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Menschenrechte

Eine kritische Auseinandersetzung mit Habermas` Theorie der Einbeziehung des Anderen

Title: Menschenrechte

Seminar Paper , 2005 , 14 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Alexandra Mörz (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Menschenrechte – wohl kaum eine Diskussion wird wohl ähnlich kontrovers und emotional geführt, wie die der Universalisierung der Menschenrechte. Schnell wird zu Kriegszeiten der Ruf laut, Kriegsverbrecher vor dem internationalen Gerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu verurteilen. Auch sogenannte humanitäre Interventionen sind uns in letzter Zeit nicht mehr fremd. Sogar Außenminister Joschka Fischer kritisierte unlängst öffentlich bei seinem Staatsbesuch in China die unzureichende Achtung der Menschenrechte im Lande.
Doch was genau sollen wir unter der Universalität der Menschenrechte verstehen, geschweige denn, wie lässt sich universaler Menschenrechtsschutz verwirklichen? Oder handelt es sich dabei etwa wieder um ein „Hirngespinst“ unserer westlichen Welt, deren Gedankengut sich nicht weltweit übertragen lässt? Versteckt sich hinter dieser Forderung vielleicht sogar unser Wunsch einer Neokolonialisierung der nichtwestlichen Welt? Welche Argumente sprechen im Zeitalter der Globalisierung für eine Universalisierung der Menschenrechte? Handelt es sich dabei um Exportprodukte der westlichen Welt, die mit dem Kollektivismus Asiens vereinbar sind, oder zerstören sie gar die traditionellen Familien- und Gesellschaftsbindungen?
Dieser Fragenkatalog ließe sich wohl noch unendlich erweitern. Die kontroversen Richtungen des Diskurses müssten jedoch bereits jetzt in Grundzügen deutlich geworden sein. Aufgabe dieser Arbeit ist es nun, die historischen und philosophischen Grundlagen der Entstehung der Menschenrechte zu erörtern. Dabei werde ich besonders auf Habermas` Argumentation der Einbeziehung des Anderen und deren Prämissen eingehen. Anschließend sollen aktuelle Diskussionen vor dem erarbeiteten Hintergrund kritisch reflektiert werden. Zunächst ist jedoch eine Definition und Kategorisierung der Menschenrechte erforderlich, denn schon hier gibt es bezüglich des Universalitätsanspruches erheblichen Diskussionsstoff.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was sind Menschenrechte? Definition und historische Entstehung

2.1 Definition

2.2 Historische Entstehung

3. Philosophischer Diskurs zur Universalität der Menschenrechte

3.1 Habermas` Auseinandersetzung mit Kants Idee des „ewigen Friedens“

3.2 Menschenrechte – Recht oder Moral?

3.3 Habermas` Standpunkt in der aktuellen Diskussion

4. Schlussbemerkungen

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophischen Grundlagen der Menschenrechte und setzt sich kritisch mit Jürgen Habermas' Theorie der "Einbeziehung des Anderen" auseinander, um die Möglichkeiten und Grenzen einer globalen Universalisierung von Menschenrechten zu analysieren.

  • Historische Herleitung und Definition von Menschenrechten
  • Habermas' Reformulierung der kantianischen Idee des "ewigen Friedens"
  • Die Dichotomie zwischen Recht und Moral in der internationalen Politik
  • Kulturelle Identität versus universalistischer Menschenrechtsanspruch
  • Die Rolle des Westens und die Gefahr des Neokolonialismus

Auszug aus dem Buch

3.2 Menschenrechte – Recht oder Moral?

Hinsichtlich der Institutionalisierung der Menschenrechte lassen sich zwei konträre Sichtweisen unterscheiden. Die eine sieht seit der Regierung Charter eine zunehmende Verbesserung des institutionellen Rahmens der Menschenrechtspolitik, die andere sieht im Versuch der Internationalisierung der Menschenrechte eine selbstzerstörerische Moralisierung der Politik. „Diese Moralisierung stempelt Gegner zu Feinden, wobei diese der Kriminalisierung der Unmenschlichkeit erst die Tür öffnet.“ (Habermas 1999:220). Beide Argumentationen basieren Habermas zufolge auf einer unklaren Begrifflichkeit von Recht und Moral, denen zwei (falsche) Prämissen zugrunde liegen: Erstens, die Politik der Menschenrechte diene der Durchsetzung von Normen, die Teil einer universalen Moral seien, und zweitens zerstöre eine negative moralische Bewertung eines politischen Gegners die rechtlich institutionelle Begrenzung der politischen Auseinandersetzung, da es sich dabei ausschließlich um moralische Urteile im Sinne von „Gut“ oder „Böse“ handle (Habermas 1999: 221).

Die erste Prämisse ist grundsätzlich falsch, zu Irritationen führt ausschließlich der doppelte Charakter der Menschenrechte, zum einen als Verfassungsnormen mit positiver Geltung, zum anderen als individuelle Rechte mit überpositiver Geltung. Habermas zufolge sind Menschenrechte jedoch juridischer, und zwar ausschließlich juridischer Natur. Sie sind nicht von moralischer Herkunft. Den Anschein moralischer Rechte erhalten sie allein aufgrund ihrer übernationalstaatlicher Geltung und ihrer bisherigen positiven Gestalt in den nationalen Rechtsordnungen demokratischer Staaten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Kontroverse um die Universalisierung der Menschenrechte ein und steckt den Rahmen der Arbeit ab, die Habermas' Argumentation auf ihre philosophischen und historischen Grundlagen hin prüft.

2. Was sind Menschenrechte? Definition und historische Entstehung: Dieses Kapitel definiert Menschenrechte als natürliche, unveräußerliche Freiheitsansprüche und zeichnet ihre Entstehungsgeschichte von der Antike über die Aufklärung bis hin zur UNO-Charta nach.

3. Philosophischer Diskurs zur Universalität der Menschenrechte: Dieser Hauptteil analysiert Habermas' Kritik an Kant, die Unterscheidung von Recht und Moral sowie die aktuelle Debatte um Kulturrelativismus und die Rolle des Westens.

4. Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass eine Verrechtlichung der Menschenrechte zwar sinnvoll zur Sanktionierung von Verbrechen ist, eine moralische Diskussion jedoch aufgrund der globalen Komplexität unvermeidbar bleibt.

5. Literatur: Verzeichnis der in der Arbeit zitierten Quellen.

Schlüsselwörter

Menschenrechte, Jürgen Habermas, Universalismus, Weltbürgerrecht, Politische Theorie, Kant, Ewiger Friede, Neokolonialismus, Rechtsphilosophie, Internationale Politik, Humanitäre Intervention, Recht, Moral, Globalisierung, Menschenrechtspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch die Theorie der "Einbeziehung des Anderen" von Jürgen Habermas vor dem Hintergrund der globalen Diskussion über die Universalisierung von Menschenrechten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der philosophischen Begründung von Menschenrechten, der Abgrenzung von Recht und Moral sowie der Problematik der Durchsetzung westlicher Werte in einer globalisierten, kulturell pluralistischen Welt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung fragt danach, wie eine Universalisierung der Menschenrechte möglich ist, ohne in einen moralisierenden Imperialismus zu verfallen, und ob Habermas' Ansatz einer Verrechtlichung des Weltbürgerrechts hierfür eine tragfähige Lösung bietet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine politiktheoretische Analyse, bei der sie Habermas' Argumentation mit anderen zeitgenössischen Diskursen (z.B. von Herzog, Herzinger und Roetz) in einen kritischen Dialog setzt.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil setzt sich mit Habermas' Reformulierung von Kants Idee des "ewigen Friedens" auseinander, hinterfragt die Trennung von Recht und Moral und diskutiert aktuelle Spannungsfelder wie den sogenannten Neokolonialismus.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem zentralen Begriff der Menschenrechte sind dies insbesondere Universalismus, Weltbürgerrecht, juridische Natur, Moral, Institutionalisierung und politische Partizipation.

Wie bewertet die Autorin Habermas' Trennung von Recht und Moral?

Die Autorin hält diese Trennung für Habermas' Argumentation zwar für methodisch hilfreich, zweifelt jedoch an ihrer praktischen Durchsetzbarkeit, da der Diskurs über Menschenrechte zwangsläufig moralisch aufgeladen bleibe.

Was ist das zentrale Argument in Bezug auf den "Neokolonialismus"?

Es wird aufgezeigt, dass der universelle Anspruch der Menschenrechte oft als ein Exportprodukt westlichen Denkens wahrgenommen wird, was die Gefahr birgt, dass die Menschenrechtspolitik als Einmischung in die innere Angelegenheiten nichtwestlicher Staaten missverstanden oder instrumentalisiert wird.

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Details

Title
Menschenrechte
Subtitle
Eine kritische Auseinandersetzung mit Habermas` Theorie der Einbeziehung des Anderen
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften)
Course
Jürgen Habermas: Die Einbeziehung des Anderen
Grade
1,5
Author
Alexandra Mörz (Author)
Publication Year
2005
Pages
14
Catalog Number
V122420
ISBN (eBook)
9783640276530
ISBN (Book)
9783640282470
Language
German
Tags
Habermas Menschenrechte Universalität Philosophie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Mörz (Author), 2005, Menschenrechte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122420
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