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Internationale Kapitalverschiebungen bewirken, wie rückblickend leicht nachvollzogen werden kann, sowohl bei kurz- als auch bei langfristigen Zinssätzen beachtlichen Schwankungen.
Bei der kurzfristigen Mittelaufnahme spielt die aktuelle Zinshöhe meist eine weitaus größere Rolle als Veränderungen des Zinsniveaus. Anders ist dies beim mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarf. Unter dem Gesichtspunkt einer möglichst abgesicherten Berechen- und damit Planbarkeit dürfte es hier eigentlich keine Alternative zur Vereinbarung von fixen Zinssätzen geben.
Eine Betrachtung über die letzten Jahre zeigt allerdings, dass die Vereinbarung variabler Konditionen im Durchschnitt kostengünstiger war als fixe Zinsbindungen. Für die Ableitung von zukünftigen Finanzierungsentscheidung kann diese Tatsache trotzdem keine Garantie sein.
Dem Umstand, dass mit Fixzinsdarlehen in der Regel auch eine langfristige Bereitstellungszusage einhergeht (somit ein jederzeitige Kündbarkeit seitens des Darlehensgebers ohne das Eintreffen besonderer Gründe ausgeschlossen ist), wird seitens der öffentlichen Hand in Österreich wenig Gewicht beigemessen. Angesichts der Marktposition sowie einer breiten Palette an Möglichkeiten zur Mittelbeschaffung ist dieser Ansatz zumindest im Prinzip nachvollziehbar.
Aus Sicht der Banken geht der Trend bei allen Kundengruppen dazu, sich lieber den Schwankungen des Marktes zu unterwerfen, was einer Bindung an Geld- (vor allem EURIBOR) oder Kapitalmarktindikatoren (vor allem SMR, wenn auch rückläufig) gleichkommt.
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Inhaltsverzeichnis
1. RAHMENBEDINGUNGEN DES ZINSRISIKO-MANAGEMENTS
2. SCHWANKUNGEN UND VOLATILITÄTEN
3. ANALYSE UND RISIKO MANAGEN
4. RAHMENBEDINGUNGEN DES WECHSELKURSRISIKO-MANAGEMENTS
5. INSTRUMENTE DES ZINS- UND WECHSELKURSRISIKO-MANAGEMENTS
5.1 Das Forward Rate Agreement (FRA)
5.2 Die Zinsoption
5.3 Das Cap – der Floor - der Collar
5.4 Spezielle Cap-Konstruktionen
5.5 Der Interest Rate Swap (IRS)
5.6 Spezielle Swap-Konstruktionen
5.7 Das Devisentermingeschäft
5.8 Die Devisenoption
5.9 Spezielle Options-Konstruktionen
5.10 Der Currency-Swap
6. ABWICKLUNGSBESONDERHEITEN DES ZINS- UND WECHSELKURSRISIKO-MANAGEMENTS
6.1 Besondere Aspekte im kommunalen Bereich
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit vermittelt einen fundierten Überblick über die Theorie der Finanzintermediation, wobei der Fokus auf dem effektiven Management von Zins- und Wechselkursrisiken durch den Einsatz moderner Finanzinstrumente liegt. Dabei wird aufgezeigt, wie durch gezieltes Risikomanagement Kosteneinsparungs- und Ertragspotenziale erschlossen sowie Planbarkeit geschaffen werden kann.
- Grundlagen des Zins- und Wechselkursrisikomanagements
- Methodische Stufen der Risikoanalyse und Prognose
- Einsatzmöglichkeiten derivativer Finanzinstrumente (FRA, Optionen, Swaps)
- Abwicklungsspezifika und regulatorische Rahmenbedingungen
- Besondere Herausforderungen für die öffentliche Hand und den kommunalen Bereich
Auszug aus dem Buch
1. RAHMENBEDINGUNGEN DES ZINSRISIKO-MANAGEMENTS
Internationale Kapitalverschiebungen bewirken, wie rückblickend leicht nachvollzogen werden kann, sowohl bei kurz- als auch bei langfristigen Zinssätzen beachtlichen Schwankungen.
Bei der kurzfristigen Mittelaufnahme spielt die aktuelle Zinshöhe meist eine weitaus größere Rolle als Veränderungen des Zinsniveaus. Anders ist dies beim mittel- und langfristigen Finanzierungsbedarf. Unter dem Gesichtspunkt einer möglichst abgesicherten Berechen- und damit Planbarkeit dürfte es hier eigentlich keine Alternative zur Vereinbarung von fixen Zinssätzen geben.
Eine Betrachtung über die letzten Jahre zeigt allerdings, dass die Vereinbarung variabler Konditionen im Durchschnitt kostengünstiger war als fixe Zinsbindungen. Für die Ableitung von zukünftigen Finanzierungsentscheidung kann diese Tatsache trotzdem keine Garantie sein.
Dem Umstand, dass mit Fixzinsdarlehen in der Regel auch eine langfristige Bereitstellungszusage einhergeht (somit ein jederzeitige Kündbarkeit seitens des Darlehensgebers ohne das Eintreffen besonderer Gründe ausgeschlossen ist), wird seitens der öffentlichen Hand in Österreich wenig Gewicht beigemessen. Angesichts der Marktposition sowie einer breiten Palette an Möglichkeiten zur Mittelbeschaffung ist dieser Ansatz zumindest im Prinzip nachvollziehbar.
Aus Sicht der Banken geht der Trend bei allen Kundengruppen dazu, sich lieber den Schwankungen des Marktes zu unterwerfen, was einer Bindung an Geld- (vor allem EURIBOR) oder Kapitalmarktindikatoren (vor allem SMR, wenn auch rückläufig) gleichkommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. RAHMENBEDINGUNGEN DES ZINSRISIKO-MANAGEMENTS: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik der Zinsmärkte und die Notwendigkeit von Fixzinsvereinbarungen zur Sicherung der langfristigen Planbarkeit gegenüber dem Trend zu variablen Zinssätzen.
2. SCHWANKUNGEN UND VOLATILITÄTEN: Hier wird erläutert, wie aus Zinsrisiken durch aktives Management Chancen entstehen und welche grundlegenden Spielregeln den Erfolg bei der Zinspositionsgestaltung sichern.
3. ANALYSE UND RISIKO MANAGEN: Das Kapitel beschreibt den strukturierten Prozess des Zinsrisikomanagements, unterteilt in die vier Phasen Beurteilung, Prognose, Simulation mittels Zinsszenarien und Entscheidungsfindung.
4. RAHMENBEDINGUNGEN DES WECHSELKURSRISIKO-MANAGEMENTS: Es wird dargelegt, dass Wechselkursrisiken in der öffentlichen Hand primär aus zinsinduzierten Finanzierungsentscheidungen in Fremdwährungen resultieren und analog zum Zinsmanagement gehandhabt werden sollten.
5. INSTRUMENTE DES ZINS- UND WECHSELKURSRISIKO-MANAGEMENTS: Dieser umfangreiche Teil bietet eine detaillierte technische Einführung in derivative Instrumente wie FRA, Zins- und Devisenoptionen, verschiedene Cap-, Floor- und Collar-Konstruktionen sowie diverse Zins- und Währungsswaps.
6. ABWICKLUNGSBESONDERHEITEN DES ZINS- UND WECHSELKURSRISIKO-MANAGEMENTS: Der Abschluss fokussiert auf die administrativen, rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen, insbesondere unter Berücksichtigung der Besonderheiten bei kommunalen Auftraggebern.
Schlüsselwörter
Banken, Geschäftssparte Treasury, Finanzintermediation, Riskmanagement, Zinsrisiko, Wechselkursrisiko, Derivate, Forward Rate Agreement, Zinsoption, Cap, Floor, Collar, Interest Rate Swap, Währungsswap, öffentliche Hand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte Einführung in die Theorie der Finanzintermediation mit einer starken Ausrichtung auf die praktische Anwendung von Risikomanagement-Instrumenten für Bank- und Unternehmenskunden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Identifikation und das Management von Zins- und Wechselkursrisiken sowie die detaillierte Darstellung der dazu benötigten Finanzinstrumente und deren praktische Anwendung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Entscheidungsträgern ein Verständnis für die Funktionsweise und den Einsatz von Instrumenten zur Risikominimierung zu vermitteln, um Zinsergebnisse zu optimieren und finanzielle Planbarkeit zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verfolgt einen anwendungsorientierten Ansatz, der theoretische Grundlagen des Finanzrisikomanagements direkt mit den methodischen Stufen der Praxis (Analyse, Prognose, Simulation, Entscheidung) verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Rahmenbedingungen, die methodische Vorgehensweise im Risikomanagement und die detaillierte technische Beschreibung derivativer Finanzprodukte wie Swaps und Optionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Finanzintermediation, Treasury, Riskmanagement, derivative Finanzinstrumente, Zinsänderungsrisiko und Absicherungsstrategien wie Swaps, Caps und Floors.
Warum ist das Risikomanagement für den kommunalen Bereich so komplex?
Die Komplexität ergibt sich aus spezifischen gesetzlichen Auflagen, der Notwendigkeit von Genehmigungen durch Gremien wie Gemeinderäte sowie der Herausforderung, die Zurechenbarkeit von Kosten und Erträgen intern korrekt abzubilden.
Wie unterscheidet sich ein Currency-Swap von einem Devisentermingeschäft?
Beim Currency-Swap werden zusätzlich zu den Zinszahlungen auch die Kapitalbeträge zu Beginn und am Ende der Laufzeit ausgetauscht, wobei Zinsunterschiede durch den Austausch der Zinsverpflichtungen berücksichtigt werden, was beim Devisentermingeschäft durch Auf- oder Abschläge erfolgt.
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- Dr. Johann Sebastian Kann (Autor), Carsten Becker (Autor), 2003, Zins- und Wechselkursmanagement in Kommunen - Teil 2, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122613