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Hausfrau, Gattin und Mutter

Die Funktion der Mädchen- und Frauenbildung im Deutschland des 19. Jahrhunderts

Titre: Hausfrau, Gattin und Mutter

Dossier / Travail , 2006 , 11 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Nina Schumacher (Auteur)

Ethnologie / Anthropologie Culturelle
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“Seitdem ich zuletzt schrieb, habe ich auch angefangen, fleißig zu studieren. Ihr seid gewiß entsetzt, aber denkt Euch, ich gehe mit einer jungen Italienerin, mit der ich deutsche und italienische Stunden austausche, auf die…Universität!” Was Anna Vietor 1888 in einem Brief voller Begeisterung als ein außerordentliches Phänomen ihrer Familie mitteilt, fügt sich heute selbstverständlich in den universitären Alltag. Dass jedoch das Frauenstudium in Deutschland seit kaum 100 Jahren möglich und noch Mitte des 19. Jahrhunderts das Erlangen des Abiturs für Mädchen im Allgemeinen undenkbar gewesen ist, da sie ihr Glück in “ …der […] “natürlichen Bestimmung” der Frau zur Hausfrau, Gattin und Mutter…” zu finden hatten, das soll hier verdeutlicht werden.
Diese Ausarbeitung wird sich insbesondere mit jenen Prämissen beschäftigen, unter welchen im 19. Jahrhundert die Unterrichtung weiblicher Personen an deutschen Schulen stattgefunden hat und somit einen groben Überblick über anfängliche Leitlinien und Hintergründe darstellen, die zur damaligen Zeit die Mädchenbildung prägten. Vor allem möchte ich in diesem Zusammenhang hervorheben, wie die Lerninhalte dieser Zeit mit der späteren Hausfrauenrolle der Mädchen korrespondierten und darauf vorbereiten sollten. Aufgrund des beschränkten Umfangs werde ich allerdings die häusliche Bildung weiträumig umgehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition von “Frauenbildung” im 19. Jahrhundert

3. Funktionen der Mädchenbildung

3.1 Hausfrau, Gattin und Mutter - die Erschaffung eines Ideals

3.2 Biologistischer Unterbau

3.3 Die Aufgaben der “Weibsbildung”

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen Leitlinien und Hintergründe der Mädchenbildung im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Vermittlung von Bildungsinhalten gezielt mit der sozialen Konstruktion der Hausfrauenrolle korrespondierte und zur Verfestigung des traditionellen Rollenideals "Hausfrau, Gattin und Mutter" beitrug.

  • Die Entstehung und Etablierung des bürgerlichen Frauenideals im 19. Jahrhundert.
  • Die Rolle wissenschaftlicher und biologistischer Argumente zur Rechtfertigung der Bildungsbegrenzung.
  • Analyse der Unterrichtsinhalte und Methoden als suggestive Mittel zur Rolleninternalisierung.
  • Die Bedeutung von Handarbeit und häuslicher Erziehung für die Disziplinierung weiblicher Heranwachsender.
  • Diskussion über die Wirkung von Bildungsidealen auf das Selbstverständnis von Frauen in dieser Zeit.

Auszug aus dem Buch

3.2 Biologistischer Unterbau

“Nach Männer Weise in der Wißenschaft [sic!] gründlich zu sein, darnach [sic!] könnte nur ein ganz unweibliches Mädchen streben, und nur vergebens streben, da ihr Kraft und Talent des Mannes mangelt.”

Die Begründungen, welche im 19. Jahrhundert die eingeschränkte Bildung von Mädchen rechtfertigten, basieren - wie das obige Zitat verdeutlicht - in wesentlichen Teilen auf der als minderwertig bzw. minderleistungsfähig proklamierten “biologischen Ausgestaltung” von Frauen. Eine der häufig gebrauchten Erklärungen war beispielsweise das kleinere Gehirn weiblicher Personen, das sie zwangsläufig in ihrer Denkfähigkeit einzuschränken galt; ebenso diente die Figur des “zu zarten Nervenkostüms” von Mädchen oftmals als Beweis der Unfähigkeit zur höheren Bildung. Diese Thesen fanden auch durch die Wissenschaft Bestätigung. So schrieb z.B. der Volkskundler Wilhelm Heinrich Riehl: “Nicht gezwungen durch äußere Unterdrückung, sondern weil sie es ihrer Natur nach gar nicht anders kann und mag, tritt die Frau unter die Autorität des Mannes. So war es seit die Welt stehet und so wird es bleiben.”

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Frauenstudiums in Deutschland und führt in die Fragestellung ein, wie Mädchenbildung zur Stabilisierung der Hausfrauenrolle beitrug.

2. Definition von “Frauenbildung” im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel arbeitet heraus, dass Frauenbildung damals nicht mit gleichberechtigter Bildung gleichgesetzt wurde, sondern eine "wesensgemäße" Vorbereitung auf häusliche Lebensaufgaben darstellte.

3. Funktionen der Mädchenbildung: Hier werden die Mechanismen analysiert, die zur Erschaffung des Ideals "Hausfrau, Gattin und Mutter" führten, wobei insbesondere biologische Argumente und pädagogische Methoden untersucht werden.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Mädchenbildung des 19. Jahrhunderts maßgeblich der Verinnerlichung traditioneller Rollenmuster diente und dass viele dieser Vorurteile noch weit bis ins 20. Jahrhundert nachwirkten.

Schlüsselwörter

Mädchenbildung, 19. Jahrhundert, Hausfrau, Frauenbild, Bildungsgeschichte, Geschlechterdifferenz, Biologismus, häusliche Erziehung, Sozialisation, Rollenideal, Emanzipation, Frauengeschichte, bürgerliche Mädchen, Unterordnung, Geschlechterrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Funktion und die ideologischen Hintergründe der Mädchen- und Frauenbildung in Deutschland während des 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Entstehung des bürgerlichen Frauenideals, die Rolle der Biologie als Rechtfertigung für Bildungsbeschränkungen und die pädagogische Vermittlung der Rolle als Hausfrau, Gattin und Mutter.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Bildungsinhalte im 19. Jahrhundert instrumentalisiert wurden, um Mädchen auf eine untergeordnete Rolle im privaten Bereich vorzubereiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, um anhand von Fachliteratur, zeitgenössischen Zitaten und Diskursanalysen die damaligen Bildungskontexte zu rekonstruieren.

Was sind die Schwerpunkte des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des erschaffenen Frauenideals, den biologistischen Begründungen für Bildungsunterschiede und die spezifischen Aufgaben und Methoden der damaligen "Weibsbildung".

Welche Begriffe beschreiben die Arbeit am besten?

Zu den prägenden Schlüsselbegriffen zählen Mädchenbildung, Sozialisation, Geschlechterdifferenz und die Konstruktion des Hausfrauenideals.

Inwiefern beeinflusste das "zarte Nervenkostüm" die Mädchenbildung?

Das Konzept des "zarten Nervenkostüms" diente als pseudowissenschaftlicher Beweis dafür, dass Mädchen geistig überfordert wären, wenn sie sich analytischer oder wissenschaftlicher Bildung widmeten.

Warum war Handarbeitsunterricht so bedeutend für die damalige Erziehung?

Handarbeit galt als probates Mittel, um "Sittlichkeit" und "Anstand" zu fördern und die Mädchen von einer aktiven, freien intellektuellen Betätigung abzulenken, um die Unterdrückung sexueller Triebe zu unterstützen.

Wie reagierten zeitgenössische Frauenrechtlerinnen auf diese Umstände?

Frauenrechtlerinnen wie Luise Büchner oder Helene Lange kämpften zwar für Bildungsrechte, blieben jedoch oft selbst in der Vorstellung einer geschlechtsspezifischen "weiblichen Kultur" oder "Natürlichkeit" verhaftet.

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Résumé des informations

Titre
Hausfrau, Gattin und Mutter
Sous-titre
Die Funktion der Mädchen- und Frauenbildung im Deutschland des 19. Jahrhunderts
Université
University of Marburg  (Institut für Europäische Ethnologie/ Kulturwissenschaft)
Cours
Vergangene Lebenswelten - Einführung ins archivalische Arbeiten im Staatsarchiv Marburg
Note
1,0
Auteur
Nina Schumacher (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
11
N° de catalogue
V122358
ISBN (ebook)
9783640275052
Langue
allemand
mots-clé
Bürgertum Hausfrau Mutter 19. Jahrhundert Archiv Erziehung Mädchenbildung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nina Schumacher (Auteur), 2006, Hausfrau, Gattin und Mutter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122358
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Extrait de  11  pages
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