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Römischer Bestattungsbrauch am Beispiel des göttlichen Kaisers Augustus

Der Pater Patriae – Im Tode zwischen Republik und Principat

Title: Römischer Bestattungsbrauch am Beispiel des göttlichen Kaisers Augustus

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 52 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Sven Lachhein (Author)

World History - Early and Ancient History
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Die vorliegende Arbeit befaßt sich mit dem Begräbnis des römischen Kaisers Augustus. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht das Begräbniszeremoniell, welches mit früheren Bestattungen adeliger Römer verglichen wird.
Eine ausführliche vergleichende Darstellung wird Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den letzten Tagen der Verstorbenen, der Beisetzung selbst und der Apotheose verblichener Herrschergestalten aufzeigen. Der Befund über den Monarchen Augustus stützt sich in der Hauptsache auf die Berichte von Sueton, Cassius Dio und Tacitus, die in ihrem Urteil über den ersten gefestigten Kaiser jeweils der Zeit gemäß variieren. Näher betrachtet wird das Zeremoniell seiner Beisetzung unter Berücksichtigung des Übergangs von der Republik zum Prinzipat, der Rolle des Kaisers als pater patriae und seinem daraus abgeleiteten Traditionsverständnis und der konstruierten Ahnenreihe bis hin zu Romulus bei Vergils Heldenschau im Buch VI der Aeneis.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die letzten Tage des Kaisers

1) Augusti Mißtrauen

2) Letzte Verfügungen

3) Das Ende naht

4) Auf dem Sterbebett

5) Augusti Tod

III. Die Bestattung des Kaisers

1) Der Leichnam wird nach Rom überführt

2) Vorbereitungen für die Bestattungszeremonie

3) Allgemeine Volkstrauer

4) Republikanische Bestattungsriten

Exkurs: Griechisch-römische Bestattungsbräuche

α) Jedermanns Pflicht zur Bestattung

β) Heimkehr der Seelen

γ) Solons Mäßigungsgebot bei Trauerfeiern

δ) Erste Handlungen nach dem Tod

i) Schließen von Mund und Augen

ii) Reinigung und Konservierung

iii) Das letzte Hemd

iv) Blumen und Kränze

v) Schmucklose Trauer

ε) Trauer und Totenklage

ζ) Besondere Ehrbezeugungen

η) Die Prothesis

θ) Das Leichenbegängnis

ι) Auf dem Marktplatz

i) Die Rostra

ii) Die Leichenrede

iii) Die räumliche Trennung von Lebenden und Toten

κ) Am Rogus

i) Grabbeigaben

ii) Zur rechten Zeit der Verbrennung

iii) Römer in Flammen

λ) Verbrennen oder Begraben

i) Alter Wein auf neue Scheite

ii) Auf heiße Glut folgt Grabeskühle

iii) Homerische Feuerteufel

iv) Verbrennung und Brandopfer

µ) Ça ça, geschmauset!

ν) Trauer und Beileid

ξ) Zusammengefaßt

ο) Ahnenkult

i) Skulpturen und Bilder

ii) L´art pour l´art und Familiengeschichte

iii) Literarische Selbstzeugnisse

5) Die Feierlichkeiten für Augustus

a) Der Senatsbeschluß

b) Die Testamentsverlesung

c) Die Grabreden

d) Die Bestattung

IV. Die Apotheose des Kaisers

V. Kommentar

1) Augustus als Pater Patriae

2) Heldenschau im Buch VI der Aeneis

3) Vergils gelungene Inszenierung des Princeps auf der Bühne des Welttheaters

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Begräbniszeremoniell des römischen Kaisers Augustus im Kontext des politischen Übergangs von der Republik zum Prinzipat und vergleicht dieses mit traditionellen Bestattungsbräuchen adeliger Römer sowie antiken Vorbildern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle des Kaisers als pater patriae und dessen Inszenierung in der augusteischen Zeit.

  • Vergleichende Analyse römischer Bestattungsriten
  • Die letzten Tage und das Ende des Kaisers Augustus
  • Traditionsverständnis und Ahnenkult im Römischen Reich
  • Die Apotheose (Vergöttlichung) des Augustus
  • Literarische Spiegelung in Vergils Aeneis

Auszug aus dem Buch

i) Schließen von Mund und Augen

Sobald nun ein Mensch seinen letzten Atemzug getan hatte, folgte dem Tod ein festgelegtes Verfahren, dessen einzelne Punkte genau eingehalten werden mußten, wenngleich bei der Ausgestaltung der einzelnen Abschnitte den Hinterbliebenen je nach Stand und Vermögen gewisse Freiräume zugestanden wurden.

Zuallererst drückte man dem Toten Augen und Mund zu, die Körperöffnungen, von denen man auch in christlicher Zeit annahm (und gelegentlich noch annimmt), daß durch sie Dämonen in den Körper schleichen und Besitz von diesem ergreifen. Beredtes Zeugnis liefern Homer für die Folgen bei Nichterfüllung und Platon bei üblicher Anwendung des Brauches.

Als Kriton da sah (sc. daß Sokrates tot war), schloß er ihm Mund und Augen.

(Plat. Phaed. 118.)

Plinius begründet dieses Vorgehen, indem er moralisiert:

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Vorstellung der Untersuchung des Begräbniszeremoniells des Augustus und dessen Vergleich mit früheren Bestattungen adeliger Römer.

II. Die letzten Tage des Kaisers: Schilderung der letzten Lebensjahre des Augustus, seiner zunehmenden Altersunsicherheit und der Vorbereitungen seiner Nachfolge sowie der Berichte über Vorzeichen seines Todes.

III. Die Bestattung des Kaisers: Detaillierte Darstellung der Überführung des Leichnams nach Rom, der Senatsbeschlüsse für die Trauerfeierlichkeiten und der republikanischen Wurzeln der Bestattungsriten.

IV. Die Apotheose des Kaisers: Erläuterung des Prozesses der Divinisierung, der durch Senatsbeschlüsse und kaiserliche Inszenierung, wie etwa die Freilassung eines Adlers, symbolisiert wurde.

V. Kommentar: Reflexion über Augustus als pater patriae und die literarische Inszenierung seiner Ahnenreihe und göttlichen Legitimation, insbesondere durch Vergils Aeneis.

Schlüsselwörter

Augustus, Bestattungsbrauch, Römische Geschichte, Kaiser, Apotheose, Pater Patriae, Senat, Leichenzug, Ahnenkult, Vergil, Aeneis, Sueton, Cassius Dio, Staatsbegräbnis, Funus Publicum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert das Begräbniszeremoniell des römischen Kaisers Augustus und setzt es in den historischen Kontext der römischen Bestattungskultur.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Bestattungsriten, der Rolle des Augustus als pater patriae und der öffentlichen sowie kultischen Inszenierung seines Todes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Begräbnis des ersten Kaisers Augustus in die Tradition republikanischer Bestattungen einfügt und diese gleichzeitig im Sinne des neuen Prinzipats transformiert.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine vergleichende Analyse antiker Quellen, insbesondere der Berichte von Sueton, Cassius Dio und Tacitus, ergänzt durch literarische Verweise auf Vergil und Polybios.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der letzten Lebenstage des Augustus, den Ablauf der Bestattungszeremonie, den Exkurs zu griechisch-römischen Bräuchen sowie die Apotheose des Kaisers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Augustus, Bestattungsbrauch, Kaiser, Apotheose, Pater Patriae, Funus Publicum und Ahnenkult.

Welche Bedeutung hatte das Testament für den Ablauf der Bestattung?

Das Testament enthielt explizite Anordnungen (mandata de funere) bezüglich der Bestattung und war maßgeblich für die Nachfolgeregelung und die öffentliche Repräsentation des Kaisers nach seinem Tod.

Warum spielt das Ahnenbild eine so große Rolle im römischen Begräbnis?

Die Ahnenbilder (imagines) dienten dazu, die Kontinuität und Würde der Familie bzw. der Dynastie zu demonstrieren und den Verstorbenen in eine Reihe bedeutender historischer Persönlichkeiten einzuordnen.

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Details

Title
Römischer Bestattungsbrauch am Beispiel des göttlichen Kaisers Augustus
Subtitle
Der Pater Patriae – Im Tode zwischen Republik und Principat
College
http://www.uni-jena.de/
Grade
1,3
Author
Sven Lachhein (Author)
Publication Year
2008
Pages
52
Catalog Number
V123259
ISBN (eBook)
9783640277414
ISBN (Book)
9783640277933
Language
German
Tags
Römischer Bestattungsbrauch Beispiel Kaisers Augustus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sven Lachhein (Author), 2008, Römischer Bestattungsbrauch am Beispiel des göttlichen Kaisers Augustus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123259
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