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Die UNESCO und ihre Bemühungen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes

Título: Die UNESCO und ihre Bemühungen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes

Trabajo , 2004 , 37 Páginas , Calificación: 1,5

Autor:in: Magister Lotte von Lignau (Autor)

Etnología / Folclore
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Die vorliegende Arbeit zeigt den beschwerlichen Weg der UNESCO vom Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt über verschiedene Programme, Projekte und Empfehlungen hin zum Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes. Immaterielles Kulturerbe wird von der UNESCO als „Praktiken, Darbietungen, Ausdrucksformen, Kenntnisse und Fähigkeiten – sowie die damit verbundenen Instrumente, Objekte, Artefakte und Kulturräume“ definiert. Diese Elemente der Kultur sind eng mit der jeweiligen – zum Teil ethnischen – Identität einer Gruppe verbunden. In Zeiten des weltweiten sozialen Umbruchs bieten sie ihnen einen wichtigen Halt. Immaterielle Kultur ist durch bestimmte Prozesse der beschleunigten Globalisierung besonders bedroht, in Vergessenheit zu geraten. Um das zu verhindern, hat die „United Nations Educational and Scientific Organization“ (UNESCO) in den letzten Jahren verschiedene Projekte zur Förderung dieser speziellen Arten kulturellen Erbes entwickelt.

Die Arbeit ist in vier Abschnitte unterteilt. Nachdem ich im ersten Teil einen kurzen Überblick über die Struktur und den Aufbau der UNESCO geben werde, möchte ich im Punkt Zwei direkt in den Kulturbereich eintauchen. Hier werde ich die Unterschiede zwischen dem materiellen und dem immateriellen Kulturerbe erläutern und die Probleme diskutieren, mit denen sich die UNESCO im Laufe der Jahre in Bezug auf den Schutz des immateriellen Kulturerbes konfrontiert gesehen hat. Im dritten Abschnitt werde ich schließlich genauer auf das neue „Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes“ eingehen, um dann mit der aktuellen Situation in diesem Bereich zu schließen.

[...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Gründung und Aufbau der UNESCO

2. Der Kulturbereich: Kulturelle Vielfalt und Wege zum Schutz des immateriellen Kulturerbes

2.1. Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972

2.2. Differenzierung des immateriellen Kulturerbes zum materiellen Kulturerbe

2.3. Die Empfehlung zur Wahrung des kulturellen Erbes in Volkskunst und Brauchtum von 1989

2.4. Weitere Programme, Aktivitäten und Projekte der UNESCO im Bereich des immateriellen Kulturerbes

3. Das Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes von 2003

3.1. Begriffsbestimmungen und Grundsätze des Übereinkommens

3.2. Schutzmaßnahmen

3.3. Die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ und die „Liste des immateriellen Kulturerbes, das eines dringenden Schutzes bedarf“

4. Die aktuelle Situation

Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den langwierigen Entwicklungsprozess der UNESCO hin zu einem wirksamen Schutz des immateriellen Kulturerbes. Ziel ist es, die Herausforderungen bei der Abgrenzung zwischen materiellem und immateriellem Erbe darzulegen und die Bedeutung des Übereinkommens von 2003 im Kontext der Globalisierung zu analysieren.

  • Die historische Evolution der UNESCO-Kulturprogramme.
  • Differenzierung zwischen materiellem Kulturerbe und immateriellen Traditionen.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit Begriffen wie "Meisterwerk" und "Folklore".
  • Die Rolle der lokalen Bevölkerung und Traditionsträger bei der Identitätsstiftung.
  • Aktuelle Herausforderungen wie Kommerzialisierung und Touristifizierung.

Auszug aus dem Buch

2.2. Differenzierung des immateriellen Kulturerbes zum materiellen Kulturerbe

Bereits bei der Annahme des Welterbeübereinkommens 1972 drückten einige Mitgliedstaaten ihr Interesse aus, auch kulturelle Traditionen, das heißt immaterielles Kulturerbe schützen zu wollen (vgl. UNESCO 2003d: 1). Später gab es eine Vielzahl von Diskussionen darüber, ob zum Schutz des immateriellen Kulturerbes ein separates Übereinkommen erarbeitet werden solle, oder ob es genüge, das Übereinkommen von 1972 auszuweiten. Bei den Diskussionen um die Verbindungen zwischen den verschiedenen Arten kulturellen Erbes waren viele Teilnehmer der Meinung diese seien nicht voneinander trennbar: „all heritage is one“ (Smeets 2003: 146). Vertreter dieses Standpunktes waren der Auffassung, dass materielles Kulturerbe immer mit immateriellem Kulturerbe verbunden sei und vice versa. Bei genauerem Hinschauen ist diese These jedoch leicht zu wiederlegen.

Zunächst sind die meisten Manifestationen immaterieller Kultur nicht an bestimmte Orte gebunden, und wenn doch, sind diese nur in den seltensten Fällen von „außergewöhnlichem universellem Wert“8. Auf der anderen Seite besitzen zwar wahrscheinlich alle Welterbestätten immaterielle Werte, die wenigsten sind jedoch direkt mit dem immateriellen Kulturerbe aktueller Gesellschaften und Gruppen verbunden. Assoziative Werte dieser Monumente und Stätten, die nicht mehr zum lebendigen Erbe der Menschen, die in ihrer Nähe wohnen, gehören, werden nicht zum immateriellen Kulturerbe gezählt, wie es das Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes später definiert (vgl. ebd.: 146).

Den größten Unterschied zwischen materieller und immaterieller Kultur bildet allerdings die Tatsache, dass immaterielle Kultur immer in direkter Abhängigkeit zum Menschen steht und daher von Natur aus veränderbar und mobil ist. Alles Wissen um das immaterielle Kulturerbe ist im menschlichen Gedächtnis verankert und seine Verkörperung geschieht durch den menschlichen Körper selbst. Dagegen werden Monumente oder Stätten im Normalfall nur einmal geschaffen und bleiben immer am gleichen Ort, unabhängig von menschlicher Präsenz.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung verortet das Mandat der UNESCO innerhalb der UN-Organisationen und skizziert die Gefahr der kulturellen Vereinheitlichung durch die Globalisierung.

1. Gründung und Aufbau der UNESCO: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der UNESCO als Forum für intellektuelle Zusammenarbeit und ihre Rolle bei der Förderung von Weltfrieden und kulturellem Dialog.

2. Der Kulturbereich: Kulturelle Vielfalt und Wege zum Schutz des immateriellen Kulturerbes: Das Kapitel behandelt den erweiterten Kulturbegriff der UNESCO und zeichnet die Entwicklung von ersten Schutzversuchen bis hin zur Kritik am Terminus „Folklore“ nach.

2.1. Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt von 1972: Hier wird die Bedeutung des Welterbeübereinkommens als Meilenstein analysiert, wobei auch die Kritik an der geografischen Unausgewogenheit der Liste aufgezeigt wird.

2.2. Differenzierung des immateriellen Kulturerbes zum materiellen Kulturerbe: Das Kapitel arbeitet die fundamentalen Unterschiede in Bezug auf Mobilität, menschliche Abhängigkeit und den Authentizitätsbegriff heraus.

2.3. Die Empfehlung zur Wahrung des kulturellen Erbes in Volkskunst und Brauchtum von 1989: Es wird der Präzedenzfall der Empfehlung von 1989 erörtert und die Kritik an der statischen Definition von „Folklore“ reflektiert.

2.4. Weitere Programme, Aktivitäten und Projekte der UNESCO im Bereich des immateriellen Kulturerbes: Dieses Kapitel beschreibt frühe Initiativen wie das Programm der „Lebenden Träger“ und die „Proklamation der Meisterwerke“.

3. Das Übereinkommen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes von 2003: Das Kapitel analysiert die Genese und die rechtlichen Rahmenbedingungen des neuen Übereinkommens zur Sicherung lebendiger Traditionen.

3.1. Begriffsbestimmungen und Grundsätze des Übereinkommens: Hier werden die Definitionen des immateriellen Erbes erläutert und ethische Ausschlüsse (wie Menschenrechtsverletzungen) thematisiert.

3.2. Schutzmaßnahmen: Dieses Kapitel beleuchtet die strategischen Anforderungen an Vertragsstaaten, insbesondere die Inventarisierung und die aktive Beteiligung der Gemeinschaften.

3.3. Die „Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit“ und die „Liste des immateriellen Kulturerbes, das eines dringenden Schutzes bedarf“: Hier werden die Zielsetzungen der zwei neuen Listen im Vergleich zur alten Welterbeliste diskutiert.

4. Die aktuelle Situation: Das Kapitel bietet einen Ausblick auf die schnelle Ratifizierung des Übereinkommens und die Implementierung erster regionaler Schutzprojekte.

Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert die Komplexität des Schutzes lebendiger Kulturen und warnt vor der Gefahr einer Musealisierung oder Kommerzialisierung durch den Tourismus.

Schlüsselwörter

UNESCO, Immaterielles Kulturerbe, Kulturelle Vielfalt, Globalisierung, Traditionsträger, Welterbeübereinkommen, Identität, Folklorisierung, Inventarisierung, Schutzmaßnahmen, Meisterwerke, Kulturpolitik, Ethnologie, Kontinuität, Nachhaltige Entwicklung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Bemühungen der UNESCO, immaterielle kulturelle Ausdrucksformen wie Bräuche, Traditionen und Wissen vor dem Verlust durch die Globalisierung zu schützen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören der Schutz von lebendigen Traditionen, die Abgrenzung von materiellem Welterbe, die Rolle der lokalen Bevölkerung und die kritische Reflexion der UNESCO-Instrumente.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den "beschwerlichen Weg" der UNESCO vom Schutz von Denkmälern hin zum Schutz immaterieller Praktiken nachzuzeichnen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin oder der Autor?

Es wird eine deskriptive und kritische Analyse der UNESCO-Dokumente sowie der bestehenden Fachliteratur zu Kulturerbe und Ethnologie durchgeführt, ergänzt durch einen Ausblick auf empirische Forschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Struktur der UNESCO, die Analyse der verschiedenen Instrumente (von 1972 bis 2003) und eine Diskussion der aktuellen Implementierungsprobleme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Immaterielles Kulturerbe, Kulturelle Vielfalt, Identität, Globalisierung und Schutzmaßnahmen charakterisiert.

Wie unterscheidet sich das immaterielle Kulturerbe laut dieser Arbeit vom materiellen Erbe?

Im Gegensatz zu physischen Stätten ist immaterielles Erbe mobil, direkt an den Menschen gebunden, ständigen Veränderungen unterworfen und erfordert daher andere, flexiblere Schutzansätze.

Welche Kritik äußert die Arbeit an den UNESCO-Programmen?

Die Autorin kritisiert unter anderem die frühere Fokussierung auf "Meisterwerke" als elitären Begriff und warnt vor der Gefahr, dass Schutzmaßnahmen zu Folklorisierung und Kommerzialisierung durch den Tourismus führen können.

Final del extracto de 37 páginas  - subir

Detalles

Título
Die UNESCO und ihre Bemühungen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes
Universidad
University of Freiburg  (Institut für Europäische Ethnologie)
Curso
Kulturelles Erbe, kulturelle Räume, kulturelle Vielfalt: Kulturkonzepte der UNESCO
Calificación
1,5
Autor
Magister Lotte von Lignau (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
37
No. de catálogo
V123306
ISBN (Ebook)
9783640280544
ISBN (Libro)
9783640283903
Idioma
Alemán
Etiqueta
UNESCO Bemühungen Schutz Kulturerbes Kulturelles Erbe Räume Vielfalt Kulturkonzepte UNESCO
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Magister Lotte von Lignau (Autor), 2004, Die UNESCO und ihre Bemühungen zum Schutz des immateriellen Kulturerbes, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123306
Leer eBook
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