Das Hallertauer Volkslied des 20. Jahrhunderts ist untrennbar mit dem Namen Josef Eberwein (1895 - 1981) verbunden. Aus der Feder des Hopfenbauern, Schneidermeisters und Volkssängers stammen zahlreiche Lieder und „gesungene Zwiefache“, die von vielen Rezipienten längst als „echte alte Volkslieder“ erachtet werden.
Dem hier veröffentlichten Text liegt die Magisterarbeit von Maximilian Seefelder zugrunde, die 1986 am Lehrstuhl für Volkskunde an der Universität Regensburg eingereicht wurde. Sie trägt den Titel „Der Hallertauer Volkssänger Josef Eberwein“.
Inhaltsverzeichnis
Bauernbub, Soldat und Schneidermeister
Liedersammler, Sänger und Liedermacher
Neue Hallertauer Lieder
Der Volkssänger
Abgesang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert das Leben und Wirken des Hallertauer Volkssängers Josef Eberwein (1895–1981), eingebettet in den historischen und regionalen Kontext der bayerischen Volksmusikpflege im 20. Jahrhundert.
- Biografische Stationen von Josef Eberwein als Handwerker und Musiker
- Die Entwicklung des Hallertauer Volkslieds und der gesungenen Zwiefachen
- Einflüsse zeitgeschichtlicher Ereignisse auf die regionale Volkskultur
- Das Wirken als Volkssänger und die Bedeutung seiner musikalischen Aufzeichnungen
- Das Verhältnis von Tradition, wirtschaftlichem Wandel und kultureller Identität
Auszug aus dem Buch
Bauernbub, Soldat und Schneidermeister
Man schreibt das Jahr 1895. Der „Frauentag“, das Fest Mariä Himmelfahrt am 15. August, den alle Holledauer Bauern seiner Unwetter wegen als "Hopfenschmeißer" fürchten, ist gerade überstanden. In vielen Anwesen laufen die letzten Vorbereitungen, die "Hopfenzupf" steht vor der Tür.
Im fernen Amerika, so erzählt man, sei eine Maschine erfunden worden, die den Hopfen pflücken könne. Wer glaubt schon so etwas? Die Leute reden viel.
Seit einigen Jahren versucht sich auch die Firma Christian Wolff aus Langquaid an einer solchen Maschine. Aber dieses „neumodische Zeug“ kann sich in der Holledau noch nicht durchsetzen.
Am 20. August 1895 erscheint im "Holledauer Berichterstatter" eine Meldung: "Die Langquaider Hopfenpflückmaschinenfabrikanten haben das Patent um eine bedeutende Summe an einen amerikanischen Industriellen verkauft."
1895. Das Maschinenzeitalter ist angebrochen. Mit atemberaubender Geschwindigkeit vollzieht sich jene technische Entwicklung, welche die Menschheit in Erstaunen und Schrecken gleichermaßen versetzen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
Bauernbub, Soldat und Schneidermeister: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Josef Eberweins von seiner Geburt im Jahr 1895 bis zu den Wirren der beiden Weltkriege und seinen ersten beruflichen Schritten nach.
Liedersammler, Sänger und Liedermacher: Der Fokus liegt hier auf Eberweins musikalischen Anfängen, seiner Leidenschaft für das Volkslied und der Gründung seiner Sängergruppen.
Neue Hallertauer Lieder: Hier wird thematisiert, wie der wirtschaftliche Wandel der Region Hallertau, insbesondere der Hopfenbau, Einzug in Eberweins Lieder fand.
Der Volkssänger: Dieser Abschnitt beleuchtet Eberweins Sologesangsdarbietungen und seinen Bezug zur Tradition der Münchner Volkssänger.
Abgesang: Das letzte Kapitel würdigt Eberweins späte Jahre, sein Engagement als Chronist und seine kritischen Gedanken zur Natur und Zukunft.
Schlüsselwörter
Josef Eberwein, Hallertau, Volkslied, Volksmusik, Zwiefache, Hopfenbau, Schneider, Dellnhausen, Gesangsgruppe, Bayerischer Rundfunk, Volkssänger, Tradition, Heimatkunde, regionale Kultur, Mundart
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Biografie und dem kulturellen Vermächtnis von Josef Eberwein, einem bedeutenden Volksmusikanten und Schneidermeister aus der bayerischen Hallertau.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Bewahrung regionaler Volkslieder, die Entwicklung der "gesungenen Zwiefachen" sowie die Verknüpfung von privater Lebensgeschichte mit der Agrar- und Kulturgeschichte der Hallertau.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Beitrag Eberweins zur bayerischen Volksmusikpflege zu dokumentieren und sein Schaffen vor dem Hintergrund seiner Zeit einzuordnen.
Welche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Untersuchung, die Quellen wie Feldpostbriefe, zeitgenössische Zeitungsberichte, eigene Schriften Eberweins und Fotografien aus dem Familienbesitz auswertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert Eberweins musikalische Entwicklung, seine Rolle als Sammler von Liedgut, seine Verbindung zum Rundfunk sowie seinen Einfluss auf die regionale Identität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Josef Eberwein, Hallertau, Volkslied, Zwiefache, Heimatpflege und kulturelle Überlieferung.
Welche Bedeutung hatte der Hopfenbau für Eberweins Musik?
Der Hopfenbau prägte die wirtschaftliche Umgebung Eberweins, was sich in seinen neu geschriebenen Liedern widerspiegelt, die den Alltag der Hopfenzupfer und den technischen Wandel dieser Branche thematisieren.
Wie beeinflussten die Münchner Volkssänger seine Darbietungen?
Eberwein ließ sich durch den Vortragsstil und die Couplets der Münchner Volkssänger inspirieren, was seine eigenen Sologesangseinlagen maßgeblich beeinflusste.
Welche Rolle spielte die Mechanisierung für seine Lieder?
Die Mechanisierung, wie etwa die Einführung der Hopfenpflückmaschine, führte dazu, dass traditionelle Arbeitslieder ihre soziale Basis verloren und zu historisch bedeutsamen Zeugnissen einer vergangenen Ära wurden.
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- Dr., M.A. Maximilian Seefelder (Author), 2004, Der Hallertauer Volkssänger Josef Eberwein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122763