Der Bankkredit ist seit Jahren die Hauptfinanzierungsquelle mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Durch die Einführung der neuen Baseler Eigenkapitalvorschrift (Basel II), das stärkere Interesse zum Kapitalmarkt, eine anhaltende Konjunkturflaute sowie die gestiegene Anzahl von Insolvenzen, rückt die Attraktivität des Kreditgeschäfts für Banken in ein dunkleres Licht. Politik-, Wirtschafts- und Medienexperten prognostizieren zudem eine Kreditverknappung innerhalb des Mittelstands. Nicht selten verzeichnen Unternehmen lukrative Aufträge, oftmals müssen sie jedoch dafür in Vorleistung treten. Der Unternehmenserfolg ist also stark mit der Unternehmensfinanzierung sowie der Liquidität verbunden. Deshalb werden Finanzierungsalternativen, die den Bankkredit ersetzen oder ergänzen, für den Mittelstand zunehmend attraktiver. Eine Alternative stellt Asset Backed Securities dar. Die Idee des Finanzierungsinstrumentes ist es, sich durch den Verkauf von Forderungen Liquidität am Kapitalmarkt zu beschaffen. Ziel dieser Arbeit ist es die Tauglichkeit der Finanzinnovation als Finanzierungsquelle für den Mittelstand zu analysieren. Nach der Einleitung wird im zweiten Kapital der Begriff Mittelstand definiert sowie die Situation der Mittelstandsfinanzierung beschrieben, um genauer auf die Finanzproblematik eingehen zu können. Kapitel drei beschäftigt sich mit den Grundlagen von Asset Backed Securities und dem Ablauf einer ABS-Finanzierung, indem die Grundstruktur und die Parteien innerhalb des Finanzierungsprozesses vorgestellt werden. In Kapitel vier wird kurzbündig die Marktsituation für Asset Backed Securities untersucht, worauf in Kapitel fünf der Einsatz, auf Grundlage von Anforderung, Kosten und Nutzen, auf mittelständische Unternehmen analysiert wird. Kapitel sechs beendet die Hausarbeit mit einem Fazit, wobei die gewonnen Erkenntnisse einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung von Asset Backed Securities als Finanzierungsquelle für den Mittelstand geben soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Situation der Mittelstandsfinanzierung
2.1. Definition und Finanzierungssituation im Mittelstand
2.2. Veränderungen im Bankensektor und ihre Folgen für die Finanzierung
3. Asset Backed Securities – Kapitalbeschaffung durch Verbriefung
3.1. Grundlagen von Asset Backed Securities
3.2. Ablauf einer ABS-Finanzierung
4. Zur Marktsituation für Asset Backed Securities
5. Der Einsatz von ABS auf mittelständische Unternehmen
5.1. Anforderungen
5.2. Kosten
5.3. Nutzen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Eignung von Asset Backed Securities (ABS) als alternative Finanzierungsquelle für mittelständische Unternehmen, insbesondere vor dem Hintergrund sich wandelnder Rahmenbedingungen wie Basel II und einer drohenden Kreditverknappung.
- Aktuelle Situation der Mittelstandsfinanzierung in Deutschland
- Grundlagen und Prozessabläufe der Verbriefung von Forderungen
- Marktentwicklung und Wachstum von ABS
- Ökonomische Anforderungen an Unternehmen für ABS-Transaktionen
- Kosten-Nutzen-Analyse und strategische Implikationen
Auszug aus dem Buch
3.1. Grundlagen von Asset Backed Securities
Die Wörtlich Übersetzung von Asset Backed Securities würde „durch Aktiva gedecktes Wertpapier“ lauten, auch bekannt als forderungsbesichertes Wertpapier. Es handelt sich dabei um eine Form der Verbriefung, also einem Vorgang, bei dem Vermögenswerte, die Gelderträge bringen (z.B. Forderungen), in Wertpapiere umgewandelt und über den Kapitalmarkt verkauft werden. Transaktionen von Asset Backed Securities beruhen meist auf dem Vertragsrecht und weisen daher eine hohe Flexibilität auf, die den Kundenbedürfnissen individuell angepasst werden kann.
Der Grundgedanke von Asset Backed Securities ist folgender: Ein Unternehmer (Originator) erschafft mit seiner Geschäftstätigkeit Forderungen, aus denen ein Portfolio zusammengestellt und an eine Zweckgesellschaft (Special Purpose Vehicle, SPV) verkauft wird. Das Unternehmen erhält einen Kaufpreis und die Zweckgesellschaft refinanziert sich durch Emission von Wertpapieren. Die Wertpapiere (“securities“) sind durch die Forderungen (“assets“) gedeckt (“backed“) und werden aus deren Cash Flow bedient. Bei der Mittelstandsfinanzierung stehen vor allem Forderungen aus Lieferungen und Leistung im Vordergrund.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit beleuchtet die zunehmende Attraktivität von Finanzierungsalternativen für den Mittelstand aufgrund veränderter Bankenregulierung und wirtschaftlicher Herausforderungen.
2. Zur Situation der Mittelstandsfinanzierung: Dieses Kapitel definiert den Mittelstandsbegriff und beschreibt die Problematik der aktuellen Finanzierungsstruktur sowie die Auswirkungen veränderter Kreditvergabepraktiken.
3. Asset Backed Securities – Kapitalbeschaffung durch Verbriefung: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Finanzierungsinstruments sowie der strukturelle Ablauf von ABS-Transaktionen dargestellt.
4. Zur Marktsituation für Asset Backed Securities: Ein kurzer Abriss über die Marktentwicklung, insbesondere im Bereich der Asset Backed Commercial Paper (ABCP), die für mittelständische Unternehmen von Bedeutung sind.
5. Der Einsatz von ABS auf mittelständische Unternehmen: Eine detaillierte Untersuchung der ökonomischen Voraussetzungen, entstehender Kosten sowie des Nutzens für mittelständische Unternehmen bei der Implementierung von ABS.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Bedeutung von ABS als sinnvolle Ergänzung – nicht als Ersatz – zum klassischen Bankkredit im Mittelstand.
Schlüsselwörter
Asset Backed Securities, Mittelstand, Finanzierung, Basel II, Forderungsverbriefung, Liquidität, Kapitalmarkt, Kreditklemme, Verbriefung, SPV, Forderungsmanagement, Eigenkapitalquote, Refinanzierung, Forderungsausfall, Bonität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Asset Backed Securities eine geeignete Finanzierungsmöglichkeit für mittelständische Unternehmen darstellen, um die Abhängigkeit vom klassischen Bankkredit zu verringern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mittelstandsfinanzierung, dem Prozess der Forderungsverbriefung, den Anforderungen an Unternehmen sowie einer Nutzen-Kosten-Analyse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Tauglichkeit von ABS als Finanzinnovation zu analysieren, um Liquidität zu beschaffen und die Finanzstruktur mittelständischer Betriebe zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive und analysierende Arbeit, die auf Literaturrecherche und der Aufarbeitung aktueller Finanzierungsmodelle basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Definition des Mittelstands, die Grundlagen von ABS, die Marktsituation, sowie eine eingehende Analyse von Anforderungen, Kosten und Nutzen für den Mittelstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Asset Backed Securities, Mittelstandsfinanzierung, Basel II, Liquidität und Forderungsverbriefung kennzeichnen.
Welche Rolle spielen Multi-Seller-Strukturen für den Mittelstand?
Sie ermöglichen es, durch eine gemeinsame Refinanzierungsgesellschaft die Strukturierungskosten auf mehrere Parteien zu verteilen, was ABS für kleinere Unternehmen erst rentabel macht.
Warum ist das "Klumpenrisiko" bei ABS ein wichtiger Faktor?
Ein zu hoher Forderungsanteil gegenüber wenigen Debitoren (Klumpenrisiko) erschwert die Verbriefung, da das Risiko für den Investor bei einem Konzentrationsrisiko zu hoch ist.
- Citation du texte
- Sophus Vandenburg (Auteur), 2008, Asset Backed Securities, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/123336