In dieser Arbeit wird versucht, anhand von drei Beispielen (dem Diamantenkartell,
der OPEC und der geplanten Gas-OPEC), zu beschreiben, wie es Kartellen
gelungen ist oder gelingen kann ihre Marktmacht zu erhöhen, um somit auf den
Preis einzuwirken.
Dazu wird zuerst die Kartelltheorie behandelt. Dies beinhaltet gewisse Kriterien, die in der
Literatur mit Kartellen in Verbindung gebracht werden. Anhand dieser Kriterien soll dann ein scharfer Blick auf die drei Untersuchungsobjekte geworfen
werden. Am Ende werden die wesentlichsten Unterschiede nocheinmal zusammengefasst und noch einige Schlussbemerkungen gemacht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Kartelltheorie
3 OPEC
3.1 Geschichte und Organisation der OPEC
3.1.1 Kurzgeschichte
3.1.2 Organisation
3.2 Ziele und Maßnahmen
3.3 Die OPEC als Kartell
3.4 Fazit und Ausblick
4 Diamantenkartell
4.1 Geschichte und Organisation
4.2 Ziele und Maßnahmen
4.2.1 Ziele
4.2.2 Maßnahmen
4.3 Das Kartell
4.4 Fazit und Ausblick
5 Gas-OPEC
5.1 Geschichte und Organisation
5.2 Ziele und Maßnahmen
5.3 Ausblick
6 Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht anhand der drei Fallbeispiele OPEC, Diamantenkartell und der geplanten Gas-OPEC, unter welchen Bedingungen es Kartellen gelingt, Marktmacht aufzubauen und Preise zu ihren Gunsten zu beeinflussen.
- Kartelltheoretische Grundlagen und Kriterien zur Messung von Marktmacht
- Analyse der historischen Entwicklung und Organisationsstruktur der OPEC
- Untersuchung des De Beers Diamantenkartells und seiner spezifischen Durchsetzungsstrategien
- Bewertung der Realisierungschancen und Hindernisse einer Gas-OPEC
- Vergleichende Gegenüberstellung der Kartellmechanismen und Wirksamkeit
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Maßnahmen
Die Schaffung einer Knappheit auf dem Markt wurde von de Beers uber ein ganzes Maßnahmenbundel realisiert. Zum einen wurde den Minen, die unter der Kontrolle des Unternehmens standen, sei es durch Verträge oder Eigentum, eine gewisse Förderquote zugewiesen. Diese Quoten wurden dadurch kontrolliert, dass die Central Selling Organisation nur diese Menge aufkaufte. Zum anderen überwachte die Diamond Trading Company den Diamantenmarkt. Falls sich ein Überangebot eingestellt hätte, wäre dieses von der Gesellschaft aufgekauft worden. Zum Beispiel soll De Beers laut Voss (1998) im Jahre 1997 fünf Milliarden Dollar in Diamanten eingelagert haben, um die Knappheit aufrecht zu erhalten.
De Beers übt über die so genannten „Sights“ auch Druck auf die Verkäufer von Diamanten aus: Diese finden 10 mal im Jahr in Antwerpen, Luzern, London und Kimberly statt. Sie werden im Dezember des Vorjahres angekündigt. Die Eingeladenen (circa 160 Großhändler, die die Diamanten dann weiterverkaufen) melden daraufhin einen Monat vor dem Treffen ihren Bedarf an Diamanten. Unter strengen Auflagen bekommen die Händler zur Sight eine Auswahl an Diamanten zugeteilt (zum Beispiel wird nicht über Preis und Menge verhandelt, die ungeschliffenen Diamanten dürfen nicht ohne Erlaubnis weiterverkauft werden und sie müssen Informationen über die Nachfrage weiterleiten). Bei Verstoß wird der Händler nicht mehr eingeladen und an ihn dürfen auch keine Diamanten verkauft werden, was dem Geschäftsausschluss gleichkommt. Mit der Entwicklung der neuen Marke „De Beers“ kann das Unternehmen noch einfacher die Absatzmenge kontrollieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Kartellbildung und Definition der Zielsetzung der Arbeit unter Heranziehung theoretischer Ansätze von Adelman.
2 Kartelltheorie: Darlegung der kartelltheoretischen Grundlagen sowie Erläuterung der Preismechanismen und Wohlfahrtsverluste bei Kartellbildung anhand eines ökonomischen Modells.
3 OPEC: Analyse der Organisation Erdöl exportierender Länder hinsichtlich ihrer Effektivität als Kartell und der auftretenden Problematiken bei der Quotensteuerung.
4 Diamantenkartell: Untersuchung des De Beers-Konzerns als Paradebeispiel für ein erfolgreiches und langjähriges Kartell, das durch vertikale Integration und strikte Marktkontrolle agiert.
5 Gas-OPEC: Bewertung der Bestrebungen zur Gründung eines Gaskartells und Analyse der strukturellen Hindernisse, die eine erfolgreiche Preismacht bisher verhindern.
6 Schluss: Vergleichende Zusammenfassung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem OPEC-Kartell und dem Diamantenkartell.
Schlüsselwörter
Kartell, OPEC, De Beers, Diamanten, Erdöl, Erdgas, Marktmacht, Quoten, Preisbildung, Wettbewerbsbeschränkung, Angebotskontrolle, Nachfragesteuerung, Marktplatz, Rohstoffe, Gas-OPEC
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Funktionsweise von internationalen Kartellen und vergleicht dabei erfolgreich etablierte Organisationen mit solchen, die vor strukturellen Schwierigkeiten bei der Marktmachtausübung stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kartelltheorie, der historischen und strategischen Analyse der OPEC, den Kontrollmechanismen des Diamantenkartells (De Beers) sowie der Machbarkeit eines Gaskartells.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie Kartellorganisationen ihre Marktmacht zur Beeinflussung von Preisen einsetzen und welche Hürden – wie das Außenseiterproblem oder Investitionsanreize – dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine komparative Analyse angewendet, die ökonomische Definitionen und Kriterien (u.a. nach Schmidt sowie Alhajji und Huettner) mit realwirtschaftlichen Fallstudien verknüpft.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?
Im Hauptteil werden die drei Fallbeispiele OPEC, das Diamantenkartell und die Gas-OPEC detailliert hinsichtlich ihrer Geschichte, Organisationsweise, Ziele, Maßnahmen und ihrer Stabilität als Kartelle betrachtet.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kartell, Marktmacht, Angebotskontrolle, OPEC, Diamanten, Erdgas und Preisbildung charakterisieren.
Warum unterscheidet sich das Diamantenkartell in seiner Wirksamkeit von der OPEC?
Das Diamantenkartell konnte durch eine engere Verflechtung der Unternehmen und die Kontrolle des gesamten Vertriebsweges eine stärkere und konstantere Marktmacht aufbauen, während die OPEC als supranationale Organisation bei der Durchsetzung von Quoten mit nationalstaatlichen Interessen und Volatilität kämpft.
Gilt die Gas-OPEC aus heutiger Sicht als echtes Kartell?
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Gas-OPEC aufgrund der Marktstruktur (Langzeitverträge, fehlender globaler Markt analog zum Öl) bisher nur ein unverbindliches Forum darstellt, dessen Kartellierungspotenzial in naher Zukunft gering ist.
- Quote paper
- Christian Rusche (Author), 2009, OPEC vs. Diamantenkartell / "Gas-OPEC", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123026