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Das Trägerübergreifende Persönliche Budget

Peer Counseling als Beratungsangebot für Budgetberechtigte

Título: Das Trägerübergreifende Persönliche Budget

Tesis , 2008 , 177 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Amke Poppinga (Autor)

Trabajo social
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Die Versorgung eines Menschen mit Behinderung kann unterschiedlich geregelt sein. Oftmals erhält der behinderte Mensch als Leistungsberechtigter eine Leistung von einem Leistungserbringer, die der zuständige Leistungsträger bezahlt. Dieses klassische Leistungsdreieck wird Sachleistungsmodell genannt. Der behinderte Mensch erhält eine Versorgungssicherheit, die ihm wenig Einflussnahme ermöglicht. Als Alternative zu diesem Fürsorgeprinzip gibt es seit dem 1. Juli 2004 das Trägerübergreifende Persönliche Budget, auf das die leistungsberechtigte Person seit dem 01.01.2008 einen Rechtsanspruch hat. Aufgrund der geringen Erfahrungswerte können über mögliche Auswirkungen nur Vermutungen gemacht werden. Fürsprecher betonen die gesteigerte Selbstbestimmung der Budgetnutzer. Gegner sind misstrauisch und fürchten dahinter verborgende Sparmaßnahmen des Staates auf Kosten der Menschen mit Behinderung. Unbestritten ist, dass ein Mehr an Selbstbestimmung gleichzeitig ein erhöhtes Maß an Verantwortung beinhaltet. Das Trägerübergreifende Persönliche Budget muss verwaltet werden. Es müssen so genannte Zielvereinbarungen mit den Leistungsträgern geschlossen werden, die individuelle Bestimmungen über Einsatzbereiche, etc. beinhalten. Kostenvoranschläge verschiedener Leistungserbringer sollten eingefordert und verglichen werden, um das Geld möglichst effizient einsetzen zu können. Fraglich ist, inwieweit Budgetnehmer die Verwaltung selbstständig leisten können bzw. wollen und in welcher Form Beratung und Unterstützung erforderlich ist. Das Trägerübergreifende Persönliche Budget kann nur angenommen und langfristig konstruktiv umgesetzt werden, wenn Unsicherheiten und Missverständnissen entgegengewirkt wird und Gesetzesgrundlagen eindeutig sind. Dann könnenLeistungsbringer, Leistungsträger und Leistungsberechtigte effektiv zusammen arbeiten.

Es wurden im Rahmen dieser Diplomarbeit exemplarisch sechs Interviews mit Peer Counselorn geführt, die Budgetberatung leisten, um einen möglichst praxisnahen Eindruck zu bekommen und abschließend beurteilen zu können, ob und in welchem Umfang Beratung und Unterstützung notwendig ist und ob Peer Counseling ein geeignetes Angebot ist. Hieraus sollen Kritikpunkte, Verbesserungsvorschläge, etc. erwachsen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Trägerübergreifende Persönliche Budget

2.1. Leistungsberechtigter – Leistungsträger – Leistungserbringer

2.1.1. Der veränderte Rechtsanspruch

2.1.2. Das veränderte Leistungsdreieck

2.1.3. Die Leistungsberechtigten

2.1.4. Budgetfähige Leistungen

2.1.5. Die Leistungsträger

2.1.6. Die Sonderstellung der Pflegekassen

2.2. Die Zielsetzung

2.2.1. Selbstbestimmung vs. Kosteneinsparung

2.2.2. Zum Misstrauen der Kritiker gegenüber der gesetzlich verankerten Zielsetzung

2.2.3. Voraussetzungen zur Erreichung des Ziels der erhöhten Selbstbestimmung

2.3. Der Weg vom Antrag bis zum Bescheid

2.3.1. Der Antrag

2.3.2. Das Bedarfsfeststellungsverfahren

2.3.3. Die Zielvereinbarung

2.3.4. Der Bewilligungsbescheid

2.4. Die Budgetassistenz

2.4.1. Budgetberatung

2.4.2. Budgetunterstützung

2.4.3. Die Budgetassistenz und rechtliche Betreuung

2.4.4. Die Finanzierung der Budgetassistenz

3. Peer Counseling

3.1. Peer Counseling – Die Definition

3.2. Peer Counseling – Die Geschichte

3.2.1. Die Independent Living Bewegung

3.2.2. Die Selbstbestimmt Leben Bewegung

3.2.3. Die Self Advocacy Bewegung

3.2.4. Disabilitiy Studies

3.3. Peer Counselor – Die Ausbildung

3.4. Peer Counseling und Soziale Arbeit

3.4.1. Peer Counseling und Beratung

3.4.1.1. Peer Counseling und die Klientenzentrierte Gesprächsführung

3.4.2. Die Abgrenzung von Peer Counselorn und Dipl. Sozpäd./-arbeitern

3.5. Peer Counseling als Beratungsangebot für Budgetberechtigte

4. Interviews mit Peer Counselorn

4.1. Vorbereitung der Interviews

4.1.1. Suche der Interviewpartner

4.1.2. Wahl der Methode

4.2. Durchführung der Interviews

4.3. Analyse der Interviews

4.3.1. Aussagen zu Voraussetzungen, durch die das Trägerübergreifende Persönliche Budget zu mehr Selbstbestimmung führen kann

4.3.1.1. Bedarfsdeckung

4.3.1.2. Das Integrierte Budget

4.3.1.3. Entbürokratisierung

4.3.1.4. Zweckgebundenheit

4.3.1.5. Öffentlichkeitsarbeit

4.1.3.6. Motivation

4.3.2. Aussagen zum Beratungsangebot für Budgetberechtigte

4.3.2.1. Verantwortung des Budgetberechtigten

4.3.2.2. Zielgruppe

4.3.2.3. Umfang

4.3.2.4. Finanzierung

4.3.3. Aussagen zu Peer Counseling als Beratungsangebot für Budgetberechtigte

4.3.3.1. Parteilichkeit

4.3.3.2. Niedrigschwelligkeit

4.3.3.3. Qualifikation

4.3.3.4. Eigene Betroffenheit

5. Diskussion und Schlussfolgerungen

6. Zusammenfassung

7. Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Ziel der Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit das "Trägerübergreifende Persönliche Budget" (TPB) tatsächlich zu mehr Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung führen kann und welche Rolle "Peer Counseling" als unterstützendes Beratungsangebot dabei spielt. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und in welchem Umfang behinderte Menschen Beratung und Unterstützung benötigen, um die neue Leistungsform effektiv für sich zu nutzen.

  • Rechtliche Grundlagen und Funktionsweise des trägerübergreifenden Persönlichen Budgets
  • Vergleich des klassischen Sachleistungsmodells mit der Budgetform
  • Rolle und methodische Ansätze des Peer Counselings
  • Bedarfsanalyse für Beratungsleistungen durch Experteninterviews mit Peer Counselorn
  • Diskussion der Finanzierung und qualitativen Ausgestaltung von Beratungsangeboten

Auszug aus dem Buch

3.1. Peer Counseling – Die Definition

Der aus den Wörtern „Peer“ und „Counseling“ zusammengesetzte Begriff bedeutet Beratung („Counseling“) für „Peers“. „Peers“ sind abhängig von spezifischen Umständen, Personen, die ähnliche Lebenserfahrungen teilen. Häufig haben sie den gleichen Rang und Status. Dazu zählen z.B. situationsabhängige „Peers“ wie Schüler derselben Schule. In diesem Zusammenhang wird „Peers“ häufig synonym für Gleichaltrige verwendet. Geschlecht, kulturelle Herkunft, etc. definieren ebenfalls „Peers“ (Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben e.V., 1994, 30).

Im Zusammenhang dieser Diplomarbeit bezieht sich „Peer“ auf Menschen mit Behinderung. „Peer Counseling umschreibt die Beratung von Ratsuchenden durch ähnlich Betroffene und findet in den Zentren für selbstbestimmtes Leben seine Anwendung, indem behinderte BeraterInnen behinderte Ratsuchende unterstützen und beraten“ (Miles-Paul, 2006, 39). Der Peer Counselor löst nicht die Probleme des anderen (Peer Counslee), sondern erforscht Möglichkeiten und Ressourcen des zu Beratenden um Hilfestellung für Problemlösungen zu geben. Er ist in der Lage von eigenen Erfahrungen zu berichten (Vgl. Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben e.V., 1994, 30).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema, die Relevanz des Persönlichen Budgets für Menschen mit Behinderung und die Zielsetzung der Arbeit.

2. Das Trägerübergreifende Persönliche Budget: Detaillierte Darstellung des Rechtsanspruchs, des veränderten Leistungsdreiecks und der Herausforderungen für Leistungsträger sowie Betroffene.

3. Peer Counseling: Definition und geschichtliche Entwicklung des Peer Counselings sowie dessen Einordnung als Beratungsangebot für Budgetberechtigte.

4. Interviews mit Peer Counselorn: Qualitative Auswertung von Experteninterviews zur Praxis der Budgetberatung und den Voraussetzungen für gelungene Selbstbestimmung.

5. Diskussion und Schlussfolgerungen: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen aus den Interviews und Beantwortung der Forschungsfrage.

6. Zusammenfassung: Kompakte Wiederholung der Kernthesen und Ergebnisse der gesamten Arbeit.

7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Literatur und Rechtsgrundlagen.

Schlüsselwörter

Trägerübergreifendes Persönliches Budget, TPB, Peer Counseling, Selbstbestimmung, Behinderung, Budgetassistenz, Beratung, Unterstützung, Budgetberechtigte, Sozialgesetzbuch, Teilhabe, Empowerment, Leistungsdreieck, Integriertes Budget, Behindertenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das "Trägerübergreifende Persönliche Budget" (TPB) und die Frage, inwieweit "Peer Counseling" ein geeignetes Beratungsangebot ist, um Menschen mit Behinderung bei der Inanspruchnahme dieses Budgets zu unterstützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die rechtlichen Rahmenbedingungen des TPB, die Rolle des Beratungsbedarfs durch die Übernahme von Eigenverantwortung der Betroffenen sowie die Bedeutung von Peer Counseling als eine auf Selbsterfahrung basierende Beratungsform.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu beurteilen, ob und in welchem Umfang Beratung und Unterstützung für Budgetberechtigte notwendig sind und inwieweit Peer Counseling diese Rolle erfolgreich ausfüllen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative Untersuchung mittels problemzentrierter Interviews mit sechs Peer Counselorn durchgeführt, um praktische Erfahrungen mit der theoretischen Gesetzeslage abzugleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Voraussetzungen für mehr Selbstbestimmung beim TPB, beschreibt die Budgetassistenz als notwendige Unterstützung und diskutiert die Rolle des Peer Counselings in der Beratungspraxis inklusive der Finanzierungsfragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Trägerübergreifendes Persönliches Budget (TPB), Selbstbestimmung, Peer Counseling, Behinderung, Budgetassistenz und Teilhabe.

Warum wird Peer Counseling als besonders geeignet für Budgetberechtigte angesehen?

Peer Counseling ist aufgrund der Parteilichkeit und Niedrigschwelligkeit sowie der Tatsache, dass behinderte Berater durch ihre eigene Betroffenheit als Vorbild dienen und auf Augenhöhe agieren können, als besonders geeignet eingestuft.

Welche spezifische Rolle spielt das "Integrierte Budget" in der Arbeit?

Das Integrierte Budget wird als ein Ansatz diskutiert, der die Lücke zwischen verschiedenen Leistungsträgern (wie Pflegekassen und Sozialhilfe) schließen soll, um den administrativen Aufwand für Betroffene zu reduzieren.

Welche Rolle spielt die Finanzierung der Budgetassistenz?

Die Finanzierung ist ein kritischer Punkt, da sie aktuell oft unzureichend geregelt ist. Die Arbeit plädiert dafür, dass Beratungskosten als zusätzlicher Bestandteil in Zielvereinbarungen integriert werden sollten, statt den Betroffenen zu belasten.

Final del extracto de 177 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Trägerübergreifende Persönliche Budget
Subtítulo
Peer Counseling als Beratungsangebot für Budgetberechtigte
Universidad
niversity of Applied Sciences Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven; Oldenburg
Curso
Sozialrecht; Beratung
Calificación
1,0
Autor
Amke Poppinga (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
177
No. de catálogo
V122878
ISBN (Ebook)
9783640274048
Idioma
Alemán
Etiqueta
Trägerübergreifende Persönliche Budget Sozialrecht Beratung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Amke Poppinga (Autor), 2008, Das Trägerübergreifende Persönliche Budget , Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/122878
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