundlage, Solidarprinzip, Gesundheitsreform, Health Care Fraud, Steuerungsinstrumente, OÖGKK, Lohnquote, Zwei-Klassen-Medizin, Sozialstaat, Effizienzsteigerung, Wirtschaftslobbyismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den aktuellen Finanzierungsproblemen im österreichischen Gesundheitswesen und untersucht die Ursachen sowie mögliche Lösungsansätze für eine nachhaltige Absicherung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernpunkten zählen die demografische Entwicklung, die sinkende Lohnquote, die Problematik der Höchstbeitragsgrundlagen, Betrug im Gesundheitswesen (Health Care Fraud) sowie die Effektivität politischer Gesundheitsreformen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den wesentlichen Ursachen der Finanzierungsprobleme und schlägt Maßnahmen vor, die direkt bei diesen Ursachen ansetzen, um das bestehende soziale Gesundheitssystem zu erhalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und eine Auswertung von Experteninterviews sowie Berichten aus Fachjournalen und Skripten zur Gesundheitsökonomie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, vergleicht Expertenmeinungen zu Einnahmen- und Ausgabendefiziten und evaluiert konkrete Steuerungsinstrumente an Praxisbeispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gesundheitsökonomie, Solidarprinzip, Finanzierbarkeit, Reformbedarf und Kostendämpfung geprägt.
Warum wird die Höchstbeitragsgrundlage in der Arbeit kritisiert?
Sie wird als ungerecht empfunden, da sie Besserverdienende entlastet, während einkommensschwache Gruppen im Vergleich prozentual deutlich höhere Beiträge leisten müssen.
Was ist unter der "Vertragspartnerkontrolle" zu verstehen?
Es handelt sich um ein Steuerungsinstrument der OÖGKK, das gezielt Fehl- und Falschverrechnungen sowie Betrugsfälle bei Vertragspartnern wie Ärzten oder Apotheken aufdecken soll.
Welche Gefahr sieht der Autor in der Privatisierung des Gesundheitsmarktes?
Der Autor warnt vor einer "Amerikanisierung" und der Entstehung einer Zwei-Klassen-Medizin, in der eine adäquate Versorgung nur noch für Besserverdienende leistbar sein könnte.
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- Mag. BA pth. Michael Eder (Author), 2006, Die Finanzierungsprobleme im österreichischen Gesundheitswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122281